Meine Platitüden (Flachheiten, Floskeln) beinhalteten, so nebenbei gesagt - ich weiß ja nicht, ob du bereits alles davon gelesen hast - konkrete Textstellen und Aufführung von Stilmitteln mit Argumenten, warum das von mir genannte Stilimittel auch tatächlich ein solches sein soll. Soweit ich weiß, war ein Hauptteil deiner These eine Absenz von ebensolchen!
Du hast mir gar nix beweisen. Du hast erstmal MEINE Argumente zu widerlegen, bevor du hier irgendwas beweist. Das wäre ein bißchen einfach, oder? sich hinstellen, eine These aufstellen, ein paar Argumente ins Auditorium schwadronieren und dann beim Abgehen zu sagen "so, jetzt habe ich´s bewiesen", ohne auf Gegenstimmen einzugehen. Wo liegt denn da der Sportsgeist darin? Ganz zu schweigen vom Wissenschaftler oder gar Künstler.
Und wir streiten nicht über ein kleines, banales Werkchen, sondern schon seit deinem ersten Kommentar über eine ganze Literaturgattung (die ja deiner Meinung nach diese Bezeichnung nicht verdient hat) Wo bleibt dein Ehrgeiz mit de Sprachwissenschaft und so. Es macht einem Autor doch eigentlich Spaß, über seine Profession zu streiten. Das bringt die Säfte in Wallung. Das erweitert die Horizonte. Das sorgt für Inspiration.
ich sehe gerade, du hast deinen beitrag noch mal umgeschrieben, während ich antwortet. ändert aber nix an meiner antwort. Oder doch:
ZitatSujektiv, alles subjektiv. Dissidential nicht stilgerecht, verbohrt und antiquiert. Ok. Nicht schlimm.
tja, schade, kommen doch wohl keine Gespräche über Textarbeit zustande. Schade. Ich führe die eigntlich gerne. Vor allem, wenn mein gegenüber gensätzlicher Meinung ist.
Was du jetzt mit solchen Kreisen meinst, darf ich noch fragen. Leute, die andere Texte gut finden als du? Oder Leute, die sich stundenlang über Dinge unterhalten können, die du als banal bezeichnest?
ich befinde mich am runden tisch und ich bin mir in keinem falle bewusst persönlich oder niveaulos geworden zu sein; ich fühle mich nur nach wie vor unbedient im gespräch über stilmittel un deren vor- oder abhanden sei in diesem text; (und ja, ich wiederhole das nicht mehr allzu oft, wird mir selber jetzt schon zu langweilig) dieses thema wurde nicht von mir begonnen, aber ich denke mal doch adäquat von mir aufgegriffen; wenn dann der einfache ausweg genommen wird mit vorwrfen von platitüden und niveaulosigkeit dann macht das erneut hier staunen; ich kann mich noch an zeiten erinnern, in denen die leute auch in foren gerne über technik und stilmittel stritten, ohne dabei nach jedem zweiten satz wegen niveaulosigkeit hinauszustürmen drohten; die leute mit denen ich mich im richtigen leben austasuche streiten etwa fürs leben gerne über ihre arbeit; inhaltsreif natürlich; und ich finde das irrsinnig befruchtend; manchmal natürlich auch anstrengend und sachlich bleibt man nicht immer;
ich akzeptiere (fast) jede meinung, wenn ich das gefühl habe, dass der vertreter selbiger das zeug und auch das rüstmitel hat selbige zu bestätigen oder zumindest in die diskussion einzubringen. vorwürfe in den raum zu werfen und die dann diskussionslos als allgemeingültig zu bestellen verstehe ich da nicht als adäquat; wie gesagt, hätte marlene geschreiben: dein text ist fade und uninteressant hätte ich wahrscheinlich nach dem warum gefragt aber das schnell einmal als meinung abgetan; aber zuerst grosse worte wie sprachwissenschaft in den raum zu werfen und dann nicht bereit sein darüber zu sprechen ist ein bisschen einseitig und inkonsequent, nöm; da sieht dann so aus, als ob der verfasser eines solch profanen textchens sich lieber mit dem handwerk befassen würde als der diskussionspartner der sich niveauhaftigkeit und klassizismus in den wimpel schrieb; mit diesem bild fange jeder an, was er wolle;
im großen und ganzen wehre ich mich hier nur gegen vorurteile von marlene, wie ich bereits weiter oben schrieb;
und sätze, die marlene tätigt wie wie:
ZitatAusgehend von der sprachwissenschaftlichen Definion eines Gedichtes ( und nur auf der Grundlage könnte man es definieren) wäre dieses Werk kein Gedicht). Subjektives Gefallen impliziert nicht Dummheit, kann aber sehr wohl mangelnde Kenntnisse in der Sprachwissenschaft implizieren.
