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#1

Die Flucht aus dem Handtaschenland

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 09.01.2008 12:56
von corvinus (gelöscht)
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1. NEIN

Nein. Nein! Hochgerissen, vorwärts! Sofort, jetzt! Jeden Moment kann sie kommen, mich finden. Ich haste, falle, stolpere, reiße meine Haut auf an Dornen, pralle gegen die Nacht, renne weiter. Weg von der Handtasche; ihrer Hand, die sie öffnet. Sie macht sie auf. Sie macht sie wieder auf. Immer wieder! Da ist das Schnappen. Das Schloss springt auf. Die Hand greift hinein. In mich.

Ich muss weiter. Immer weiter. Irgendwohin; dahin, wo sie nicht hinkommt. Fort aus der Welt! Ich laufe. Haste weiter. Durch den Wald, das Dunkel. In mir, aus mir, vor mir - denn überall ist sie. Und ihre Hand, die nach mir greift. Sie zerrt mich aus dem Schwarz in das gleißende Licht. Das explodierende Licht in meinem Kopf, das mich zurück ins Dunkel stößt. Ihr Dunkel, meine Nacht.

Nicht schlafen! Ich reiße die Augen auf, meine Ohren. Wo ist ein Laut? Wo ist sie? Irgendwo ist ein Licht. Ein Auto. Sie kommt. Ich renne, falle. Ein Schloss schnappt wie ein Pistolenschuss durch den Wald. Ich stolpere, falle in ein dunkles Loch. In eine Tasche aus Schwarz. In sie.
Ich muss mir eine Höhle graben! Das ist es! Eine Höhle, tief hinunter in die Erde, hier im Wald. Weg aus der Welt. Ihrer Welt. Ihrer Hand. Und der Tasche. Tiefer, immer tiefer graben muss ich. Mich eingraben, fort, hinein, tiefer, in die Erde.

Und ich erwache. In Erde. Und ich reibe meinen müden Kopf am Erdenloch, dem krumig Braun, das so sehr nach Bleiben schmeckt, lockt und nie mehr Hunger sein. Und weine mich in Wurzelhaar. Und den Speichel, der dunkel auf meine Hand fällt, in grobem Fadenschaum. Und ich mache mich wie ein Engerling und hoffe auf ein Erwachen als anderer.

2. EIN ANDERER

Ein anderer, ein jener, ein welcher, ein anderer. Als den, der ich schon immer sein wollte. Seit ich in den Spiegel schauen konnte - damals bei ihr. Besonders an den Tagen, an denen sie das Kalenderblatt abriss, das sie rot angekreuzt hatte, nagellackrot, und dann, jede Silbe wie eine lange Schraube in mein Ohr bohrend, die Tagesweisheit auf der Rückseite des Blattes vorlas. Dabei sanft die Kantenwellenlinie des Risses streichelnd. Dann wußte ich: es war ein Bösebösetag!

Ein Bösebösetag. Zu dem der kleine Anzug gehörte in Pepita. Und die kleine rotblaue Fliege, an der sie immer zupfen musste, dass es mich erfror, im Erschaudern vor ihrem fauligen Atem so nah. So nah. So nah. Und dann nahm sie die Handtasche und öffnete sie mit keckem Schnappen. Und holte die Fessel hervor, das Koppel, Geschirr für ihr kleines Wildpferd, wie sie immer sagte, ihr kleines böses Wildpferd. Und auch die Schachtel mit den Tabletten, die den Traum vertrieben. Jeden. Und das Licht im Kopf auf Grau stellten. Ein Ohnebildgrau. Ein Schlimmnebelgrau.

Und dann ging es los. Ins Städtchen, wie sie immer sagte. Mit der Straßenbimmelbahn; immer nur ein Qualton meinen Ohren. Und schon beim Aussteigen, dieses Zurren, wenn ich zu schnell. Oder zu langsam: trödelte. Trödeljochen! Lederschnüre in den Schultern, Striemenspuren wie die Schienen der Straßenbimmelbahn. Blaulilagrüne Spuren unter kleinem Pepita, schwarzweiß.

