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#1

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.07.2008 11:29
von Alcedo • Mitglied | 2.403 Beiträge | 2351 Punkte
Der Rabe und das Schreiben


Eigentlich war es kein Zufall gewesen. Den Nistplatz hatte ich schon mitten im Winter beobachtet. Und damit mich die Alten nicht bemerken, hatte ich mich frühmorgens im Dunkeln dafür angeschlichen. Reglos hinter dicken Waldrandeichen verharrend, das kalte Fernglas in den klammen Händen, fror mir dabei erbärmlich. Mehr als den Eintrag von Nistmaterial habe ich aber nicht mitbekommen. Vielleicht noch die eigentümlichen Laute, mit welchen sich die Alten verständigten.

Erst im April, als die Jungen flügge waren, trieb es mich wieder an die Stelle. Mehrere voll befiederte Jungvögel befanden sich im Horst. Von den Alten keine Spur. Eines der Jungen saß aber nicht so apathisch herum wie die anderen, sondern war dabei, mit neugierigem Umtrieb die Horstumgebung zu erkunden. Eine seltsame Vorahnung stellte sich bei mir ein, als ich sah wie es wiederholt die eine Seite der Astgabelung, in welche der Horst gebettet war, emporkletterte, um mit kraftvollen Sprüngen, über den anderen etwas tiefer liegenden Ast, zur massigen Nestplattform zurückzukehren. Während die anderen Jungen, soweit ich das mitbekam, höchstens von einem Nestrand zum anderen hüpften, wurde das eine mit seinen Ausflügen immer wagemutiger und ließ mich gebannt sein Tun verfolgen. Bis das Unvermeidliche geschah: Es war gar keine spektakulärere Weite - vorher hatte es größere Distanzen gemeistert - aber eine kurze Entfernung wurde zu hastig angesetzt, der Sprung geriet zu knapp und die Landung war zu sorglos auf der glatten Rinde. Die Krallen rutschten ab und die Flügel öffneten sich matt und kraftlos beim trudelnden Fall in die Urwaldtiefe.

Schnell lief ich hinüber. Dann sah ich ihn auch schon: direkt am Stamm, duckte sich sein schwarzes Federkleid tief in den Waldboden. War er aber nicht etwas weiter hinten gelandet? Möglicherweise täuschte mich die Entfernung. Als ich mich dem verängstigten Vogel näherte, sperrte er seinen fleischfarbenen Rachen weit auf, wie eine giftige Blume und fauchte mich an. Und wie er so in der Stellung verharrte, zeichneten zwei dunkle Linien tief in seinem Schlund einen Richtungspfeil nach oben zum Nest. Zwanzig bis Fünfundzwanzig Meter - ein tiefer Fall. Ich sah mich um. Der Fuchs würde sich heute Nacht von einem Fauchen nicht beeindrucken lassen. Es gab kein größeres Gebüsch in der Nähe, nichts was das Junge zum Hochklettern nutzen könnte. Nur einen alten Reisighaufen, den jemand mal aufgeschichtet hatte - was war denn das? Ungläubig starrte ich auf das Reisig: ein weiteres Junges saß aufrecht darauf, kaum fünf Schritte von mir entfernt und schaute mich an. Das musste das Junge sein - natürlich, die Richtung stimmte! Und es hatte überhaupt keine Angst. Das andere lag wohl schon länger da unten.

Vorsichtig näherte ich mich dem Reisighaufen. Um das Junge nicht unnötig zu erschrecken, versuchte ich, nicht auf die umherliegenden trockenen Zweige zu treten. Aber es machte gar keine Anstalten die auf Furcht hindeuten ließen. Selbst als ich mich vor ihm ins knackende Reisig kniete, musterte es mich unverändert aufmerksam, ja fast schon Neugier konnte ich in seinen blauen Augen ausmachen. Wie groß das Junge war! Noch nie hatte ich einen Raben aus solcher Nähe betrachten können. Ich näherte meine Hand zum Gruß und zu meiner Bestürzung nahm er diese nicht nur mit einer gleichzeitigen Körperbewegung an, sondern sprang behände mit zwei gezielten Sprüngen auf meinen Unterarm und weil ich den Arm reflexartig anhob, direkt auf meine rechte Schulter. Mit verrenktem Hals auf Distanz zu bleiben versuchend, starrte ich den langen Rabenschnabel an, der sich so plötzlich auf meiner Augenhöhe befand. Der Rabe aber musterte nur kurz meinen Scheitel, als wäre ich ein Stück Holz, drehte sich seelenruhig in eine bequeme Sitzposition und schien mich nicht weiter zu beachten. So brüsk er mich bestiegen und eingenommen hatte, so schnell veränderte sich der Ausdruck in seinen Augen; sie begannen sich, wie vor Müdigkeit, zu schließen. Und während ich mich aufrichtete, tat er es mir gleich, trippelte mit den Krallen, sein Gewicht auf der Schulter verlagernd, plusterte dabei das Gefieder und steckte zuletzt, zu meiner äußersten Verwunderung, den Schnabel bis über die geschlossenen Augen unter den rechten Flügel. Da stand ich nun mit einem schlafenden Raben, der in meine Intimsphäre eingedrungen war.

