Der Homo-Faber- bzw. Max-Frisch-Faden brachte mich auf den Gedanken, dass wir eine Anthologie der meistüberschätzten Werke der Literaturgeschichte erstellen könnten. Wenn also Brot indirekt bereits
Homo Faber von Max Frisch
nominierte, möchte ich
Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil
vorschlagen. Auch das angeblich einer der wichtigsten Romane des 20. Jahrhunderts und von erschreckender Langeweile. "Sperrig, gewaltig und unbequem", "der deutsche Ulysses", ja, das scheint mir auch so. Ich erinnere mich, wie ich es voller Eifer zu lesen begann, da ich es von meinem Tutor in einer erlesenen Dünndruck-Ausgabe geschenkt bekommen hatte. Wie enttäuscht und entnervt war ich, als nach 150 Seiten noch immer keine Geschichte, keine Entwicklung entstehen wollte. Voller Ekel stellte ich es in mein Regal, wo es noch heute steht und ein prima bildungsbürgerliches Etikett abgibt. Was für ein beschissenes Buch!