Und dann der Klapps in den Nacken, wenn ich wen zu frech anguckte. Und dann wieder der Blick nach unten zum Wiedererkennen des Immerwiederwegs zum Doktormann. Plattenmuster, Asphaltmeter, Kopfsteinpflaster, Bordsteinkanten, Bürgersteige - ganz viel Graubuntfarben, Muster, Linien - doch, immer ein Zurren, ein Ruck. Und immer auf die falsche Linie getreten, auf die, die das Unglück bringt. Und dann die Angst vom gierig rollenden Scherenmesserband der Rolltreppen gefressen zu werden, zerrissen.

Und Schuhe zählen - immer nur bis sieben - und dann wieder von vorn. Soviel Schuhe und immer Dreck am Hacken. Nicht nur an grieselschneeschmutz Februartagen. Und dann immer wieder dieses Zurren, wenn ich mal stehenblieb, die Geschichten hören wollte, die von den Schuhen erzählt wurden. Oh ja, sie wollten mir viel erzählen, das wusste ich! Doch ich hörte sie nicht mehr genau; nur sehr leise. Denn die Tabletten vertrieben nicht nur die Träume. Sie machten auch den Schuhen Angst, die sich nur noch zu flüstern trauten. Dabei wollte ich ihnen so gerne zuhören. Aber wenn ich mich zu ihnen bückte, gab es immer ein Doppelzurren und einen Klapps.

Doch eines Tages habe ich mein ganzes Hörenwollen Ihr entgegengestellt. mich ganz schwer gemacht im Wollen. Und habe den Ton gespürt, das Reißen von Leder. Und das frei sein wie Vogel, der in die Luft geworfen. Und ich bin geflogen. Über Gehwegplatten, Bordsteinkanten, Bürgersteige, Unglückslinienkreuze, das Labyrinth der Straßen, geflogen, geschrien vor Glück, laut. Geflogen und im Flug erstarrt, wie Vogel, der gegen Schaufensterscheibe prallt, die für mich das Rot des Autos vom Erschrockenen.

Und dann sah ich den Doktormann immer. Jeden Tag; fast jeden. Denn ich wohnte dann in seinem Haus. Und nur am Wochenende kam sie. Mit der Tasche. Da gab es außer den Tabletten dann auch noch Spritzen, von der liebenliebedick Schwester, die mir auch die Worte nahmen für meine Gedanken, die dann immer weniger wurden, wie Tintenschrift im Regen. Und ich sah ein letztes Wort. Ein Wort nur und dann nur sie. Und die Handtasche.

Und so jahrein, jahraus. Und wieder anders rum, jahraus:jahrein. Und dann sagte sie irgendwann nicht mehr kleines Wildpferd, böses zu mir. Oder Trödeljochen. Aber sie kam trotzdem. Immer an den Tagen, den Bösebösetagen. Doch dann einmal vergebens. Jajajajajaja, denn, dadadadada da war ich weg. Schon hier. Im Wald. Wo sie mich nicht finden wird. Ihr kleines Wildpferd, ihr böses, ist ausgebrochen, weggaloppiert. Fort! Nicht mehr beim Doktormann wohnen. Sondern hier, bei Bruder Erde. Als Engerling. Und ich mache mich zu einem anderen. zu einem welchen. einem jenen. Und rieche mich in die Ruhe hinein.

3. UND DIE TÜR

Und die Tür klappt wie ein Pistolenschuss durch den Wald. Das Schnappen der Handtasche. Ein Echo, von Baum zu Baum gereicht. Und Stimmen pfeilen in mein Ohr. Ihre Stimme, hundertfach. Laut und leis. Und immer bös. Kleines Wildpferd, Trödeljochen, kleines Wildpferd, Trödeljochen, ins Städtchen, mit der Straßenbimmelbahn. Und der Doppelklapps. Nein - kein Traum. Sie ist wieder da, da draußen, überall. Und so auch hier, hier drinnen. Jede Wurzel greift mit ihrer Hand. Erde nicht mehr Bruder mir, sondern ihr Taschentuch, das mir wie eine Scherbe übers Gesicht fährt. Im Tränenlauf.

Und die Zweige küssen die Narben der alten Wunden, peitschen die Erinnerung hellrot. Schneller! Fichten drahtbürsten über die Finsternis meiner Hände, Haselzweige weidenruten Blutstreifen, ein, zwei, drei, zarte Schmerzenslinien, kleintropfende Kriegsbemalung, die aus Poren trinkt mein Eigenblut. Ein warmer Trank im Unterwegs.

