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  • fragmentDatum12.06.2020 00:10
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    zeitlinien, die augen haben,
    die wund sind,
    traum und alptraum aufzeichnen.

    hoch und tief geöffnete fenster,
    um zu verstehen, anzusehen,
    du und ich sind eine seele.

    du stirbst in gnade, ich falle;
    der anfang ist von dauer,
    das warum eine fräsmaschine.

    jeder weise spruch ist eine farce,
    du weißt das ich weiß das,
    ich bin nicht mehr derselbe

    A.S./ 12.06.202o

  • zeitmaschineDatum03.06.2020 10:04
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    wenn die dinge eine seele bekommen,
    öffnet sich raum für raum,
    die welt wird größer.

    draußen gewittert es,
    sturmböen sturzregen,
    blumenampeln mit überschlag,
    topfleichtgewichte in schräglage.

    drinnen bewegt sich stille,
    zimmer für zimmer verschließt sich,
    die welt wird kleiner.

    wo ist die himmelsleiter? -
    das geheimnisvolle luftschiff?
    dein ruf zu den kindern? -

    zu viert patschen wir barfüßig in junipfützen.



    A.S./2.6.2020

  • Lidschläge des MairegensDatum02.06.2020 13:54
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Nahhin ist der Mai an diesem Ort,
    des Verzweifelns.

    Wohin sind deine Gedanken? -
    Deine Liebe, die mich verankert?
    Dein Verzeihendes?
    Die zärtlichen Umarmungen nach dunkelster Nacht?

    Es spricht das blumenbestückte Grab,
    die traurig schattengeißelnde Sonne,
    der scheue Blick in die brüchig flüchtenden Wolken.

    Das Augenwischen bleibt folgenlos,
    Computerbilder irren sich nicht,
    der Ultraschall der Erschütterung,
    das Anklopfen deines starken Herzens an das Erbarmen der Maschinen.

    Wir segeln unter Parlamentärflagge,
    die schöne Frau neben mir bist du;
    weithin ist der Mai an diesem Ort,
    des Augenblickes.

    A.S./2.6.2020

  • GesternDatum25.05.2020 14:33
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Ich stoße ans Innenzelt,
    Mairegen schnellt hinein,
    vom Bächlein die Fluten,
    die Liebe für immer.

    Garn, Zwirn entstauben,
    Kettel- und Nähmaschinen surren,
    die Märchenstunde der Kinder beginnt,
    der Twist auf der Schellackplatte,
    das Gurren der Tauben auf dem Dach.

    Was der Himmel gestrig braute:
    Wolkenalmanache, Sturmalchimie,
    ein Morse-Staccato;
    Branitzer Bäume werden ausgebürstet,
    Herbst tafelt nochmal ein Abendgedeck.

    Du zaust mir durchs Haar.

    A.S./25.5.2020

  • FesthaltenDatum25.05.2020 14:32
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Rosenblüten fallen ins Unaufhörbare,
    übertönen das Trommeln der Grünspechte,
    decken das maiene Erdbett zu;

    Nichts kann uns trennen,
    meinten wir,
    ein kleines Leben war uns genug;
    es wurde groß, durch einander verzeihende Liebe.

    Wir waren auf vieles gefasst,
    nicht auf einen geteilten Himmel,
    nicht auf einen Mairegen auf eines unsrer Gräber.

    A.S./25.05.2020

  • Clocktwo Clockfour ClockthreeDatum25.05.2020 14:31
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Der Mai war einst schön, hatte Zauber, eine Kristallkugel,
    sie hat deinen Namen, deine Augen, deine aufrechte Liebe,
    was Einssein bedeutet, wenn die Uhr ohne dich weiterläuft:

    Alle Räume klingen anders, sie verdichten;
    es spielt keine Rolle, wo wir sind,
    wir lieben uns und sie spielen die Lieder von Joan Baez Janis Choplin Yuko Ono.

    Und die Sturmwellen am Felsen bei Kap Arkona lassen uns nicht ertrinken;
    er ist ein Zeitbrecher und der vierte Leuchtturm;
    er weist uns den alten Weg zum Steinstrand des Steilufers,
    die Sonnenuhren unsrer Kinder sind nicht verschüttet.

