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    Thema von munk im Forum Zwischenwelten

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  • ImmortalitaDatum20.07.2019 21:03
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo Joame,
    Schuld an sich, andere oder Umstände zuzuschreiben sind allzu menschlich. Daran kommen Menschen mit Problemen, in Konflikten, in Nöten, bei Verlusten nicht vorbei. Die Auseinandersetzung mit der Schuldfrage führt uns Menschen leider oft in süchtiges Verhalten. Wenn es andere oder sich zerstört, wird es tragisch. Außenstehende und Hilfegebende sind dann oft machtlos und müssen mitunter die Dramaturgien ablaufen lassen, ohne einschreiten zu können.

    Aber du hast recht, auch ich suchte, suche immer wieder nach Schuld bzw. warum war ich nicht zur richtigen Zeit am Ort des Unfalls oder warum, waren wir zusammen nicht an einem anderen Ort oder, oder und doch ist die Suche danach fruchtlos. Es ändert nicht mehr am Geschehenen und beschwert das Danach. Vielleicht hat uns die Natur aber gerade das auferlegt und uns verschieden ausgestattet, mit Unglück umzugehen.

    Ich habe erst durch das Unglück meiner Frau erfahren, wie sich ein Mensch fühlt, der sehr, dazu noch liebevoll, bezogen war, wenn plötzlich alles Bezogene durch das Verschwinden des geliebten Menschen einen anderen Charakter bekommt. Zum einen verschwindet es mit, stirbt sozusagen, zum anderen bekommen die zurückgelassenen Gegenstände eine Patina, eine Art Aura, wenn man die Kraft hat, den Blick darauf zu richten. Doch hat sich in mein Bewusstsein für meine Arbeit eine Erkenntnis ausgeprägt. Für Menschen, die Bezüge verloren haben, sind im tiefsten Innern neue Bezüge, ausgenommen eine neue Zweisamkeit, die es schwer haben wird, nur Ersatz. Sie geben zwar Struktur und Halt, ersetzen aber nicht die Liebe und können auch der Sehnsucht nach ihr nicht nachkommen, sie nicht stillen, eher noch den Abstand zum eigentlich Gewünschten vergrößern und je nach Wesen das Hoffnungslose, die Verzweiflung verstärken. Es gibt natürlich Menschen, die aus verschiedensten Gründen keine Zweisamkeit haben können oder nach negativen Erlebnissen auch nicht mehr haben möchten ...

    Ja, Joame, die Welt für vom Schicksal Geschlagenen ist radikal und absolut geändert. Die Veränderungen erreichen das Bewusstsein in einem Auf und Ab. Ich merke, es gibt Tabuzonen, die ich nicht mehr oder noch nicht betreten kann und Rückzugsorte, die immer mehr für mich und meine Trauer wichtig werden.

    Aber verstehen werde ich das Unglück nie. Es ist schwer, sich aus den Krakenarmen der Schwermut zu befreien. Es tut weh, nichts am Tod ändern zu können. Es ist unglaublich schmerzvoll, allein weiter gehen und leben zu müssen. Und selbst das beschwert das Gemüt, denn mir ist bewusst, Sterbende würden zurufen, Lebe deine Zeit, die dir bleibt, denn sie ist kostbarer, als du denkst und die Lebenden rufen, was willst du bei den Toten, wir Lebenden brauchen dich bei uns.





    Vielen Dank für deine Gedanken

    Liebe, freundliche Grüße

    Munkel

  • Terra inkognitaDatum20.07.2019 08:22
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Ein Abendregen ohne Anfang und Ende,
    ein schwarzer Tränenmacher, Blütenüberbordspüler,
    ein Dauerbrandlöscher, Julimörder,
    ein Augenaufmacher, ein Alchimist
    was nie wieder sein darf:
    Tod, Grab, verlassende Seele,
    eine noch verletzlichere Haut,
    abgeplatzte Baumrinden,
    zu früh gefallene Kastanien.

    Ich umfasse einen sterbenden Baum,
    kettle Schatten an Schatten,
    Alpträume an Träume,
    Uferloses ans Meer,
    Sturm an die Sehnsucht,
    den Fels an die Brandung,
    den Tod ans Leben,
    die Liebe an uns.

    Gestorbene Uhren sind wie dein Gestern,
    still, wenn ich den Friedhof verlasse,
    wie ein magisches Oben,
    ein Regenbogen übers Haus,
    vergoldete Wipfel,
    Sonnensteine.