Am nahen Waldrand gab es genügend hohes Gebüsch und junge Bäume, auf denen ich ihn hätte absetzen können. Aber ich schritt hindurch und überquerte behutsam den Grenzgraben, denn ich wollte das schlafende Junge nicht wecken. Doch kaum hatte ich die Wiese dahinter betreten, die der alte einäugige Schäfer mit seiner Herde regelmässig beweidete, und auf welcher ich so häufig, aus der Deckung des Waldes, den Fuchs beim mausen beobachtet hatte, da erschienen plötzlich die Alten mit rauen Warnlauten ziemlich tief auf mich zuhaltend. Das hätte ich ihnen nie zugetraut. Das sonst so scheue Paar, näherte sich bis auf zehn, fünfzehn Meter abwechselnd im Flug, bevor sie abdrehten, mit gesträubten Hauben aufs Höchste erregt und warnend. Waren ihre unmittelbaren Kehllaute nicht zu hören, warf sie das Echo vom Walde zurück oder zumindest ihre heftigen Flügelschläge ruderten geräuschvoll durch die Abendluft - was für ein Spektakel! Das Junge aber reagierte überhaupt nicht. Erst nachdem ich es rüde stupste, zog es den Kopf aus dem Gefieder und blinzelte wie ein Kind das aus dem Tiefschlaf schreckt. Ich packte es mit der linken Hand an den Beinen und wiegte es auf und ab, damit es die Flügel breite. Dann warf ich es mit einer sanften Bewegung in die Luft - doch es bremste nur den Fall mit den Schwingen und plumpste jämmerlich ungeschickt ins Gras, von einem Crescendo rauer Rab-rab-rab Lauten des Paares begleitet. Die Alten taten mir leid. Ich entfernte mich rückwärts gehend in Richtung des Dorfes. Das schien sie zu beruhigen. Schließlich drehte ich mich um und lief bis zum nahen Schilfgürtel, wo die Beutelmeisen letztes Jahr in den ausladenden Zweigen der Salweide gebrütet hatten.

Unschlüssig blickte ich zurück und starrte auf den schwarzen Punkt inmitten der grünen Wiese. Was sollte ich tun? Es begann zu dunkeln. Die Alten hatten sich in die Baumwipfel am Waldrand zurückgezogen. Ihre Rufe waren verstummt. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte. Dass sie das Junge mit Schnabel und Klauen anheben und mitnehmen? Die Situation erschien mir mit einem mal lächerlich. Ich schritt wieder entschlossen auf das Junge zu, herrschte es an
- Komm hau ab, geh heim!
und fuchtelte mit den Armen. Es gab keine Reaktion. Nur die Alten kamen wieder warnend näher. Das Junge schien sich nicht wohl zu fühlen im Gras. Da packte ich es mit beiden Händen und hielt es den Alten entgegen:
- Nehmt es, wenn ihr könnt! Nehmt es doch!
Das war jetzt aber dem Jungen zu viel gewesen. Etwas, wie ein Schrecklaut, entfuhr seinem Schnabel und es versuchte sich aus meinem Griff zu befreien. Da setzte ich es wieder auf meine Schulter und richtete ihm das durcheinander geratene Gefieder. Das gefiel ihm offensichtlich. Es beruhigte sich sofort.

So wandte ich mich und ging. Die Alten verfolgten mich quer durch die Au, mit nicht nachlassendem Gehader. Ihre hassenden Rufe flogen auch noch über die Obstbäume hinweg, als ich den Hang zum Dorf emporstieg. Erst bevor ich die Gärten vor der letzten Häuserreihe erreichte, zogen sie ab und verschwanden in der aufkommenden Nacht.

Seither ist er immer in meiner Nähe, der Rabe. Er hält genügend Abstand zu meinem Alltag, und segelt hoch über mir. Sein keilförmiger Stoß ist oft nicht mehr auszumachen im Zenit. Doch ab und zu kommt er gerne auf meine rechte Schulter, knabbert an meinem Ohrläppchen und fordert mich auf ihn zu kraulen. Meistens nehme ich dazu meine Füllfeder - die mag er am Liebsten - dann sackt sein Kopf träge zwischen die Schultern und seine helle Nickhaut steigt wohlig über die blauen Augen, während er seinen Kehlbart sträubt und die gleichen leisen und genüsslichen Laute von sich gibt, welche ich damals bei den Alten, im Moment der Übergabe des Nistmaterials, erlauscht hatte.



e-Gut
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#2

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.07.2008 11:55
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Alcedo, eine schöne Geschichte, auch, wenn die umständlichen altertümlichen Formulierungen doch etwas gewöhnungsbdürftig sind. Nach fehlenden Kommas solltest du auch noch mal schauen.

Gruß von Habibi
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#3

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.07.2008 23:16
von Alcedo • Mitglied | 2.403 Beiträge | 2351 Punkte
merci fürs Lesen, und fürs Schönfinden, Habibi.
ein Komma vor "aus der Deckung des Waldes" habe ich bereits gefunden, ansonsten kämpfte ich erfolglos gegen meine Betriebsblindheit an.
zu den Formulierungen hätte ich natürlich gern Beispiele gehabt.

Gruß
Alcedo

e-Gut
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#4

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.07.2008 18:08
von Habibi (gelöscht)
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Eigentlich war es kein Zufall gewesen. Den Horst (hier hatte ich zuerst gedacht, es handelte sich um den Männernamen "Horst")hatte ich schon mitten im Winter beobachtet. Und damit mich die Alten (hier hatte ich gedacht, es seien die Eltern von Horst gemeint)nicht gewahr wurden, hatte ich mich frühmorgens im Dunkeln dafür angeschlichen. Mir fror dabei erbärmlich, das kalte Fernglas in den klammen Händen, reglos hinter dicken Waldrandeichen verharrend. Mehr als den Eintrag(vielleicht ist dieser Begriff ein Fachbegriff, für mich war er jedenfalls sehr ungewöhnlich) von Nistmaterial habe ich aber nicht mitbekommen. Vielleicht noch die eigentümlichen Laute, mit welchen sich die Alten verständigten.

