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#1

Mein erster Text

in Diverse 19.06.2008 08:41
von raffisworld (gelöscht)
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Das erste Wasser

geboren aus dem tiefsten Inneren. trete ich ans Tageslicht,
jetzt bin ich noch schwach und muss mich sammeln,
doch nicht lange und ich breche auf!
Mit wankendem Lauf beginnt das Leben, weiß noch nicht, wohin
soll ich streben, doch schon werd ich stärker, die Richtung bestimmt,
mal sehen wohin meine Leben rinnt!
Dann nach einem steinigen Weg, kehrt Ruhe ein, es gesellt sich ein Gefährte
hinzu und meine Kraft nimmt ständig zu, ich bin nun so weit,
ich fresse mich selbst durch Stein, es muss wohl die Hilfe meines
Gefährten sein, es kann mich nichts halten, bin voller Kraft, es gibt nichts,
was ich nicht geschafft.
Doch wo führ ich den Gefährten hin, macht das alles einen Sinn,
kleine Gefährten treffen hinzu, und der Sinn wird Klar im nu,
führen und schützen soll ich die Gefährten auf einen Weg, dessen Ende noch
nicht feststeht, ich führe sie hindurch durch Felder und Auen, die Fälle hinab
um Felsen herum.
Dann kommt ein Wald, mit mächtigen Bäumen, mehr als 100 Jahre alt,
die großen Wurzeln ziehen und zerren, wollen mir den Durchfluss
versperren, sie nähren sich an mir, meinen Gefährten zum Schutz,
war ich der erste hier.
Ich bin sehr schwach und wir fliesen in den See, die Gefährten sind
sicher, stärker denn je, am Südliche Ufer leg ich mich zur Ruh.
Doch die Sonne zieht mich zu den Wolken hoch, erlebe ich den Weg meiner Gefährten noch? Noch nicht zu Ende gedacht, treibt mich ein Wind
mit voller Macht, wieder über Orte, an die ich so oft gedacht.
Ich löse mich aus der Wolke und lass mich fallen, ganz tief hinab,
ist dies mein Grab?
Doch kaum hab ich mich gesammelt, trete ich wieder empor,
ans Tageslicht. Ans Tageslicht?
Es ist meine Quelle, wo ich geboren war, als erstes Wasser schaffte ich
ich die Harmonie, der Kreis perfekt, ich hab gezeigt was in mir steckt.
Nur eine Frage ist tief in mir drinnen, werden sie sich an mich erinnern,
wie wird das Bild vom ersten Wasser sein, hoffentlich
Sauber und Rein !

RK
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#2

Mein erster Text

in Diverse 20.06.2008 17:38
von Maya (gelöscht)
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Hallo,

auch hier habe ich das Gefühl, als ob du dich nicht zwischen Lyrik und Prosa entscheiden könntest. Du wankst hin und her, der Stil leidet unter den teils zwanghaften Reimversuchen, und wenn das lyrische Prosa sein soll, so fehlt mir dennoch die formale Stringenz. Diese Unsicherheit passt dann vielleicht noch zum Anfang der Geschichte, wo der Protagonist wankt, aber spätestens ab da, wo er seinen Weg gefunden zu haben scheint, steht die stilistische Unsicherheit dem Inhalt entgegen. Das irritiert und wirkt etwas ungelenk.

Die Geschichte reißt mich nicht mit, weil du an keiner Stelle in die Tiefe gehst, sondern von steinigen Wegen sprichst (Was genau ist passiert?), die der Protagonist irgendwie mit Hilfe seines Gefährten (Frau?), der auch nicht näher beschrieben wird, gemeistert hat. Das wirkt uninteressant, denn wer erlebt denn keine Höhen und Tiefen in seinem Leben? Spannend wäre doch zu erfahren, was genau dem Protagonisten widerfahren ist, außer dass er Kinder in die Welt gesetzt hat - oder wer sind die kleinen Gefährten? Verleihe den Personen Individualität, lasse sie lebendig werden.

Oberflächlich beschreibende Sätze verhelfen dem Leser nicht dazu, sich in die Geschichte reinzudenken, da entsteht keinerlei Gefühl, kein Affekt i.d.S., dass der Leser sich mitfreuen, fürchten, hoffen, bangen kann. Ich kann nicht mal sagen, ob mir der Prot sympathisch ist, er ist mir vollkommen fremd geblieben, nichtig. Und ich bin da mit Schiller, der meinte, dass Spannung über den Widerstreit der Affekte erzeugt wird. Zum Ende hin wird mir das alles zu wirr, ein Auf und Ab über Bäume und Wurzeln (Eltern/eigene Kindheit?), plötzliche Schwäche und ein Grab bzw. das Gefühl, sterben zu müssen (Warum?), ein Himmel und Wasser. Interpretationen ließen sich viele zusammenspinnen, doch habe ich nie das Gefühl, in die Story gezogen zu werden. Ich bleibe als Leser außen vor, fast so, als wenn man Suppe löffelt und sie nicht schmecken kann. Und satt macht sie mich auch nicht.

Grüße, Maya
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