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#1

steinig

in Diverse 15.07.2008 17:24
von Karl Feldkamp • Mitglied | 194 Beiträge | 194 Punkte
manchmal
suche ich
auf bergpfaden
absurdistans steine
der weisheit zu finden

stoße nur
auf graue brocken
wage nicht
als erster
zu werfen

lege mich
rücklings auf
bergwiesen
und lasse wolken
für mich ziehen
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#2

steinig

in Diverse 16.07.2008 04:26
von Maya (gelöscht)
avatar
Guten Morgen!

Die Zeilenumbrüche gefallen mir nicht, und den Inhalt verstehe ich nicht. Da sucht jmd. von Zeit zu Zeit auf als absurd einzustufenden Wegen Steine der Weisheit, findet nur Brocken und will diese nicht als erster werfen. Hm. Also da frage mich, warum das lyrI überhaupt Brocken werfen möchte und was das bringen soll. Will er eine andere Person damit bewerfen? Wenn ja, warum? Oder spielt hier die biblische Aussage "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein" eine Rolle? Stehen die Brocken symbolisch für Wortbrocken, so dass dieser Mensch bei Streitigkeiten zwar nach weisen Worten sucht, die er dem Gegner erwidern möchte, doch immer nur Brocken findet, die er lieber gar nicht erst wirft und sich stattdessen schweigend zurückzieht und die Wolken (=Zeit, die vergeht) diese Sache für sich klären lässt? Also ich finde keinen rechten Draht dazu, auch wenn ich mir ein, zwei, drei Interpretationen zusammenspinnen könnte.

Gruß, Maya.
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#3

steinig

in Diverse 16.07.2008 19:22
von Karl Feldkamp • Mitglied | 194 Beiträge | 194 Punkte
Liebe Maya,
herzlichen Dank für deine Reaktion.
Das Lyr-Ich sucht (wertvolle) Selbsterkenntnisse, findet in sich aber vor allem Depressives (graue) und Aggressives, traut sich aber nicht die Aggression zu zeigen... (mit Steinen werfen). Was gefällt dir an den Zeilenumbrüchen nicht?
Gruß
Karl
H
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#4

steinig

in Diverse 17.07.2008 17:18
von Maya (gelöscht)
avatar
manchmal
suche ich
auf bergpfaden absurdistans
steine der weisheit
zu finden

(Die Vorsilbe ver- habe ich absichtlich gestrichen. Mir erschließt sich nicht, warum die offensichtlich inhaltlich zusammengehörigen Wortgruppen mit einem Zeilenbruch voneinander abtrennst. Auf mich wirkt das krampfhaft und gewollt.)

stoße nur auf
graue brocken
wage nicht
als erster
zu werfen

(Das "auf" habe ich die erste Zeile genommen, weil sich in meinen Augen eine schöne Doppeldeutigkeit daraus ergibt, denn das lyrI stößt auf - und die Brocken dann auch auszukotzen.)

lege mich rücklings
auf bergwiesen
und lasse wolken
für mich ziehen

(Das "lieber" habe ich weggelassen, denn ich finde es nicht nur überflüssig, weil die S2 ja bereits ankündigt, dass das lyrI passiv bleibt, sondern auch sprachlich unschön; "rücklings" vorgezogen. "Bergwiesen" steht somit nicht mehr alleine auf weiter Flur. Ohnehin sollte man Einwortzeilen weitestgehend vermeiden, denke ich.)

So gefällt mir die Aufteilung besser.
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#5

steinig

in Diverse 17.07.2008 17:58
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi Karl

ich hab ein Problem mit dem Steine werfen. In S1 und S3 ist das LI offensichtlich allein, aber in S2 will es nicht als erster werfen, dann müßten noch andere da sein.

Die Verbesserungen von Maya find ich gut, läßt sich gefälliger lesen und ergibt dadurch nette Doppeldeutigkeiten, wobei ich "manchmal suche ich" noch komplett in die erste Zeile schreiben würde.

Gruß
Simone

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#6

steinig

in Diverse 22.07.2008 18:20
von Karl Feldkamp • Mitglied | 194 Beiträge | 194 Punkte
Liebe Maya,
danke für deine Hilfe. Ich habe sie gern angenommen.
Liebe Simone,
danke für deinen Kommentar.
da dort unberührte Brocken liegen, will das Lyr-Ich nicht der erste Werfer sein.
Herzliche Grüße
an euch Beide
Karl
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