Schlingpflanzen, die gierend greifend mich halten, netzen, fangen, angeln, fallen. Meine Hände durch Straucheswirrwarr und Brombeergerank, Heckenrosen, Johanniskraut, Brennesseln. Feuerfuß frisst Wade ab. Kletten widerhaken Haaresspur. Und immer wieder taumelstürzend in den Schlamm. Kurzes Nass für das Trocken der Lippen.

Ein Bösebösetag. Und ich höre sie. Aus allen Richtungen. Rufen. Ein Pfiff. Echo zerstört mein Liedliedeigensumm. Das Schnappen der Handtasche; ein Pistolenschuss - die Peitschen. Und immer höher: die Laubwälle, die den Ausweg verstellen. Dann doch - dem Häher folgend - seinem hohen Ton - ins Freiloch des Grünhimmels.

Letzte Luftholschritte durch Trockenschilf und Sumpf und Ziest, brackigen Bruch, Blutegelreich. Und dann das Zerbersten der Schneckenhäuser unter meinem Blindtritt in vages Ried. Es geht mir nicht aus dem Ohr, dieses knarschig-trocken-in-sich-fort-Sterben. Und dann: die Angst des Körpers unter der Sohle, das Fühlen des selbst so seins. Wie eine Schnecke in den Scherben ihres zerstörten Hauses, die mit spitzen Haut reißen, tiefe Stücke. Aus mir.

Gelähmt sein. Wie Birke Stamm und totes Holz werden, mein Wunsch. Doch ich höre nur das Zerbersten, die Weichangst, sehe den Schatten ihres Trittes über mir. Stetes schwebendes Sein. Ein Unglücksein.

Und dann der Blick, die Augen eines Freundes. Meintraumwolfhund steht mit mutvoll zitternden Flanken zwischen Schilf und Erlenbraun. Und er führt mich zu sich in sein Sein. Und ich sinke als leere Hülle in die Wurzelerde der Birke. Und bin mein Wolfhundtraum. Und entfliehe den näher kommenden Stimmen, dem metallenen scheppernden Chor, dem Suchlicht, dem hellblend Augenschmerz. Und ICH mache mich auf die Suche. Das erste Mal. Ja, Jäger sein. Mit spitzen Zähnen. Und spüre ihre Schärfe. Meine Schärfe: Reisszähne! Die ihr Fleisch wollen.


4. UND ICH NEHME

Und ich nehme die Witterung auf, die Fährte der Handtasche, des alles durchdringenden Geruchs der zitronenquitten Erfrischungstücher, der Salbeibonbons, des billigen Parfüms, der benutzen Taschentücher mit Mundspitzspeichel. Und ich ahne den dünnen Pepitastoff, das Gummiband der rotblauen Fliege, das durchnetzt mit der Angst meines Knabenkinderhalses.

Und sehe hier im Schilfwald wie sich der Kleiderschrank öffnet im Schlafzimmer, das immer ein Dunkel war, und wie sich tausende von Lavendelblüten in ihren kleinen selbstgenähten Blumenstoffsäckchen regen, schreien, rufen und wollen, dass ich den Weg zu ihnen find. Zu ihr.

Und ich mache mich auf den Weg. Lasse Erlenbruch zurück, Birkenhain, das Laubwohl, den Weichmoospfad, das Streichelwollgras. Und muss aufpassen. Sehr viele Augen im Wald und Suchblicke und blaues Karussellicht. Und ich mache mich klein. Und finde den Pfad durch den Fichtengrund, das Finsterland der Nachtfalter, die mir mit braunzartem Schlag die Spur weisen.

Und da ist es wieder: das Locken der Lavendelblüten. Und dann - dann bin ich wieder am alten Zaun, hinter dem ich immer in das Glück hinausschaute, das Holz der Latten liebkosend. Und durchquere den Garten, die Rabatten, die Rabatttten, wie sie immer sagte. Und ich spüre, wie das eine Wort nur in mir aufsteigt und wie Wolkenschrift am Himmel bergegroß. Und ich will, dass sie nie wieder.....
Und da ist Sie. Da sitzt sie in dem blauen Gartenstuhl. Und da sitze ich. In dem grünen Gartenstuhl. Und da steht die Handtasche. Und dann nimmt sie wieder diese Handtasche. Und macht sie auf.

