Dein Silberblick verrät, dass Du erregt bist. Violett umspannt Deinen Kopf eine Flagge aus Purpur und gelb – ich knote sie in Deinem Nacken zu einem blühenden Schmuck. Ein Kranz von Blumen aus deren Kelchen ich von Deinen Träumen nippe.
Kleine schwarze Punkte zieren wie Mohn ein Gesicht das ich so gerne streife, das meine Wangen kitzelt und sticht.
Schätze aus Bernstein – Silberblick ein Bad in Milch und Honig, ein Schwall erfrischenden Schwindels.
Deine Hüften sind so wohlgeformt und meine Hände ohne Arbeit – so glatt ist sonst keine Stelle an Dir und ich möchte sie wieder und wieder entdecken – begleitet von Deinem leisen Raunen, einer Warnung, die ungesagt verstummt wenn Du in einem schweren Tuch von Lust nach Atem ringst.
Hm, morgen schreibe ich eine Klausur in Introduction to Am. and Engl. literature und ich brauche kurz Eure Hilfe.
Wa sist der genaue Unterschied zwischen:
1) free indirect speech/ style
2) interior monologue und
3) stream of consciousness?
bei 1 habe ich einen Verweis auf 2 bekommen. fol
zu 2 habe ich: the character's consciousness is recreated apparently without any interfering agency (i.e. narrator) who tries to put it into wellturned English.
The character's thoughts are presented directly, imitating as much as possible the character's mind style.
zu 3 habe ich: a concept developed in osychology by William James which denotes the idea that one's thoughts are not orderly and wellformulated but more of a jumbled-up sequence of associations, these are not necessarily verbal but also include other sensual perceptions.
kann mir jemand sagen ob die drei synonym verwendet werden oder ich den kleinen aber feinen Unterschied einfach nicht schnalle? Sollte letzteres der Fall sein, vielleicht kann es mir mal jemand deutlich machen...
Ich sende herzliche Grüße an Euch alle und gelobe Besserung sobald die fünf Klausuren an drei Uni-Tagen *schwitz* und der Hm am Freitag *bibber wegen des Wehwechens am Fuß und dem unbedingten Willen mitzumachen* durchgestanden sind.
Bis dahin hoffe ich, dass ihr mir noch auf den letzten Drücker dazu verhelfen könnt, mich etwas sicher zu fühlen mit diesen drei Dingern da oben...
Eure Missus.
Auf dem Weg zu meinem Auto sehe ich, dass im Rübenkeller noch Licht brennt und bemerke, dass ich mich nach dem Geruch von abgestandenem Bier sehne.
Vor der Tür empfängt mich das gedämpfte Dröhnen der Musik hinter einfach verglasten Holzfensterrahmen… und einige Freunde werden gerade geholt. Eine flüchtige Umarmung und Du – schleppst mich mit rein nachdem ich raten musste, wer noch alles da ist. Um kurz nach 2 im 0 8 15.
Du riechst mich an während Dein drei Tagebart den Wildschweinen Spalier stehen, die Du in Deinem Kühlergrill zu frischem Hackfleisch verarbeitet und auf dem erhitzen Asphalt hinter Deinen breiten Schlappen gleich zu Frikadellen gebraten hast. Die Reste wurden natürlich unter dem Hinterrad sogleich zu Presskopf, Leberpastete gab es auch dazu. Nur schade, dass Du auf dem Heimweg warst und kein Bäcker mehr in der Nähe, den hättest Du wach geklingelt um ihm ein bis zwei halbe Brötchen abzukaufen.
Während Du so redest habe ich mich vorsichtshalber einen Schritt rückwärts begeben, um Deinem wilden Gefuchtel zu entgehen, mit dem Du Deine Erzählung unterstreichst. Ehrlich gesagt ist es das erst, was mich im Gedröhne der Schröders und dem Nieselregen vor der Theke, verstehen lässt, von was Du redest.
Ich zünde mir eine Zigarette an und schaue mich suchend um. Noch zwei weitere Gestalten und die Shisha tot am verlassenen Tisch.
Diesen Abend sollte ich beenden.
Reime reihen, … schreiben ist zum schreien witzig.
Schreiben? Reihe Reime, meilenlange Teile,
Zeile um Zeile… aus Langeweile.
Lasse mein Inneres treiben, es nimmer mehr bleiben,
denn Schreiben, des Dichters Odem und Leiden…
heißt neues Kleiden für alte Halunken. (Achtung, Ihro Hoheit!)
Ich eile! Ich eile! Man ist schon bereit.
Er kann sich vom Kiel nicht mehr scheiden
das Pergament wahrlich nimmer mehr meiden.