    Sie zeigen uns, man kann den Mai leben.
    Er hat ein Elefantengedächtnis und Güte.
    Du wartest auf uns.


    A.S./24.5.20

  • UnentwegtDatum18.05.2020 23:28
    Foren-Beitrag von munk im Thema Unentwegt

    Hi Yaya, eine feine, positive Interpretation. Ich bedanke mich für dein Lob und Grüße dich aus dem fernen Brandenburger Branitz. Munkel

  • Mit Dir Datum11.05.2020 22:59
    Foren-Beitrag von munk im Thema Mit Dir

    ein feines. die letzte zeile verbindet, gestirntes und irdisches, gibt offenbarend preis, was an sehnsucht, noch möglich ist, beflügelt und unbeflügelt; das vergängliche kann sich einbringen, mit jenseitigem sternenlicht und diesseitiger nacht, die traubenkirsche wird zum kronjuwel des schönen und lebendigen. bis spät suggeriert warten lohnt sich, bis etwas reift, mit einem du; der verlorene ist nicht mehr verloren in anbetracht der vielen zauberblüten.

    gern gelesen
    munkel

  • Was ich höreDatum11.05.2020 22:08
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Was ich höre,
    die Erinnerung an deine Stimme,
    das Öffnen und Schließen einer Tür,
    Flügelschläge deines Fensters,
    Nachtigallen, die keine Gesangsstunde mehr geben,
    flüchtige Buchfinken,
    Trommelnden Mairegen,
    Brunnenkresse,
    Forellen in den Fließen

    Am und im Wasser Stunden,
    die nicht verschwinden sollen,
    die uns beide verändern.

    Wir werden so unglaublich mutig,
    alle Dinge bekommen einen Namen,
    Tagebücher legen wir nicht einfach beiseite,
    Liebe mit dir kann wachsen.

    A.S./11.5.2020

  • UnentwegtDatum11.05.2020 09:49
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Stunden wüten wie Sekundenbruchteile,
    Tränen, Bachläufe, Küsse bei den Schlüsselblumen,
    fortan wird Ewigkeit in der Stille hör- und sichtbar.

    Unser Hochsitz reicht nicht bis in den Himmel,
    Träume stürzen,
    schwarzes Wasser weißes Wasser fällt,
    der Motor am Faltboot streikt.

    Der Sensenmann bringt eine letzte Urkunde,
    vervielfältigt dein Dasein,
    der ausschlagende Mai schaufelt das doppelte Urnengrab.

    Wir sind mit dem “Senkblei der Trauer” geschlagen,
    beißen ins Gras,
    in den Schnee.

    Hektometersteine leuchten,
    sie kalibrieren
    ein Morgenrot ein Abendrot eine Schneeflocke.

    Du liest, siehst, lachst: “Der Teufel trägt Prada”;
    Er zwängt sich ins Uhrenglas;
    du stupst mich an.





    A.S./11.5.2020

  • AquarellDatum09.05.2020 06:33
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Jede Zärtlichkeit,
    jeden Augenblick,
    zurückgelassen,
    eine Sonnenblume,
    einen Zitronenbaum,
    Gesichter,
    glückselige nach den Geburten deiner Kinder,
    ein lächelndes ein lebensfrohes ein verschmitztes,
    ein geborgenes
    ein die Böden unter den Füßen findendes

    am Morgen mancher Tage
    ruft der Kuckuck den Mai,
    der Pirol sein Düdelio,
    Gjwääk schallt überm Schneepfad,
    du läufst barfuß,
    frischer Schnee fällt,
    wir liegen uns in den Armen,
    alles hat wieder seine Zeit.