Und ich springe, springe zu. Und bin nur noch Zähne. Und in ihrem Rot. Und weide mich, mein Herz auf grüner Aue. Der Herr ist mein Hirte! Ja! Und genau jetzt ist er ganz weit weg. Und kann sein Schaf nicht mehr halten, das dem Wolf gehört. Dem Wolf folgt, in eine Welt ohne Handtasche, ohne Zaumzeug, ohne Doktormann, ohne Straßenbimmelbahn und ohne Tabletten, die den Traum doch nicht vertreiben können, nicht ganz.

Dem Wolf folgen: in eine Welt, wo sie nicht hinkommt, wo sie bei mir ist. Und lieb. Und mir ein Lied singt, gegen meine Angst beim Schlafengehen. Und ich ziehe sie in meine Höhle aus Blut und Fleisch und Haut und Haar.

Und ich schmecke sie. Schmecke Erde. Reibe meinen müden Kopf am Erdenloch, dem krumig Braun. Und weine mich in Wurzelhaar. Und ich mache mich wie ein Engerling und hoffe auf ein Erwachen als anderer, jenseits meiner Schneckenflucht.
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#2

Die Flucht aus dem Handtaschenland

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 12.01.2008 16:21
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, corvinus!

Ich wollte es lesen und ging unvoreingenommen zur Sache.
Die ersten Zeilen begannen mit Aktion, ausdrucksvollen Verben, wirkten etwas verwirrent, so daß die Ahnung um einen Alptraum in mir aufstieg. Es riß nicht ab, es ging so weiter.
Ich wartete auf den Moment, der mir Spannung vermitteln würde, ermüdete aber bald. Welche versteckten Botschaften hier immer lauern mögen, ich habe es nicht erfahren und werde es auch nicht, denn ich las nicht fertig.

Weder Inhalt noch Erzählform sprechen mich so an, daß ich, falls es in Buchform vorläge, weiterlesen würde.
Es tut mir leid, vielleicht ist es gut, nur habe ich nicht die Geduld, viel zu rätseln; mein Interesse wartete vergeblich, angeregt zu werden. Es spricht mich nicht an, da lese ich lieber eine Symphonie vom Notenblatt.

Mit Gruß
Joame
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#3

Die Flucht aus dem Handtaschenland

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 12.01.2008 17:16
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi Corvinus
Klener Ausgleich: Ich find's gut! Es könnte gern kürzer sein, andererseits ist die Sprache einfach angenehm zu lesen, weil facettenreich, ja, einen 'edlen' Umgang mit Sprache finde ich hier vor, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es schwierig ist, dann 'kürzer' zu schreiben, wenn man 'so drin' ist.
Inhaltlich (in Gänze und allen Möglichkeiten natürlich in einem Kurzkommentar kaum zu bewältigen):
Ich seh' in der 1. Ebene nen Hund, ziemlich eindeutig. Einen gequälten, von seiner Halterin vermenschlichten Hund (das sind die armen Tiere ja zumeist). Dieser 'Hund' muss sich Einiges bieten lassen: Von Zaumzeug über Würgehalsband, 'Erziehungsmethoden' und letztlich dem Gang zum und Verbleib beim arztbetreuten Folge-Zuhause. Doch es ist auch und/oder vor allem eine Parabel.
Und hier wird's dann sehr vielschichtig.
Für mich spiegelt es die 'Aufzucht' eines Menschen durch eine arg kontrollbedürftige Mutter wider, die 'ihr Kind' allzu sehr bindet und alles, was an Eigensinn, als eigentständige Persönlichkeit heranwachsen will, auf's Ärgste sanktioniert und letztlich gar als krank abstempelt.
Möglicherweise ist dieser Junge, ich geh' davon aus, es ist ein Junge, hyperaktiv oder hat ein ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom), wobei ich allgemein psychologische/psychiatrische Diagosen doch mit Vorsicht betrachte.
Die Handtasche - ich frag' mich gerade, welche Rolle in der Übertragung sie spielt - vielleicht bildet sie das eingeschränkte Repertoire der Vorstellbarkeiten dieser Frau.
'Eingesperrt' zu sein, erst durch's Elternhaus, dann unter Abgabe sämtlicher Verantwortung in einer 'Genesungsabteilung' - wen, wenn ihm ein wenig Rest von Selbstschutzgefühl verblieben ist, würde es nicht zwingen, abzuhauen, egal, wohin.
Arglistigerweise geben solche Traumata ja dem 'Opfer' keine Ruhe allein wegen räumlicher Trennung, sondern ein Ich strebt nach Aufarbeitung, um diese Qual loszuwerden.
Hier in der Form von Gegengewalt, von Rache, Rache, die vielleicht allmählich als Gedanke wächst, jedoch letztlich immer noch im Affekt geschieht. Das ist für mich absolut plausibel und keinesfalls verurteilenswert.
Was allerdings danach wird - ob das die Lösung darstellt, ist zweifelhaft. Was bleibt, ist wohl immer und immer wieder das Trauma, die Wut, das Unverständnis, die Trauer über das Erlebte.
Tragisch daher, Dein Text.
Auf jeden Fall absolut interessant. Eine Rarität an Eindrücklichkeit hier im Forum.
Viele Grüße
KB

