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#1

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 11.11.2007 09:26
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Alle Menschen wollen glücklich sein
(Aristoteles)


Herzlichen Glückwunsch!

Die Auswertung der vergangenen 365 Tage hat ergeben, dass Sie am
08. Mai des letzten Jahres
der glücklichste Mensch auf der Welt waren*.

Wir hoffen, dass Sie diesen Tag genossen haben und wünschen Ihnen noch alles Gute für Ihre weitere Zukunft.

Institut für Lebensalltagserforschung, Mailand

*bezogen auf den Tagesmittelwert und bereinigt
von durch Fremdstoffe oder psychische
Störungen verursachte Emotionen


Das Telegramm war bereits völlig zerknittert, so oft hatte er es nun gelesen, und noch immer fühlte er sich bei diesen Zeilen hundeelend. Immerhin konnte er jedoch dem anfänglichen Brechreiz widerstehen und musste nur noch ein leichtes Würgen unterdrücken, das nunmehr mit einem dezenten Schwindelgefühl einherging.

„Mach einfach Schluss“, war sein erster Gedanke gewesen, als er das Telegramm mit zitternden Händen geöffnet hatte und ihm die bunt blinkenden Buchstaben entgegen sprangen. Begleitet wurde die Lektüre des kurzen Textes von einer fiepsig - elektronischen Marschmusik, die er schon oft im Fernsehen in Reportagen gehört hatte. Der Komponist dieser armseligen Tonfolge war inzwischen Multimillionär – und dies nur, weil sie in diesem Telegramm Verwendung fand.

Nicht, dass er nicht stets nach einem glücklichen Leben gestrebt hätte und sich bemühte, dieses in Vollkommenheit zu erreichen – doch dass ihm das tatsächlich, wenn auch nur für einen Tag, gelungen sein sollte, ängstigte ihn auf eine für ihn selbst schwer verständliche Weise. Sein Streben nach dem vollkommenen Glück war also von Erfolg gekrönt gewesen, und zwar am 08.05. des letzten Jahres! Aber so sehr er es auch versuchte: er konnte sich einfach nicht daran erinnern, was er an diesem Tag überhaupt getan hatte.

Natürlich hatte er dieses Datum als erstes anhand seines alten Kalenders überprüft (man hätte meinen können, dass sich hier einmal sein ausgeprägter Hang zur Schluderei auszahlen würde, fand sich – immerhin war es bereits März – sein alter Kalender doch noch immer im Papiermüll hinter der Küchentür; doch wie immer zahlte sich nichts aus). Ein Dienstag. Namenstag hatten Ida und Friedrich, soso. Darunter ließ Laotse noch eine seiner Weisheiten mitteilen: „Nichtstun ist besser als mit aller Mühe nichts schaffen“. Das passte schon irgendwie zu ihm, wirklich hilfreich war es aber nicht. Ansonsten gab es keinen Eintrag, weder ein Geburtstag noch eine amouröse Verabredung waren notiert. Selbst ein Zahnarzttermin wäre ihm an diesem Datum lieb gewesen, hätte er sich womöglich auf diese Weise wenigstens den Tagesablauf in Erinnerung rufen und so dem Grund seines unverschämten Glücks auf die Spur kommen können.

Vielleicht war er an diesem Tag aber auch nur der glücklichste Mensch, nicht weil er so absonderlich glücklich, sondern weil alle anderen Menschen dieser Erde unglücklicher gewesen waren. Womöglich war etwas passiert, eine Katastrophe globalen Ausmaßes, die ihm entgangen war. Oder der grausame Tod einer Berühmtheit, ein verheerender Brand in einer Altenverwahranstalt, gar der unerwartete Beginn eines Krieges? Er zog seinen Laptop unter einem Haufen dreckiger Teller auf dem Küchentisch hervor und aktivierte ihn. Schnell war er auf die staatliche Nachrichtenseite gesurft und klickte sich durch die verschiedenen Menüs auf die News vom Tage des 08.Mai.