Ihr habt ja Recht… ich bin betrunken;
ein Schluckspecht … im Glase versunken,
gezecht, umgeben von Schurken in üblen Spielunken
reihe ich Meilen von Reimen zu Zeilen.
Die schnelle Nummer in Strophen vereint.
Was immer Ihr zu sagen vermeint,
tut es nicht hitzig, macht’s lieber witzig.
Carlos setzte sich jeden Abend wenn sein Pfleger Andrej sich von ihm verabschiedete, seinen Futternapf auf den Kopf und ahmte das Winken des Menschen nach.
Carlos war ein echter Clown, der Liebling der großen und kleinen Zoobesucher. Er ahmte die Kinder nach, winkte, salutierte und schnitt Grimassen für sie.
Man hatte versucht ihn zu resozialisieren aber alle Versuche waren gescheitert. Er blieb ein Einzelgänger; aufgrund falsch verstandener Tierliebe von Menschenhand großgezogen und abgeschoben. Nun lebte er seit drei Jahren im Zoo in einem Einzelgehege.
Sein auffälliges Verhalten war von den anderen Zootieren nicht geduldet worden, er wurde ausgegrenzt und attackiert.
Tags zuvor war der clevere Carlos ausgebüchst… man hatte noch nicht nachvollziehen können wie er das angestellt hat.
Kaum war das Verschwinden aufgefallen, hatte auch schon das Telefon geklingelt –Polizei. Die Stadtbewohner hatten den kleinen Affen gesehen und gemeldet. Man konnte ihn nicht gleich dingfest machen; man erwischte ihn am frühen Abend, als er sich in der Fußgängerzone auf einem Baum niedergelassen hatte und dort eine affenstarke Show bot.
„Also schlaf gut, Carlos.“ hatte Andrej ihm wieder zugemurmelt, als er das Affenhaus sorgfältig verschloss.
Seit Wochen bot sich ihm allerdings dasselbe traurige Bild: Carlos rührte sich nicht, saß stattdessen apathisch in einer Ecke. „…tststs… was ist nur mit dem Affen los“, hatte er noch besorgt zu sich gesagt, als er in die Nacht hinaus trat. „Ich muss dem Doktorchen Bescheid sagen, er frisst ja auch gar nicht mehr“ und er klang wirklich besorgt.
So ein Affenstall hier! Was täten die denn ohne mich… alle wollen nur mich sehen und dass ich einsam bin, interessiert wohl niemanden. Na, die werden sich umschauen, was sie ohne Carlos sind. Diese dummen Affenfratzen, die so laut vor sich hin gackern und immer auf mir herumtrampeln… Ach was, wer wird denn heulen, Carlos…
Sie werden sich noch umsehen, was sie ohne den guten alten Carlos sind.
Na Carlos, alter Vagabund, los, lass Dir die Eier kraulen, komm doch ein bisschen näher, zu uns rüber. Wir lesen Dir die Flöhe von Buckel… sei doch nicht immer so. Sei einfach mal Du selbst, dann können wir Dich auch leiden.
Dadadadadadaaaa… Menschenaffe! Aber wir sind Dir wohl nicht gut genug; Kommt Kinder, schaut Euch den Trottel an: Der Star der Menschenkinder… wie der schon aussieht. Pfui! Macht sich den ganzen Tag zum Affen der Kerl, weil er sonst nichts kann, aber auch gar nichts.
Los, Carlos, zeig uns doch Mal deine Grinsefresse!
Und dann hatte Carlos gewusst was er tun würde…
Als er in die kalte Nachtluft trat, war es ihm schon mulmig gewesen, aber bei dem dummen Haufen von Artgenossen würde er nicht bleiben. Als die merkten, was los war, gab es natürlich ein fürchterliches Geschrei und die Fressnäpfe flogen von innen an die Gitterstäbe und schepperten.
Komm nur ja nicht wieder alter Saftsack, du Stinktier, du Schmarotzer!
Und nein, das hatte er beim besten Willen nicht vor.
Nun, da man ihn wieder zurück geholt hatte, saß er erleichtert und müde in seinem Käfig. Sie mobbten ihn schon wieder, aber es war das erste Mal, dass es ihm nichts, ganz und gar nichts ausmachte. Er setzte sich ein wissendes und erhabenes Lächeln auf und freute sich, dass die Rasselbande von nebenan bald der Spaß daran verlor ihn zu hänseln; alle ihre Versuche verliefen im Sande.
Dieser Lärm war fürchterlich gewesen und die Luft schlecht. Er hatte keine Kamele und keine Zebras riechen können. Immerzu hatte er nach Menschen gesucht, aber er sah nur diese schnellen Haufen über die Wege flitzen und Gestank und Krach machen.