oder
ZitatGut, mein Horizont hat sich dahingehend erweitert, dass es eine ganze Lyrikgattung gibt, die ich für banal halte und andere eben nicht. Ja, dann ist das so. Mein Ehrgeiz in solchen Kreisen Karriere zu machen, hält sich deutlich in Grenzen.
lassen mich ob ihres inhalts und ihren implikationen wahrlich nicht kalt; euch etwa?
hallo evanesca; ich finde deine deutung des titels interessant; schön, dass es dich ansprechen konte und du das eine oder andere für dich mitnehmen konntest; der goldene rahmen ist wohl schon lange abeblättert; das lyrich hat ihn aber wohl noch immer am regal stehen;
ich lese deine texte zumeist gerne, wenn sie auch in digitaler form herumschwirrend manchmal echt schwere brocken sind, die sich der kurzlebigkeit solcher plattformen entgegenstemmen und manchmal das gegenseitige ende hinabkullern;
der einleitung halber und warum ich sie wählte:
die ersten beiden verse sind mir jetzt erst beim erneuten lesen ins auge gestochen; und ich muß sagen, sie sind was besonderers; in form, aussage und prägnanz; schön - wirkich;
überhaupt hat dieser text eine ungewöhnliche form im gegensatz zu deinen anderen elaboraten; er wirkt fast wie gemeißelt, wo die anderen schroff, unbehauen und klobig wirken (auf keinen fall negativ gemeint)
ich finde, dass diese form sehr gut zu deiner üblichen inhaltsschwere passt und würde mich freuen, noch viel mehr davon zu lesen; ich lese die meisten deiner anderen texte natürlich auch gerne, wenn ich uch, wie ich gerne zugebe, nicht immer die geduld aufbringe mich ihnen in verdienter weise zu widmen;
ZitatIch habe mich in dem Kommentar, der auch das Nachahmergedicht beinhaltet, klar zu den einzelnen Stilmitteln geäussert, die meiner Ansicht nach fehlen. Weshalb Rainer darauf nicht eingeht, und mir vorwirft, ich hätte nur Vorurteile, kann ich nicht nachvollziehen.
Wie bitte? Ich habe mich dazu nicht geäussert? Was geht denn jetzt? das war wohl eine meiner ersten Antworten:
Zitatso, dann kommen wir zur metapher - sprachwissenschaftlich gesehen ist dir die Definition wohl bekannt: eine Metapher ist nicht mehr oder weniger, als eine Figur, die im übertragenen Sinne gebraucht wird, also nicht wortwörtlich zu verstehen ist.
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Wo soll hier eine Metapher sein? Der Schimmel am Brot? Das Brot? --------------------------------------------------------------------------------
na klar ist das eine Metapher. Ich setze mich ja nicht hin und schreibe darüber, dass meine Brot schimmelt und das mich das bewegt, weil ich ständig von verfallenden Lebensmitteln emotional berührt werde. Als, WOfür ist DAS wohl eine Metapher. Ich denke, das muss ich nicht aufschlüsseln. Und wozu brauchts bitte Duft und Farbe? Was kann das grün schimmelnde Brot sagen, mit dem blauen Belag, dass nach Steinpilz riecht mit einer Spur Harnsäure, dass das schimmelnde Brot in diesem Zusammenhang nicht kann?