Ein Tornado war durch Paris gefegt und hatte neben 12 Todesopfern einen Sachschaden in Millionenhöhe verursacht. Naja. Seine Augen sprangen unruhig über die Schlagzeilen: Massenentlassungen bei Globalnetworld, unerwarteter Regierungswechsel in der Panamerikanischen Union, Verseuchung von Trinkwasserreserven bei Venedig... sicher nichts, was einen frohlocken lässt, aber leider auch keine Erklärung für ein weltumspannendes Unglücksgefühl. Als er in den Kurzmitteilungen entdeckte, dass es tatsächlich einen verhängnisvollen Brand in einer Altenverwahranstalt in Passau gegeben hatte, konnte er sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Dennoch: all das hier nachzulesende Unglück des 08.05. war leider nicht geeignet, sein eigenes Glück zu erklären.

Er wollte gerade das Notebook frustriert ausschalten (heute war er sicher kein Kandidat in dieser dämlichen Glücklichkeitserhebung), als er auf der Hauptseite des Newsblogs die Überschrift las: „Heute die glücklichsten Menschen des letzten Jahres bekannt gegeben“. In dem Wissen, dass sich seine schlechten Vorahnungen regelmäßig bestätigten, öffnete er den Artikel für den 08.-Mai-Sieger. Groß, fast das gesamte obere rechte Viertel ausfüllend stürzte sich dem Leser ein Bild von ihm in die Fotorezeptoren; eine etwa 12 Jahre alte Aufnahme von ihm – eigentlich für längst gescheiterte Bewerbungen geschossen - bei der er ein bezaubernd dämliches Lächeln offenbarte, das sogar von seiner grün blinkenden Krawatte abzulenken vermochte. „Da habt ihr euch ja genau das richtige Foto ausgesucht“, knurrte er den Bildschirm an, dabei hatte er sein noch 10 Jahre älteres Führerscheinfoto auf Seite 2 des Artikels noch gar nicht gesehen. Mit einem mulmigen Gefühl überflog er den Text. Sie hatten unangenehm präzise Arbeit beim Verfassen des Artikels geleistet: ausführlich wurde sein Werdegang ausgebreitet, mit dem Elternhaus beginnend über sein schulisches Versagen bis hin zu seinem unbefriedigenden Arbeitsleben und seiner gescheiterten Ehe. Darin ähnelte die Abhandlung vielen Berichten dieser Art und er hatte sich schon oft über die Versager lustig gemacht, die – warum auch immer – an einem Tag in ihrem Leben dann doch das große Los gezogen hatten. Die Zusammenfassung seines eigenen Unvermögens flimmernd auf dem Bildschirm vor Augen geführt zu bekommen, war allerdings erheblich weniger amüsant. Das schlimmste jedoch war, dass sich im gesamten Text nicht ein Hinweis für den Grund seiner Auserwählung finden ließ.

Er wusste, was als nächstes kommen würde. Bald schon würde sein Videophon nicht mehr still stehen und vor der Tür würde sich die Lokalpresse versammeln. Mit allen möglichen Tricks würde man versuchen, sein Leben bis ins letzte Detail ans Licht zu bringen, Glücksjäger würden ihm die Hand schütteln wollen und vergessene Bekannte zu besten Freunden mutieren, um an seinem kurzlebigen Glanz teilhaben zu können. Doch auf die entscheidende Frage, der er sich bald fortwährend ausgesetzt sehen würde - was denn sein besonderes Glück ausmache - hatte er keine Ahnung. Peinlich.

Und wenn er einfach untertauchte und sich ein paar Monate irgendwo versteckte? Doch ohne die geeigneten finanziellen Mittel waren die Möglichkeiten begrenzt. Und er wollte nicht, wie einer der glücklichsten Menschen vor einigen Jahren, schließlich verwahrlost in der Kanalisation aufgespürt werden. Diese Art Stories blieben den Leuten noch mehr in Erinnerung als ein langweiliger, erfolgloser Glücksmensch. Vielleicht ließ sich aber aus der Sache sogar etwas Kapital schlagen, er brauchte nur eine gute Geschichte seines Glückstages, etwas, was ihn für die Werbung oder für Spielshows interessant machte. Dabei musste er aber sehr vorsichtig vorgehen, denn es wäre verheerend, wenn schließlich herauskäme, dass er sich den Ablauf des besagten Tages nur ausgedacht hatte. Er brauchte nicht beweisbares Glück, ohne nachprüfbare Zeugen! Und er würde darauf achten müssen, sich mit seinen Erlebnissen für die Zukunft nicht in einer bestimmten Schublade wieder zu finden. Er erinnerte sich noch gut daran, wie einer der Glücklichen, der mit ausschweifenden amourösen Abenteuern auf sich aufmerksam gemacht hatte, letztlich als Werbeträger für ausgefallenes Sexspielzeug endete und sich in schlüpfrigen Fernsehshows mit abgehalfterten Prominenten maß.

