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  • Von der DolchstoßlegendeDatum17.07.2010 18:17
    Thema von Ame&Umi im Forum Liebe und Leidenschaft

    Stell dir vor du würdest geliebt
    und erkenne das es so etwas nicht gibt
    Die Vorstellung von Liebe
    ist nur eine Selbstintrige

    Das Ding ohne Gesicht
    Das Ding was so viele hassen
    Was dich von hinten ersticht
    Du musst es nur lassen

    Genießer wie Banausen wissen
    Keiner will diesen Tod missen
    Deine Eltern beten das er dich trifft
    Damit du erfährst was Liebe ist

    Jeder Tod ist eine Reinkarnation
    du musst sie lernen, diese Lektion
    Vorher sind alle Vorstellungen naiv
    weil ein Blinder erst mit Erfahrung sieht

  • Herbst, zwei Frauen, eine StadtDatum06.08.2010 18:31

    Die leise säuselnde Stimme des Moderators beruhigte sie. Nachdem sie fertig war mit frühstücken, schaltete sie das Radio ab und warf sich im Wohnzimmer aufs Sofa. Wieder ein Sonntag, den sie mit ausspannen verbringen würde. Sie griff sich ein Magazin vom Stapel auf dem Couchtisch. Auf dem Rücken liegend, versuchte sie sich in einen Artikel über die aktuellen Herbsttrends zu vertiefen.
    Als sie ihre innere Unruhe nicht länger leugnen konnte, warf sie das Heft mit einem Seufzer wieder auf den Tisch und setzte sich auf. Ihr Blick wanderte ziellos durch das Zimmer. Über die komischen Bilder mit den nichtssagenden weißen und orangen Flächen, die sie für eine gute Stange Geld in einer Gallerie erworben hatte. Den teuren, kaum genutzen Designeresstisch mit passenden Stühlen. Durch die Beförderung hatte sie eh kaum Zeit, Freunde zum Essen einzuladen. Schließlich verfing sich ihr Blick in dem unregelmäßigen Muster von Daisys Fell. Diese schlief ruhig in ihrem Korb. Bald würde sie ausgewachsen sein, aber der Korb war jetzt schon fast zu klein für sie.
    Eine Erinnerung schob sich energisch vor ihr inneres Auge. Ein einfacher, langer Tisch aus Massivholz mit zwei langen Bänken an den Seiten auf einer Wiese mit ungebändigten Gras. Im Hintergrund ein altes Bauernhaus, die Wiese umrandet von einem Kornfeld in voller Blüte. Auf den Bänken rings um den Tisch haben sich Kinder, Eltern, Großeltern und das Nachbarspaar versammelt. Sie unterhalten sich rege. Die Mutter bringt einen großen Krug Milch. Sie lachen viel. Alle wirken glücklich.
    Das Bild lößte sich auf und verschwand ins Nichts.Sie öffnete die Augen wieder. Ein Anruf bei ihrer Mutter war schon längst fällig. Die Stille legte sich wie ein Mantel unangenehm über sie, drückte sie runter mit ihrem Gewicht. Eigentlich empfand sie diese Ruhe als entspannend, denn sie hatte es ja selbst so gewählt. Doch nun drohte die Leere sie zu verschlingen. Sie schlug die Tür hinter sich zu, verließ den Wohnblock fluchtartig. Hundepfoten auf Teerstraßen. Weißes Fell und schwarze Flecken anstatt Kinder, Mann und Familie. Sie bog aus ihrer Straße.