Bis er endlich das Menschengehege fand. Sobald sie ihn sahen, haben sie sich mit ihren Tüten um den Baum geschart auf dem er saß und die Kinder haben gequiekt und gejauchzt bei seinem Anblick. Er hat sie nachgemacht und war glücklich.
Da erst hat er bemerkt, wie gern er im Zoo ist und sich tagtäglich dort zum Affen macht; und dann war er froh, als Andrej kam und ihn abgeholt hat, denn er war ganz schön hungrig geworden in der Stadt.
Alle im Zoo waren froh, dass sie ihn unversehrt zurück hatten.
Und zu Hause angekommen hatte er sich sofort über sein Obst gestürzt. Da war Andrej noch viel glücklicher.
Schwarzes Gold benetzte klebrig das Gestade.
Eingehüllt in Schmiertod meine steifen Sehnen
harrt ich aus auf blaugetränkter Traum-Kaskade…
engelgleich die Küsse Deiner Zornes-Tränen.
Wutgeborne Sanftmut salbte mein Gefieder,
Klamm und schwach vertrieben Deine Plastik-Hände
einfühlsam die mir erklungnen Todeslieder.
Tausend Brüder mahnten auf dem Pestgelände.
Nun, da meine Schwingen forsch die Seeluft schneiden,
Teppich klumpt am Meeresgrund, klingt keck, versöhnlich
neugebornes Lachen über Marsch und Weiden…
Ach, Amme… Tanker rosten weiter wie gewöhnlich.
Ein Rabe saß auf einem Ast,
und pickte sein Gefieder,
da ließ auf einem Fahnenmast
ein Rabenweib sich nieder
um für ein Weilchen dort zu rasten.
„Hui“, raunte (da) der alte Wicht
„Potz Donner! Kerle, Kerle!“
Das Rabendamenpechgesicht
glich wahrlich einer Perle.
„Die muss ich aus der Nähe sichten!“
Er flog sogleich zu ihrem Mast
und schrie ein keckes „Gaaarg“
Sie duldete den forschen Gast
und merkte noch am selben Tag
wie sie zusammenpassten.
Von Stund an waren sie ein Paar
und frönten ungeniert der Lust
bis eines Tages um ein Haar
der alte Rabe sterben musst’
als sie grad beim paaren waren.
Wie das geschah? Gewiss, gewiss,
ich will Euch gerne sagen,
wie es den Alten bald zerriss:
Der dumme Rabenkragen,
in ihr Gefieder fest verbissen,
glitt von des Baumes Rinde ab
ganz kurz vor der Entladung.
Doch fiel er noch nicht gleich herab
aufgrund der Pickbegabung.
Ein Glück für unsern kleinen Raben.
Er baumelte, der alte Schuft,
kurz an der schönsten Feder,
dann flogen beide durch die Luft;
von oben klang Gezeter
„Du Trottel kannst sofort verduften!“
Ganz starr vor Angst, im freien Fall,
mit Schmerz verzerrter Fratze
erblickt’ er unt’ beim Hasenstall
des Nachbars dumme Katze
beim Wetzen ihrer scharfen Krallen.
Nun, bis hierhet steht es. Zwar fällt die eine Strophe metrisch etwas aus der Reihe ("Von Stund an waren sie ein Paar") aber das finde ich nicht schlimm.
Sonst ist es jew.:
xXxXxXxX a
xXxXxXx b
xXxXxXxX a
xXxXxXx b
xXxXxXxXx a+en
Nun fehlt mir leider, leider noch ein Schluss und ich komme nicht weiter.
Eine Strophe soll erzählen, wie der Rabe sich vor der Katze retten konnte, eine letzte soll eine Pointe sein, eine Moral von der Geschicht die ein Wortspiel enthalten soll mit (v/)Vögel(n) und picken...
mir schweben da nur Fragmente im Kopf rum, die ich nicht passend zusammensetzen kann.
Rabenliebe / Triebe
(Raben-)Fabel/ Parabel
alter Knacker / Perlen-Macker
hm... es muss in der Moralstrophe nicht zwingend die gleiche Strophenform sein, es kann sich ruhig (und wahrscheinlich ist es dann knackiger ) vom Rest abheben, vorallem durch Kürze und Gewürz, denn langsam muss ich aufpassen, dass es nicht zu monoton wird.
Ich bin Euch wirklich dankbar für Hilfe, vorallem in der vorletzten Strophe (Wie der Rabe nun der Katze entkommen kann).
Hier ein Faden, in dem man Bücher, die man anderen empfehlen möchte kurz vorstellen/ kritisieren kann.
Alles her, was ihr gerade lest, kürzlich gelesen habt oder immer wieder lesen werdet.