In diesem Augenblick klingelte es schon und er hörte auf dem Hausflur Stimmen. Kurz darauf machte auch sein Videophon blinkend und summend auf sich aufmerksam. Für eine Flucht war es nun ohnehin zu spät. Er würde improvisieren müssen.

Seufzend erhob er sich und ging zur Tür.


Zu den Kritiken der Juroren

(c) Don Carvalho
- September 2007

Des Paten Missetaten

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#2

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 11.11.2007 13:22
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Kann es sein, dass Dir dein Thema – Alle Menschen wollen glücklich sein – auch in formaler Hinsicht gefallen hat? Alle KGs wollen nämlich einen Glückswechsel. Zumindest in den Definitionen, die ich kenne. Gehe ich zu weit, wenn ich darin eine ironisches Spiel – ich bin unglücklich und muss glücklich werden, weil es die KG halt so will - mit der KG an sich herauslese? Nein, denn mir gefällt diese Lesart viel zu sehr .

Auch die anderen Koordinaten, die erzählte Zeit, der Handlungsort, blabla, passen perfekt bis hin zu dem in modernen KGs bevorzugten Bewusstseinsstrom. Letzteres ist zwar – in ausschließlicher Verwendung – nicht unbedingt meine Tasse Tee aber wenn ein Prot so denkt wie der Deine und nicht wie der von Uwe Tellkamp – siehe Wörtchen in den Zwischenwelten – dann kann ich dem auch sehr viel abgewinnen.

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#3

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 12.11.2007 10:58
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Brot,

das hast Du gut erkannt . Von den formalen Aspekten einer Kurzgeschichte hatte ich wenig Ahnung und habe mir ein paar Dinge im Vorfeld angelesen. In dem Zusammenhang bin ich darüber gestolpert, dass in Kurzgeschichten häufig ein Glückswechsel stattfindet.

Schlagwort in diesem Zusammenhang ist auch Aristoteles' Peripetie, worunter u.a. unerwartetes Unglück verstanden wird. Das wollte ich in der Kurzgeschichte ad absurdum führen, in dem ich als Grundlage unerwartetes Glück gewählt habe, dem der Protagonist auf die Spur kommen möchte.

In Anspielung auf Aristoteles' Peripetie habe ich dann auch das Zitat "Alle Menschen wollen glücklich sein" als Titel ausgesucht, der seiner Nikomachischen Ethik entnommen ist - auch wenn Fabian sich eher an einen schlechten Schlager erinnert fühlte ...

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#4

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 12.11.2007 16:04
von Fabian Probst • Mitglied | 626 Beiträge | 626 Punkte
Ok, wenn das einen Sinn macht, dann ist es schon verträglicher. Mir fehlte das Vorwissen um eine Nikomachische Ethik.
Trotzdem finde ich noch etwas fragwürdig, denn wenn man ohne irgendein Vorwissen den Titel einer KG liest, dann wirkt er eher bremsend. Ich zumindest hätte sie nicht gelesen, wenn ich nicht gemusst hätte, allein wegen des Titels.

Gruß, Fabian
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#5

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.11.2007 10:16
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Kein Problem, Fabian, diese Spitze gegen einen Juror musste ich mir nur einfach gönnen .

Unabhängig davon muss auch der Titel für sich funktionieren, egal was da für Gedankengänge hinterstanden. Und wenn das nicht der Fall ist, muss sich der Autor an die Nase fassen und nicht an der des Kritikers herumfummeln .