    Dieser Juli ist wie eine Wetterscheide,
    nach innen, nach außen wandernd,
    beides bleibt umgestürztes Land,
    mir fremd und Wunde.

  • ImmortalitaDatum14.07.2019 07:59
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Ich schreie, weil du tot bist,
    doch nichts ändert sich,
    alles von dir ist in allem,
    alles ist mit dir verwandt,
    alles verwandelt sich,
    bleibt berührt, verdichtet,
    was du warst, ist einzig hier.

    Du bist meine Nabelschnur zum Leben,
    die tiefe Wunde, die nicht heilt,
    der Schnitt durch die Seele,
    mein zweiter Atem,
    die Haut auf meiner Haut,
    das Herz, was mich führt,
    die Auserwählte.

    Charon, der Fährmann lässt mich zurück
    und Hekate schickt mir die Einsamkeit;
    noch tickt deine Uhr neben mir
    und ich fasse nach ihr wie nach dir,
    hole die gestohlene Zeit und dich zurück
    wie aus einem russischen Märchen
    und wir können von vorn beginnen,
    der Schatzhauser ist mit uns.

    Ich sehe unsre starke Liebe,
    die immer mehr trug und wuchs,
    gewollt, gelebt und groß
    bis das Unglück auf dich niederfuhr,
    und dich zerstörte.
    Seitdem lebe ich mehr tot,
    sehr nah dem Irrsinn,
    immerzu hoffend,
    du stehst neben mir,
    liebevoll wie in der letzten Stunde,
    verliebt wie in der ersten Stunde

    An der Nordseite unsres Hauses,
    im gelbrotgestreiften Himmel,
    stehen Seit an Seit du und ich
    bereit für die Reise durch die Liebe,
    um wieder Zwei in Eins,
    Eins im Andern zu sein,
    in einer ungenannten Stunde.

    Du bist nun der Schmetterling,
    der im weißen Lilienkleid durch Regenbogen fliegt
    oder die über mich wachende Wolke
    oder das zärtliche Werben des Windes im Jasmin
    oder die lockende Flut im Bächlein, im Meer
    zur uns gegebenen Stunde.

    An der Südseite deiner Nähecke aber,
    fand ich unser Stundenglas,
    einst mit den Kindern zusammengebaut,
    gefüllt mit Sand von Ostsee und Mittelmeer,
    träume
    von der Quelle unsres Lebens und Liebens.

    Drei Monate kämpfe ich mit mir;
    ich wehre mich gegen den April im Juli,
    gegen die eigenen Aufschläge.
    Kopf und Herz ziehen dann ums Haus,
    zu den drei Rosenbäumchen,
    die nur dir geweiht sind,
    für die einfache Wahrheit.

    Es regnet leise.
    Die Stille spricht.
    Zarte Grashalme sprießen aus der Muttererde.
    Ein kleiner Regenbogen zeigt sich am Julihimmel.

    Es ist Frühling.





    Branitz, 14.7.19 A.S.

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hi mcberry,
    so richtig verfolgt habe ich die Gemini-Geschichte nicht, aber ein anderer Duktus tut diesem Forum hier vielleicht auch gut. Ich bin für Chancen und ich bin auch davon überzeugt, Menschen können sich doch ändern, sich Gegebenheiten anpassen oder zumindest die Grenzen des jeweilig Anderen tolerieren lernen, denn jeder trage die Last des Anderen, so wäre mein Sinn oder noch erhabener Goethes "Gemeinsinn eilt, die Lücke zu verschließen..."

    Liebe Grüß
    Munkel

  • UnermesslichkeitDatum07.07.2019 05:55
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo Kjub,
    ich assoziiere die Unermesslichkeit, sicherlich alltersbedingt, mit den Abenteuern der Enterprice in der Unendlichkeit des Weltraums oder an einen utopischen Roman eines russischen Autors in den Tiefen des Ozeans, der durchaus, ich denke an den Marianengraben, seinen Anspruch auf Unermesslichkeit erhebt.

    Hier bei dir ist es das Unermessliche, was unsere Phantasie ermöglicht, um aus unerträglichen realen Welten entfliehen zu können, ich denke auch an Kafkas Welten, an Anne Franks Tagebücher oder Maxie Wanders Tagebücher und Briefe, an Hawkins wissenschaftliche Expeditionen über die galaktischen Welten ...