Ich fang mal an mit:
Christopher Moore - Die Bibel nach Biff
Ein Engel hat Biff im 21 Jh. wieder zum Leben erweckt, damit der das fünfte Evangelium verfassen soll. Nach 2000 Jahren sei es nämlich lt. Gott Zeit für die Wahrheit.
Außerdem wissen die Menschen nichts über die Kindheit und Jugendjahre seines Sohnes...
Biff ist seinerzeit der beste Freund Josuas (Jesus) gewesen.
Ich bin erst auf Seite 25 aber es ist einfach witzig geschrieben, total der schräge, trockene Humor.
Biff war nämlich z.B. in Maria verliebt... bis er dann Magdalena traf
Jedenfalls gab es einen Streit zwischen Josua und Biff, Biff wollte nämlich Maria heiraten, wenn Josef je etwas zustossen würde... er verspricht auch ein guter Vater für den gleichaltrigen Jesus zu sein.
Witzig sind nicht nur solche Geschichten, oder wie Jesus eine Eidechse immer wieder umbringen lässt um sie in seinem Mund wieder zum Leben zu erwecken, oder wie er beim Spielen immer der Held sein will, sondern auch Biff, der im 21. Jahrhundert gelandet ist und Pizza toll findet. Biff spricht in Gedanken zu Jesus: "Du würdest Pizza mögen. [...] Komm, Josua, der Engel sagt, Du weilst noch unter uns, du kannst ihn halten, während ich ihn windelweich prügle, dann laben wir uns an der Pizza."
Oder: "Der Engel hat mir anvertraut, dass er den Herrn fragen will, ob er Spider-Man werden darf. Dauernd sitzt er vor dem Fernseher, selbst wenn ich schlafe, und er ist ganz besessen von dieser Geschichte mit dem Helden der Dämonen von Dächern aus bekämpft. [...] Die Kinder brauchen Helden, sagt er. Ich glaube, er will sich nur in roten Strumpfhosen von den Häusern schwingen. [...] noch keine Woche hier und er würde das Schwert Gottes hergeben, um der Netzschwinger zu werden."
Ich werde mich jetzt auf die kommenden 540 Seiten stürzen.
Als ich einst
als kleiner Wanst
halbstark im Park
gen Heimat rannte,
zum Abendbrot,
und abendrot
der Himmel brannte,
sah ich im Bush
den schwarzen Mann,
wie ich ihn kannte
aus Sagen und Märchen.
Staunend trat ich an ihn heran
und nahm die Gummibärchen,
die er mit bot.
Ach welche Not,
mein kleines Geheimnis:
Als er mir seinen Willi zeigte,
hat die Furcht mich übermannt…
Nachdem ich ihm am Zapfen riss
bekam ich Schiss
und bin gerannt
so schnell ich konnte.
Da sitze ich und weiß nicht … alle drei Minuten kontrolliere ich ob sich was tut… aber nichts – wie deprimierend.
Und dann der altbekannte Drang zu schreiben dabei ist er jedes Mal anders.
Neugierde sitzt mir im Genick und wieder einmal Sehnsucht.
Lachen will ich Euch sehen.
kommunizieren
Einerseits möchte ich das Wünschen von innen herauskehren und dann wieder lieber allein sein.
Ich kann mich zu schwer nur von mir trennen und …
Menschenkenner. Das kommt noch dazu.
Und schon überlege ich, ob ich den Stift zerbrechen soll.
Ich kann mich zu schwer von Euch trennen.
Ich schlage die Zeit tot, denn sie ist mein Feind. Und mit Feinden habe ich nicht gelernt umzugehen, Feinde müssen sterben.
So wie die Katzen und irgendwann der Hund und dann Geschwister und …
Egoisten wünschen sich, nicht so weit hinten zu stehen, damit sie nicht entbehren müssen.
Ich bin Egoist…
aber so viel Feind ist noch da… und mein Kopf läuft Amok. So sollte ich denken, wenn Rheuma mich plagt und Hühneraugen erblinden.
Die macht keine Geräusche und es kommt kein Saft raus, wenn man sie platt macht.
Ich verliere mich mal wieder… ganz daneben.
Dabei wollte ich öffentlich wünschen.
Den großen braunen Augen
glänzend warm gleich Laugen-
brezeln verwundener Bande,
sind wir verbunden am Rande
gleich denen – verwegen.
Der starken verwundbaren Beine
eines Pferdes wegen soll Deine
Nähe verätzen und sprengen,
platzen und hängen
am Fließband zerrissene Shorts.
Einer warmen Dusche sehnlich...
Sommerregen, verwöhn mich;
weiche Seife, umgib mein Sein!
Irrealer, farbenfroher Dämmerschrein,
verwahr die geheimen Akten!
