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#1

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 10:56
von Marcel_Lange (gelöscht)
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Der Kaffee rinnt heiß und bitter den langen Weg bis zu meinem Magen hinunter. Ich brauche ihn und sonst nicht viel. Die tägliche, selbstgedrehte Zigarette gehört in diese Verbindung wie ein Opfer zum Mörder. Eine Fliege bewegt sich in ihrer brechenden Unscheinbarkeit über den Tisch. Diese kleinen Mistviecher scheinen immer da zu sein, wo auch immer ich mich bewege. Sie sind wie Hyänen, die lachend, spottend und voller Hohn nur darauf lauern einen Bissen von mir oder den Genussstücken meines Tages ab zu ergattern.

Ein kratzendes Gefühl der widerlichen Entrüstung überkommt mich. Die erste negative Erfahrung an diesem nicht besonders verheißungsvollen Tag. Die erste schlecht zu lesende Seite eines guten Buches. Zigarette und Kaffee neigen sich ihrem Ende zu, und meine Fülle an Gefühlen, die noch der Klärung bedürfen, lassen mich unruhig auf die geschlossene Jalousie starren. Mir wird noch ein Kaffee gebracht und eine sanfte Welle der Euphorie gleitet von meinem Kopf bis zum Bauchnabel.
Im erträglich lauten Ton erklingt die Musik Mozarts kaum einen Meter von meinem rechten Ohr und obwohl ich kein großer Fan klassischer Musik bin lasse ich mich doch davon hinreißen. Meine Arme schwingen sich zu einem Gesamtkunstwerk von Kaffee, Zigarette Mozart und mir. Die Musik eines Toten vermag mich bei Laune zu halten. Irgendwie obszön pervers finde ich, und erfreue mich daran. Nun bewege ich mich vom Tisch zum Fenster, um zu erfahren welches Wetter mir heute die Stimmungsrichtung vorgeben wird.
Wie nicht anders zu erwarten begleitet mich auf dem Weg dorthin eine Fliege. Männlich oder weiblich frage ich mich und gebe der Fliege einen Namen. Gott nenne ich sie, da ich mir denke, dass sie ihn verdient hat. Ja Gott, das ist gut sage ich mir und ziehe ein paar Parallelen. Eine Fliege vermag sich über die Köpfe Anderer zu erheben, sie vermag mit ihren tausend Augen mehr zu sehen als irgendwer sonst auf und über dieser Welt. Sie ist ein immer gegenwärtiger Zeigefinger, der sich krümmend über die Häupter der Menschen bewegt. Ja Gott passt zu diesem Geschöpf.
Am Fenster angelangt, weiß ich nicht mehr, was ich zu erwarten vermochte, aber mir wird sehr schnell klar, dass meine Erwartung von Wind, Wolken und ein paar Regentropfen zerschlagen wurde. Die Musik scheint nicht mehr so mitreißend, und ich höre auf, ihr zu lauschen. Meine Gefühle sind nicht gut und ich sehne mich, klammernd an einen kleinen Aufschwung, nach meiner Kaffeetasse.
Hier am Fenster erwartet mich nichts, und so lege ich den Weg zu meinem Tisch zurück, auf welchem mich die schwarze Suppe schon erwartet.
Die Musik scheint nun wieder erhellend und ich beginne mich zu freuen. Die Kaffeetasse ist noch genug gefüllt um nicht in Tränen auszubrechen und so nehme ich einen guten Schluck der nicht mehr bitter schmeckenden Soße während mich Gott anblickt bevor er wieder die Flucht ergreift. Fragend denke ich darüber nach was dem Süßstoff in meinem Kaffee denn eigentlich diese Süße verleiht. War es Saccharin oder Cyclamat? Keine Ahnung. Ich lasse mir den Süßstoffspender bringen, um meinen mir selbst als unwichtig zuerkannten Wissensdurst zu stillen und lese, dass eine Süßstofftablette der Süßkraft von einem Teelöffel Zucker entspricht.
Der Eckzahn der Wut beißt mich als ich feststelle keine Information darüber zu finden welcher dieser beiden Stoffe nun eigentlich ausschlaggebend für die enorme Süße ist.
Verspottend werde ich von Gott ausgelacht, wissend, dass sie sich niemals über derartiges aufregen würde. Mit ungerechtem Ton verlange ich nach der Fliegenklatsche welche mir ungerechterweise ohne Kritik an meinem Ton gebracht wird.
Ohne zu zögern fern sensibler Koordination schlage ich auf Gott ein.
Doch zu meinem Entsetzen muss ich feststellen, dass sich Gott ihrer Flügel bemächtigt hat und somit vor ihrem Fegefeuer geflohen ist. Krieg sage ich mir, Krieg soll nun mein Tun bestimmen und mich über die Stellung des höchsten erheben. Krieg soll der Entscheidungsträger über Leben und Tod von Mensch und Geschöpf sein. Krieg wird solange herrschen bis sich der Mensch über den Menschen stellt.
Nicht lange muss ich warten, dass mein Gegner wieder auf dem Schlachtfeld zwischen Kaffeetasse und Aschenbecher Stellung bezieht. Mit tausend Augen hinter tausend Netzen blickt mich mein Gegner, mein Feind, mein Schöpfer an. Mit mehr Geduld erhebe ich nun die Fliegenklatsche und führe sie langsam hinter den Leib Gottes wo keine Augen sind, hinter jenen Rücken, wo Sünden Flügel bekommen. Die Musik dessen, der keine Musik mehr komponieren kann gibt sich in einem Geigenrausch zum Besten, während sich Gott von meinem Mordinstrument mit unmenschlicher Stärke erschlagen lässt.
Gott ist tot.
Gott ist tot.
Mit siegreichem Grinsen lege ich die Fliegenklatsche auf den Tisch neben den Süßstoffspender und ergreife die Räder meines Rollstuhls um erfüllt vom Schlachtfeld zu ziehen.
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#2