    In der Krankheit von Sissy, dem Sissy-Syndrom, ist eine ganze Unermesslichkeit eines Lebens, in just das gestürzt, was du als eine vermessene Welt bezeichnest. Aber egal wieviel Unermesslichkeit verloren geht durch das Vermessenwollen der Menschen,irgendwo wird die Romantik immer wieder eine unermessliche Nische einrichten für die Mühseligen und Beladenen. Alles, was einem Menschen nützt, sollte nicht bis auf den tiefsten Grund vermessen werden, ein Geheimnis sollte bleiben. Das behütet und beschützt beschädigtes, verletztliches, verletzbares Leben und ist ein möglicher letzter lebenswerter Rückzugsraum, in der das Selbst sich von den für ein Individuum unzumutbaren Anmaßungen einer Gesellschaft erholen kann, wenn es dazu noch in der Lage ist. Dieser Raum ist wie mir scheint unermesslich, um nicht als gläserner Mensch, ungeschützt von jedermann vermessen und bewertet zu werden. Welch Ungemach das nach sich ziehen kann, hat die Euthanisierung im Dritten Reich auf das Schrecklichste bewiesen ... Ich bin fast erschrocken auf welchen Pfad mich meine Gedanken geführt haben. Doch denke ich auch an die blaue Blume, an die blauen Reiter, die sich mit Hilfe von Substanzen sich ins Romantische, Überhöhte flüchteten, so auch Lebensüberdruss entfliehen konnten ...

    Ein anderer Aspekt kam mir in den Sinn, als ich nochmal "in einer vermessenen Welt" las. Man könnte natürlich das auch so deuten, dass die Romantik ein vermessener, gewagter Gegenentwurf zur Unermesslichkeit der existierenden Welt ist. Sie, die Romantik, wenn sie die Welt um uns herum verschönt und verklärt, kann ein hilfreicher Anker sein, um zu überleben. Der Blick ins Ungebundene kann uns sogar einbinden, dass wir auch Unfassbares überstehen, also den Raum schaffen, in der die Romantik Zuhause sein darf und eigentlich Unbehauste, Suchende mehr als ein Obdach geben kann, nämlich auch die Verbundenheit gleichgesinnter Sehnsüchtiger, die Wurzeln für literarische Werke und Leben, das alle Tiefen, Facetten und Möglichkeiten ausschöpft ...

    Munkel

  • InnewerdenDatum04.07.2019 13:21
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Lasst mir Zeit und Sein,
    genügend von Beidem,
    unangetastet!

    Zieht nicht an mir,
    nicht am Gras.
    Es wächst nicht schneller!

    Zwischen jungen Linden,
    doppelt tot und wund,
    hängt der erste Julimond,
    unsre letzte Geste.

    Sie ist blicklos vom Zerbrochenen,
    Vermächtnis, Versprechen,
    unsterblich vor deinem Grab.

    Einzig deine unverletzten Orangetöne,
    dein fliegender Flamingo
    setzen ein oder das andere Mal,
    Leben gegen die Verzweiflung.

    Am Wehr stehen wir unversehrt im Wasser,
    und unsre Liebe bewehrt sich,
    schwimmt gegen den Strom,
    gegen elende Zeit.

    Doch es geschieht, was geschah.
    Die Dämmerung kippt,
    weiß vom Novemberschnee.

    Es ist der Anfang der Liebe.

  • Seitdem Datum29.06.2019 08:16
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo lieber Joame,
    dein "Seitdem" spiegelt aus meiner nicht elitären, zugegebenermaßen sentimentalen und ja, auch mit eben diesem Thema real konfrontierten Betroffenheit gelesenen Sicht, man kann es so und anders schreiben, das Leid auf eine Art, die mit dem Nicht auf verschiedenen Ebenen fertig werden muss. Darob ist das Nicht in der Wiederholung etwas, was mit dem Verlustprozess eng verbunden ist. Alles wird mit dem "Nicht" ungebunden. Es lässt sich jedenfalls in den frühen Stadien der Trauer nicht mit anderem füllen, außer den schrecklichen Gedanken des Unumkehrbaren, das man nicht begreifen und wahrhaben kann und will, denn ist es so, dass man das verlorene Geliebte, das verlorene, ich nenn es das symbiotische Du, das von Liebe durchdrungene Wir nicht doppelt und eben vielfach verlieren will, weil es sogleich Heimat, Hafen, die Selbsterweiterung (Enzensberger), das Glück gemeinsam zu leben und zu lieben bedeutete und das irgendwann doch zu realisierende Nicht-mehr-da-Sein des anderen am Anfang und je nach Gemütsanlage und substantieller Betroffenheit lebenslang für das eigene Überleben so wichtig ist abzuwehren, dass das reale Nicht für mich im Text von Joame seine Berechtigung hat. Das Stilmittel der Wiederholung ist von vielen bekannten Lyrikern verwendet worden!