--> Zum Verriss freigegeben...
Ich werde dann demnächst Mal meine erste Kritik zu diesem Text hier reinstellen.
Aber zuerst möchte ich Euch nicht beeinflussen.
[b]Von Friedrich II. bis Robert Gernhardt – Aspekte der Geschichte des Sonetts[/b]
[b]1. Definition[/b]
„Gedichtmaß italienischen Ursprungs in der Grundform 14 Zeilen umfassend, mit typischer Reimfolge und Binnengliederung. […] Die Binnengliederung ist in der Regel auch im Schriftsatz hervorgehoben, so dass die Form auch graphisch identifizierbar ist.“
Der Begriff „Sonett“ ist eine Ableitung vom ateinischen Wort „sonus“, Schall, Klang.
Es wurde in Deutschland im 17. Jh. auch Klinggedicht oder Klingel genannt. Im 18. Jh. setzte sich die Bezeichnung „Sonett“ durch.
[b]2. Die Geschichte des Sonetts[/b]
[u]2.1 Erfindung oder Entwicklung?[/u]
Über die genaue Entstehung des Sonettes gibt es verschiedene Hypothesen.
Man geht heute davon aus, dass es sich nicht um eine Erfindung eines konkreten Dichters, sondern um eine Verschmelzung, Übernahme oder Verwandlung einer oder mehrerer älterer poetischer Formen handelt,
da die ersten nachweisbare Sonette sowohl formelle, als auch thematische Parallelen zur provençalischen Dichtung der Troubadours aufweisen.
[i]2.1.1 Früheste nachweisbare Sonette[/i]
Die ersten Sonette sind in italienischer Sprache verfasst
und stammen aus dem Umkreis des staufischen Kaiserhofes Friedrich des II. in Sizilien.
Sie werden datiert auf etwa 1230.
Formell handelt es sich bei den frühen italienischen Sonetten um vierzehnzeilige Werke,
ausschließlich aus Elfsilbern bestehend (Endecasillabi).
Gegliedert in ein Oktett und ein folgendes Sextett.
Das Oktett war alternierend gereimt und gehorchte einer Zweizeilerstruktur. Nach dem vierten Vers wies es einen stärkeren Sinneinschnitt auf, als nach den einzelnen Zweizeilereinheiten. (ab ab/ ab ab).
Das Reimschema des Sextett kommt in zwei Versionen vor: cde / cde -was häufiger auftaucht- oder cd cd cd. (/= Sinn-Einschnitt)
Thematisch handelt es sich bei den Sonetten zunächst ausschließlich um Liebeslyrik.
[i]2.1.2 Toskana - Italien[/i]
Noch im 13. Jahrhundert breitet sich das Sonett in der Toskana aus
und greift schließlich auf die gesamte italienische Literatur über.
[u]2.2 Petrarca[/u]
Im 14. Jahrhundert beeinflusst Francesco Petrarca das Sonett und seine Form maßgeblich.
Petrarca wird in mehreren Quellen als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Sonettisten aller Zeiten genannt
und im Anbetracht der Tatsache, dass in seiner Gedichtsammlung „Canzoniere“ (=“Buch der Lieder“, 1470) ca. 317 von 366 Gedichten Sonette sind, fällt es nicht schwer, dem Glauben zu schenken.
Fast alle dieser Sonette handeln von Petrarcas unerfüllter Liebe zu einer Frau namens Laura.
Ob diese Laura wirklich existierte bleibt fraglich.
Petrarca schreibt alle seine Liebesgedichte aus der Sicht eines Mannes und spricht das lyr. Du, die angebetete Laura, direkt an.
Die Verehrte ist gleichermaßen bezaubernd und tyrannisch.
Sie wirkt zugleich anziehend und abweisend und ist von Beginn an unerreichbar.
Der Liebende erhofft ihr Mitleid und lobt ihre göttliche Schönheit.
Seine Liebe muss trotz seiner schmachtenden, werbenden Klage unerfüllbar bleiben.
(Die Motive und Bildelemente, mit denen Liebesschmerz und Sehnsucht ausgedrückt werden sind festgelegt.)
[i]2.2.1 Petrarca und die definitive Form des Sonetts[/i]
Außer seinem quantitativen Beitrag am Sonett
hat Petrarca die definitive Form des Sonetts festgelegt.
und die poetische Sprache, Bilder und Stil der italienischen und gesamteuropäischen Literatur auf Jahrhunderte beeinflusst.
Das Formenspektrum war zu dieser Zeit vielfältig.
Ein Dichter-Kollege Petrarcas beschreibt ganze 16 verschiedene Formen des Sonetts.
