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  • Marina Iwanowna Zwetajewa 1892-1941Datum16.01.2019 08:21
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallöle Joame,
    vielen Dank für das Einstellen dieser bemerkenswerten Vorstellung des pulsierenden Lebenslaufes dieser Dichterin. In dieser Kürze kommt doch viel Substantielles zum Vorschein und verhilft uns zu einem sich vertiefenden, sich ihr annähernden Lebensbild, das erahnen lässt, aus welchen Quellen die Dichtungen der Marina Iwanowna Zwetajewa schöpften. Vielen Dank dafür.

    Es grüßt der Munk

  • Marina Iwanowna Zwetajewa 1892-1941Datum14.01.2019 15:40
    Thema von munk im Forum Rumpelkammer

    PRAG

    Die Zeit verknäult sich, Häuser schweben,
    Trotz Türschild jedes ein Phantom!
    Ich schreibe dir vom Hoheleben
    In dieser Stadt am Lethestrom,

    Schreib von der Stadt, die aus dem Schlafe,
    Sich reckend, müde noch, erwacht,
    Wo zwischen Schilfkraut und Opalen
    Der Tag auf Brückenbogen lacht.

    Wo an den schlafenden Madonnen
    Und düstren Rittern leicht beschuht
    Das Volk vorüberdrängt, entronnen,
    Als Überlebende des Bluts.

    Die noch für Ehre und für Glauben,
    Gerufen, letzte Schwerter hat.
    Von ihr, die abertausend Augen
    Besitzt - der Städte Ahnenstadt.

    21.4.1923

    (Übertragen von Waldemar Dege)

    Anm.: Marina Zwetajewa lebte während ihrer Emigrationsjahre zwischen 1922 und 1925 in Prag.

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    gelöscht, da mein nochmal nominiertes, doch von mc berry in den nominierungsreigen aufgenommen wurde.

  • Vorschläge für ein Herbstgedicht 2018Datum05.11.2018 23:04
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    ich nominiere Esterweger-Kladde von Artbeck Feierabend

  • FilmpioniereDatum20.04.2018 10:59
    Thema von munk im Forum Besonderes
  • Gegen das WartenDatum11.04.2018 07:52
    Thema von munk im Forum Minimallyrik

    Verstecke, steinbruchtief,
    auf die Schilfkante gesetzt,
    Kahn, Traum, Echos.
    Sie werden sichtbar,
    verletzlicher Saum,
    Umkreise,
    nicht hörbar,
    die Fütterung der Seele.

  • Neujahr 2018Datum01.01.2018 11:56
    Thema von munk im Forum Feedback & Moderation

    Liebe E-Literaten,
    ich wünsche euch allen ein gutes Neues Jahr 2018. Mögen wir in dieser Plattform, die für mich persönlich auch ein Stück Heimat bedeutet, weiter fleißig schreiben und Kritiken anbringen, die von gegenseitigem Respekt getragen werden. Möge unsere kleine Welt auch einen Beitrag leisten, für ein friedvolleres Miteinander in der großen Welt. Dort, wo wir etwas zum Guten wenden können, sollten wir es auch mit ganzer Kraft, großer Leidenschaft und viel Herz tun.

    Munkelgrüße

  • Nur ein GedankeDatum30.12.2017 20:28
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Katalonien

  • NachbilderDatum28.12.2017 00:17
    Thema von munk im Forum Gesellschaft

    Zum Beispiel eine Schlossruine besuchen,
    der Rest vom Keller ist unheimlich, seltsam kalt wie ein Pathologieraum.
    Hier ließ man den Schlossherrn verhungern.
    Es hieß, er war ein gütiger Mensch.

    In seinem Bücherreich bevorzugte der Bibliothekar Bücher von Maupassant, Stendhal.
    Stets war er zugleich traurig, freundlich, langatmig, kurzatmig.
    Er wirkte weise ambivalent und mit seinem verwinkelten Bücherhaus verwachsen.
    Als er in den Boden gedrückt wurde, hing er sich auf.