Erst im April, als die Jungen flügge waren, trieb es mich wieder an die Stelle. Mehrere voll befiederte Jungvögel befanden sich im Horst. Von den Alten keine Spur. Eines der Jungen saß aber nicht so apathisch herum wie die anderen, sondern war dabei,mit neugierigem Umtrieb die Horstumgebung zu erkunden. Eine seltsame Vorahnung stellte sich bei mir ein, als ich sah, wie es dauernd die eine Seite der Astgabelung, in welche der Horst gebettet war, emporkletterte, um mit kraftvollen Sprüngen, über den anderen etwas tiefer liegenden Ast, zur massigen Nestplattform zurückzukehren. Während die anderen Jungen, soweit ich das mitbekam, höchstens von einem Nestrand zum anderen hüpften, wurde das eine mit seinen Ausflügen immer wagemutiger und liess mich gebannt sein Tun verfolgen. Bis das Unvermeidliche geschah: es war gar keine spektakulärere Weite - vorher hatte es größere Distanzen gemeistert - aber eine kurze Entfernung wurde zu hastig angesetzt, der Sprung geriet zu kurz und die Landung war zu sorglos auf der glatten Rinde. Die Krallen rutschten ab und die Flügel öffneten sich matt und kraftlos beim trudelnden Fall in die Urwaldtiefe.

Unverzüglich lief ich hinüber. Dann sah ich ihn auch schon: direkt am Stamm, duckte sich sein schwarzes Federkleid tief in den Waldboden. War er aber nicht etwas weiter hinten gelandet? Möglicherweise hatte ich mich getäuscht aus der Entfernung. Als ich mich dem verängstigten Vogel näherte, sperrte er seinen fleischfarbenen Rachen weit auf, wie eine giftige Blume und fauchte mich an. Und wie er so in der Stellung verharrte, zeichneten zwei dunkle Linien tief in seinem Schlund einen (dazwischen kommt m.E. kein Komma)Richtungspfeil nach oben zum Nest. Zwanzig bis Fünfundzwanzig Meter - ein tiefer Fall. Ich sah mich um. Der Fuchs würde sich heute Nacht von einem Fauchen nicht beeindrucken lassen. Es gab kein größeres Gebüsch in der Nähe, nichts, was das Junge zum Hochklettern nutzen könnte. Nur einen alten Reisighaufen, den jemand mal aufgeschichtet hatte - was war denn das? Ungläubig starrte ich auf das Reisig: ein weiteres Junges saß aufrecht darauf, kaum fünf Schritte von mir entfernt und schaute mich an. Das musste das Junge sein, welches soeben herunterfiel - natürlich, die Richtung stimmte! Und es hatte überhaupt keine Angst. Das andere war wohl schon länger da unten gelegen.

Vorsichtig näherte ich mich dem Reisighaufen und versuchte, nicht auf die umherliegenden trockenen Zweige zu treten, um das Junge nicht unnötig zu erschrecken. Aber es machte gar keine Anstalten, die auf Furcht hindeuten ließen. Selbst als ich mich vor ihm ins knackende Reisig kniete, musterte es mich unverändert aufmerksam, ja fast schon Neugier konnte ich in seinen blauen Augen ausmachen. Wie groß das Junge war! Noch nie hatte ich einen Raben aus solcher Nähe betrachten können. Ich näherte meine Hand zum Gruß und zu meiner Bestürzung nahm er diese nicht nur mit einer gleichzeitigen Körperbewegung an, sondern sprang behände mit zwei gezielten Sprüngen auf meinen Unterarm und weil ich den Arm reflexartig anhob, direkt auf meine rechte Schulter. Mit verrenktem Hals auf Distanz zu bleiben versuchend, starrte ich den langen Rabenschnabel an, der sich so plötzlich auf meiner Augenhöhe befand. Der Rabe aber, musterte (dazwischen kein Komma)nur kurz meinen Scheitel, als wäre ich ein Stück Holz, drehte sich seelenruhig in eine bequeme Sitzposition und schien mich nicht weiter zu beachten. So brüsk er mich bestiegen und eingenommen hatte, so schnell veränderte sich der Ausdruck in seinen Augen: sie begannen sich, wie vor Müdigkeit, zu schliessen. Und während ich mich aufrichtete, tat er es mir gleich, trippelte mit den Krallen, sein Gewicht auf der Schulter verlagernd, plusterte dabei das Gefieder und steckte zuletzt, zu meiner äußersten Verwunderung, den Schnabel bis über die geschlossenen Augen unter den rechten Flügel. Da stand ich nun mit einem schlafenden Raben, der in meine Intimsphäre eingedrungen war.

So, ich hoffe, du weißt jetzt, was ich meine. Den Rest spare ich mir aus Zeitgründen. Grüße von Habibi

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#5

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.07.2008 20:04
von Simulant (gelöscht)
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Eigentlich war*1 es kein Zufall gewesen. Den Horst(hier hatte ich zuerst gedacht, es handelte sich um den Männernamen "Horst")hatte ich schon mitten im Winter beobachtet. Und damit mich die Alten (hier hatte ich gedacht, es seien die Eltern von Horst gemeint)nicht gewahr wurden, hatte ich mich frühmorgens im Dunkeln dafür angeschlichen. Mir*2 fror dabei erbärmlich, das kalte Fernglas in den klammen Händen, reglos hinter dicken Waldrandeichen verharrend. Mehr als den Eintrag*3(vielleicht ist dieser Begriff ein Fachbegriff, für mich war er jedenfalls sehr ungewöhnlich) von Nistmaterial habe ich aber nicht mitbekommen. Vielleicht*4 noch die eigentümlichen Laute, mit welchen sich die Alten verständigten.


*1war (hier würde ich lieber ist sehen oder Eigentlich war es kein Zufall klingt einfach runder!)

*2Mir Ich würde Mich fror verwenden oder Ich fror!

*3Eintrag muss in der Tat erklärt werden. Möglicherweise könnte man schreiben= Mehr als den Eintrag von Nistmaterial durch die Alten..., wobei ja dann die Alten im nächsten Satz auch ausdrücklich genannt werden.

*4Vielleicht... Warum vielleicht? Hat der Erzähler mitbekommen oder nicht?



Das andere war wohl schon länger da unten gelegen.*5

*5Hier würde ich mich entscheiden! Entweder ...hat...gelegen oder ...war schon länger da unten.