Petrarca beschränkte sich allerdings auf alternierende oder umarmende Reime (abab/ abab oder abba/ abba) im Oktett, sowie eine alternierendes oder dreireimiges Reimschema im Sextett (cdc dcd oder cde cde).
Diese Form kristallisiert sich im enstehenden Petrarkismus als die „klassische Sonettform“ heraus.
[i]2.2.2 Petrarca Beispiel[/i]
Das folgende Sonett entstammt der Canzoniere und hier dem zweiten Teil derselben „In morte di Madonna Laura“. Die Canzoniere ist zweigeteilt, im ersten Teil thematisiert Petrarca die Liebe zu seiner Angebeteten Laura zu Lebzeiten, im zweiten Teil die zur vertorbenen Laura.
Es handelt sich um eine Übertragung durch Geraldine Gabor.
Seh ich Aurora aus dem Himmel steigen,
von Gold die Haare und die Stirn von Rosen,
dann fühl ich Amors Stürme mich durchtosen:
» Dem Reich dort oben ist nun Laura eigen! «
Dir, glücklicher Tithon, darf sich doch zeigen
die Stunde, mit dem teuren Schatz zu kosen.
Doch ich? da nur der Tod den Hoffnungslosen
zum Wiedersehen führt mit jenen Zweigen?
Ach, eure Trennungen sind nicht so schaurig,
pflegt jene doch bei Nacht zurückzukommen,
die ja dein weißes Haar auch ekeln könnte.
Mir macht die Nächte trüb, die Tage traurig
sie, welche all mein Denken mitgenommen
und mir von sich nichts als den Namen gönnte.
[u]2.3 Das Sonett auf seinem Weg in die Literaturen Europas[/u]
In der frühen Neuzeit (ab ca. 1500) wandert das Sonett als exemplarische volkssprachliche Gedichtform (damalige Schriftsprachen: Griechisch und Latein) in die nationaltypischen Literaturen Europas ein. Das Sonett kommt nach Frankreich, Spanien und Portugal und von Frankreich aus nach Holland und Deutschland.
[i]2.3.1 England[/i]
Das englischsprachige Sonett drängt die Binnengliederung des petrarkischen Sonetts zurück und etabliert eine kompaktere, epigrammartige Form mit Pointenstruktur.
(Im frz. Sonett des 16. Jh. Wird die Anordnung der Terzettreime denen der Quartette angenähert: CCD CCD oder CCD EDE.)
Die Englischen Dichter verwenden in jedem Quartett neue Reime (u. a. aus morphlogischen Gründen) und gliedern das Sonett in drei Quartette und ein so genanntes ’heroic couplet’ (abab cdcd efef gg). Diese Form nennt man Elisabethanisches oder Shakespeare-Sonett, benannt nach seinem bedeutendsten Vertreter
– Shakespeare (1564-1616).
Man schreibt in fünfhebigen Jamben.
[i]2.3.2 Shakespeare Beispiel[/i]
Übersetzung von Paul Celan:
Sonnets 106
Whe the chronicle of wasted time
I see descriptions of the fairest wights,
And beauty making beautiful old rhyme
In praise of ladies dead and lovely knights,
Then in the blazon of sweet beauty’s best –
Of hand, of foot, of lip, of eye, of brow –
I see their ántique pen would have express’d
Even such a beauty as you master now.
So all their praises are but prophecies
Of this our time, all you prefiguring;
And for they look’d but with divining eyes
They had not skill enough your worth to sing:
For we wich now behold these present days,
Have eyes to wonder, but less tongues to praise.
**
Wenn in der Chronik abgelebter Zeit
die schönsten Wesen mir vors Auge kamen,
und Schönheit schön die alten Reime reiht
zu artger Ritter Lob, verstorbner Dramen,
Dann sah ich da, wo Schön am schönsten war:
es wollt der alte Kiel sie alle zeigen,
Hand, Fuß und Lippe, Aug und Brauenpaar,
in einer Schönheit ganz wie sie dir eigen.
So ist ihr Lob ein einzig Prophezein
auf unsre Zeit und ein Dich-Vorgestalten.
Es konnt ihr Blick ein ahnender nur sein
und reicht nicht aus, dich vollends festzuhalten.
Selbst und hier heut, den Zeugen deiner Gegenwart:
ein Aug, das staunt, kein mund, der preist, gegeben ward.
Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber morgen werde ich ihn ansehen und lieb haben. Wenn wir allein sind.
Dann grab ich ihm ein tiefes Loch und lege sein steifes Gebein da hinein.
…
Ich hab die beiden gefunden, ohne Mutter, ohne Versorgung… und mühsam aufgepäppelt. Ein drittes Kätzchen ist gestorben – wir haben zu spät in den Lauf der Natur eingegriffen.
