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  • Für unsDatum18.05.2019 20:08
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Du hast mit mir viele Tode ertragen.
    Nun holte dich der Tod!
    Wir lasen gleiche Bücher!
    Sie blättern sich auf: „Ich bat um Füße, er gab mir Flügel.“
    „Mein fremdes Gesicht!” oder „Wenn ich schon sterben muss!“
    Wir lernten in Ihnen war noch Hoffnung.
    Aber dein Unglück konnte Cézanne nicht genügen.
    Wir konnten uns nicht mehr beeilen.
    Dein Sterben konnte Dante nicht genügen.
    Auf Stufe 8 liegt die schwarze Uhr.
    Sie ist unverrückbar,
    Beweis des Todes und des Lebens,
    unzertrennlich wie du und ich.
    So trommelt der Grünspecht,
    so schmettert der Buchfink,
    für dich und mich.

  • MementoDatum16.05.2019 17:55
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    danke. memento bricht immer wieder durch.

    munkel

  • ungefurchtDatum11.05.2019 22:54
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    liebe alba,
    du beschreibst die furchende Arbeit mancher Windräder. Wären wir Vöglein, würden wir wie in deinem dreckstext gleich mit gedrechselt werden. Als was würden wir auftauchen, wenn es eine Wiedergeburt gäbe? Ungefurcht? Was für eine Stille gäbe es, eine andere arche, keine menschen, so auch kein so zynisch gesetztes menschenwerk, andere würden die totenvögel hörn.

    meint Munkel

  • So nah. So fernDatum11.05.2019 11:18
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Hallo alba,
    du bist meins sorgfältig, mit Samtpfötchen, nachgegangen. Wir Zurückbleibenden habe keine Wahl, als an uns festzuhalten, trotz allem Fallout.

    Danke für deine Rückmeldung

    munkel

  • La vie en roseDatum11.05.2019 00:09
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    ...komm' mit mir, Geliebte…
    zur Südseite der Heimat,
    wo der Rosenbaum Knospen trägt,
    unzählige,
    gleich unseren wahren Träumen.

    Gemeinsam alt werden.
    Freude, Leid, Glück -
    teilen.
    Junges Leben glücklich begrüßen.
    Die Jahre mit Liebe füllen.

    Es regnet.

    Wir lieben uns.
    Haut an Haut im Gewitterregen.
    Ich drücke dich an mein Herz.
    Nichts passt zwischen uns!


    Warum legst du meine Hände zurück?
    Ich schreie deinen Namen,
    will blind sein,
    drücke noch verzweifelter auf dein Herz,
    will dich dem Tod entreißen
    und schaffe es nicht.
    Das Nichts schiebt sich zwischen dich und mich.
    Maschinen halten dein Weitersterben,
    bis sie abgestellt werden.
    Dann gehst du mit dem Tod.

    .....komm' doch noch einmal Mama,
    mit mir zur Südseite unserer Heimat ......

  • Seitdem du fort bistDatum09.05.2019 21:01
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Ach, mcberry, vielen Dank für deine Rückmeldung. Dem Dunklen zu entrinnen, ist wohl zwecklos. Irgendwann bekommt es uns alle. Doch wenn einem das Dunkle unerwartet den Boden unter den Füßen wegzieht, dann ist es doppelt dunkel, völlig dunkel. Die plötzlich einsetzende Dunkelheit eines Moorwaldes käme dem Zustand schon sehr nahe. Alle Welt erwartet, dass man aus dem schwarzen Loch wieder herauskommt. Diesen Weg wollte ich so früh noch nicht gehen. // Ach, ich hätte das nicht schreiben wollen.

    Freundlich-traurigen Gruß
    Munkel

  • Seitdem du fort bistDatum09.05.2019 09:04
    Thema von munk im Forum Liebe und Leidenschaft

    Mir fehlt der andre Gedanke,
    die liebevolle Geste,
    deine Art die Dinge zu regeln,
    für jedes Problem gibt es eine Lösung!

    Mir fehlt dein zupackender Humor,
    die Schippe auf menschliche Schwächen,
    dein handwerkliches Geschick,
    deine Gabe zuzuhören.

    Mir fehlt das Öffnen der Tür,
    die Richtschnur des Familienkapitäns,
    der Lebenskamarad für schwere Stunden,
    dein sicherer Hafen.

    Bitte sprich mit mir!
    Ich frage dich still,
    was du mir jetzt sagst,
    für die Kinder, für mein Sein.

  • Anhalten: UnmöglichDatum06.05.2019 09:02
    Thema von munk im Forum Philosophisches und Gr...