    Mich nimmt Joame`s Gedicht mit, trotz deines Einwandes Mcberry, es könnte literarisch eine gehobene Qualität haben. Doch bin ich da bei Eva ("Vom Schreiben") & Erwin Strittmatter, Rose Ausländer u.v.a., die immer einfach schreiben wollten, um von den Leuten, von jedermann verstanden zu werden. Das Gedicht von Joame benötigt keine Erklärung, spricht für sich und belässt das lesende Selbst vor allem die Wahl, die Gemütsebene zu betreten oder sie zu meiden, falls ein dichterischer Anspruch, dem jeden selbst überlassen ist, das verhindert oder zu der einen oder anderen Korrektur verleitet, um es sprachlich auf ein Maß zu heben, dass abgrenzt von der sogenannten Betroffenheitslyrik. Das kann, muss und darf jeder Leser natürlich selbst entscheiden.

    Munkel

  • Es ist nicht vorbeiDatum24.06.2019 19:14
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Lasst mich schreien und schweigt!
    Lasst die Schatten nach mir greifen,
    damit ich all das versteh!

    Vor zwei halben Monden,
    rief eine ITS-Ärztin an,
    ihre Frau hat es geschafft,
    sie ist um 22:02 verstorben,
    die Natur hat ihren Lauf genommen!
    Seien sie froh, was ihr erspart blieb!
    Behalten sie ihre Frau in Erinnerung,
    wie sie vor dem Unfall war.
    Sie hatten eine schöne Zeit.
    Sie haben ihre Frau geliebt.
    Was wollen sie mehr?

    Nichts endet für mich,
    die Sekunden des Sturzes,
    in dem du dein Ich verlorst.
    Deine Hände, die meine greifen
    und mich ahnen lassen,
    du wirst wortlos davon gehen.

    Am Tag nach deinem Unfall,
    nicht auslöschbare Bilder,
    auf uns einschlagende Arztworte,
    die uns mit in dein Grab schaufeln.
    Plötzlich bist du so sterblich,
    tödlicher verwundet als all die anderen.

    Der lebenserhaltende Ort,
    für dich ein Maschinensein auf ewig
    oder ein Ort des Weitersterbens.
    Für uns seelenlose Tage, seelenvolle Tage,
    hoffnungslos hoffend,
    du wachst nicht mehr auf.

    Im Juni sagt man, gibt es die Liebe des Lichts.
    Diesmal kippt die Zeit,
    der Horizont wird ein Todeszepter!
    Er gewährt keine Gnade,
    schickt mir die Maschinenbilder von dir!
    Sie fräsen die Fragen an mich:
    Warst du nur Hülle und Schmerz?
    Oder spürende und hörende Seele?

  • Liebestraum(a)Datum24.06.2019 14:38
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo lieber Joame Plebis!
    Das "Sieh!" bezieht sich auf die Liebste. Eine Aufforderung besonders hinzuschauen, um den Wandel ihres zurückgelassenen Ehemannes mitzubekommen. Etwas Verstärkendes, das daran glaubt, dass es ein Seelen-Band zwischen Lebenden und Toten gibt. Eine Botschaft an das noch ganz präsente Du ... Aber man könnte das "Sieh!" auch weglassen, zumal es etwas unglücklich positioniert ist, obwohl es auch eine Aufforderung für den aufmerksamer lesen sollenden Leser sein könnte. Ein Prologwort.

    Hallo lieber mcberry!
    Ich werde versuchen, nochmal das Stürzen zu präzisieren. ... Das Ich stürzt immer mit ab, schlimmer und unvorstellbar aber ist der tatsächlich geschehene Sturz der Geliebten, meiner Ehefrau. Dieser Sturz wiederholt sich in meinen schlimmen Alpträumen ganz so wie von den Strafgebärden des Hades gefordert tausendmal und ... bis in alle Ewigkeit (Sysyphos, Tantalus, Prometheus ) oder bis zu meinem Lebensende ...