    Mit einem Freund seinen Bruder aufsuchen.
    Stacheldraht, Mauer, eisig-klirrende Winterluft waren zwischen uns.
    Sie konnten sich nur schluchzend verständigen.
    Später gab es keinen Kontakt mehr.
    Noch später haben wir seine Zelle entdeckt.
    Unvorstellbar kleinster Raum mit drei Vierstockbetten …

    Auf einer Montagsdemo mit den Worten von Christa Wolf ringen.
    Am Dauerbrandofen bei Wenzel’s „Stirb mit mir ein Stück“ Disput mit einem Philosophen.
    Über Mutterländer, Vaterländer, kaputte Lebensläufe gestritten,
    doch überdeutlich die Todeszeichen der Gesellschaft,
    der Blutzoll der Ideale.

  • PerlmuttDatum27.12.2017 00:07
    Thema von munk im Forum Diverse

    I
    Eine Pierrose, nicht Orwell‘s,
    nimmt Vaters Filzhut vom Nagel,
    schüttelt den Manchestersamt ab,
    vermisst die kleine Welt neu.
    Sie ist ein Mensch

    II
    Sie sieht immer mehr Gruben,
    überbaggerte Häuser,
    Sanduhren des Dorfs,
    Schutzpatronen

    III
    Schaufelräder sind Geschichtenabräumer,
    die Gärten, Gehöfte, Menschen, Kohle abwerfen,
    malen mit breitem Pinsel

    IV
    Sie silhouettiert Feuersteine, Giebel, Karauschen
    auf Förderbändern, Dachfirsten
    Zugvögelschwingen

    V
    Sie tragen das beinahe Daheim-sein
    geben uns etwas von Dauer,
    Vertrauen

    VI
    Es lässt die Fluten und Ebben der Brunnenwasser zurück,
    einen Namen wie Bergheider See,
    Achtjährige auf blauen SR-2,
    Wanderhimmel

  • Jemandsland verteidigen, NachleseDatum15.12.2017 20:20
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallöle Salz, ach, aus dem Rückwärtigen entpuppt, eplodiert oder symbiotisiert sich immerhin auch immer das Vorwärtsdrängende, Vorwärtsschubsende oder uns eben Zurücklassende oder Verwandelnde. Mag die Nachlese auch einen sehr langen Bart haben, so kam auch sie aus meinem Erlebten. Im Zuge von Entwicklungen, die sich aktuell an Plätzen auftun, die ich aus meinen Verortungen, in denen ich aufwuchs, kannte, schien auch in mir längst Verdrängtes wieder ans Tageslicht zu wollen. Anders vermochte ich es bisher nicht. Es wollte schier so hinaus. Wie es hinaus kam liegt natürlich auch an meinen Wahrnehmungen, Kognitionen, sprachlichen Möglichkeiten. Ich wollte mich von Erinnertem freischreiben und dabei herausbekommen, was mich zum Beispiel zu einer Zeit eines anderen Jahrhunderts beeinflusste und formte. Die Widersprüche von damals, scheinen mir, noch ausgeprägter, fortzubestehen. ....

    Jacob Böhme hatte mir zur DDR-Zeit meine Lehrerin im Fach Kunsterziehung nahegelegt und näher gebracht. Seine Theosophie prägte mich getauften Atheisten und machte mich sensibel für die Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten der DDR und ich wurde, zwar schon offen erzogen, noch aufmerksamer für die Ansichten theistischer Menschen ...

    Vielen Dank für deine salzige Rückmeldung, sie schiebt mich an, vielleicht geht es noch ein Stück vorwärts

    der Munkel

  • SynkopeDatum12.12.2017 22:27
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    oh alcedo, verzeih, vielen dank für deine rückmeldung zur synkope. kleist`sches ach zu deinem.

    und nochmal dank auch dir, lieber artbeck, der die dimension, die auch im textwollen steckte, erfasste.

    munkelgrüße

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    herzlichen glückwunsch jenno casali für deinen goldenen podestplatz.


