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#1

Glotzen

in Philosophisches und Grübeleien 30.10.2008 22:11
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte


Glotzen

Ich fuhr nicht in die Gasse sondern weiter
An die Donau
Parkte dort
Glotzte auf das Wasser

Neben mir
Stand ebenfalls ein Wagen
Ein Wagen mit Fahrer
Er glotze auf das Wasser und
Ich wusste nicht ob wir das Gleiche dachten
Als wir auf das Wasser glotzten
In unseren Karren

Aber es war besser hier zu stehen und zu glotzen
Als nach Hause zu fahren
Wo unsere große Freiheit auf 80cm Bildschirmdiagonale schrumpfen würde

Womöglich habe ich auch mehr Zentimeter als er

Dachte ich


Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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#2

Glotzen

in Philosophisches und Grübeleien 03.11.2008 08:58
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Gem,

der Text fängt schön lakonisch erzählend an, und ich fühle mich ausgesprochen wohl zwischen den Zeilen. Ich denke, bei einem solchen Text ist wichtiger als bei vielen anderen Gedichtformen, wie es endet, was der Schluss ist.
Jedenfalls vielen bei der Zentimeter-Pointe meine Mundwinkel runter.
Klar. Ich sah neulich nochmal eine Folge von Twin Peaks, in der Special Agent Cooper Laura Palmers Psychater, Dr. Jacobi, fragt, ob Laura Probleme sexueller Natur hatte, und der Dr. antworten: "Mr. Cooper, die Probleme unserer gesamten westlichen Zivilisation sind sexueller Natur." Da mag er ja recht haben. Aber ich denke, dieses Schwanzgröße-Ding hast Du in Deinen füheren Gedichten zur Genüge abgefrühstückt. Das zündet, zumindest bei mir, nicht mehr so recht. Da gibt es interessanteres - besonders in dem von Dir geschilderten Bild. Das mit den Zentimetern ist mir in dem Zusammenhang sogar schon zu selbstreflektiert.

Grüße,
GW

_____________________________________
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#3

Glotzen

in Philosophisches und Grübeleien 10.11.2008 19:18
von Alexa (gelöscht)
avatar
Hi Gemini,
dieser "platte" Sprachstil tut hier seine Wirkung. Schön, gefällt mir gut. Die Zentimeter sind mir, wie GW schon anmerkt, in diesem Text auch zu schwach, auch wenn ich bisher noch keine „früheren Gedichte“ von dir gelesen habe. Vll. fällt dir da noch etwas anderes ein.
Gruß
Alexa

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#4

Glotzen

in Philosophisches und Grübeleien 01.12.2008 17:30
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hai Freunde

Also ich denke, dass ihr das etwas falsch verstanden habt. Die Zentimeter beziehen sich hier, ausnahmsweise einmal, nicht auf das männliche Gemächt, sondern auf die Freiheit, symbolisiert durch den Durchmesser der Bildröhre.

LG

Gem

Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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