    Herbst ist schön. Die gelben und roten Blätter auf den Boden leuchten noch. Ihre Farben kaschieren den Asphalt. Wie ein Teppich legt sich das Laub über die Stadt und federt die Schritte der Geplagten. Bis sie ihn tot getrampelt haben, dann sind nur noch braune Leichen übrig. So kenne ich die Stadt.
    Nieselregen setzt ein. Natürlich hat keiner einen Regenschirm dabei. So nutzen sie den schnell stärker werdenden Regen als Entschuldigung, sich dicht an dicht unter jeden schutzverheißenden Platz zu drängen, auf der Suche nach ein wenig menschlicher Nähe. Hier sind sie plötzlich alle gleich. Der Geschäftsmann neben der sozial schwachen Familie, unter den Schirmen der Sonderangebotsständer bei Kik. Der glatzköpfige Jugendliche in Springerstiefeln, der indische Lieferjunge und das alte Ehepaar vor dem Reformhaus. In den Pfützen spiegeln sich ihre Gesichter. Gestresst, ausgelaugt, aggressiv, müde. Nicht mehr lange, und ich reihe mich bei ihnen ein.
    Das unermüdliche Lächeln einer Floristin, ein Bouquet aus weißen Callas. Der Duft von vielen Blumen. In diesen Läden ist immer Frühling, hier hält die Liebe ewig. Ein wunderschöner Brautstrauß, schmeichelt die Verkäuferin, aber unmögliches Wetter.
    Aus dem Blumenladen direkt in das Rotlichtviertel. Prostituierte vor von Neonstäben rot leuchtenden Fenstern, so nah an die Hauswand gedrückt wie möglich, ihre Schminke verwischt. Ich bleibe stehen und beobachte sie eine Weile. Sie begutachten ihre Gesichter im Schaufenster und müssen lachen. Mögliche Freier laufen an ihnen vorbei. Lustlos versuchen einige von ihnen, Männer in das Geschäft zu locken. Die schwarzen Spuren auf ihren Wangen nehmen ihnen ihre künstlichen Masken. Sie sahen noch nie so hübsch aus. Sie bemerken mich. Wegen meiner ungewöhnlichen Aufmachung halten sie mich wohl für eine von ihnen, denn sie winken mir zu. Ich winke zurück und gehe dann zügig weiter. Blinkende Lichter. Durch beschlagene Brillengläser verschwimmen sie zu einem Meer aus Farben. Rot, blau, weiß. Der immer stärker werdende Regen weicht die Stadt auf. Ihre Konturen lösen sich, harte Kanten verschwinden, Gebäude machen sich kleiner, neigen sich zum Boden. Alles wird unklar. Plötzlich finden sich alle zu recht. Plötzlich wissen alle wieder, wo sie hin wollen- nach Hause.
    Im Park. Der frische Anstrich einer Parkbank läuft über den Gehsteig. Die Farbtöpfe stehen einsam unter einem nahegelegenen Baum. Von den Malern keine Spur. Ein grüner See. Ein Jogger umrundet ihn leichtfüßig. In dieser Atmosphäre ist die Stadt eine andre. In dieser neuen Stadt verabschiede ich mich von Emma, um neugeboren zu werden. Ohne mich noch einmal umzudrehen, verlasse ich den Park in eine mir unbekannte Richtung.
    Jemand ruft einen Namen. Immer wieder, fast schon verzweifelt. Er trägt einen feinen Anzug. Er ruft und ruft, aber niemand antwortet. Diese Stadt kennt keine Emma. Ab heute bin ich jemand anderes. Nicht weil sich mein Nachnahme ändert, sondern weil alles sich heute verändert.
    Der Mann gibt nicht auf. Er rennt weiter die ausgetretenen Wege entlang. Er begreift es nicht. Der Regen hat seinen Anzug ruiniert. Schlammspritzer zieren den Saum seiner Hose. Plötzlich bleibt er stehen und bückt sich. Vor ihm liegt eine weiße Calla.
    Eine Passantin bleibt mit ihrem Dalmatiner neben ihm stehen. Ob sie helfen könne, erkundigt sie sich. Er sieht sie geistesabwesend an. Dann schenkt er ihr die Blume und dreht um. Er verschwindet in die Richtung, aus der er gekommen ist.

    Sie wunderte sich. Über den Mann, seine Tränen und die Blume. Dann zuckte sie die Achseln, roch an der Blüte und lächelte stumm. Das war ihre Lieblingsblume. Mit einem guten Gefühl kehrte sie in ihre Wohnung zurück. Während sie eine Vase mit Wasser präparierte, fiel ihr Blick aus dem Fenster. Der Regen hatte immer noch nicht aufgehört. Sie fragte sich wie lange er wohl noch anhalten würde. Auf dem Esstisch plazierte sie die Vase. Zufrieden betrachtete sie das Gesamtbild und kraulte Daisy hinterm Ohr, die zu ihr getrottet war. Beschwingt ging sie zum Telefon.
    "Hallo Mama, ich bin's."