Zwar hatte ich schon Monate ohne eine Zimmertür gelebt, nun aber musste sich das ändern, damit die kleinen Racker nicht abhauen.
Den Vorhang, bestehend aus einem Bettdeckenbezug ergänzte ab sofort eine große Spanplatte, die ich mir zum puzzeln hatte zuschneiden lassen -- jeden Morgen Hürdenlauf ins Bad und zurück. Aber die Kleine und der Große konnten nun sicher verwahrt das Gelände erkunden.
Pauls Schwester bekam den Namen Karla.
Ich wusste anfangs nicht, ob ich sie durchkriegen würde, sie konnte nicht Mal laufen, wegen der steifen Hüfte, sie zog die Hinterbeine einfach nach. Nach ein paar Tagen aber konnten die Beinchen auch wieder das Fliegengewicht tragen und nicht umgekehrt.
Bald erkundeten die beiden mein Zimmer (mit Vorliebe unter dem Kleiderschrank) und räumten zur besseren Rundumsicht alles aus dem Regal. Ich gab es bald schon auf diese Utensilien mehrmals täglich vom Fußboden wieder aufzuheben und einzuräumen.
Paul war zum ersten Mal am 1. Mai mit mir unterwegs und ich nahm ihn –später auch Karla- anschließend mit nach draußen so oft es ging.
Er lernte den Familienhund kennen (aus dessen Maul wir später einmal Karla retten mussten). Die beiden waren sich nicht ganz koscher (Hund — Eifersucht vs. Katerchen – Neugierde).
Als die beiden älter wurden, bezogen sie dann wieder den Schweinestall und bekamen Hausverbot.
Ein Rückschlag. Es ist mein Zimmer, aber nicht mein Haus ... wer streckt wohl seine Füße unter wessen Tisch? Die Katzen mussten also raus.
Karla... ein solcher Pechvogel.
Dass sie in der Schrothmühle lag und halb ausgetrocknet war, dass sie beinahe vom Hund verspeist wurde, das hatten wir schon...
Bei ihren ersten Laufversuchen war sie auch mal in einem winzigen Augenblick des eigenen Übermutes und meiner Unachtsamkeit die Treppe heruntergefallen und bei der Landung durch die nach hinten offenen Stufen gleich noch eine Etage weiter runter geplumpst. Sie wollte vor Schreck wegrennen und da ging es eben gleich noch Mal abwärts ... oh weh!
Dann kam noch ein Einschnitt in ihr Leben ... ich sage ja, ein Pechvogel.
Bei einem Schäferstündchen im Schatten meines alten Jettas, das zufällig zeitlich genau mit einen Reparaturversuch meines Vaters eben desselben Wagens zusammentraf, gerät sie als mein Vater die Karre anlässt mit dem Kopf in den Keilriemen.
Sie habe fürchterlich gejault und besonderes Glück gehabt hat mir der "Klempner" gesagt, sie hing nicht nur mit dem rechten Ohr fest, sondern viel weiter drin... „der halbe Kopf“… nun, alles andere konnte sie ohne Schaden befreien, das Ohr jedoch war abgetrennt.
Ich hätte sie hier vielleicht umtaufen sollen ... Vincent oder van Gogh wäre passender gewesen aber es war ja ein Mädchen. Daher blieb es bei Karla - die rasende Reporterin.
Es dauerte dann noch bis zum Sommer, die Taufe meines Patenkindes zu der ich ja unmöglich zu spät kommen konnte... Karla hatte schon etwa drei Monate auf dem Buckel.
Als ich die Treppe runter renne, die Haustüre aufreiße und die Stolperstufe hinunter springe, sehe ich Karla zu spät beim Sonnenbaden... Sie hat sich genau vor diese Stufe gelegt und ich springe mit meinem ganzen Gewicht auf sie... und treffe mit dem harten Absatz der bekloppten, feinen "Bankschuhe" zuerst.
Krallen in der Wade, ein erbärmlicher Schrei und eine Katze mit gebrochenem Genick, einer zerplatzen Schlagader und sprudelndes Blut.
"Stefan..." ich bin ein Mörder.
Sie zuckt noch. Ich hab sie umgebracht, weil ich unachtsam war.
Ich hab nur immer geschrieen: „Mach sie tot, mach sie tot. Ich bin ein Mörder! Ich hab sie umgebracht… oh mein Gott! Mach sie tot!“
Was anderes ging da nicht mehr... ich wusste nicht wie viel Blut eine so kleine Katze in ihren Gefäßchen hat.
Mein Bruder hat gelacht, ich würde ja spinnen.
Ich musste weg, immer wieder laut aufjaulend, aber ab in die Kirche.