    Der Flamingo ist ein Zeichen des Lebens, der Lebensfreude, das Maskottchen und Lieblingstier meiner Frau. Daher ist er eine Symbolkraft des Lebenden, dem Tod und seiner Heimtücke wesentlich Widersetzender, der die sanfmütigen Erinnerungen, im Sinne einer einst Lebensfrohen, erst möglich macht. Erst heute habe ich nach dem Mythologischen Gehalt des Feuervogels nachgeschaut. Er steht, ich wusste es bisher auch nicht, für die wahre Liebe. Mit diesem Bedeutungsvollen wird der Text auch mit seinem Titel, um den ich sehr lange rang, aus meiner Sicht schlüssig.

    Liebe Grüße und vielen Dank für eure Einlassungen, die sicherlich, auf Grund des sehr Persönlichen, immer ein Wagnis sind.

    munkel

    P.s.:
    (1)Meine Frage an euch beide und auch an die anderen E-Literaten dennoch, welche Version würdet ihr als Leser vorziehen? Ich wäre für meine Erstere, weil es meiner Intention am Nähesten kommt und ich das Bild der Treppe gar nicht mit hineinbringen wollte, mir aber klar ist, das Abstürze auch anderer Natur sein können und der Gedanke der Präzision und zum Verständnis der Nachlesenden kein falscher Ansatz ist.
    (2)Lieber Joame,
    vielen Dank für dein Mitfühlen und Mitbegreifen.

  • Liebestraum(a)Datum23.06.2019 09:14
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Tausend mal stürzt du von der Treppe ab!
    Tausend und einmal schreie ich deinen Namen.
    Tausend und zweimal kennt Hades kein Erbarmen.
    Solche Wunden hat nur jeder Millionste!
    Du wirst immer wieder sterben,
    zwölf Tage, zwölf Nächte!


    Immer früher ist der Morgen in mir,
    schneller laufe ich zum Jasmin,
    geheimnisvoller drängt Junilicht durch ihn,
    hin ins Wolken-Blau-Weiß deines Citigo Fun.
    Wie eine Königin sitzt du in ihm.
    Stolz wirfst du dein blondes Haar zurück,
    keck gibst du mir einen Kuss!
    Verwegen fährst du unterm Junimond,
    und ich befürchte, du könntest mir sterben.
    Reiße ich aber meine Augen auf,
    stehst du neben mir im Totenkleid,
    in den Armen Flamingo und Urne.
    Sie umringen dich und mich,
    wie Leben und Tod,
    kreiseln um das Wie und Warum,
    fliegen den Seelenpflug,
    ziehen Furche an Furche,
    zwischen Hoffnung und Verzweiflung
    die sanftmütigen Erinnerungen.
    Es sind deine liebenden Augen,
    deine Blicke hinter den Fassaden,
    dein Glaube, dass nie alles zu Ende ist,
    dass Zeit, die fortnimmt, auch wieder etwas bringt.




    Liebestraum(a)

    (alte Version ohne Treppe, aber mit Sieh!)

    Tausend mal stürzt du ab!
    Tausend und einmal schreie ich deinen Namen.
    Tausend und zweimal kennt Hades kein Erbarmen.
    Solche Wunden hat nur jeder Millionste!
    Du wirst immer wieder sterben,
    zwölf Tage, zwölf Nächte!

    Sieh!
    Immer früher ist der Morgen in mir,
    schneller laufe ich zum Jasmin,
    geheimnisvoller drängt Junilicht durch ihn,
    hin ins Wolken-Blau-Weiß deines Citigo Fun.
    Wie eine Königin sitzt du in ihm.
    Stolz wirfst du dein blondes Haar zurück,
    keck gibst du mir einen Kuss!
    Verwegen fährst du unterm Junimond,
    und ich befürchte, du könntest mir sterben.
    Reiße ich aber meine Augen auf,
    stehst du neben mir im Totenkleid,
    in den Armen Flamingo und Urne.
    Sie umringen dich und mich,
    wie Leben und Tod,
    kreiseln um das Wie und Warum,
    fliegen den Seelenpflug,
    ziehen Furche an Furche,
    zwischen Hoffnung und Verzweiflung
    die sanftmütigen Erinnerungen.
    Es sind deine liebenden Augen,
    deine Blicke hinter den Fassaden,
    dein Glaube, dass nie alles zu Ende ist,
    dass Zeit, die fortnimmt, auch wieder etwas bringt.