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 11:35
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Marcel!

Einige fehlenden Kommas und ein ausgelassenes 'es' können nicht davon ablenken, daß Du eine gute Geschichte geschrieben hast. Es ist der Stil, den ich bevorzuge zu lesen, der unterhält, der mitdenken und mitempfinden läßt.

Es ist ein gelungenes Werk, von dem ich nach einmal Durchlesen nicht sagen kann, wo es und ob es verbesserungswürdig wäre. Aber gelegentlich kommen neue Ideen und man gestaltet eventuell um, wenn es besser bzw. wirkungsvoller erscheint.

Die Erzählung hat mir zugesagt - und ich heisse Dich hier willkommen!

Mit Gruß
Joame
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#3

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 12:38
von Marcel_Lange (gelöscht)
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Guten Tag Joame,

einen angenehmeren Start für die Forenmitgliedschaft kann ich mir nicht vorstellen. Das mit den Kommata ist ein leidiges Thema, welches mir immer wieder Kopfschmerzen bereitet, denn auch nach ausführlicher Lesung der Kommaregeln bleibt mir der Zugang zu diesem Regelwerk der deutschen Sprache verwehrt.

Würdest Du mir bitte sagen, wo das "es" fehlt, damit ich es korrigieren kann!
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#4

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 13:30
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Marcel

Auch von mir ein Willkommen in den schlammigen Gewässern.

Im Gegensatz zu Joame, kann mich Deine Geschichte nicht recht überzeugen. Am Ende bleiben mir lediglich Fetzen im Kopf, die von Kaffee, Zigaretten, Fliegen und Krieg handeln. So richtig packen mich diese Themen - in dieser Konstellation - nicht, bzw. finde ich sie zu gesucht, um mir ein zustimmendes Kopfnicken zu entlocken. So ein bisschen Spannung wäre auch nicht schlecht, wenn es sich um eine Kurzgeschichte handelt. Aber es plätschert irgendwie nur.

Anyway ... Wenn Du erlaubst ... Floskel! ... auch wenn Du nicht erlaubst, noch ein paar Anmerkungen zum Stil.