  • CiaoDatum17.08.2010 12:00

    Auf dem Küchentisch lag ein Zettel:

    „Ich kann nicht leben vom Wind.
    Ciao.“

    Er nahm den Zettel in die Hand und las ein Wort nach dem anderen mit einem Ausdruck von kindlichem Erstaunen in den Augen. Als ihm der Sinn der Wörter nach zwei Minuten endlich ins Bewusstsein drang, ließ er die Hand langsam sinken und legte den Zettel zurück auf den Küchentisch.
    Er streifte durchs Haus. Alle Türen standen offen. Im Schlafzimmer lagen Schuhkartons herum. Die getrockneten Rosen waren aus dem Badezimmer verschwunden. Er ging zurück in die Küche. Aus dem Radio tönte langsam und träge klassische Musik. Die Töne hingen tief und schwer in der Luft, drückten die Atmosphäre im Raum nach unten. Er wagte es nicht, das Radio auszuschalten. Stattdessen verließ er das Haus, schloss die Tür ab und streifte den ganzen Tag durch die Gegend.

    Die Straßenbeleuchtung war bereits eingeschaltet, als er heimkehrte. Er war ganz ruhig, in die Gewissheit gehüllt, alles sei wieder beim Alten, wenn er nur die Tür öffnete. Er öffnete sie, rief ihren Namen, erhielt jedoch keine Antwort. Er rief lauter und lauter, doch eine Antwort blieb ihm verwehrt. Langsam wurde er unruhig. Er ging ins Schlafzimmer, sah mit Verwunderung die Schuhkartons und war sich sicher, das alles wie in einem Traum schon einmal erlebt zu haben. Vom Schlafzimmer eilte er ins Wohnzimmer, ins Atelier und wurde immer hektischer. In der Waschküche, im Badezimmer, nirgends eine Spur von ihr. Er fand sich im Flur wieder. Aus all den offenstehenden Zimmertüren drang Panik auf ihn ein.
    Er flüchtete zurück in die Küche. Dort sah er ihn immer noch auf dem Tisch liegen - den Zettel - unbeweglich. Aus dem Radio drang jetzt ein kräftiges, donnerndes Orchester. Er stellte die Lautstärke auf das Maximum und hockte sich vor den Kühlschrank auf den Boden. Das Papier fest in beiden Händen, starrte er auf die geschwungenen Linien, die getrocknete Tinte, die klare, schöne Handschrift. Nichts von all dem gab ihm einen Hinweis, eine Antwort auf die Frage, die in ihm pochte: Wieso?
    Wie ein nach einem kritischen Schlag zu Boden gegangener Boxer erhob er sich taumelnd und glitt an der Wand entlang zum Bad. In der Kloschüssel schwammen die getrockneten Rosen. Dort hinein übergab er sich mehrmals. Er spülte die Rosen zusammen mit seinem Erbrochenen hinunter.
    Verstört und mit einem elenden Gefühl, das sich vom Magen her über seinen ganzen Körper ausbreitete, zog er sich in sein Atelier zurück. Hier sammelte er alle Portraits, die er jemals von ihr gemalt hatte, zusammen und sah sich eines nach dem anderen an, so wie man alte Photos betrachtet.

    Auf einem Bild hatte er nur die Farbe Blau verwendet, um ihren Bauchnabel darzustellen. Ein anderes zeigte nichts weiter als ihre Lippen. Er besah es andächtig, war fast zu Tränen gerührt, als in ihm die Erinnerung an diese perfekt geformten, weichen Lippen, auf die er seine nur zu gerne gepresst hatte, aufstieg. Schon glaubte er, den Geschmack ihres Labellos zu schmecken, ihr heißes Verlangen nach seinem Körper und die feuchte Berührung ihrer Zunge, die sich an seine schmiegte, zu spüren. Er verteilte alle Gemälde um sich herum auf dem Boden. Ihre Lippen legte er in seinen Schoß. Links von ihm kam ihre Brust, rechts von ihm ihr Auge, dahin ihr Haaransatz, dorthin das Gesäß und ihre ausgestreckten Beine, ihr Torso, ihr Bauchnabel, ihr Geschlecht und jeder weitere Winkel ihres Körpers. So von ihr umgeben, konnte er sich der Illusion hingeben, sie sei wirklich anwesend.