  • BeweiseDatum17.06.2019 08:40
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Du bleibst
    eine Nacht, eine Wolke, mein Schatz,
    meine zweite Haut, meine Herzensschöne,
    meine bessere Hälfte, mein Kapitän, unser Steuermann.
    Du schenkst Liebe und ergreifst meine Hände.
    Du bist die unvorstellbare Wahrheit,
    die unglaubliche Abwesenheit,
    ein furchtbarer Cut, abgeschnitten.
    Ich bin verwandelt,
    die zugeschnürte Kehle,
    das mit Schürhaken drangsalierte Herz,
    der Verstand außer Rand und Band.
    Unsre Wege werden flüchtig, bröseln,
    hören auf zu tanzen.
    Du empfängst mich nicht mehr.
    Ich versinke in Abgründe.
    Unsre Lieblingsorte werden karg, brüchig,
    Meine Blicke kahl, abgeholzt, stürzen ein,
    sehen dich nicht mehr,
    ein unheimliches Haus, ohne Lachen.
    Der Türrahmen verwaist,
    du lehnst dich nicht daran,
    begrüßt mich nicht mit Kuss und Lächeln.
    Ich bin allein bei deiner Mutter,
    mit aufgestellten Bildern von dir,
    mit weit geöffneten Tränenschleusen.
    Zum Abschied winke nur ich,
    halte am Friedhof an,
    sehe dich und mich,
    unter einer Grabplatte,
    über einer Grabplatte,
    zweigeteilte Himmel,
    Zauberglöckchen,
    Wunden.

  • MementoDatum15.06.2019 23:25
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo Marc,

    vielen Dank.

    Andreas

  • Der Sinn des LebensDatum15.06.2019 23:22
    Thema von munk im Forum Zwischenwelten

    Er ist genauso ungeeignet wie ich,
    bemüht umsonst die Philosophie,
    Gerechtigkeit, das kleinste und größte Glück.
    Er vergisst nicht,
    kennt meinen Wunsch, nicht geboren zu sein,
    und setzt doch keinen Schlussstein,
    folgt mir als langer Schatten,
    deinem Tod, den Toten in meinem Leben.

    Er verhandelt nicht,
    lässt dich immer wieder fallen.
    Immer wieder muss ich zusehen
    bis Augen, Seele nicht mehr können,
    und wir beide zerschellen.
    Was noch lebt, ruft Nein!

    So pflanze ich drei Lilien, ein zweites Rosenbäumchen.
    Die fliehenden Juniabende werden dadurch umgestimmt,
    eine Lilienblüte tupft mir sogar ein Tattoo,
    liebkost mich mit deiner Lieblingsfarbe Orange,
    so sind wir uns ganz nah,
    daheim im Vertrauten,
    in der Liebe.
    Nichts ist mehr feindlich,
    du warst nie weg.

    Haus und Garten leben nur mit dir.
    und alles Andere, was noch ist,
    tagt und nächtigt dich und mich,
    lässt Terminus nicht schalten!
    So bleibst du bei mir.
    So zählen wir gemeinsam die Junisterne.

    Es gibt kein altes und kein zweites Nichts!

  • Der Liebe Tod und LebenDatum12.06.2019 23:15
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Blitz, Donner, Regen im Juni,
    Zeit für Nähe, für ein Liebespaar,
    so wie wir es sind.
    Heut ist sein Gewitter schaurig.
    Er bringt mir nur Einsamkeit.
    Sie nähert sich wie eine Eroberin,
    zwei Surrealen.
    Eine ist schon tot,
    einer ist noch da,
    um beide wird gekämpft,
    um dich ist ein Hof,
    um mich bist nur du,
    zwei Monate Tod,
    zwei Monate Leben,
    beide Räusche,
    nicht hörbar,
    nicht vorhersehbar,
    Trennungslinien,
    eine fliegt mit dem Milan,
    eine erdet sich.
    Ich gehe mit der Gegenzeit.

