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#1

unendlich

in Gesellschaft 30.08.2007 07:05
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte

unendlich


Du badest deine Hände
in unschuldigem Blut,
wäscht dich rein durch Ewigkeit -
und Ewigkeit.

Du salbst deinen Schädel
mit reinweißer Asche,
aufrecht stehst du da, am Ende -
und Anfang.

wie bist du entflammt
wo bist du entsprungen
wann wirst du Endlich
und auf ewig vergehen



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#2

unendlich

in Gesellschaft 30.08.2007 08:40
von Erebus (gelöscht)
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Hallo ninniach,

das klingt vom Titel her nach der Aufnahme des Kampfes mit solcherart Begriffen, da bin ich gespannt...

Der Text ist leicht und gradeaus zu lesen, sträubt sich nicht, wenn ich ihn verstehen will. Ich bekomme meinen Sinn direkt und unverkrypt. "Unendlich" taucht begrifflich nicht mehr auf.
Stattdessen hast Du substituiert, stellst unendliches zwischen Anfang und Ende, oder in die Ewigkeit.
Da damit nichts zu erklären ist, stellst Du die Fragen, die sich auftuen, um dem Unendlichen den Garaus zu machen.
Aus dem Unermesslichen muss etwas herausgeschnitten werden, um es handlebar zu machen.
Da ein LD angesprochen wird, legst Du ein Gottestum nahe, eine Worthülse, die ich synonym für "unendliches" nehme. Dieses wird nun -allzumenschlich- durch das "Baden der Hände im unschuldigen Blut" und die Schädelsalbung in reinweißer Asche" gekennzeichnet.
Zwei Aspekte, die mit dem christlichen Theodizee korrespondieren.

Du malst mir zwei Bilder, die nicht unbedingt neu, aber dennoch immer wieder faszinierend sind, vor allem die "reinweiße Asche" mit der der Schädel "gesalbt" wird, widersetzt sich aber meinem Verständnis.
Die Asche, die normalerweise aufs Haupt zu streuen ist, symbolisiert ja Reue und Bußfertigkeit, wird damit der Schädel gesalbt, so entsteht in mir das Bild einer Art Drachenhaut, Fafnirs Blut zur Panzerung gegen Verletzung , Verletzung durch Buße und Reue? Denn dies wäre ja Einschränkend, und Einschränkung funktioniert nicht für das Unendliche?
Also diese Bild finde ich durchaus interessant. Gut finde ich, dass Du Fragen servierst, wo keine Antworten gefunden werden (es sei denn irgendwo hinter einem Gedicht). Allerdings ist es deshalb auch etwas steif.

Gerne gelesen, und kommentiert

Lieber Gruß
Ulrich
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#3

unendlich

in Gesellschaft 30.08.2007 09:29
von Pog Mo Thon (gelöscht)
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Hallo ninniach,

mir ist das zu simpel, ich bitte um Entschuldigung. Dieses lyrDu ist ja eindeutig Gott und dem werden hier Vorwürfe gemacht, die ins Leere zielen, da ja schlicht mit Unterstellungen gearbeitet wird. Wann je hätte Gott Unschuldige getötet? Das bitte schön haben nur Menschen angerichtet, häufig in seinem Namen, klar, aber dagegen kann er sich ja nun kaum wehren, es sei denn durch ... genau! Und dann wäre die ganze Nummer hier unten saumäßig langweilig und noch viel mehr Kunden würden sich beschweren.

Auch ästhetisch hat es wenig zu bieten, mir gefällt es daher gar nicht. Da musst du Gott schon mit mehr kommen, als so läppischen Fragen und Vorwürfen.

Gruß
nizza
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#4

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 13:11
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hallo Ulrich

ja, das unschuldige Blut ist schon etwas ausgelutscht, aber etwas anderes, das genauso passend wäre ist mir ehrlich gesagt nicht eingefallen. die reinweiße Asche war ursprünglich mal Knochenasche, aber das Wort hat mir irgendwie nicht mehr gefallen. und das mit der Salbung ist murks, Asche ist ja trocken … muss ich mir noch was einfallen lassen.

Vielen Dank für deinen Kommentar
LG Simone

Hallo nizza

dass es dir nicht gefällt, kann ich mit leben. aber du hast die Aussage die ich rüberbringen wollte ziemlich genau erfasst.

Zitat:

Wann je hätte Gott Unschuldige getötet? Das bitte schön haben nur Menschen angerichtet

ja, aber gibt es da einen Unterschied? ist er/sie/es nicht verantwortlich für die Taten, der Gläubigen? denn gäbe es ihn nicht, würden auch keine Gräueltaten in seinem Namen begangen.

Besten Dank für deinen Kommentar
LG Simone
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#5

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 13:46
von Maya (gelöscht)
avatar
Ich finde das einfach erbärmlich, die Blasphemie im Text, die Widersprüche in deiner Argumentation. Ob es einen Unterschied zwischen Mensch und Gott gibt? AUA!


Zitat:

ist er/sie/es nicht verantwortlich für die Taten, der Gläubigen? denn gäbe es ihn nicht, würden auch keine Gräueltaten in seinem Namen begangen.



Das ist echt das Dämlichste, was ich seit langem gelesen habe, sorry. Verlagern wir das Ganze auf eine niedrigere Ebene: Auf dem Schulhof prügeln sich zwei Jungs um die Gunst eines Mädchens. Deiner Ansicht nach ist es die Schuld des Mädels, nur weil sie existiert und somit Gegenstand des Konfliktes ist. Ich finde das absurd. Menschen sind für ihre Handlungen selbst verantwortlich; dafür haben sie ihr Hirn. Wie leicht macht man sich alles, wenn Gott für alles herhalten muss?