    Die erste Nacht ohne sie verbrachte er zusammengerollt auf dem Marmorboden seines Ateliers, umzingelt von den Puzzleteilen ihres Körpers. Zwei Tage lang verließ er sein Atelier ausschließlich zur Notdurft und, um ein paar Schlucke Wasser zu sich zu nehmen. Mit der wahllosen Verteilung der Bilder war er bald unzufrieden. Er machte sich daran, die Körperteile zu arrangieren, sie zusammen zu rücken. Er ging sogar wieder nach draußen. Aus dem Schuppen holte er eine Trittleiter. Diese stellte er auf den Marmorboden, um das entstehende Gesamtwerk von oben betrachten zu können. Immer wieder verschob er einzelne Puzzleteile, manchmal nur um wenige Zentimeter, stieg auf die Leiter, trat kopfschüttelnd wieder herunter und richtete ein Teil erneut aus, um wieder auf die Leiter zu steigen und kritisch auf das Mosaik seiner Muse hinabzublicken. Dieses Treiben beschäftigte ihn bis tief in die Nacht, bis er irgendwann vollkommen erschöpft neben ihr - ihrem kompletten Abbild - einschlief.

    Am nächsten Morgen wurde er unsanft geweckt. Jemand rüttelte ihn stark an der Schulter. Er kannte den Mann flüchtig, er war einer der Aussteller, die gelegentlich vorbeikamen, um seine Werke zu begutachten. Aber bis jetzt hatte man nur an wenigem Gefallen gefunden und hatte dann auch nur in den abgelegenen Ecken und Winkeln der Galerien Platz dafür. Mühsam hievte er sich hoch und trat einen Schritt in den Flur hinaus. Die Haustüre stand sperrangelweit offen. Stimmt, er hatte sie nicht abgeschlossen. Er kam zurück in das Atelier und beobachtete voller Unruhe, wie der Mann von der obersten Stufe der Trittleiter herab begeisterte Lobeshymnen über seine Muse trällerte. Der Gedanke, dass der Aussteller sie, ihren Körper, ihre vollkommenen Lippen so begierig und unverhohlen angaffte, missfiel ihm. Sie sollte nur von ihm selbst bewundert werden. Nur vor ihm hatte sie sich so gezeigt. Dieser Anblick war ihm vorbehalten. Ihm allein.
    Der Mann kam auf ihn zu. Fast wollte er vor dessen Hand zurück weichen, die beherzt und übermütig nach seiner Schulter griff. Der Mann behielt die Hand dort, während er ihn mit einem Schwall von Worten übergoss. Er hörte ihm nicht wirklich zu, nickte nur ab und zu, wenn er es für richtig hielt. Seine ganze Konzentration galt der fleischigen, mit Goldringen bespickten Hand, die sich in seine knochige Schulter grub. Dorthin, an diese Schulter, hatte sie ihm ihren letzten Kuss gehaucht.
    Er sah es vor sich.
    Sie lag im Bett. Er saß auf der Bettkante und wandte ihr seinen Rücken zu. Er spürte, wie die Federn der Matratze nachgaben, als sie sich aufsetzte. Lange, weiße Arme schlangen sich um seinen Hals. An seiner Schulter spürte er ihre Lippen. Im nächsten Moment erhob er sich. Sie blieb im Bett zurück. Er stand im Raum seiner Erinnerungen in einer Ecke und beobachtete den letzten Akt. Er wollte schreien: Geh nicht! Idiot! Dreh um! Sie ist perfekt! Wieso verlässt du sie? Wieso lässt du sie allein? Doch er bekam nur ein elendes Krächzen heraus.
    Die Tür schloss sich hinter seinem anderen Ich. Die Vergangenheit war unveränderbar. Mit dieser Tür fielen auch die Türen zu seiner Erinnerung ins Schloss. Er wollte sie nicht noch einmal öffnen. Das schwor er sich, als er mit einem verbleibenden, stechenden Schmerz wieder ins Hier und Jetzt zurückkehrte. Seine Ohren fingen den letzten Satz des Ausstellers auf:
    „Dann ist es beschlossen.“