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#4

Die Flucht aus dem Handtaschenland

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 12.01.2008 19:12
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo corvinus!

Ich will noch hinzufügen, daß manchmal einer meiner Fehler ist, ungeduldig zu sein. Wie gut ist es, wenn glücklicherweise sich engelhfafte Wesen finden, die ausgleichend einspringen und Dein Werk zu würdigen wissen.

Fleiss und Arbeitsaufwand sind Deiner Geschichte zweifelsohne vorausgegangen, das würdige ich selbstverständlich auch.
Hoffentlich nimmst Du es mir nicht zu krumm, daß ich mich nicht intensiv mit Deiner Arbeit auseinandersetzte, weil ich heute nur auf leichte Kost eingestellt bin. Immer gehorcht die Laune nicht meinen Wünschen.

Mit Gruß
Joame
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#5

Die Flucht aus dem Handtaschenland

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.01.2008 09:59
von corvinus (gelöscht)
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Ahoi Joame und K.B,

zunächst Euch beiden Dank für Aufmerksamkeit und Resonanz.

Gut, es freut natürlich besonders, wenn der Text dergestalt verstanden wird, Gefallen findet, wie bei Dir, K.B.!!

Dch auch Deine Reaktion, Joame, ist mir - zumindest für die geschriebene Version der Geschichte - nicht unbekannt, da es sich hierbei um eine Art 'korrespondierenden' Text handelt.

D.h. ich habe ihn vor einiger Zeit als Vernissagebeitrag für die Ausstellung einer befreundeten Künstlerin geschrieben und mich zunächst von ersten Assoziationen zu ihren Fotoarbeiten inspirieren lassen, die allesamt auf mich den Eindruck machten, als seien sie im Lauf aus der Sicht eines rennenden, fliehenden Tieres 'geschossen' worden.

Hinzu kam die Erinnerung an einen Jungen aus der weiteren Nachbarschaft in den Jahren meiner Kindheit (60er, 70er Jahre). Jener - heute wohl als hyperaktiv zu diagnostizierende - Knabe wirkte immer 'als von tausend Hunden' gehetzt, was mich im Gegensatz zu manchen anderen, die sich ein Spässchen daraus machten, ihn zu foppen, doch merkwürdig berührte. Hinzu kam, dass er tatsächlich auch im Alter von 12, 13 Jahren bisweilen von seiner Mutter an einer Art Koppel geführt wurde, wie es damals höchstens beim Lauflerntraining für ganz kleine Kinder üblich war.
Später ward er dann nicht mehr gesehen, resp. 'verschwand' in einer 'betreuenden Einrichtung'...

Auf dieser Basis habe ich dann meine kleine Geschichte weiter entwickelt, bzw. versucht aus seiner Sicht zu schildern, zu erinnern, zu 'sehen': Flucht aus der Psychatrie - Aufenhalt im Wald - das Umbringen der Mutter (entweder die Befreiung in Gedanken. Oder als reale Tat).

Vorgelesen, im Angesicht der Bilder und entsprechend präsentiert (so ein wenig im 'Klaus-Kinski-Stil') kam der Text ziemlich gut an, derweilen ich beim lesenden Publikum durchaus auf Fragezeichen stieß. Da ich das Ding neulich wieder einmal und eben mit positiver Resonanz vorstellte, wollte ich es auch mal an dieser Stelle versuchen. Allerdings sind noch ein paar Patzer drin; seinerzeit bevorzugte ich die radikale Kleinschreibung und beim 'Umschreiben' habe ich einiges übersehen - mea culpa.

Gutetagegruß
c.

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