ich mag das außerordentlich. als unlyrisches, gewöhnliches und gewohntes wort ist es hier in einen kontext gestellt, der das Alte, fast Mythische, das im Gedanken des aus der Ordnung gefallenen steckt, aus dem Wort lockt. Sehr spannend. Was nicht auf den restlichen text zutrifft, der eher langweilig ist.
Knud_Knudsen schrieb am 27.03.2008 22:28 Uhr:
Ich kann ja einmal Euere antisemitischen und Sexstalker Privatnachrichten hier einstellen (aus dem Forum Gruppe4-W) damit Euch jeder kennenlernen kann.
Knud
Das würde mich ja übrigens auch interessieren, was jemand, der selbst offenbar gerne mal in den fremdenfeindlichen Honigtopf fäßt (t73053404f008-Forum.html), als antisemitisch empfindet.
der selbst offenbar gerne mal in den fremdenfeindlichen Honigtopf fäßt
na nun mach mal halblang. Dort stehen nur Fakten, zwar satirisch aufbereitet, aber Fakten.
Ach, weiß du. Lassen wir das lieber. Das hier ist ja der Worttümpel. In der Literatur versinken ab und zu mal merkwürdige Gegenstände und werden vom Literaturschlamm bedeckt. Warum sie ausgraben?
Der Mammon als Kamofbegriff des Antikapitalismus und der arme gierige Herr Krösus sind zwei Sphären, die schlecht ineinander passen. Das Bild verschwimmt so gleich zu Beginn deines Textes.
Allerdings hilft eine Präzisierung hier jetzt auch nicht mehr weiter, denn der text macht klar, daß es ihm mehr um preiswerte Rhetorik als um irgendetwas anderes geht. Er wirft mit schweren Worten, mit Pathos schwer wie drei Lastwagen Schweinedung.
Daß am Ende eine Schlange sich aus einem Sumpf ernährt, der sich wiederum aus Feuer speist setzt der Nensensmetaphorik nicht einmal mehr die Krone auf, sondern gliedert sich ein in diesen kruden Text.
Am schlimmsten finde ich aber, daß damit dem Thema nicht gedient ist. Nicht umsonst versuchen die besten 9/11 Romane wie Triangle, das Thema auf die persönliche Ebene herunterzuschrauben. Mit biblischer Rhetorik ist dem Thema nicht gedient. Aber beherrschen sollte man sie dennoch.
Licht und Schatten lese ich in diesem Text. Ein paar wirklich ausgezeichnete Wendungen, wie das geübte Schweigen, stehen hier neben unheimlich pathetischen Zeilen wie "Sie wollte äußerlich frieren, / doch ihr Verstand / würgte sie mit innerer Kälte", die letzlich eine Poesiealbumsbanalität ausstrahlen und dem Text eine gewisse Beliebigkeit verleihen.
Kann man so sehen, müßte man sich dann aber vielleicht Gedanken über Metaphern machen. Worte ohne inhäusige Bilder sind recht rar und Metaphern beantworten viele Fragen, sind sie doch reich an Kontext, Geschichte und voll mit Körperlichkeit.
Und die richtigen Fragen, so hat man manchmal, beim Betrachten der öffentlichen Ordnungen den Eindruck, sind solche, auf die es weder zufriedenstellende Antworten gibt, noch eigentlich Antworten verlangt werden. Das öffentliche Auspeitschen für den Fragenden. Ah. Womit wir wieder bei der segensreichen Einrichtung des Priesters werden. Ironie ist auch eine Frage. Und die Antwort?
Ist ein Idiom ein literischer Begriff? Dann bleibt noch 'Metapher', das ist wohl einer.
Es mag sein, daß der text sich so liest, beabsichtigt war es jedenfalls nicht, die ewige Liebe bloßzustellen, vielmehr sollte "die ewige Liebe" bloßgestellt werden, wenn Dir der Unterschied etwas sagt.
Daß er (der Text) schlampig ist und schludrig vor allem mit seiner Musik umgeht, ist mir bewußt. Ich hatte nur, auf die Schnelle, nicht anderes an der Hand für meinen tümpeligen Einstand.
Wir sind ja über den guten Cleanth hinaus und wissen, daß nicht jeder Widerspruch einfach eine versöhnliche Ironie ist. Ironie als Antwort ist eine müde Angelegenheit.
Knud_Knudsen schrieb am 31.03.2008 12:33 Uhr:
Nun Mr.Blach, wie Du Dich hier nennst. Dein Einwand überrascht mich nicht, hast Du doch zur Genüge gezeigt, dass Du von Lyrik nichts verstehst.Deshalb will ich hier, entgegen meiner Gewohnheit meine Texte nicht zu kommentieren, eine Ausnahme machen.
Also Mammon stört Dich?In des Wortes reiner Bedeutung ist es unredlich erworbener Gewinn. Hier zum Nachlesen:
Tatsächlich, habe ich? Wo? Wegen meinem schlechten Einstandsgedicht?
die "reine Bedeutung" ist ja nun kaum erheblich, da Worte in Gedichten stark über ihre Assoziationen funktionieren. Diese Assoziationen zu einander ins Spiel zu bringen ist die Schwierigkeit des Dichtens. Die von den Assoziationen losgelöste sogenannte "reine Bedeutung" ist erstens eine Illusion und zweitens, wie gesagt, kaum erheblich für die Frage, ob das Wort und die damit aufgerufene Bildscherbe in diesem Text funktioniert.