    Der einzige Anzug, den er je besessen hatte, hing schlaff an ihm hinab. Er schlotterte bei jedem Schritt und verriet das Skelett, das sich darunter versteckte. Es waren erstaunlich viele Interessierte gekommen. Außer seiner Muse hatte der Galerist auch ein paar seiner anderen Bilder ausstellen lassen. Wohl wissend, das sie unbedeutend waren. Alle Besucher, die in das Gebäude kamen, strömten zu seiner Muse, ohne die anderen Bilder eines Blickes zu würdigen.
    Der Mann mit den vielen Goldringen holte ihn herbei, drückte ihn in seinen Speck, der ihn zu verschlingen drohte. Er sah in die Gesichter der Gaffer, sah ihre Gier, ihr Entzücken und es widerte ihn an. Unter dem Aufgebot all seiner Kraft löste er sich aus dem Klammergriff des Ausstellers und verschwand unter dem Vorwand, ihm wäre nicht wohl, durch die Menge in eine abgeschiedene Ecke der Galerie. Dort wo seine Bilder eigentlich hingehörten, gehörte auch er hin. Er warf einen Blick zurück auf seine Muse und verabschiedete sich im Stillen von ihr. Sie gehörte nun nicht mehr ihm, sondern der Öffentlichkeit.
    Ihm wurde schlecht und er lehnte sich an einen Pfeiler. Aus den Augenwinkeln heraus nahm er eine Frau wahr, die abseits des Mobs in der anderen Ecke des Saales stand. Sie betrachtete eines seiner anderen Bilder, tief in Gedanken versunken. Er näherte sich ihr unauffällig von der Seite und trat dann so nah an sie heran, dass sie seine Gegenwart bemerkte, sich aber nicht bedrängt fühlte.
    „Was halten Sie von diesem Werk?“
    „Es ist bis jetzt das einzige Stück von wirklichem Interesse, das ich hier entdeckt habe.“
    „Ach ja? Und wieso?“
    „Wegen der Aufschrift auf dem abgebildeten Zettel: ,Ich kann nicht leben vom Wind. Ciao.’ Man spürt eindeutig die Verzweiflung, die widersprüchlichen Gefühle, mit der die Person den Raum verlassen hat. Das Arrangement , das der Künstler gewählt hat: ein einfacher Zettel, geklebt auf das Photo einer Art Tischplatte, erweckt den Eindruck eines wahren Abschieds und ruft diese Gefühle im Betrachter wach.“
    Sie drehte sich um und sah ihm jetzt direkt ins Gesicht.
    „ Was halten Sie davon?“

    Das Erste, was ihm an ihr aufgefallen war, waren diese großen, leuchtenden, unschuldigen Augen. Die Sorte, die der Welt dabei zusah, wie sie sich langsam veränderte, während sie sich stetig um ihre eigene Achse drehte. So schöne Augen. Perfekt. Vollkommen. Er wollte sie für immer einfangen. Eine alte Begierde übermannte ihn, übermütig warf er sein Netz aus.
    „Was halten Sie davon, meine Muse zu werden?“

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Der Text auf dem Zettel ist einem Lied von Hermann van Veen entnommen, der Rest ist von mir (mit freundlicher Unterstützung von Landloper ;-)
    Danke fürs Lesen.

  • Guten Morgen Spinner!Datum25.08.2010 22:25
    Thema von Ame&Umi im Forum Diverse

    Guten Morgen Spinner!
    Träge aus dem Bett ins Badezimmer
    Montagmorgen
    Im Gesicht die Sorgen
    Falten wir das Klopapier
    Um Gnade betend hockt man hier

    Guten Tag Irrer!
    Die Stapel aus Akten werden wirrer
    Das Telefon klingelt schon wieder
    Chef P. summt seine Sklavenlieder
    Die Hand ist zur Faust geballt
    Als K. sich den letzten Donut krallt

    Guten Abend Idiot!
    Was gibt es zu Trinken, was aufs Brot?
    Der Käse ist ein grüner Haufen
    Die Milch schon lange abgelaufen
    Der Barmann lächelt verständnisvoll
    Das Leben ist schön! Das Leben ist toll!

    Gute Nacht Trottel!
    Sing als Christina ‚Geenie in a bottle‘
    Plötzlich in einem Bett
    Die Polizei ist wirklich nett!
    Der Schlaf, der den Traum sucht
    Greift nach ihm, als eine Stimme ruft:

    Guten Morgen Spinner!