Unverzüglich lief ich hinüber.*6

*6Unverzüglich als Wort stört mit Ernst die Melodie des Vortrags. Ich würde ein "alltäglicheres" Wort benutzen, möglicherweise Schnell, sofort oder so ähnlich.

Das andere war wohl schon länger da unten gelegen.*7

*7Möglicherweise eine Österreichische Satzbildung. Ich würde anstelle von ...war wohl schon länger da..., hat wohl schon länger... verwenden. Klingt einfach lockerer und verständlicher. Jedenfalls für mich.
Noch verständlicher wäre: Das andere (Junge) lag wohl schon länger da.


Vorsichtig näherte ich mich dem Reisighaufen und versuchte, nicht auf die umherliegenden trockenen Zweige zu treten, um das Junge nicht unnötig zu erschrecken. *8

*8Hier täte eine Satzumstellung wahre Wunder bewirken.(Achtung überspitzte Ironisierung!)
Ich würde stattdessen lieber: "Um das Junge nicht unnötig zu erschrecken, versuchte ich, nicht auf die umherliegenden Zweige treten, während ich mich vorsichtig dem Reisighaufen näherte." lesen. Klingt einfach vertrauter und man ist nicht immer versucht, den Satz nochmal zu rekapitulieren.

Schöne Story! Gefällt mir gut. Doch da ich selber immer für meine unnötig verzweigten Schachtelsätze gerügt werde, fallen mir solche immer bei fremden Texten auf. Leider weniger bei meinen eigenen.
Sind auch nur Beispiele.

Diese Erzählung hat was. Muss allerdings nochmal kritisch beäugt werden, damit sie flutscht.

Gruß simulant

Bitte nur als gutgemeinte Bemerkungen ansehen. Positive Kritik mit Anmerkungen eines Lesers!
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#6

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 28.07.2008 21:50
von Alcedo • Mitglied | 2.403 Beiträge | 2351 Punkte
@Habibi:
Danke für die Erläuterungen.

es überraschte mich ein wenig, dass ein Horst zum Horst werden kann. ich dachte die Überschrift schirmt genügend ab. aber ohne deinen Hinweis wäre ich nie drauf gekommen, merci*. das erste "Horst" werde ich jetzt durch "Nistplatz" ersetzen, ist sogar präziser, befindet er sich doch noch im Bau und ist kein fertiger Horst.

den Schachtelsatz mit dem kalten Fernglas, habe ich schon öfter umgestellt, um wie ich sehe, immer noch bei der steiferen Variante zu bleiben. obwohl ich hier eine gewisse Steifheit haben möchte, soll es natürlich nicht den Lesefluss stören. ich baue deshalb um: die Eichen kommen nach vorn, das Fernglas in die Mitte und das Frieren nach hinten. ja: klingt besser. *, schön.

auf "Eintrag" möchte ich nicht verzichten. ich glaube dieser ornithologische Fachbegriff ist gut verständlich und erklärt sich im Kontext.

das Komma vor "mit neugierigem Umtrieb" hab ich eingebaut, *. diesen Umtrieb könnte ich auch für das von dir fett angemerkte "sein Tun verfolgen" verwenden. hm, ich könnte Tun und Umtrieb tauschen, aber andere Alternativen fallen mir momentan nicht ein. nein, kein Tausch. ich könnte "Aktivität" für "Tun" verwenden, das wäre nicht mehr so altertümlich, oder? aber das passt mir nicht gut genug:
und liess mich gebannt seine Aktivität verfolgen.
oder doch? hier brauch ich Bedenkzeit, etwas Abstand oder weiteres Feedback.

Komma nach "Schlund" und vor "musterte" sind ausgemerzt, *.
Hochklettern wird Groß geschrieben, jawoll*.

die anderen fetten Hinweise von "Unverzüglich" bis "zu meiner äußersten Verwunderung" auf mein altmodisch, kann ich nur zum Teil nachvollziehen. aber ganz möchte ich ja von der Sprache Alfred Edmund Brehms nun auch wieder nicht Abstand nehmen. manchmal stehe ich vielleicht auch wirklich auf dem Schlauch. mir fehlt beim besten Willen die Idee, was ich zum Beispiel anstatt "Unverzüglich" nehmen sollte.

die Sterne stehen für die vielen merci, die ich bei diesem Feedback immer im Hinterkopf hatte, die ich aber nicht penetrant wiederholen wollte. aber so wünsche ich mir das, und der Dank an Korrektor und Kritiker ist stets dabei. gute Arbeit (darf ich dich auch Cornelia nennen?), *.

Gruß
Alcedo

edit:
"Unverzüglich" hab ich mittlerweile durch "Schnell" ersetzt.

--------------------------

hallo simulant
Willkommen im Tümpel!


Zitat:

Simulant schrieb am 21.07.2008 20:04 Uhr:
Diese Erzählung hat was. Muss allerdings nochmal kritisch beäugt werden, damit sie flutscht.

was du nicht sagst.
aber hebelst du dir mit solchen Bemerkungen zum Schluss nicht das eigene Feeback aus?

danke für die vielen Anmerkungen. die Sterne finde ich geschickt, das kopiere ich glatt mal bei Gelegenheit.
aber ich glaube ab *5 hast du Text vergessen einzufügen. oder steht da bloss was doppelt? halb so schlimm. ich schau mal inwieweit ich trotzdem zurecht komme.

*1: ist "war gewesen" denn so verkehrt? die einfache Vergangenheitsform erscheint mir ungenügend. eine große Zugnummer ist dieser erste Satz aber in der Tat nicht. das ist mir bewusst.

*2: den Satz hab ich jetzt umgestellt. das "mir" passt jetzt vielleicht auch besser.

*3: puh, ich dachte das erklärt sich von selbst, im Kontext. wie du selbst sagst, spätestens im nächsten Satz. ich möchte auf solche Begriffe nicht verzichten: Eintrag, Nickhaut, Stoss. lieber erkläre ich sie bei Bedarf. vielleicht füge ich ja noch Sterne mit Fußnoten ein ...