Der Kaffee rinnt heiß und bitter den langen Weg [ ... ist der wirklich so lang? 30 cm? Würde hier das Adjektiv streichen ... ] bis zu meinem Magen hinunter. Ich brauche ihn [... den Magen? *g ...] und sonst nicht viel. Die alltägliche [... nur tägliche und dann ein Komma ...] selbstgedrehte Zigarette gehört in diese Verbindung wie ein Opfer zum Mörder. [ ... komischer Satz. Würde ich einfacher formulieren ...] Eine Fliege bewegt sich in ihrer brechenden Unscheinbarkeit [ .... brechende Unscheinbarkeit? Was ist das denn für ein Ausdruck, bzw. was soll das heissen? ...] über den Tisch. Diese kleinen Mistviecher scheinen immer da zu sein, wo auch immer ich mich bewege. [ .... 2x immer ...] Sie sind wie Hyänen [... Komma ...] die lachend, spottend, [... kein Komma, sondern ein 'und' ...] voller Hohn nur darauf lauern einen Bissen von mir oder den Genussstücken meines Tages [ ... umständlich und zu geschwollen formuliert ...] ab zubekommen. [ ... Vorschlag: zu ergattern, zu stehlen, abzustauben ... etc. ...]
Ein kratzendes Gefühl der widerlichen Entrüstung überkommt mich. [... direkter formulieren und die Adjektive überdenken ...] Die erste negative Erfahrung an diesem nicht besonders verheißungsvollen Tag. [ ... warum ist der Tag nicht verheissungsvoll? Nichts sagen, das der Leser nicht nachvollziehen kann ...] Die erste schlecht zu lesende Seite in einem guten Buch. [ ... ist der Protagonist Lektor? Evtl. einen kleinen Hinweis einstreuen. Und wieso weiss er, dass das Buch gut ist, wenn die erste Seite schon schlecht zu lesen ist? ...] Zigarette und Kaffee neigen sich ihrem Ende [... zu, Komma ...] und meine Fülle an Gefühlen [ ... Komma...] die noch der Klärung bedürfen [... nicht einfach so sagen, sondern zeigen weshalb die der Klärung bedürfen ...], lassen mich lasziv [ ... lach ... wieso weiss der Protagonist, dass sein Blick lasziv ist? Hat er den vor dem Spiegel geübt? Das kann ein Erzähler sagen, aber kein Ich-Erzähler, bzw. ist das unglücklich ausgedrückt...] auf die geschlossene Jalousie starren. Mir wird noch ein Kaffee gebracht [ ... wer bringt ihm Kaffee? Ist das ein König mit Dienerschaft? Sagen, wer ihm - freundlicherweise - Kaffee bring. Ah ja, und Komma vor dem 'und'...] und eine sanfte Welle der Euphorie gleitet von meinem Kopf bis zum Bauchnabel. [... hinab, hinunter ... Mann, solche Gefühle von einer gebrachten Tasse Kaffee? Ist das nicht etwas zu dick aufgetragen? ...]


Oh, jetzt ist meine Mittagspause bereits vorbei. Es wurde doch etwas mehr, als ich gedacht habe. Wenn Du möchtest, kann ich gerne den Rest noch durchgehen, aber vermutlich bist Du jetzt schon leicht genervt ... ... wenn nicht, einfach kurz anmerken.

Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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#5

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 14:08
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Marcel!

Beim nochmaligen schnellen Durchlesen sehe ich:

Sie sind wie Hyänen , die
nur darauf lauern , einen Bissen
ab zubekommen (schrieb man früher zusammen, jetzt?)