Gruß, Maya



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#6

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 13:52
von Joame Plebis | 3.476 Beiträge | 3363 Punkte
Hilfeverweigerung oder Fahrerflucht, das eine passiv, das andere aktiv, ist beides nach menschlichen Moralwerten nicht edel. Dahinter könnte derjenige stecken, dem eine 'weiße Weste' zugeschrieben wird; äußerst praktisch, nur imaginär zu sein.

Gruß Joame
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#7

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 14:05
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi Maya


Zitat:

Ob es einen Unterschied zwischen Mensch und Gott gibt?

das habe ich so nicht gesagt. es gibt sicher einen Unterschied, gesetz dem Fall, dass man an Gott glaubt. aber ich habe nur die Frage gestellt, (nicht beantwortet) ob nicht der, der eine Ideologie verbreitet (und das wäre hier ja Gott) nicht auch für die Taten verantwortlich ist, die in seinem Namen begangen werden.

das Mädchen ist nicht gerade ein gutes Beispiel. denn es verbreitet doch wohl keine Thesen.
verlegen wir das Ganze doch mal auf eine ganz andere Ebene. ganz Extrem.
ist Adolf Hitler dafür verantwortlich, dass es heute Neonazis gibt? denn was er denn dafür …

Gruß Simone

Hi Joame

genau, es kommt doch immer auf den eigen Standpunkt und auf die persönliche Sichtweise an. wenn man davon ausgeht, dass Götter nicht existieren, hat sich das eh erledigt, denn dann ist nur man selbst verantwortlich. aber wenn ein Gott für das Gute verantwortlich ist, aber nicht für das Schlecht, ist das doch ein bißchen Einseitig.

Gruß Simone

Gruß Simone
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#8

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 15:42
von roux (gelöscht)
avatar
Simone, vergleichst du da grade Gott mit Hitler?
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#9

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 16:04
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo ninniach,


Zitat:

ob nicht der, der eine Ideologie verbreitet [...] nicht auch für die Taten verantwortlich ist, die in seinem Namen begangen werden.



Das unterschreibe ich, aber ich habe auch weitestgehend Gott aus Deiner These eliminiert. Eigentlich müsste es wohl heißen: die im Namen der Ideologie begangen werden.

Aber wenn Du schreibst, dass Gott eine Ideologie des Schreckens und des Mordens verbreitet hat, muß ich widersprechen. Nehmen wir mal als Beispiel die Bergpredigt. Nicht gerade ein Musterexemplar einer Anleitung zum sengen, morden und vergewaltigen. Überhaupt nicht, will ich meinen.

Aber wenn Hänschen Klein mit der Keule in der Hand denen, die ihn nicht lieben, die Rübe einschlägt und sich dabei auf die Bergpredigt beruft, dann ist dafür wohl nicht Jesus Christus oder sein Verleger verantwortlich zu machen.

Ansonsten könnte ich jeden für alles mögliche verantwortlich machen. Aber letzlich passiert genau das in Deinem Gedicht. Du machst Gott, Allah, Jahwe, die Götter, den unbewegten Beweger, die große Mutter, oder, oder, oder für alles mögliche verantwortlich. Fällt ein Sack Reis um? Na, wer ist daran schuld? Klare sache, hat der alte Herr da oben wieder mal auf den falschen Knopf gedrückt, oder nicht? Der, Die oder das sind halt für alles verantwortlich und wer wäre dabei fein raus? Hänschen Klein und der Böse Watz, die wären fein raus, weil die ja im Zweifel für jarnüscht können.

Und so gehts nicht, das greift zu kurz. Da kann ich Mayas zornige Replik gut verstehen.

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#10

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 17:44
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Sabine, man kann aber auch absichtlich was falsch verstehen, gelle.


Hi Brot


Zitat:

Eigentlich müsste es wohl heißen: die im Namen der Ideologie begangen werden.


absolut richtig.


Zitat:

Aber wenn Du schreibst, dass Gott eine Ideologie des Schreckens und des Mordens verbreitet hat, muß ich widersprechen.


schreib ich ja nicht. aber in seinem Namen ist doch oft genug Schrecken verbreitet worden.


Zitat:

Nehmen wir mal als Beispiel die Bergpredigt. Nicht gerade ein Musterexemplar einer Anleitung zum sengen, morden und vergewaltigen. Überhaupt nicht, will ich meinen.


dann nehmen wir doch auf der anderen Seite: Auge um Auge …
das ist doch alles Auslegungssache und ich kann mir für jede Gelegenheit das passende raussuchen, wie ich es gerade brauche.


Zitat:

Du machst Gott, Allah, Jahwe, die Götter, den unbewegten Beweger, die große Mutter, oder, oder, oder für alles mögliche verantwortlich.


das wollte ich eigentlich nicht und somit ist der Text also total verbockt. ich wollte lediglich die Frage stellen, ob sie für die Taten verantwortlich sind, die in ihrem Namen (oder im Namen ihrer Ideologie) begangen werden/wurden. ich kann doch nicht alles Gute was in meinem Namen getan wird annehmen und für alles Schlechte die Schuld von mir weisen, oder?

o.k. damit das jetzt keine religiöse Endlosdiskussion wird, würde ich sagen wir halten doch einfach alle Gottheiten raus und beziehen das Ganze auf Nichtgöttliche Urheber von Ideologien und ich lasse das kleine Ding in die Gesellschaftsabteilung verschieben. gibt’s hier einen verschiebe Faden?

Danke für deinen Kommentar, er hat mir gezeigt, dass der Text so nicht funktioniert.
Gruß Simone

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#11

unendlich

in Gesellschaft 31.08.2007 18:00
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Auf Wunsch der Autorin von Mythologisches und Religiöses hierher verschoben.

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