*4: weiß der Erzähler vielleicht selber nicht - die Macht des Unterbewusstseins, you know.

*5&7: liegst du gar nicht so falsch mit dem österreichischen Einschlag, nur noch ein Stück weiter donauabwärts.

*6: "Unverzüglich" hab ich durch "Schnell" ersetzt. merci.

*8: die Satzumstellung nach deinem Vorschlag muss ich noch überlegen.

danke auch für das Lob.

Gruß
Alcedo

e-Gut
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#7

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 28.07.2008 22:19
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Alcedo, freut mich, dass ich dir etwas helfen konnte, natürlich kannst du mich auch Cornelia nennen.

Gute Nacht.
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#8

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 28.07.2008 23:43
von Simulant (gelöscht)
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Zitat:

Alcedo schrieb am 28.07.2008 21:50 Uhr:

--------------------------

hallo simulant
Willkommen im Tümpel!

thanks a lot

Simulant schrieb am 21.07.2008 20:04 Uhr:
Diese Erzählung hat was. Muss allerdings nochmal kritisch beäugt werden, damit sie flutscht. was du nicht sagst.
aber hebelst du dir mit solchen Bemerkungen zum Schluss nicht das eigene Feeback aus?

danke für die vielen Anmerkungen. die Sterne finde ich geschickt, das kopiere ich glatt mal bei Gelegenheit.
aber ich glaube ab *5 hast du Text vergessen einzufügen. oder steht da bloss was doppelt? halb so schlimm. ich schau mal inwieweit ich trotzdem zurecht komme.

*1: ist "war gewesen" denn so verkehrt? die einfache Vergangenheitsform erscheint mir ungenügend. eine große Zugnummer ist dieser erste Satz aber in der Tat nicht. das ist mir bewusst.

Nun gut geht durch, doch rettet solch ein Satz nicht unbedingt vor harscher Kritik, ganz im Gegenteil.

*2: den Satz hab ich jetzt umgestellt. das "mir" passt jetzt vielleicht auch besser.

*3: puh, ich dachte das erklärt sich von selbst, im Kontext. wie du selbst sagst, spätestens im nächsten Satz. ich möchte auf solche Begriffe nicht verzichten: Eintrag, Nickhaut, Stoss. lieber erkläre ich sie bei Bedarf. vielleicht füge ich ja noch Sterne mit Fußnoten ein ...

Hier setzt die Bequemlichkeit ein, nach der Devise, wo lässt denn du lesen? Man muss die Leserin nicht überfordern.

*4: weiß der Erzähler vielleicht selber nicht - die Macht des Unterbewusstseins, you know.

Die Macht der unbewussten Heiligkeit?

*5&7: liegst du gar nicht so falsch mit dem österreichischen Einschlag, nur noch ein Stück weiter donauabwärts.

Schwarzes Meer?

*6: "Unverzüglich" hab ich durch "Schnell" ersetzt. merci.

You`r welcome!

*8: die Satzumstellung nach deinem Vorschlag muss ich noch überlegen.

danke auch für das Lob.

Gruß
Alcedo


Bitte! Dat was mur, dat mut.

Komplimente machen weniger Ärger, als noch so ernstgemeinte kritische Anmerkungen. Doch es gibt Situationen die möchte man einfach retten. Ganz ähnlich ist es mit flott geschriebenen Geschichten. Wenn sie gefallen, muss man sich für sie einsetzen. Aber nun genug des Gesülzes.
Bei deiner Geschichte stimmt beinahe alles.
Da ich selber zu den Zeitgenossen gehöre, die sich Kritik stellen wollen um an dieser zu wachsen, setze ich solches einfach mal voraus. Auch und gerade bei anderen Geschichtenerzählern.



An Habibi nur der Hinweis: Einfach mal lesen und schon wird aus Horst nicht der Horst mit der tollen Tolle! Einige Erzählungen brauchen halt das Quentchen Überraschung. Doch der, welcher liest ist auch der, der versteht. Meistenstens!

Gruß simulant
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#9

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 30.07.2008 10:49
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hi Alcedo,

wiedermal kann man sich an Deinen präzisen Beschreibungen erfreuen. Wobei mir einbisschen was, wengistens ein Satz fehlt zwischen den letzten beiden Absätzen, undzwar wie der Vogel von dem Arm des Erzählers in dessen Nähe in der Zukunft kommt.

Ich habe auch noch einpaar Korrekturen.

Ich glaube, es muss am Anfang heißen "Und damit die Alten meiner nicht gewahr wurden", also Genitiv.

Dann: "Am nahen Waldrand gab es genügend hohes Gebüsch und junge Bäume, auf denen ich ihn hätte absetzen können. "

"die umher liegenden Zweige" schreibt man auseinander nach Reform.

Grüße,
GW

_____________________________________
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#10

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 30.07.2008 14:37
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
@ Alcedo

Gut und sorgfältig geschrieben, beginnt in der Vorvergangenheit, was etwas Spannung durch das Wissen aufbaut, es wird sich noch etwas ereignen.
Die wenigen vorkommenden ornithologischen Begriffe können getrost vorausgesetzt werden.
Im fünften Absatz hat es GerateWohl richtig erkannt, daß der Artikel so nicht paßt, zumindest die Mehrzahl oder 'wohin ...' sollte verwendet werden.

Die Meinungen, was flutscht, sind sehr unterschiedlich; hinzu käme auch die Begriffsbestimmung von 'flutschen'.
Für mich rutscht und schlutzt es, was ich ganz einfach als 'gut lesbar' bezeichne.

... und wieder eine gute Geschichte, die ohne Mord und Pistole auskommt und trotzdem nicht öde ist.