Fülle an Gefühlen , die noch der Klärung bedürfen
pervers finde ich es und erfreue mich daran
Nun bewege ich mich vom Tisch zum Fenster , um zu erfahren
Ja , Gott passt zu diesem Geschöpf

Am Fenster angelangt , weiß ich nicht mehr, was ich zu erwarten vermochte , aber
aber mir wird sehr schnell klar, dass diese Erwartung von Wind, Wolken und ein paar Regentropfen zerschlagen wurde (oder sollte es die heissen?)
nicht mehr bitterlich schmeckenden Soße (wolltest Du bitter schreiben?)

schmeckenden Soße , während mich Gott anblickt , bevor sie wieder die Flucht ergreift
(an die Fliege gedacht, wäre das sie korrekt, doch Du nennst sie 'Gott', daher sollte ein er dort stehen.)
Süßstoffspender bringen , um meinen

Zucker , das sind ca. 4,4 g entspricht.
feststelle , keine Information darüber zu finden , welcher dieser beiden Stoffe nun eigentlich ausschlaggebend für die enorme Süße ist.
(das nun könnte weggelassen werden)

dass sie sich niemals über derartiges aufregen würde (ist mit dem sie wieder Gott gemeint?)
verlange ich nach der Fliegenklatsche , welche mir
und mich über die Stellung des höchsten erheben (vorausgesetzt, es wird abermals der 'Fliegengott' gemeint und als Höchstes bezeichnet)
Die Musik dessen , der keine Musik mehr komponieren
gibt sich in einem Geigenrausch zum Besten , während sich

Auf schnelle Art haben sich doch noch mehr Kommas gefunden, als ich erwartete.
Üblicherweise bin ich für Korrekturen in diesem Forum nicht zuständig, doch die Fachkraft, die das kompetente Wissen dazu besitzt, ist derzeit auf Schiurlaub.

(Das Komma wurde hauptsächlich vergessen: 1. vor einer erweiterten Nennform mit zu 2. Nebensätze vom Hauptsatz zu trennen.

@ Margot!
Soeben sah ich, daß Du schneller warst als ich und schon einen Kommentar geschrieben hast. Darf ich gleich hier vermerken, daß die ca. 30 cm, wenn der Kaffee sehr heiß ist, eine lange Strecke sein können.

Nach beiden Seiten meinen Gruß!
Joame
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#6

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.01.2008 18:24
von Marcel_Lange (gelöscht)
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@ Margot Erst einmal ein herzliches Dankeschön für die Willkommensgrüße.
Schade, dass ich dir zu Beginn nichts bieten konnte, das gefällt aber ich habe die Hoffnung, dass es vielleicht beim nächsten Text klappt. Ich stimme mit den wenigsten Änderungsvorschlägen überein, da ich es so wie es ist schon passend finde aber natürlich merke ich, wie die Geschichte denn eigentlich verstanden wird und ich merke, dass es da einige kleine Missverständnisse gibt, welche darauf zurückzuführen sind, dass viele Kommata falsch gesetzt sind und, dass ich die Betonung leider nicht hervorheben kann.

Eine Audioversion wäre hier angebracht, um Klarheit zu schaffen.

@ Joame Plebis
Da gehört tatsächlich kein "es" hin. Könntest Du die Betonung hören, dann wäre es verständlicher.

Vielen Dank euch beiden für die Mühe. Ich hoffe, mich für die Fehlerbehebung falsch gesetzter und fehlender Kommata in Bälde motivieren zu können.
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#7

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.01.2008 11:09
von corvinus (gelöscht)
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Ahoi Marcel,

Etliche starke Passagen wie jene:
'Männlich oder weiblich frage ich mich und gebe der Fliege einen Namen. Gott nenne ich sie, da ich mir denke, dass sie ihn verdient hat.'

und auch ein fein lakonische Auflösung. Allerdings hatte ich ebenfalls ein bisschen Mühe, mich bis zu eben jenem Finale zu bewegen. Daher lohnt es sich m.E., die Interpunktionstipps von Joame zu beherzigen, um das semper idem zu strukturieren. Womöglich ist auch eine weitere Unterteilung in dieverse Absätze sinnreich...