    Alle Welt sagt, es soll so sein.
    Die Zeit läuft und ändert nichts.
    24Stunden am Tag, 7 X die Woche.
    Döblins Tauben gurren. Jack Londons Hund heult.
    Wetterhähne krähen losgebunden.
    Ich sollte nur für mich schreiben,
    Farben, Motive verschließen.
    Unsre Eiffelturmuhr hat keine Zeiger mehr!
    Korfu, wo wir gehen und gingen,
    wo wir uns liebten,
    wo wir Sissy's Balance fanden,
    die Nichtscheu vor großen und kleinen Menschen,
    unsre Bereitschaft Gutes zu tun,
    Lebenslinie: Ich habe tausend Fragen!
    Roter Rotdorn wächst.

  • teuerDatum05.05.2019 20:28
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    ach, ich stimme mcberry zu, ich hatte es nicht als ersatz, sondern als ergänzenden zusatz angedacht. gugol, du könntest es, nach mcberry intention mit leerzeile, ruhig noch dazusetzen.

    mit freundlichem gruß
    munk

  • MementoDatum05.05.2019 15:26
    Thema von munk im Forum Zwischenwelten

    Das war wird kurz nach der Gegenwart besonders aktiv. Nachdem es einem liebenden Menschen den liebsten Menschen durch einen Schicksalsschlag entrissen hat, muss sich das Familiengefüge neu ordnen. Bis sich eine neue Waage gefunden hat, hinterlässt die Lücke, die gerissen wurde, Wunden, die jeden Tag aufs Neue verdeutlichen, wie das Vermissen eines geliebten Menschen dem Zustand einer unstillbaren, vergeblichen Sehnsucht entspricht. Dringt das war nach und nach in eine noch nicht begriffene Gegenwart ein, verschlimmert es die Angst vor der Endgültigkeit des Verlustes. Aber man kann einen Gang auf Dantes Stufen zur Hölle riskieren. Erreicht man die achte Stufe, immerhin zwei Stufen vor der Vollkommenheit, kann man sich schon auf ein Gespräch mit einem leidgeprüfteren Menschen einlassen. Der wird einem erklären, woran es fehlt, dass man nicht die neunte oder zehnte Stufe betreten kann. Nicht in diesem Zustand, der das Wirkliche abwehrt, um das unwirklich Wirkende nicht so nah an sich heranzulassen. Bis eine vor dem Unglück erstellte Sprachnachricht abgespielt wird! Was können wir dann gegen das Verlangen tun, einander wieder sehen zu wollen?

  • teuerDatum04.05.2019 23:09
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    oder nach einem tod

  • So nah. So fernDatum04.05.2019 11:37

    Jedes festgehaltene Bild von dir,
    drängt schmerzvoll,
    in meine Seele, die nicht begreift.
    Du bist nicht mehr da!
    Ich schaue anders auf unsre Bilder.
    Schlaflos.
    Ruhelos.
    Seit deinem Tod verströmen sie Vergänglichkeit,
    beweisen die eigene Sterblichkeit.
    Du bleibst abwesend!

    Wolken tragen den Atem meiner geliebten
    Maigeborenen weg,
    ziehen das Schweigen der Räume und Natur
    mit sich fort.
    Ein todbringender Frühling,
    schleppt eine schwere, schwarze Sonne
    hinter sich her,
    aus dem Land,
    wo Vögel ihren Schnabel halten,
    langgedehnte Tage in Nächte fallen,
    die wie elende Würmer,
    durch meine rasenden Alpträume kriechen -
    und sie bringen immer tieferen Schnee.
    Die Totenstille des Winters.

  • AuspizienDatum02.05.2019 20:15

    Da liegst du mit Leichenflecken,
    nach Vorschrift einen Tubus im Mund,
    spärlich dein nachgewachsenes Haar,
    bizarr das Liderblau deiner nie mehr geöffneten Augen;
    deine Arme sind leblos an deinen Körper angelegt;
    ich lege ein letztes Mal meine Hände in deine,
    Totenstille umgibt uns,
    sie überdeckt das Unglück,
    die gebrochene Kalotte,
    die Verschiebung der Hirnmittelinie.
    Ich mache dir das Garagentor auf!
    Du kommst nicht.
    Ich lasse dir ein Bad ein.
    Das Wasser bleibt unberührt.
    Dir wird ein Gänseblümchenkranz geflochten.
    Du setzt ihn nicht auf.
    Er welkt auf dem Sims.
    Ich hasse den Tod!
    Ich bekomme Sterbeurkunden.
    Ich darf Urne und Grabstein aussuchen,
    ein Platz neben dir wird reserviert.