Gruß
Joame
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#11

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.08.2008 08:54
von Alcedo • Mitglied | 2.403 Beiträge | 2351 Punkte
hallo simulant

solche Seitenhiebe ("Einfach mal lesen ..." et cetera) an die Adresse anderer user werden hier nicht gern gesehen. versuch doch bitte zukünftig deine Ellbogen im Zaum zu halten.

den ersten Satz des vierten Abschnitts ("Vorsichtig näherte ich mich dem Reisighaufen und versuchte nicht auf die umherliegenden trockenen Zweige zu treten, um das Junge nicht unnötig zu erschrecken.") habe ich jetzt nach deinen Anregungen umgestellt. das war wirklich unschön verschachtelt. allerdings ließ ich "vorsichtig nähern" in einem ausgegliederten eigenständigen Satz vorne, da mir das wichtig ist:

Vorsichtig näherte ich mich dem Reisighaufen. Um das Junge nicht unnötig zu erschrecken, versuchte ich, nicht auf die umherliegenden trockenen Zweige zu treten.

Danke noch mal.
Gruß
Alcedo

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hallo GW

freut mich, dass die präzisen Beschreibungen gefallen.

"Und damit die Alten meiner nicht gewahr wurden" wäre natürlich korrekt, danke (wie betriebsblind man doch sein kann!). aber das ist jetzt selbst mir zu altmodisch. ich ändere dann lieber auf "bemerken". ich hoffe das ist nun korrekt. schau doch im ersten Abschnitt bitte nochmals drüber.

"Am nahen Waldrand gab es genügend hohes Gebüsch und junge Bäume, auf denen ich ihn hätte absetzen können. "
wieder korrekt, merci und: übernommen.

die Reform boykottiere ich mit "umherliegenden" absichtlich.

Gruß
Alcedo

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hallo Joame

merci für die Bestätigung der Vorvergangenheit.
das mit "ohne Mord und Pistolen" ist mir auch ein schönes Lob.

Gruß
Alcedo

edit:

Zitat:

Alcedo schrieb am 20.07.2008 11:29 Uhr:
Eine seltsame Vorahnung stellte sich bei mir ein, als ich sah wie es dauernd die eine Seite der Astgabelung, in welche der Horst gebettet war, emporkletterte,


"dauernd" ersetzt durch "wiederholt"

e-Gut
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#12

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.08.2008 10:03
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Alcedo, danke für deine Bemerkung an Simulant, habe mich wirklich darüber geärgert und mir überlegt, ob ich darauf etwas antworten soll, dann aber beschlossen, es zu lassen. Ich denke, es ist so gewollt vom Autor, auch über Dinge informiert zu werden, die beim ersten Lesen irritieren und vielleicht in eine falsche Richtung lenken, auch wenn sie natürlich im weiteren Verlauf sich selbst richtigstellen aus dem Kontext heraus. Ich jedenfalls würde so etwas wissen wollen. (Auch, wenn ich den Leser absichtlich auf eine falsche Fährte hätte locken wollen.)

Der Satz mit dem "gewahr werden" ist genau das, was ich mit "altertümlichen Formulierungen" gemeint hatte. Und ich bin froh, dass du das jetzt, zumindest in dem Fall, auch so siehst und änderst.

Was das "umherliegende" betrifft, ist es ja jetzt durch die Reform der Reform der... wieder so, dass man das, was vorher verstärkt oder generell auseinander geschrieben werden sollte, jetzt, je nach Sinnzusammenhang, getrost wieder zusammenschreiben darf. Insoweit boykottierst du nicht. (Jedenfalls meiner Meinung nach nicht.)

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Cornelia
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#13

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.08.2008 11:19
von Simulant (gelöscht)
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Hallo alcedo,
mit deinem mäßigenden Hinweis liegst du natürlich absolut richtig, auch wenn ich es natürlich nicht ganz so dramatisch sehe wie habibi, bei der ich mich hiermit ausdrücklich für möglicherweise Verstimmendes entschuldige. Ich hoffe, sie kann mir verzeihen.
Aber ich dachte, wer austeilen kann...!

Na gut, möglicherweise war auch nur habibis früherer Angriff auf mich der Auslöser.

Nun ja, trotzdem muss ich schon wundern, dass einem Leser, einer Leserin, nicht zugemutet werden soll, sich eine Geschichte in aller Ruhe durchzulesen um wichtige Zusammenhänge zu verinnerlichen und dann erst auf weiterhin bestehende Verständnisprobleme einzugehen. Ich selber erwische mich häufig dabei, dass ich in meiner schreiberischen "Betriebsblindheit", einfach Ideen als schon beim Leser angekommen sehe, die ich noch gar nicht aufgeschrieben habe, Wichtiges also dem Leser für dessen Verständnis vorenthalte. Hier muss immer Kritik ansetzen und nicht an Fragen, die bereits im nächsten Absatz, oder wie bei deinem Raben, im nächsten Satz abgeklärt werden.

Mir helfen beinahe alle Hinweise aus den Reihen der Leserschaft und hier passiert einfach hier im Forum noch zu wenig. Schade! Eine Kritische Bewertung des Verfassten ist für den Schreiberling unverzichtbar. Hier wünsche ich mir mehr.
Wenn ich Kritisches zu einem Beitrag verfasse, dann nur, weil mir die Geschichte gefällt und mir trotzdem einiges auffällt, was den erzählerischen Fluss behindert. Nicht um mich in irgendeiner Art und Weise wichtig zu machen oder irgendjemandem zu gefallen.
Da ich keinen der Autoren kenne, kann ich nur das Geschriebene beurteilen. Dieses möglicherweise aber recht gut.


auf weiterhin auskömmliches Verweilen hoffend, verbleibt simulant mit guten Wünschen an alle User, nicht nur für das Wochenende.
Besonderer Gruß geht noch an habibi!
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#14

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.08.2008 11:25
von Habibi (gelöscht)
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Zitat:

Simulant schrieb am 02.08.2008 11:19 Uhr:
Hallo alcedo,
mit deinem mäßigenden Hinweis liegst du natürlich absolut richtig, auch wenn ich es natürlich nicht ganz so dramatisch sehe wie habibi, bei der ich mich hiermit ausdrücklich für möglicherweise Verstimmendes entschuldige. Ich hoffe, sie kann mir verzeihen.
Aber ich dachte, wer austeilen kann...!