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#6

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.11.2007 12:50
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Don,

also, ich muss sagen, dass ich das gute Thema und den interessanten Ansatz in der Geschichte etwas verschenkt finde. Das liefert viele Ansätze und Aufsatzpunkte zum Weiterspinnen und damit Arbeiten, das ganze in andere Kontexte zu setzen. Aber Du führst die Grundidee und einige Gedanken darum vor mit einem absoluten Minimum an Handlung.
Das ist sicherlich Geschmackssache, und ich weiß, Du magst selber keine langen Texte , aber ich denke, da wäre mehr drin gewesen.
Andererseits kann man Dir auch wieder zugute halten, Dich nicht unsachlich und langweilig ausgemehrt zu haben. Doch ich find's interessant, gut geschrieben, trotzdem verschenkt.

Viele Grüße,
GW

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#7

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.11.2007 09:31
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hi GW,

den Vorwurf, dass da mehr drin gewesen wäre, muss ich mir wohl gefallen lassen. Das liegt sicherlich einerseits daran, dass ich tatsächlich allzulange Texte nicht mag, zum anderen war ich bei der Geschichte etwas in Zeitnot, da ich den Abgabetermin aus den Augen verloren hatte.

Allerdings wollte ich dem Leser auch gar nicht zuviel Informationen an die Hand geben. Das etwas skurile Szenario sollte eigentlich nur den Rahmen geben, das Thema Glück zu thematisieren - aus Sicht eines (seiner nach) Verlierers, der mitgeteilt bekommt, dass er so unglücklich gar nicht ist. Ich wollte mich auf die inneren Vorgänge beschränken und weniger Handlung reinbringen, zumal da in meinen Augen zu weit hätte ausgeholt werden müssen, um das Ausgangsszenario zu erklären. Schnell wäre ich in einem SciFi-Plot gelandet, der so zwar mitklingt, aber die Geschichte selbst nicht beherrschen sollte.

Aber ich will mich da gar nicht rausreden, irgendwie habe ich meistens ohnehin nicht die Muße, Werke, die über ein Gedicht hinaus gehen, mit der notwendigen Ruhe zu bearbeiten. Einen Roman werde ich daher wohl in diesem Leben nie schreiben .

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#8

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2007 22:54
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ich muss mich jetzt nochmals einschalten. Nach wie vor finde ich diese Geschichte die beste. Und zwar deshalb, weil man schon nach kurzer Zeit merkt (Vorwurf des Schnulzentitels), dass es sich dabei um eine Satire handelt. Ob ich sie – mit diesem Titel – auch gelesen hätte, wenn ich nicht „gemusst“ hätte, kann ich jetzt nicht mehr sagen ... ist ja auch egal.

Des Weitern wehre ich mich gegen den Vorwurf, Don hätte hier irgendwas verschenkt, nur weil er die Gedanken nicht weiter gesponnen hat. Das ist absoluter Quatsch, wenn es um Kurzgeschichten geht, weil nämlich gerade ein offener Schluss ein wichtiges Kriterium bei diesem Genre ist.

Logisch, man kann mit allem brechen, was Regeln so vorgeben, und Brots Geschichte hat sicher mehr Tiefe, mehr Atmosphäre und plastischere Charaktere, jedoch, wenn man die schönste Wurst küren will und einer ein Stück Kuchen bringt, kann man ohne weiteres dessen Geschmack loben, eine Wurst ist es aber dennoch nicht.

Deshalb finde ich die obigen Kritikpunkte falsch, weil sie etwas anprangern, was genau den Grundzügen einer KG entspricht. Und womöglich wäre es in Zukunft besser, wenn man bei Wettbewerben klarere Linien vorgeben würde, um solche Missverständnisse zu vermeiden. Seitens der Autoren und auch seitens der Jury.

Deshalb brauchst Du auch keine Rechtfertigungen abzugeben, Don, oder, mit den Worten eines berühmten Mannes gesprochen: Hielte ich mich für perfekt, würde ich mich nicht mit euch Pfeifen abgeben.

P.S. Habe mal im Texthandbuch ein paar Kriterien über KGs reingestellt, wenn sich jemand schlau machen möchte.

Die Frau in Rot

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#9

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.11.2007 00:44
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Marge,

Deine Kriterien einer KG in allen Ehren, aber ich kann Dein Argument, dass bei einer Kurzgeschichte keine Idee verschenkt sein kann, weil je offeneres Ende, desto Kurzgeschichte nicht die Quintessenz Deiner Regeln sein kann. Wenn der Gedanke weiter gesponnen worden wäre, hätte das Ding ja trotzdem noch ein offenes Ende haben können.