    A.S./9.5.20

  • ABSTIMMUNG zum besten Q1-Text 2020Datum22.04.2020 21:40
    Foren-Beitrag von munk im Thema ABSTIMMUNG zum besten Q1-Text 2020

    Gratulation Sneaker und Respekt für das Nachempfundene! Munkel

  • Repetierer Datum12.04.2020 00:25
    Foren-Beitrag von munk im Thema Repetierer

    verzeih alba,
    so düster, wie es wirkt, habe ich es empfunden.

    in der anatomie war es eine hilfe, die supinationsbewegung zu erklären mit suppe löffeln, genauso die pronation mit Brot brechen, bröckeln etc.

    ja, natürlich heißt es repetitorium, zulange ist es her, dass ich es in den Händen hielt. ich habe es gleich korrigiert.

    ach, ich wollte dich nicht erschrecken. der text steht nun so für sich. ich bin übrigens mit dem alptraum nicht unterwegs, also keine sorge, dass dir etwas grauliches passiert.

    danke fürs reinschauen

    munkel

  • Repetierer Datum31.03.2020 22:21
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Der Tod ist unersättlich,
    ihm genügt kein Grab;
    rigoros legt er den Schmerz mit seinem Skalpell frei,
    probiert dies und jenes Innervierte;
    der Rettungswagen kommt mit Blaulicht, aber ohne Ton,
    die Dorfhunde werden leise,
    das Wasser fällt aus tausend Himmeln,
    es gibt kein Ufer.

    Er legt ein Repetitorium an,
    der Schmerz hat Bestand;
    Pronation zerbröckelt dein Meisterbrot,
    zu Boden Fallendes schnappen sich die Amseln,
    Moos bleibt beiläufig liegen;
    Suppination löffelt eine undefinierbare Suppe;
    Ich kann deine Spontanrezepte nicht nachkochen,
    ich kämpfe mit dem beißenden Geruch von Formalin.

    Der Alptraum ist der Handlanger des Todes.
    Er zeigt mir dein Ende, den lauten Friedhof,
    lässt meine Knie schlackern,
    schlägt das Herz traurig,
    klopft es weich,
    die Mondsichel krumm,
    düstert die Bäume ringsherum,
    drückt mich bleischwer auf unsre träumende Mondbergbank;
    Ich bin ein Bootsmann,
    der, der im April seine Kapitänin verliert.


    A.S./31.1.2020

  • Über die LiebeDatum28.03.2020 19:12
    Foren-Beitrag von munk im Thema Über die Liebe

    Ach Yaya, du näherst dich meinen Texten sehr. Sie sind ja keineswegs in einem gekonnten Rhythmus geschrieben. Sie kommen aus den Tiefen und Höhen meines Gemüts. Sie bildern sich aus und ermöglichen.


    Liebe Grüße

  • LiebeDatum28.03.2020 19:03
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Das Zwitschern der Vögel verliert die reinen Töne,
    wir lauschen beide,
    bald gesellen sich unsre Kinder dazu.

    Die Melancholie gewinnt an Bedeutung,
    die Tannenzapfen vom Herbst,
    das Glashausmännlein hilft oder Krabat.

    Dein Geburtstag war ein Freitag,
    dein Todestag war ein Freitag,
    dem Einsamen kam ein Freitag.

    Ich bin Samstag geboren,
    kein Sonntagskind,
    der Samstag brachte die Wahrheit.

    Jeder Boden unter mir brach ein.
    Jener Boden, der unsre Liebe trug.
    Ich kralle mich hinein:

    Du bäckst Kuchen,
    verteilst die Aufträge an uns,
    jeder bekommt eine Verantwortung,
    die Räume haben deinen Duft,
    das Lachen der Kinder mischt sich mit deinem.

    Wir sammeln zu viert Tannenzapfen,
    du bastelst daraus Weihnachtswichtel,
    sie stehen eng beisammen,
    entziehen sich der Zeit.