Motivationsgruß
c.
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#8

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.01.2008 11:54
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hallo Marcel

Ich denke nicht, dass Du - mit einer Audioversion - Klarheit schaffen könntest. Zwar würde dadurch der Text mehr Flair, bzw. Charakter erhalten (kommt auch immer auf die Stimme und den Vortrag an), aber ein Prosa-Text kann sich nicht darauf verlassen, besser zu werden, nur weil er gesprochen wird. Bei Lyrik ist das ein wenig anders ... da kann ein fulminanter Vortrag aus einem Textchen ein Poaeh-Erlebnis machen.

Nicht falsch verstehen. Deine Geschichte hat ihren Reiz - die Komms zeigen es ja - jedoch fehlt ihr der Schliff und ein durchgängiger Stil. Will heissen, es wechseln sich die philosophischen Betrachtungen und alltäglichen Begebenheiten in bunter Weise ab. Dadurch wirkt sie - für mich - recht sprunghaft und auch ein bisschen überladen. Ich persönlich würde mich auf weniger Aspekte beschränken. Kaffee, Wetter, Musik, Fliege, Süssstoff, Gott, Krieg ... sind einfach etwas viele Komponente für diesen kurzen Text.

Aber das kann ja auch Dein Ziel gewesen sein, ne? Und meine Sichtweise ist ja auch nur eine Stimme, die nicht mehr oder weniger zählt, als andere. Von daher ...

Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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#9

Ein siegreicher Tag

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.01.2008 12:34
von Marcel_Lange (gelöscht)
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Seid gegrüßt Corvinus, Margot und Joame,

ich habe nun nochmals einige Änderungen vorgenommen die den Text auch in meinen Augen besser erscheinen lassen. Ich danke für die hilfreiche Unterstützung welche mir doch zeigt, um wie viel ein Text sich verändert, wenn er vom Leser und nicht vom Autor gelesen wird.

Auch jetzt noch bin ich mir sicher, dass in den nächsten Jahren immer wieder Änderungen vorgenommen werden um vollends zufrieden zu sein.

Mir scheint, dass ich hier in einem anspruchsvollen Forum gelandet bin, und bin darüber sehr froh, da mich Kritiken wie: "Ja, gefällt mir" oder "Nö is nich so mein Fall" keinesfalls weiterbringen.

So, nun noch etwas zum Textverständnis.


Zitat:

.... brechende Unscheinbarkeit? Was ist das denn für ein Ausdruck, bzw. was soll das heissen? ..



Ich habe diesen Ausdruck gewählt weil mir eine Fliege an sich recht unscheinbar vorkommt.
Sie ist als Geschöpf "Fliege" nicht bemerkenswert, aber dadurch, dass sie durch ihr permanent nerviges Verhalten in die leicht zu störende Sinnenwelt des Protagonisten eindringt, bricht sie diese Unscheinbarkeit. Sie wird zu etwas, das bemerkenswert ist.



Zitat:

Die erste negative Erfahrung an diesem nicht besonders verheißungsvollen Tag. [ ... warum ist der Tag nicht verheissungsvoll? Nichts sagen, das der Leser nicht nachvollziehen kann ...]



Ich möchte mit dieser Bestandsaufnahme, dass der Tag eben nicht besonders verheißungsvoll ist die negative Grundhaltung und den Pessimismus des Protagonisten hervorheben.



Zitat:

und eine sanfte Welle der Euphorie gleitet von meinem Kopf bis zum Bauchnabel. [... hinab, hinunter ... Mann, solche Gefühle von einer gebrachten Tasse Kaffee? Ist das nicht etwas zu dick aufgetragen? ...



:-) Nein, zu dick aufgetragen ist diese Beschreibung keinesfalls.
Zu Beginn des Textes sagt der Protagonist, dass er nicht viel brauche und man kennt diesen Menschenschlag ja, die aus dem Wenigen, das sie sich zugestehen, alles herausziehen was sie benötigen, um mindestens zufrieden oder gar glücklich zu sein. Eine Tasse Kaffee kann ein wahres Feuerwerk der Gefühle auslösen und genauso intensiv ist die empfundene Störung, wenn jemand mit dem Feuerlöscher kommt. :-)

So, das sollte erst einmal genügen.

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