Phlox hat mir übrigens geschrieben, dass sie das Ärgernis nicht versteht. Ich habe gefragt, wo das Ärgernis denn geschreiben stünde und warte noch auf Antwort.
so, zum Enjabement darf ich Mal aus einem Lyrik-Theorieblog zitieren, für den ich einer der Mitverantwortlichen bin:
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Von einem harten Enjambement spricht man dann, wenn die Versgrenze innerhalb eines Syntagmas, d.h. einer grammatisch zusammengehörigen Wortgruppe des Satzes, verläuft und Wörter dadurch getrennt werden, die sich aufeinander beziehen oder in engerem Zusammenhang zueinander stehen (beispielsweise Artikel, Subjekt und Prädikat); beim schwachen Enjambement hingegen bleibt der grammatische Zusammenhang erhalten --------------------------------------------------------------------------------
zu deiner Feststellung:
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Was sind denn leiche Enjambements? Entweder sind es welche oder es sind keine.
muss ich also sprachwissenschaftlich sagen, dass es doch nicht so einfach ist, wie du es hier argumentativ darstellen willst.
Vorhandenes Enjabement in diesem Text :
Etwas bewegt mich... ... Vielleicht der Gedanke vielleicht, an Maschinen die Ähren
Vielleicht der Gedanke "vielleicht" Vielleicht der Gedanke vielleicht, an Maschinen ....
ist sowhl ein Enjabement als auch eine Verstärkung. Soviel zu diesem Stilmittel.
ich bin noch nicht fertig ...
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Wofür und wem mag die Unterlage fehlen, wenn sie symbolisch als Metapher gelten soll?. Schimmliges Brot als Mahnmal für Gesellschaftskritik? Welchen Sinn sollte die Unterlage ergeben?
naja, für dich ja offensichtlich keinen; Ich sehe in Lebensmitteln sehrwohl eine Metaphorik und in deren Entzug einen literarischen Sinn in diesem Zusammenhang. aber den musst du ja nicht sehen.
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Hier geht es nicht um doppelten Sinn, es ist einfach eine Betrachtung über schimmliges Brot.
ja, wenn Du es so sehen willst, dann ist es auch nicht mehr.
Zitat -------------------------------------------------------------------------------- Verkettung? Von was? --------------------------------------------------------------------------------
von Umständen! Innenschau und so! Und des weiteren sind Wortgruppen auch derart verbandelt, das sie nicht nur eine Sinnhaftigkeit ergeben. Da hätten wir etwa Ähren und Maschinen, um nur eine zu nennen. Könnte da ein Enjabement auch drinnen stecken? Ich bin mir nicht sicher? Du?
ja, das akzeptier ich tatsächlich nicht; sei so; auch mich freut´s jetzt tatsächlich nicht micht mit dir derart zu unterhalten; dann schmor in der eigenen sauce;
hallo hannes, die drittletzte zeile ist ein abschied in botsuana; die thematik ist traurig, aber das leben ein geschenk, dass nicht nach länge gemessen werden sollte, sondern nur nach sein; (ich weiß schon, dass dr mensch nicht so geschaffen ist)
Hallo die Herren; Gehetzt trifft es wahrscheinlich genau. Ist euch die Wolf(s)zeit (k)ein Begriff? Sie stammt aus dergermanischen Mythologie (es gibt auch einen gleichnamigen Film von Haneke - sehr empfehlenswert) sie ist ein Abschnitt des Weltuntergangs (edda/Auszug):
Beilzeit, Schwertzeit, zerschmetterte Schilde, Windzeit, Wolfszeit, bis einstürzt die Welt –
Die von mir verwendeten Versatzzstücke sind allesamt Klischees aus den diversen Weltreligionen. Nur habe ich die Sinnhaftigkeiten zu verdrehen versucht, indem ich die Worte gezielt in gewissem Syntax einzusetzen versuchte. Das Ergebnis ist das vorliegende. Danke für den Kommentar.
oho, das feine teil seh ich ja jetzt erst; ganz großer text! chapeau! ; würde es hier einen perlentaucherfaden gäbe, würde dieses teil wohl unweigerlich in meinem landen; vielleicht ist der text ja auch anlaß, einen selbigen hier zu öffnen;
krrszs krrszs schrubbeln löschversuche zu krszs (prä terri tor ialen) flecken biss in die finger riss papier in hohem bogen mit einem satz hinterher ratz fatz
find ich erstklassig! und in seiner (sp)art(e) auch technisch hochwertig! die beiden zeilen die ich ausgespart habe sind überflüssig, wenn ich das so anmerken darf und senken den text in seiner qualität erheblich (in meiner wahrnehmung)
Hallo die Herrschaften, schön, dass es Euch gefallen hat. Es ist die erste Annäherung an ein Märchen, dass ich mit einem befreundeten Fotographen verfassen will.