Na gut, möglicherweise war auch nur habibis früherer Angriff auf mich der Auslöser.





Hallo Simulant, das interessiert mich jetzt aber doch! Kannst du mir bitte sagen, wo ich dich angegriffen habe? Ich bin mir nämlich keiner Schuld bewusst.

Auf Aufklärung harrend grüßt Habibi
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#15

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.08.2008 22:30
von Simulant (gelöscht)
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Zitat:
Maya schrieb am 15.07.2008 16:45 Uhr:
Also wenn ich mich hier mal einschalten darf: Die Vorschläge von Simulant hätte ich - bis auf eine Ausnahme (vor Wohnungstür wieder), als Autor ebenfalls zurückgewiesen - weil sie mir nicht einleuchten und es sich in meinen Augen um "Verschlimmbesserungen" handelt. Unverständlich ist mir, warum sich Simulant dermaßen über die Reaktion Habibis echauffiert? Es ist nun mal das gute Recht des Autors, abzuwägen, ob er Vorschläge übernimmt. Die Begründung Habibis ist vollkommen angemessen.
…………………

Maya,
Du brauchst als Autor gar nichts zurückweisen, wenn Du gar nicht erst schreibst!
Wenn Du aber schreibst und dann noch die Chutzpe hast, zu veröffentlichen und dann auch noch darauf bestehst, kritisch hinterfragt zu werden, dann hast Du die verdammte Pflicht, Dich mit dem auseinder zu setzen, was Deine Leser so beim Lesen zu bemerken glauben.
Alle sich hier rumtreibenden möchte ich nochmals ausdrücklich dazu auffordern, sich möglichst mit meinen Texten zu befassen, wenn sie denn wirklich wollen. Denn nur durch genau diese Rückantworten kann ich an meinen Texten wachsen.
Wer das nicht versteht, der tut mir leid.


@ Simulant:
Entweder willst du nichts verstehen oder du kannst es nicht…………………………………………………. Aufforderung, sich mit deinen Texten zu beschäftigen, bei mir keinen Anklang findet.
@ Habibi:
Meine Heimat……………………………………………………………… Fach abgewählt.

Hallo Maya, danke für deine deutlichen Worte in Richtung Simulant, ich weiß auch nicht, was ich dazu noch sagen soll. Es nützt ja nichts, wenn man alle Argumente mehrmals wiederholt. Entweder man wird verstanden oder eben nicht. Schade.

Deine………………………………………………………………………., Näheres.

Grüße von Habibi


Nun gut, war von mir dick aufgetragen! Jedoch kann ich es nicht verstehen, wenn es sich Autoren verbitten, das man "Verbesserungen" vorschlägt!
Die vorgetragenen Ideen müssen doch nicht wirklich umgesetzt werden, nur weil es jemand vorschlägt!
Es sind Vorschläge, Gedanken, Ideen, möglicherweise völlig am Thema vorbei.

Aber es sind doch Beweise dafür, dass es jemanden gibt, der sich überhaupt mit dem Geschriebenen einlässt!

Hier nun ein Kartell gegen Kritische Hinterfrager zu bilden ist kindisch!

Wenn sich Maya, angesichts meines erklärtermaßen überzogenen zynischen Komentares beleidigt fühlte, beweist das nur, dass sie "diagonal" gelesen hat. Also nur bei Schlüsselwörtern "hängen geblieben ist", also gar nicht richtig gelesen hat. So meine Vermutung.
Wenn sie nun der Meinung ist, meiner "Dichtung" gegenüber uninteressiert sein zu müssen, so bleibt ihr das unbenommen. Beraubt sie aber einer ganz wichtigen Funktion hier im Forum.

Nun gut, habibi hat sich ebenfalls eine Einmischung durch mich verbeten, indem sie der o. zitierten Maya in vollem Umfang Recht gegeben hatte.

Hierauf und nur hierauf, bezog sich mein Komentar.

Leute, seid nicht sofort eingeschnappt, wenn jemand herkommt und eure Texte zerpflückt! Näher kommt ihr doch nie mehr an eure Leserschaft. Jeder von euch kennt doch ein paar freundliche Seelen, die alles was ihr schreibt, für "obercool" halten, ohne mit der verdammten Wahrheit aus der Tasche zu kommen. Kritik kann verdammt weh tun! Besonders, wenn man sich im Recht fühlt. Bloss, bei Dichtung versagen die bekannten Naturgesetze! Hier kommen ganz andere Kriterien zum Ansatz. Jeder hat seine ganz eigene Erfahrung mit Geschriebenem.
Und auf nicht wenige dieser Erfahrungen baut der ganz eigene Geschmack auf und nicht selten fällt man als Autor in ganz üble Fallen.
Der des Plagiat-Vorwurfes zum Bleistift!
Ich hatte mal in einem geschlossenen Forum eine KG gepostet, mit der Bitte um Kritik. Die Story sollte zu einem Wettbewerb. Der erste Vorwurf war der des Plagiats! Bumms, das hatte gesessen! Nun, was soll ich sagen? Die Jury hätte es wohl genauso gesehen. Ich habe stattdessen, etwas ganz anderes eingereicht und einen von 24 Plätzen belegt. Diese 24 Autoren sind nun in einem Roman-Projekt vereinigt. 24 von 1200 Beiträgen.

Kritik hatte mir die Augen geöffnet, obwohl ich beileibe nicht abgekupfert hatte, das Werk gar nicht kannte, der Autorenname mir gar nicht bekannt war. Und trotzdem war was dran. An dem Vorwurf.
Passagen schienen direkt von ihm zu sein. Es hätte sicherlich eines Wissenschaftlers bedurft, um den Verdacht auszuräumen.