    A.S./28.3.2020

  • herzlosDatum27.03.2020 08:33
    Foren-Beitrag von munk im Thema herzlos

    liebe Uschi,
    was bleibt uns. vielleicht hilft es, das so überlebens-wichtige organ aus uns zu reißen. wir menschen, je älter, mussten schon viele herzen loslassen. der einsame ist in diesen zeiten des abstands und der bedrohung allein. manchmal ist das herz stärker, als alles andre, sogar stärker als unser geist und unsre hirnfunktionen. dein herzloses birgt die hoffnung, dass andernorts dieses eine herz, was wir haben, helfen und fehlen könnte. ach, ein herz allein scheint zu wenig für uns menschen, die als einsiedler, steppenwolf, nicht geboren werden, es sei denn, sie sind nicht erwünscht. das alleinige herz zu opfern, kann wohl nur ein liebender oder ein verzweifelter oder ein vermissender. in deinen zeilen, scheint es sogar ein befreiungsakt vom schmerz oder hoffnungslosen. herzlos könnte auch bedeuten, endlich wieder, an einem sehnsuchtsort, zweisam zu werden.

    gern gelesen

    munkel

  • PrüfungDatum26.03.2020 23:53
    Thema von munk im Forum Philosophisches und Gr...

    Wer oder was bin ich noch ohne dich?
    Oft ratlos, so sehr fehlen mir deine ordnenden Gedanken!
    Wo mag unser gemeinsamer Platz zwischen den vielen Uhren sein?
    Covid 19 beschlägt die aufgeblätterten Zeiten!
    Jetzt überschlägt es den März;

    Im Friedhof leuchten immer weniger Kerzen,
    als ob auch im Totenreich ein neues Abstandsgebot gilt.
    Die alten Sternbilder über uns wirken kalt;
    Mythen setzen die Wanderer der Völker.
    Welche Fußnote setzt der gegenwärtige Mensch?
    Ist sie unverhältnismäßig?
    Ist er bedroht?

    Uhren zeigen seine dunkle Seite,
    unvorstellbare Kriege,
    unglaubliche Egoismen,
    ungeheuerliche Grausamkeiten,
    einen usurpatorischen Verstand!
    Welcher Markt wird von Corona profitieren?
    Ist das der Reichtum einer menschlichen Welt?

    Noch oder endlich gibt es ein Zuhause vielerorts,
    Weihnachts- und Ostererzählungen,
    Liebe,
    Schultern, die jede Last teilend tragen,
    Leid auffangen;
    ein großes Sterben.

    Träume sollten uns verbinden,
    Märchen, Geschichten, Sehnsüchte aller Welt,
    selbst am Rande der Welt gleicht sich das beherzte Hand-in-Hand-Gehen Verliebter und Liebender,
    purpurne Segel im rosaroten Himmelsblau,
    Meere, Flüsse, Bäche, Berge atmen auf,
    das Vier-Ohren-Modell der Erde!
    Reicht das für eine Umkehr in die wirklich wichtigen Werte?

    Warum ruft der Zilpzalp im Park so eindringlich seinen Namen?
    Ist es der angeborene Auslösemechanismus,
    die Angst, namenlos zu werden.

    Im Licht und in der Dunkelheit,
    die Erde trommelt,
    sie hält uns hier- und dortzulande auf Abstand.


    A.S./ 25.3.2020


    "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß wir alle voneinander lernen werden. Wir müssen es tun. Wir alle gehören zusammen und haben aneinander teil." Simon J. Ortiz

  • FliehkräfteDatum26.03.2020 18:11
    Foren-Beitrag von munk im Thema Fliehkräfte

    hallo sneaker, vielen lieben dank für dein beschäftigen mit diesem text.

    ich bemühe mich, die dinge, die du angemerkt hast, nochmal zu überdenken.

    letztendlich habe ich auf "was sie" verzichtet sowie "zu später stunde dein morgenlied" nochmal nach unten gerückt. der text gewinnt dadurch auch in meiner leseweise.



    liebe grüße munkel

  • FliehkräfteDatum25.03.2020 11:58
    Foren-Beitrag von munk im Thema Fliehkräfte

    lieber mcberry,
    danke für deine einlassung, dem nachspüren der zeilen. ja, auch todessehnsucht ist menschlich legitim. eine antwort auf ein zuhause, die kann ich nicht geben, ist es wohl eher das rückwärtsgewandte, welches auch flieht.


    lg der munkel


    p.s.: vielen dank für deine strukturierungsvorschläge, hab sie allesamt übernommen.

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