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#1

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 27.06.2007 15:10
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

Hast Du gehört, ich wusst es längst:
er ist verschuldet, Pleite gar!
Bevor Du ihm Dein Herz verschenkst,
mit ihm trittst vor den Traualtar,

zeig ich Dir, wie perfid er ist -
so falsch, ich hab es stets gewusst,
und voll von feiger Hinterlist;
drum geh, er ist Dir kein Verlust!

Zunächst da wisperte ich leis,
nun ruf ich’s in die Welt hinaus,
und erst, wenn jeder davon weiß,
schließt mein geliebtes Schauspielhaus.

Don Carvalho
- Mai 2007

Des Paten Missetaten

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#2

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 29.06.2007 12:22
von Erebus (gelöscht)
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Hi Don,

Dein Text steht ja in der Gesellschaft, und deshalb ich auf dem Schlauch.

Ich meine, die ersten beiden Strophen hören sich nach einem verprellten Liebhaber an. Das LI setzt alles daran, seinen Konkurrenten in Misskredit zu bringen.
Man spürt, wie es kocht und brodelt, die sprachlichen Füllsel "Hast Du gehört, ich wusst es längst:" und "ich hab es stets gewusst" passen gut in eine scheinbar authentische Tirade.

Etwas ungewohnt ist für mich das "Bevor Du ihm Dein Herz verschenkst", kriege das letztlich auch nicht richtig geklärt. Natürlich erfordert die Metrik das "ver".

Auch die drei ersten Verse der dritten Strophe bekomme ich noch gut untergebracht. Bis hierhin habe ich einen Text für "Liebe und Leidenschaft", meinetwegen auch "Düsteres und Trübsinniges".
Und was passiert? Es "schließt mein geliebtes Schauspielhaus." und das Ganze steht in der Gesellschaft.

Willst Du den Text damit allgemeingültig machen? Oder verstehe ich irgendetwas überhaupt nicht?
Letzteres trifft auf jeden Fall auf die römische Zahl zu, ich komme auf 187 - ist das jetzt die Frage auf die Antwort??

Also, gefallen tut's mir, die saloppe Sprache kommt gut an, und wenn ich's beim theatralischen Ankläger und seiner eifersüchtigen Reaktion belasse, hat es durchaus Sinn, auch wenn der Sprung bis ins Schauspielhaus recht weit ist...

So aber habe ich noch Klärungsbedarf

Lieber Gruß
Ulrich
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#3

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 29.06.2007 13:01
von Alcedo • Mitglied | 2.529 Beiträge | 2351 Punkte
hallo Don

schöne Überschrift!
ultima presentatio?
ultima sensatio?
ultimo sensation?

also das geht sicher in der Tradition von Fick dich (CLXXXV) über die Bühne.
Könnte nicht sagen, dass ich sehr viel damit anfangen kann.
soviel aber schon:

zuerst dachte ich es ist mit diesem, deinem 187. Gedicht die letzte Vorstellung in diesem Online-Zirkus hier. aber mit Lyrik verschuldet, oder gar Pleite gegangen zu sein, das ist eine Vorstellung, die viel zu originell ist, als dass sie mit billigem Kalauer ausgeschlachtet würde. vor allem, da das lyrische Du mit der Lyrik vorhatte vor den Traualtar zu treten.
momentmal - Er?, der Poet? und nicht Sie? die Lyrik?
siehste, so brach meine schöne Konstruktion zusammen.

ein Versuch halt
Gruß
Alcedo



e-Gut
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#4

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 04.07.2007 14:17
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Ihr Zwei,

zunächst entschuldigt meine späte Rückmeldung.

Die Wahl der Kategorie mag verwirrend sein, das Gedicht steht hinsichtlich seines Rahmens allerdings in einem Zusammenhang u.a. mit Fick Dich (CLXXXV) und den anderen dieser Art. Ich hätte sie zwar auch in die jeweils passenden Unterforen posten können, insgesamt ist das Grundthema jedoch gesellschaftlicher Natur; daher habe ich sie alle in diesem Unterforum gesammelt.

Tatsächlich ist die 187 im Titel der Knackpunkt. Bei den früheren Gedichten habe ich nicht so schnell auf die Bedeutung der römischen Zahlen hingewiesen, inzwischen wissen jedoch viele der User hier, worum es sich handelt: es sind die Paragraphen des StGB gemeint, hier § 187 StGB (Verleumdung).

Vorliegend ist mir allerdings offenbar nicht richtig gelungen, einen Inhalt zu kreiieren, der auch ohne den Bezug zur strafrechtlichen Norm schlüssig ist. Eigentlich wollte ich jeweils Geschichten erzählen, die angesichts des Strafgesetzbuches eine zusätzliche Sinnebene entfalten und nicht erst mit diesem einen Sinn ergeben. Das hat anscheinend nur zum Teil funktioniert, ich habe mich da wohl zu sehr vom zugrunde liegenden Thema verführen lassen.

Immerhin ist es aber nicht so, dass man sich zum Thema gar nichts zusammenreimen kann, vielen Dank insofern für Eure Gedanken. Die Idee, mit der Lyrik vor den Traualtar zu treten, finde ich gut, auf die hätte ich mal kommen und entsprechend umsetzen sollen...

Mal, sehen, vielleicht mir da noch mal etwas ein, um das alles etwas runder zu gestalten.

Vielen Dank für Eure Kommentare,

Don

Des Paten Missetaten

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#5

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 04.07.2007 17:36
von Alcedo • Mitglied | 2.529 Beiträge | 2351 Punkte
darauf wär ich nie gekommen, Don: ein Paragraph aus dem Strafgesetzbuch (dem deutschen wahrscheinlich). ach herrje, sowas reizt mich nun wirklich nicht. aber originell ist es allemal.

Gruß
Alcedo


e-Gut
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#6

Die letzte Vorstellung (CLXXXVII)

in Gesellschaft 07.07.2007 11:58
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte

Zitat:

Alcedo schrieb am 04.07.2007 17:36 Uhr:
ach herrje, sowas reizt mich nun wirklich nicht.



Da versucht man den Leuten auf diese Weise die Juristerei etwas näher zu bringen und dann sowas !

Grüße,

Don

Des Paten Missetaten

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