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#1

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 16:35
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte
der tod ist nur ein adlerschrei


die nacht ein schützendes dach mit sternen als löcher
hätte wohl ein dichter geschrieben
doch dafür ist keine zeit denn dem morgen graut
vor dem was der tag ans licht bringen wird
du liegst eingerollt im teppich neben mir
die sonne umhüllt die berge im osten mit rosarot

nirgends ist die stille so echolos wie hier
der blick so unbegrenzt von zäunen und verboten
wir hatten auf eine zukunft getrunken
aus deren brunnen kein wasser mehr sprudelte
auf fontänen angestoßen die längst versiegt waren
bis auf die eine die aus deinem herzen schoss

ich trinke mein glas leer auf dein wohl das gelingen
deiner reise in ein land in das nur engel reisen können
der tiefe grund des meeres schien mir zu kalt
deshalb brachte ich dich an diesen hohen hort
wo du dem himmel am nächsten bist
und ich von der hölle nur einen schritt entfernt

hörst du des adlers ruf das käuzchen klagen
ich lege dich ins morgenlicht eine rose auf der brust
möge dich der teppich tragen wie einst aladin
zu den märchenschlössern aus tausend und einer nacht
möge mir der dolch frieden geben die tat sühnen
war ich doch nur die hand die dich erlöste

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#2

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 18:30
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Angenehmen Tag wünsche ich, perry!

Kam mir der Sinn für sogenannte Gedichte abhanden? Ich weiß nicht wie ich es sonst erklären soll; viel las ich schon wo auf Wirkung abzielende Worte untergebracht waren, Litaneien, die wie ein Gedicht angeordnet waren.
Hier wird ein Glas leer getrunken auf das Wohl des Gelingens einer Reise in ein Land, in das nur Engel reisen können. Wasser scheint zu kalt, Stille - echolos - und dann noch

Zitat:

ich lege dich ins morgenlicht eine rose auf der brust
möge dich der teppich tragen wie einst aladin


Ohne Interpunktion soll sich jeder denken, was er mag, wahrscheinlich seine Phantasie spielen lassen. Das kann ich auch, indem mir keine Worte vorgegeben werden, die mich verunsichern, ob ein Adler in der Nähe ist oder ich auf einem Aladin-Teppich fliege oder eingerollt bin.

Eine Erklärung wird es für das, was mir als Schlamassel erscheint, kaum geben. Es gefällt mir absolut nicht, auch wenn am Schluß mittels Dolch gesühnt wird.
Mir hätte eine Abhandlung, was Sühne ist, besser gefallen; ich weiß, hier wird ja nicht für mich geschrieben.

Meine Ansicht soll aber weder Anlaß für eine Verzweiflungstat sein, noch soll sie unsere Freude am Schreiben schmälern. Es ist nur eine Ansicht -
und wir machen doch hoffentlich alle weiter und lassen der Phantasie freie Zügel. Kunstwert erkenne ich keinen in Deinem Werk, reisse mir meine Haare beim Lesen aus; einige lasse ich stehen, für Dein nächstes Gedicht.

Das ist eine der vielen positiven Möglichkeiten beim Schreiben. Es zeugt nicht nur vom Sein, kann auch manchmal etwas bewirken, wenn auch selten in Petitionen.

Gruß von Joame


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#3

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 19:03
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte
Hallo Joame,
ich bewundere es, wie du dich hier lyrisch outest.
Ich verzichte deshalb darauf, dich in irgendeiner Form beeinflussen zu wollen.
LG
Perry

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#4

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 20:22
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Danke, Perry, man tun, was man kann, mehr geht oft nicht.
Ich hatte mich eingebremst, sonst wäre es seitenlang geworden, das wollte ich wieder nicht. Etwas Energie für jene Niederschriften, die nie erfolgen werden, sollte wohl bleiben.
Aber Schreiben ist doch tatsächlich ein billiges Vergnügen; warte nur, bis das von einigen aufgeblasenen Wichtigtuern erkannt wird, dann könnte uns eine saftige Vergnügungssteuer drohen.
Was mir an Deinen Werken besonders gefällt ist, sie sind im Rahmen des Anstandes und der Sitte. Das alleine ist schon lobenswert. Die Ideen will und kann ich nicht vorschreiben; was zählt ist der Erfolg nebst der Freude.
Wenn Du auch eine recht anständige Sprache benützt, so würde mir mehr Interpunktion zwecks mehr Klarheit gefallen, auch Großschreibung. Was zur Gewohnheit wurde, wird nicht leicht abgelegt, somit erwarte ich in dieser Hinsicht keine Änderung; es wäre leichter zu lesen.
Ob ich es kann, weiß ich nicht, nur manchmal dachte ich bei mir, einmal diesen Stil, diese Art von Schreibweise zu versuchen, die oft als modern bezeichnet wird. Dabei gibt es keine festen Grenzen.
Oft vergleiche ich Literatur mit Malerei; tatsächlich sind viele Parallelen zu finden. In der Malkunst läßt sich oft leichter zeigen, daß bestimmte Werke keine Aussage haben, nichts konkrektes ausdrücken, sondern darauf abzielen, Eindrücke hervorzurufen.

Gruß
Joame
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#5

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 22:44
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte
Hallo Joame,
auch wenn das nicht unbedingt zu meinem Text gehört, möchte ich doch noch Folgendes anbringen. Sobald wir Stilmittel oder Machart als Maßstab für Kunst zu Grunde legen, haben wir eigentlich schon verloren. Das gilt für Texte genauso wie für Malerei und andere Kunstarten. Wichtig ist letztlich nur, dass das Werk eine spürbare Aussage transportiert.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen frohes Schaffen.
LG
Perry

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#6

der tod ist nur ein adlerschrei

in Düsteres und Trübsinniges 10.02.2009 23:39
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Genau, Perry, so wenig wie möglich zu Schablonen drängen lassen, außer man mag sie selbst und ganz ohne Zwang, der uns doch immer in irgend einer Form ungibt. Auch Dir weiterhin frohes Schaffen!

Gruß
Joame
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