Wahrscheinlich hast Du insofern recht, dass mir das Ding als Erzählung besser gefallen hätte. Trotzdem finde ich Deinen Kommentar etwas dogmatisch.

Ich will Deine Entscheidung bzgl. der Geschichte gar nicht anzweifeln. Ich stelle nur die Stichhaltigkeit der Aushebelung meiner Argumentation in Frage.

Für die Kriterien im Texthandbuch bin ich im Übrigen sehr dankbar.
Diese Diskussion bringt mich übrigens auf den Gedanken, ob wir hier nicht noch Rubriken für Erzählungen, Novellen etc. einführen sollten.

Herzliche Grüße,
GW

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#10

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.11.2007 09:15
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

Zitat:

GerateWohl schrieb am 16.11.2007 00:44 Uhr:
Trotzdem finde ich Deinen Kommentar etwas dogmatisch.


Heul doch!

... und ich schrieb: ein wichtiges Kriterium und nicht das wichtigste Kriterium.
Deshalb bleibe ich dabei, dass man die fehlende Ausarbeitung (Erklärung, weshalb er der glücklichste Mensch war, Don nicht ankreiden kann).
Er hat das evtl. nicht mal bewusst nicht getan, nichtsdestotrotz hat er die formellen Kriterien erfüllt. Alles andere ist m.E. Geschmackssache.

Die Frau in Rot

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#11

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 18.11.2007 10:43
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Margot, meine Lieblingsjurorin ,

zunächst einmal Danke für Dein Wohlgefallen . Aber keine Sorge, ich habe nicht das Gefühl, als müsste ich mich rechtfertigen, den Einwand, ich hätte die Geschichte bei stärkerer Ausarbeitung noch aufwerten können, nehme ich dennoch ernst.

Ich habe zwar sehr bewusst nicht erklärt, wie diese Glücklichkeitserhebung funktioniert oder warum der Protagonist nun der glücklichste Mensch war (gerade letzteres fand ich auch sehr wichtig, da das der Fantasie des Lesers überlassen bleiben sollte), dennoch frage ich mich, ob ich nicht den einen oder anderen Punkt hätte näher erläutern können, auch ohne die Gedankengänge des Lesers einzuschränken. Vermutlich ist gerade das die Schwierigkeit: einerseits einen fetten Plot zu bieten, der andererseits viele weiterführende Überlegungen dem Leser überlässt.

Ob ich da mehr Sorgfalt aufgewendet hätte, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, weiß ich nicht. Eigentlich empfand ich die Sache als rund und bin immer noch zufrieden damit. Aber ich denke, bei der nächsten KG werde ich diese Punkte dennoch kritischer hinterfragen, ob ich dann zu einem anderen Ergebnis komme, weiß ich nicht.

Vor allem sind meine Erfahrungen im Bereich Kurzgeschichten ja bislang überschaubar, da bin ich es schon zufrieden, dass dieser Text einiges richtiges gemacht hat und zumindest einem Teil der Leser auch richtig gut gefallen kann.

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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#12

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 18.11.2007 11:44
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Schönen Tag, Don!

Nicht weit hergeholt, brandaktuell und voller Denkanstöße, hat mir Deine Geschichte bestens gefallen. Die Kritik am System muß im Leser hochkeimen, was auch bei mir der Fall ist. Eine kurzweilige Beschreibung, die nicht absurd ist, sondern interessant und das Verlangen erweckt, mehr von diesem Autor zu lesen.

Mit Gruß
Joame
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#13

Alle Menschen wollen glücklich sein

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 18.11.2007 17:20
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Dankeschön, Joame, auch wenn Systemkritik hier für mich nicht im Vordergrund stand, musste ich einfach ein paar Kleinigkeiten bei dem leichten SciFi-Plot einbauen.


Zitat:

Joame Plebis schrieb am 18.11.2007 11:44 Uhr:
Eine kurzweilige Beschreibung, die nicht absurd ist, sondern interessant und das Verlangen erweckt, mehr von diesem Autor zu lesen.


Mal sehen, ob ich den Autor dazu überreden kann .

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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