    der munkel

  • FitticheDatum12.12.2017 01:24
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    hi lieber mcberry,
    mit ihr kann man einiges mehr bewältigen als ohne sie. darum musste sie genannt und ins spiel gebracht werden. der text folgt automatisch nach ihren regeln, solange es große und kleine hände gibt ;) mir wurde während des schreibens erst bewusst, dass all die beschriebenen begebenheiten erst durch sie den charakter von fittichen gewannen, so zumindest in meiner leseweise.

    vielen lieben dank für deine zeilen und deine wehmütigen grüße

    der munkel

  • Jemandsland verteidigen, NachleseDatum09.12.2017 10:04

    I
    Görlitz. Gründerbahnhof. Jahrhundertschwer,
    Gleise auf Vertikalen,
    Kirchen und Jacob Böhme

    II
    Perleberg im November. Das Tor spaltet.
    Nicht nur davor, nicht nur dahinter.
    Bilder aus Menschen wie Maschinen,
    Bilder von Maschinen wie Menschen

    III
    Drinnen Schrei des Zugführers,
    Grenznebel, Kälte, Strenge, Betonenge,
    den Schießbefehl verweigern:
    Kasernenwechsel, rauere Töne, Drill
    bis die Finger blutig sind Uniformwechsel,
    im eisigen Morgenregen die Stunden im Stehen zählen müssen,
    über die nassfrostigen Sturmwände gejagt werden, bis nichts mehr geht,
    beim Bettenbau um Eins die Humanität suchen
    (Nachdenken über Odyssee und Troja,
    was war hier zu beschützen?)
    vom überfrorenen Metall einer Zwillingsflak die Hände lösen,
    ein leeres Doppelstockbett anstarren;
    vor der Kaserne Blutlachen,
    daneben, aufgeblättert, Morus Utopia

  • FitticheDatum07.12.2017 10:27
    Thema von munk im Forum Diverse

    Es ist Uromas Mutuhr,
    sie war schon immer da,
    über Mond- und Sonnenpendel

    Sie gibt uns ein Woher, ein Wohin
    repariert den alten Dorfbrunnen,
    sammelt Gras, Beeren, Samen

    Sie baut mit uns Birkenflöße,
    verlässt das libellengrüne Wasser der Grubenteiche,
    die blauen Blitze der Förderbrücke,

    Sie schreinert den Amselsparren ,
    verpasst uns holländische Schlittschuhe,
    saust mit lenkbarem Bob auf Kohlepisten

    Hinter dem Abraum wird alles Frühling,
    der Uhrenkasten öffnet sich wieder,
    Hände ziehen am Uhrengewicht

  • MetamerieDatum06.12.2017 12:09
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    vielen lieben dank für eure rückmeldungen,

    @alba, es ist nichts politisches gemeint, wenn sich auch ein politischer impetus in all unseren geschichten einzuschleichen vermag, ja, vielleicht nur so erst, diese zeilen möglich gemacht hat. ich bin ein in der kohlelandschaft aufgewachsener ;) ... das reisepäckchen ist stets gepackt. es kann also losgehen ...

    grüßle vom munkel

  • Nur ein GedankeDatum08.11.2017 19:16
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Empfindsamkeiten

  • MetamerieDatum08.11.2017 12:12
    Thema von munk im Forum Minimallyrik

    Heimlich auf einen fahrenden Zug springen.
    Noch einmal die Abenteuer eines Tramps nachspielen.
    Immerzu mit Weißzahn & Buck die Zivilisation durchleben.
    Als roter Bergsteiger Königshains Felsen & Lausitzer Abräume erobern.
    Einen Kahn für einen Segeltörn auf der polnischen Ostsee flott machen.
    Das Beben der Masuren auf der Haut erleben.
    Rübezahl in den Beskiden finden.
    Als Kohlen- Munk von vorn anfangen.
    Mit den Kurutzen gegen die Labanzen kämpfen.
    Als grüner Rebell durch die Wälder Karl Stülpners streifen.
    Auf dem Flohmarkt die keltischen Sagen erwerben.

  • Nur ein GedankeDatum07.11.2017 09:45
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    was zerreißt die gesellschaft?

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