  • RE: in seenotDatum14.07.2010 21:50
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema in seenot

    Moin Perry
    Ziemlich schräg das ganze, gefällt mir aber. Besonders gut die zweideutigkeit der gelben Engel :-)

  • RE: TobyDatum15.07.2010 10:37
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Toby

    Na, die Geschichte kenne ich doch vom Planeten und sie macht beim zweiten Lesen noch genau so viel Spaß wie beim ersten (obwohl ich sie da, glaube ich, unkommentiert gelassen hab. Eine Todsünde )

    Hallo Ringelroth, das Dekolté steht dir gut :D Auch der Name strahlt viel passion aus (Natürlich fürs Schreiben ;))
    Wie gesagt, diese Geschichte finde ich richtig gut, eine meiner Lieblinge :) Deshalb habe ich auch eigentlich nichts weiter zu sagen, alls stimmt.
    Interessant würde ich noch finden, wie Tobys Geschichte weiter geht

    Liebe Grüße Nela a.k.a. Max Mustermann

  • RE: FernwehDatum15.07.2010 13:39
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Fernweh

    Moin Rainek,

    Ich hab jetzt nur die überarbeitet Version gelesen, gefiel mir sehr gut das Ganze. Nur mit dem Ende bin ich nicht ganz zu frieden, da fehlt mir irgendwie noch was. Vielleicht ein Streit, vielleicht sogar eine Trennung, ein zugespitztes Ende. Oder ein schöner Wendepunkt, der in deinen offenen Schluss überleitet.
    Aber auf jedenfall gern gelesen :-)

    Grüße, Umi

  • RE: Von der DolchstoßlegendeDatum19.07.2010 14:22
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Von der Dolchstoßlegende

    Die Intrige - hinterhältige Machenschaften/ Verrat
    Selbstintrige - in diesem Fall sich selbst etwas vormachen, sich selbst verraten, ich wusste nicht wie mans schreibt und war zu faul es nachzugucken

  • RE: Dein nackiger PoDatum22.07.2010 12:56
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Dein nackiger Po

    Moin Ralf,

    Gefällt mir dein Gedicht, auch wenn ich nicht genau sagen kann, warum.
    Ziemlich abgedreht wie der kannibale Mörder sich seinen Sonntagsbraten zurecht schnibbelt, aber witzig in der Reimform zu lesen. Also mir hats geschmeckt - Thanks for the food!
    Meckerecke: Zero reimt sich nicht so toll auf Nero, weil der Leser dazu neigt, die english pronounciation zu verwenden (In den meisten Fällen) aber das ja alles nur Korinthenkackerei :-)

    LG Umi

  • RE: Der Überfall ... (ein Drabble)Datum06.08.2010 18:24
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Der Überfall ... (ein Drabble)

    Also liegt es doch nicht an mir (greift beherzt in die Pralinenpackung)
    Danke für die Aufklärung :-)
    Sehr köstlich ;-)
    Gruß Ame

  • RE: Herbst, zwei Frauen, eine StadtDatum10.08.2010 23:48
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Herbst, zwei Frauen, eine Stadt

    Moin!
    Na, das sind ja mal zwei komplett unterschiedliche Kommentare, interessant. Auf jedenfall bedanke ich mich erst Mal für beide! :-)

    An Kjub:
    Vielen Dank für die aufrichtigen Worte. Wieso ich plötzlich Chinatown mit in die Geschichte eingeflochten habe, daran kann ich mich selbst nicht mehr erinnern... manchmal schreibe ich einfach, ohne im logischen Zusammenhang zu denken.
    Witzig ist, dass du Hamburg erwähnst, weil ich die Geschichte nach einem einwöchigen Aufenthalt eben da geschrieben habe. Und natürlich hast d recht, ich meinte die Kurtisanen, wie gesagt, mein Kopf, selten verläßlich.
    Die Idee, die neue Emma als dritte Person zu zählen, passt wunderbar zu diesem Text, danke dafür ;)