  • La vie en roseDatum11.06.2019 22:11
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Ach yaya,
    verzeih, ich bin noch so im Taumel der Ereignisse, dass ich ganz vergaß, dir zu danken, für deine Replik.

    grüße vom munkel

  • Wie ich dich vermisseDatum11.06.2019 21:31
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Der Juni ist unser Verlobungsmonat,
    unterm Feuerdorn tanzten wir,
    und Glühwürmchen waren Zeuge,
    wie wir einander versprachen.
    Doch wo bist du?

    So schreib ich einfach die Wahrheit,
    das Unglück trifft dich zufällig,
    zerstört dich schon fast am Ort.
    lässt mich Atem und Herzschlag zurückholen,
    doch tötet es dich weiter.
    Nirgends war ein Schutzengel!
    Nirgendwo die Kraft, die alles zum Guten wendet!

    Du hast mir zweimal das Leben gerettet!
    Aber ich konnte dich nicht retten,
    nicht mit Wissen und nicht mit Seele.
    Du konntest kein Lebewohl mehr sagen.

    Kurz vor dem Unfall gibt es nur Liebevolles.
    Nach ihm gibt es unsäglichen Schmerz
    und die barmherzige Hoffnung, dass du stirbst.
    Dein Grab schließen Leben und Tod,
    aber dein Sterben schließt nicht ab.

    Jetzt starre ich zur offenen Tür,
    doch du kommst nicht herein.
    Der Wind klappert am Fenster,
    doch du schaust nicht hinaus.

    Ich stehe immer lange am Grab,
    und wieder hausen in mir
    warum und hätte,
    geborstene Träume,
    Tränen, Verzweiflung
    und wieder gibst du mir
    Wärme, Liebe, Zärtlichkeit
    deine Hand.

    Sie trägt den Silberhochzeitsring,
    und verspricht im November des alten Jahres
    mich und meine Melancholie
    nochmal 25Jahre auszuhalten.

  • Ein frohes Pfingstfest 2019Datum09.06.2019 15:32
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Ich reih mich in den Pfingstreigen ein.

    Munkel

  • Trotz allemDatum09.06.2019 15:28
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Mohnrot und Kornblumenblau weisen mir den Weg,
    zum Jasmin, der unterm Junimond blütenreich blüht.
    Nie werde ich seine weiße, Sterne einfangende Baumkrone vergessen,
    die uns immer Sänfte, Traumdeuter, Flügelpferd war.
    Heute schüttelt er ungläubig sein Königshaupt,
    weil er mich nur allein sieht und mich fragt,
    warum ich dich nicht mitgebracht habe.
    Ich kann ihm dein Fehlen nicht erklären,
    dein Fortbleiben nicht verstehen!
    Du bist mit dem Tod gegangen,
    und er wühlt, zerrt in mir, zieht nicht weiter,
    bleibt ein nachtretender, dunkler Vollstrecker.

    Nun habe ich Angst,
    du könntest keinen Frieden finden,
    wenn ich dein Fortgehen wie etwas beklage,
    dass du uns angetan hast
    oder dass du erleiden musstest.

    Daher hab keine Sorge!
    Ich schnitt den rasch rankenden Wein nach deinem Schneidermaß,
    verpasste dem Kirschlorbeer einen Fasson,
    eroberte vom Portulac die Blumenrabatte zurück.
    Für dich habe ich das Rosenbäumchen von ihm befreit!
    Die Vierjahreszeitenhecke hat nun eine äolische Aura.
    Die Regenrinne posiert mit der Je länger je lieber,
    will sich bald in einem äonisch-gelben Sommerkleid zeigen.
    Vor dem Küchenfenster paradieren deine Akuben,
    wie immer uns Liebenden zum Gruße!
    Und schau auf die treue Amsel!
    Sie zerpflückt die moosende Wiese.

    Aber ein dauernder, wehmütiger Juniwind darüber,
    vermisst die gesprungenen Träume,
    das geborstene und berstende Leben,
    während ich voller Sehnsucht nach dir suche.

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    Ach Alba,
    mir bleibt auch hier wie bei Mcberry nur ein Dank für dein Lesen und Kommentieren. Ich habe mich bezüglich meiner Texte immer schwer getan, mit Rückantworten. Also verzeih mir bitte, wenn es mir in meiner jetzigen Phase noch weniger gelingt, gebührend auf deins einzugehen. Dein Maunzer ehrt mich!

    Munkel

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