  • Das war schließt etwas ab. Es sollte die Vergänglichkeit symbiotisieren.
    Doch am Anfang, wenn das war beginnt Positionen einzunehmen,
    wo es eigentlich nicht zu suchen hat, wenn es Stück für Stück vereinnahmt,
    Staub schichtet, Erinnerungen stapelt, die weh tun, weil sie vom Lebenslauf
    abfallen, dann paktiert es mit dem Tod, mit dem Sterben. Dinge werden nicht mehr benutzt.
    Doch diese wehren sich, fokussieren, schreien nach Aufmerksamkeit. Wir sind noch hier.
    Wir wollen benutzt werden. Sie erklären ein Friedensangebot. Doch der Zurückgelassene begreift
    die Endgültigkeit nicht. Der Ursprung von war wird angezweifelt. Was nicht sein kann,
    kann das einstige Glück nicht zerstören und da hineinziehen, wo es doch nicht hingehört.

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    noch kann ich bilder und erinnerungen nicht ertragen anzuschauen. es ist, als ob ich in einen spiegel schaue, der eine realität vorspielt, die es nie mehr geben wird. ich falle in einen zustand, der mich quält, der das vergangene glück entgleiten spürt und wieder, immer wieder die frage, warum ist das nur passiert? wie brüchig und verletzlich ist doch unser irdisches sein. und wie entsetzlich kann ein unglück eine lücke im lebenalltag erzeugen, die einem zu spüren gibt, wie vergänglichkeit wahllos zuschlagen kann und einem verwundet, wie man es sich nicht hätte vorstellen können. alle geschmiedeten pläne und vorhaben sind für immer verloren. was bleibt mir als schritt für schritt mit der unwirklichen gegenwart zu gehen. jeder schritt schmerzt und zieht kummer nach sich.

  • Unter demselben HimmelsbogenDatum30.04.2019 12:00

    Kralle ich meine Hände in die Erde,
    die du aufgehäufelt hast,
    dann reichst du mir deine Hände.
    Pflegen wir uns're Vier-Jahreszeiten-Hecke weiter!
    Sie wartet auf deinen Schnitt!
    Ihre Gabelungen tragen einen anteilnehmenden Himmel.
    Er ist ungleich, stimmt nicht mehr überein, mit uns‘rem ausgemalten,
    als wir uns verliebten.
    Er schiebt sich vor Dunklem wie Wolkenreisig.
    Uns're Parklaterne spürt den Abstand.
    Sie überschattet den Tod.

  • SeelenschnitteDatum29.04.2019 11:44
    Foren-Beitrag von munk im Thema

    Ach alba,
    ich wünschte, ich hätte diesen Text nie schreiben müssen. Die Aborigines haben einen anderen Zugang zum Tod. Vielleicht werde ich eines Tages eine Verbindung aufbauen können, die eine Anwesenheit ermöglicht, die ich mir augenblicklich nicht vorstellen kann.

    danke für dein maunzer
    munkel

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    Lieber Joame!

    In der Phase des langsamen Begreifens eines unwiederbringlichen Verlustes potenziert es den ohnehin kaum aushaltbaren Schmerz. Es ist ein Verlust der Zweisamkeit. Das plötzlich hälftige Herz, mein Verstand rebellieren gegen das Vorgefallene, wollen den alten Zustand wieder herstellen und sind genauso ohnmächtig wie mein beschädigtes Selbst. Du weist aber auf einen Weg hin, der sich vom Zuviel-Schärfen lösen sollte, damit man wiederum das, was einem noch hält, meine Kinder, die noch dageblieben sind, nicht aus den Augen verliert. Das Kostbare ihres Daseins, mein doch nicht Alleinsein in dieser Schwere, ist auch Glück. Doch dieses Glück ist überschattet, bleibt überschattet. Das Unglück ist übermächtig. Es hat mich tief verwundet und seelisch schwer verletzt. Wie komme ich da durch? Wie lebt man mit einem entsetzlichen Verlust weiter? Noch ist das für mich unvorstellbar. Es ist eine Prüfung. Ich bin in Trauer.

    munk

  • SeelenschnitteDatum28.04.2019 19:16

    heimtückisch, plötzlich, zertrümmernd,
    danach getarnt, mit bröselnder Hoffnung, nicht fassbar,
    unwirklich beim zweiten langen Sterben an der Lebenserhaltungsmaschine!
    Wir stellen dich zur Rede!
    Du gibst keine Antwort!
    Ohne Gnade beschlagnahmst du das Liebste,
    fügst immer mehr reaktionslose Pupillenweiten,
    unumkehrbar Sterben hinzu,
    bis Natur und Mediziner Erbarmen zeigen.

  • Foren-Beitrag von munk im Thema

    Lieber Joame,
    ich folge dir, die Hamletmschine ist nicht nötig. Danke für deine Zeilen. Es ist so unfassbar. Das Unglück schärft schmerzlichst im Nachhinein das Glück, was man im normalen Alltag als zu selbstverständlich wahr- und hinnahm. Ich weiß nicht, ob das LyrI-Ich es je schafft, durch das unwirkliche Gegenwärtige durchzukommen.

    Todtraurig Munk

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