    An Ralfchen:
    Danke auch für deine ehrlichen Worte, obwohl ich nciht mit allem übereinstimme
    1. Das ist eine Metapher, natürlich ist es unmöglich.
    2. ``ihn´´= den Teppich. Er besteht aus Blättern, Blätter wachsen, sind lebendig, können daher auch totgetrampelt werden.
    3. Das stimmt. Ich werde das ändern.
    4. Wenn man das komplette Gesicht genau von vorne betrachtet sehen will, dann ja, aber auch aus anderen Blickwinkeln, ist es möglich, Gesichter, z.B aus einer Ansicht von unten, in Pfützen zu sehen. Aber in diesem Fall habe ich es mehr im Übertragenen Sinne gemeint. Die Gesichter in den Pfützen sind ein Bild für den Spiegel der Gesellschaft.
    5. Wie definierst du potentielle Kunden? Für mich sind es Menschen, die durch Merkmale wie z.B. Alter, Stil, Geschmack, Kaufkraft etc. auf den allgemeinen Kundentyp des Betriebs passen. Es ist nicht klar, ob sie kaufen werden, aber die Wahrschienlichkeit, dass sie es tun, ist größer, als bei anderen. Da es aber nur eine Wahrscheinlichkeit ist, können sie auch achtlos an dem Geschäft vorbei gehen, ohne Interesse zu zeigen. Es waren dann ``potentielle´´ Kunden.
    6. Aha. Ich habe öfter welche in meiner Wohnung und sie riechen immer irgendwie süßlich, und wenn es nur der adaptierte Geruch von den anderen Blumen aus dem Blumengeschäft ist. Ich werde es so lassen.

    Liest niemand einen Text genau? An die eigene Nase: tust du es? Wenn ja, wieso spricht Kjub dann von Frauen, die er/sie in dem Text findet und du bestreitest, das sie da sind?
    Ich habe den Eindruck, du bist zu sehr auf die Realistik einer Geschichte fixiert, dass du die Metaphern und Andeutungen, die das Herz, die Stimmung, Gefühle etc. vieler und auch dieser Geschichte m.M.n. zum Ausdruck bringen, übersiehst, und sich dir so folglich auch der Sinn verschließt.

    LG Umi

  • RE: An der Donau (5-7-5)Datum11.08.2010 00:09
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema An der Donau (5-7-5)

    Moin Hannes, dein Haiku gefällt mir sehr gut :-)
    Dieses Bild erinnert mich an einen Teich in unserer Provinzstadt, an dem ich früher immer gespielt habe, daher kann ich eine gute Verbindung zu ihm aufstellen.
    Lg Umi

  • RE: Herbst, zwei Frauen, eine StadtDatum11.08.2010 11:30
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Herbst, zwei Frauen, eine Stadt

    Oh ha, diese ganzen Meinungsverschiedenheiten und Auffassungen sind verwirrend. Ich werde mir den Text jetzt einfach noch einmal gnaz genau vornehmen, mir ein paar Gedanken machen was ich wie aussagen will und es dann nach diesen Kriterien mit Einbezug eurer Einwände überarbeiten. Ob die Kurtisan jetzt eine Kurtisan bleibt oder zu einer Prostituierten wird weiß ich noch nicht. Ich glaube, bei dieser Version wird es dann auch vorerst bleiben.
    An Kjub, danke für die Nominierung (hatte ich vollkommen überlesen)
    An Ralf: Mit dieser Überarbeitung kann ich nun wirklich gar nichts anfangen. Das ist nicht mein Stil.
    Ansonsten bin ich übrigens nur eine Person, der Nick Ame&Umi bedeutet nichts weiter als Regen&Meer. Das ich immer zwischen den beiden wechsel, bei der Unterschrift meiner Kommentare, ist pure Faulheit. Ich werde aber jetzt immer dan ganzen Nick verwenden, um solche Eindrücke auszuschließen.
    Trotz allen vielen Dank für die rege Diskussion :-)

    LG Ame&Umi

  • RE: Herbst, zwei Frauen, eine StadtDatum12.08.2010 13:44
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Herbst, zwei Frauen, eine Stadt