Er hat sie tot gemacht als ich schon weg war. Bei dem freudigen Ereignis in der Kirche konnte ich nichts als flennen. Wenigstens hat er sie erlöst.
Als ich nach Hause kam sah man kein Blut mehr. Die tote Katze im Misthaufen vergraben, damit sie sich weder Hunde noch Füchse zum Fressen holen und die Blutlache fein säuberlich aufgewischt.
Nur noch der nasse Wasserfleck am Tatort.
Karla tot, nach einem 12 Wochen kurzen, fast nie schönen Leben.
Es hatte gerade erst begonnen schön zu werden.
***
Paul hörte wie ein schlecht erzogener Hund, nur jedoch bei mir.
Ich hätte niemals gedacht, dass eine Katze so folgsam sein konnte.
Egal wie schön ihn jemand anderes kraulte, wenn ich aufstand und sagte: "Komm Paul, wir gehen" dann sprang er hinter mir her und gehorchte, als verstünde er jedes Wort.
Nicht jedes, aber "Nein" hat er sicherlich verstanden, wenn er auch nicht immer Lust hatte das "Nein" als solches zu akzeptieren.
Als er eine Freundin nach der anderen hatte und wochenlang nicht nach Hause kam sahen wir uns gezwungen das zu ändern. Wir hatten den Zeitpunkt für eine Kastration eindeutig verpasst.
Dieser Schlawiner! Ein schamloser Jüngling.
Dann aber, genau passend mit meinem Praktikum in der Kleintierklinik, kam er wieder nach Hause...
Ich hab ihn sofort ins Zimmer eingesperrt.
Er bedankte sich, indem er unter meinen Schreibtisch schiss, auf dem Kabelsalat meines Computers... na vielen Dank! Paul, das wäre wirklich nicht nötig gewesen!
Am nächsten Tag konnte ich mich ja dafür rächen lassen;
Schnipp schnapp, Eier ab!
Er durfte jetzt nachts in meinem Zimmer bleiben; und an den meisten Tagen erwartete der Herr mich auch schon, wenn ich von der Arbeit kam... natürlich nicht wegen mir, sondern wegen des Zusatzfresschens, dass es dann gab.
Paul der Stinkepeter, Paul der Schlingel, wenn er mein Essen mit mir teilen wollte, gegen meinen Willen. Paul, der Schnurrer, wenn er es sich im Bett bequem machte... mit dem Arsch auf dem Kissen, wo sonst.
Gerade letzte Woche hab ich noch gesagt: Ich hab den Kater schon ne ganze Woche nicht gesehen und begann mich zu sorgen... aber wie sollte es anders sein:
wenn man vom Kater spricht...
Mittwoch, ein Tag vor meinem Geburtstag... Pauls auch, beide an einem Tag, das ist praktisch und erspart eine Feier
Ich hatte ausnahmsweise keinen freien Mittwochnachmittag, sondern Betriebs- und Personalversammlung. Danach gestresst einkaufen und schon das Backen für die Kollegen im Kopf... Der Geburtstag und gleichzeitig die Verabschiedung, weil ich aus dem Betrieb ausscheide... Kuchen backen für ca. 25-30 Leute.
Ich hab die Nase voll, habe faul wie ich bin nur Backmischungen gekauft.
Als ich auf den Hof fahre kommt mein Bruder wie gelegen, er kann tragen helfen.
"Ich kann nicht, sagt er grinsend" ich bin genervt...
"der Paul ist gestorben"
er grinst dabei immer noch... nein, er grinst nicht, er hat so grinsende Wangen, die sich aber zusammenkrampfen, weil er es unterdrückt.
Ich weiß nicht ob er Scherze macht...
Er macht keine Scherze. Er grinst, weil er seine Mimik nicht ganz unter Kontrolle hat.
Er grinst aus Mitleid und Betroffenheit.
Er kann es nicht anders ausdrücken, er grinst und ich bekomme eine solche Wut auf ihn deswegen.
"Da kommt der Papa und bringt ihn wieder."
Ich will ihn nicht sehen, habe für so etwas wichtiges heute keine Zeit, muss backen.
„Der Paul ist tot.“ sagt er, als er aus dem Auto steigt.
„Ich weiß. Ich will ihn nicht sehen, leg ihn in die Futterkammer, da ist es kühl, ich hol ihn da morgen" … schnell so tun als wäre es nicht wichtig…
Er hat sich mit einem Auto angelegt. Im Garten lag er, die Krallen zerfetzt, das Maul weiß – innerlich verblutet – ob er wohl zu mir wollte?
Aber das gehört gar nicht mehr in diese Geschichte, das erzähle ich ein anderes Mal.
Ich muss jetzt backen.
... morgen haben wir Geburtstag ...