Ich hoffe, ich habe hiermit ein klein wenig an Bußfertigkeit erkennen lassen und grüße alle



simulant



Was ich mir abschminke ist, hier nochmal an einem Text Kritik zu üben! Was aber wohl eigentlich bedeutet...?
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#16

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 03.08.2008 01:17
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Nochmals meinen Gruß, Alcedo!

Zum Glück konnte ich in der Litanei Deine Geschichte ganz oben noch finden. Heute scheine ich einen etwas kritischeren Tag zu haben, weil ich einige 'Kleinigkeiten' auf Anhieb sah, derer ich beim ersten Durchlesen nicht gewahr wurde.Alleine schon im ersten Satz:

Zitat:

Eigentlich war es kein Zufall gewesen. Den Nistplatz hatte ich schon mitten im Winter beobachtet. Und damit mich die Alten nicht bemerken, hatte ich mich frühmorgens im Dunkeln dafür angeschlichen.


Keine Kleinigkeit und als Fehler zu bewerten ist die Verwendung von
frühmorgens, was bedeutete, es geschah jeden Morgen. Es gehört einfach ohne s. Dadurch wird eine kleine Umstellung notwendig, z.B. 'am frühen Morgen'.
Stilistisch wirkt das 'dafür' nicht gut, es könnte einfach stattdessen 'deshalb' stehen oder auch 'aus diese Grund', ...
Die meiner Ansicht nach geringste Kleinigkeit, sollte sich bei Feinschliff an dieser Geschichte von einem 'mitten im Winter' eventuell zu einem 'Mitte Winter' ändern, soferne die genauere Zeitbestimmung des Winters notwendig ist und man sich nicht einfach mit 'Winter' begnügt.
In diesem Fall glaube ich, ist aber die nähere Bestimmung wesentlich.

Ebenso mag es für Dich an Haarspalterei grenzen, aber das 'im Dunkeln' das nach dem noch vorhandenen 'frühmorgens' steht, könnte auch 'bei Dunkelheit' lauten, das 'angeschlichen' um in der Weidmannssprache zu bleiben, sogar durch 'angepirscht' ausgedrückt werden.

Weiter lese ich vorläufig gar nicht, denn ich sehe, der Rechtschreibfehler
'fror mir' steht noch (anstatt fror mich) und hat sich mit Hilfe der Mundart schon sehr fest eingebürgert.

Es ist die Summe der Kleinigkeiten, oft auf Anhieb nicht ersichtlich, die einer Beschreibung oder Erzählungen jene Nuance geben, die den beliebten und gern gelesenen Schriftsteller ausmachen.
Ob das anhand dieser wenigen und undeutlichen Beispiele aufgezeigt werden konnte, bezweifle ich fast. Vor dem ernsthaft Bestrebten liegt ein steiniger Weg, den er mit unablässig wachsamen Augen gehen sollte.
Selbst dann ist der Erfolg nicht hundertprozentig, genausowenig wie durch das Wissen um die Inhaltsstoffe einer Tinktur, deren Wirkung auch garantiert werden kann.

Es grüßt
Joame
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#17

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 03.08.2008 10:51
von Habibi (gelöscht)
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@ simulant, dies hier ist wirklich der letzte Beitrag (von mir) zum leidigen Thema, ich muss das aber noch einmal aufgreifen, weil bei dir einiges durcheinander zu gehen scheint. Es geht nicht darum, dass ich keine Kritik will oder vertrage (sonst wäre ich nicht in diesem Forum aktiv), es geht nur darum, dass ich als Autor entscheiden können muss, ob ich in dem konkreten Fall die Kritik als berechtigt annehme, oder ablehne. Und dieses Recht muss der Autor IMMMER haben.

Schönen Sonntag noch.

Habibi
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#18

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 03.08.2008 12:56
von Simulant (gelöscht)
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@all


habibi hat zumindest nun Gelegenheit gehabt, ihre Vorstellung von "konstruktierter Kritik" ausgebreitet. Dieser kann, muss man sich aber nicht anschließen. Nun gut, sollte jeder für sich selber entscheiden und das ist auch gut so.
Jedefalls, was auffällt ist, dass man sich hier wunderbar über Kritik und was sie beim "Kritisierten" (ursprünglich gings allerdings um Texte, nicht um deren Texter)auslöst unterhalten kann, anstatt über das, was einen guten Text wohl ausmacht.
Eigentlich fatal, so mal nebenbei bemerkt, aber wohl nicht zu ändern.

Den Tümpelanten auch von mir einen recht erholsamen Sonntagnachmittag noch.

Gruß simulant
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#19

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 03.08.2008 13:43
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Es wird bewußt die Möglichkeit geboten, einander Private Nachrichten zuzusenden.
Diese zu beanspruchen, wäre sinnvoll.

Nur bitte, nicht wie in vorliegendem Fall, den Beitrag eines Mitgliedes durch nicht Themenbezogenes zuschütten/unübersichtlich machen.
Die letzen zwei Postings haben absolut keinen direkten Bezug zum Thema der Kurzgeschichte;
diese heißt Der Rabe.
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#20

Der Rabe und das Schreiben

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 08.12.2008 11:10
von Alcedo • Mitglied | 2.403 Beiträge | 2351 Punkte
habe die Geschichte nochmals überarbeitet. korrigiert wurden Kommasetzung und scharfes "ß", sowie die Großschreibung bei "Höchste".

@Joame:
das mit "frühmorgens" hab ich geprüft. wenn ich "am frühen Morgen" verwende, dann wird es vielleicht nur für einen Tag gehalten. tatsächlich sind es aber mehrere gewesen. es passierte öfter als ein Mal. das ist mir wichtig. darum werde ich es so belassen.
"dafür", "fror mir" usw. möchte ich auch nicht ändern.

Gruß
Alcedo

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