    Moin Alexa un danke, dass du dir die Zeit genommen hast, dich mit der Geschichte zu befassen :-)
    Wie du siehst sind hier schon einige Diskussionen in Gang gewesen und im Endeffekt und auch bei der Überarbeitung der Geschichte habe ich ein wenig die Orientierung verloren, was meine Aussageabsicht betrifft. Durch dein Kommentar habe ich mich nochmal mit der Geschichte und deinen Kritikpunkten auseinander gesetzt und wieder Fehler gefunden.
    Die Grundidee war: Es sind zwei Frauen in einer Stadt, die eigentlich nichts verbindet, bis zu diesem Herbsttag, an dem die Taten der einen (Emma), Auswirkungen auf die andere (Hundebesitzerin) hat, ohne das sie sich persönlich begegnen. Als Vermittler zwischen beiden dient der Bräutigam von Emma, die, wie du richtig erkannt hast, ihre Hochzeit hat platzen lassen.
    Der Fehler ist, das ich die Hundebesitzerin und ihr Problem, nicht genau genug definiert und sie so verschwommen bleibt. Also nicht klar als eigenständige Protagonistin erkennbar.
    Ich werde mich jetzt hoffentlich ein letztes Mal an die Überarbeitung machen und alles noch drei Mal überdenken, was ich wie sagen will und ob es logisch verknüpfbar ist.

    Vielen Dank auf jeden Fall und noch einen schönen Tag wünsch ich dir,
    LG Ame&Umi

  • RE: ABC-Reform 1Datum13.08.2010 22:20
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema ABC-Reform 1

    Moin Gheggrun!

    Endlich wird dieser perverse Verbesserungszwang mal gepflegt an seinen eigenen Strick gehängt. Erst mal Respekt vor deinem Durchhaltevermögen! Die Reformen so konsequent umzusetzen, ich habe mich schon nach dem dritten Absatz verloren (was deine Aussage natürlich nur noch besser rüberbingt ;-).
    Fand ich sehr gut, besonders weil ich noch vor zwei Jahren direkt davon betroffen war. Im schriftlilichen Abitur haben sie mir Worte angestrichen, auf deren korrekte Schreibweise ich mein Leben gewettet hätte...

    LG Ame&Umi

  • RE: ABC-Reform 1Datum17.08.2010 11:22
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema ABC-Reform 1

    Genau die waren es ;-)

  • RE: CiaoDatum20.08.2010 20:24
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Ciao

    Natürlich interessieren sie mich!
    Ich schätze es sehr, dass du dir diese Mühe machst :-)
    Vielen Dank auch für das Lob.

    LG Ame&Umi

  • RE: AbschiedDatum20.08.2010 20:35
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Abschied

    Moin Rainek,

    zwei schöne Geschichten hast du da. Die erste gefällt mir allerdings besser als die zweite, weil sich mir bei Letzterer der Schluss nicht ganz erschließt. Ist diese Frau nun wirklich tot? Ich kann nur vermuten, dass sie es ist, weil der Erzähler von vergangener Liebe spricht. Oder ist nur die Liebe zu dieser Frau in ihm gestorben? Da tappe ich etwas im Dunkeln.
    Die Erste hat mich dafür vom Anfang bis zum Schluss vom Hocker gehauen. Nicht sehr lang, aber die Gefühle kommen wunderbar rüber. Besonders die Idee mit der Reklametafel fand ich sehr originell und gelungen.

    Gerne gelesen,

    LG Ame&Umi

  • RE: CiaoDatum20.08.2010 20:50
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Ciao

    Huch, das ging ja schnell.

    Mit dieser Version kann ich gut leben. Wie du sicherlich gemerkt hast, schluse ich gerne mal beim Ausdruck und lasse ihn wirr im Raum stehen. Mir persönlich gefällt das, aber ich denke für diese Foren sollte ich meine persönlichen Vorlieben etwas eindämmen und mich um korrekte Form bemühen.
    Vielen Dank für deine Überarbeitung :-)
    Wenn du nichts dagegen hast, werde ich sie so verwenden.

    LG Ame&Umi

  • RE: CiaoDatum20.08.2010 21:14
    Foren-Beitrag von Ame&Umi im Thema Ciao

    Von Verdrängen sprach ich nicht. Natürlich schreibe ich weiter in meinem Stil und mit den Worten, die ich für richtig halte:-) Nur werde ich die Worte etwas vorsichtiger wählen, anstatt sie einfach aus dem Bauch heraus auf das Papier zu übertragen. Ich glaube, das kommt dann am Ende auf das gleiche heraus, was du sagtest.
    Naja ich wünsche uns Freude am Schreiben, denn das sollte das fundamentale bei der ganzen Sache bleiben.

    Ciao,
    Ame&Umi

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