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#1

Blindend

in Philosophisches und Grübeleien 23.05.2007 12:42
von tümpelhuber (gelöscht)
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Ich trank sehr oft mich in ein Weit
im Sommer meiner Lenden.
Auch mal in eine Übelkeit -
Man sprach das Wort „Verblenden“.

Ich fragte frech nach einem Nichts,
das schwer roch nach Geheimnis.
Was blieb, das war ein Adjektiv,
nach wittgenstein'schem Gleichnis.

So blinde ich seit vielen Jahr’n
in unbekannten Welten,
die wiederum in ihren Schar’n
dem Unbewussten gelten.

Und dieses wird mir dann und wann
bewusst in Zeit und Räumen,
Erkenntnis ruht im Augenblick
und transzendiert in Träumen.
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#2

Blindend

in Philosophisches und Grübeleien 23.05.2007 12:59
von Erebus (gelöscht)
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Hallo pimpel,

irgendwie rotzfrech und gar kein lauer Huber.
Ich gestehe, das ich den Sinn nicht umfasse, und tue es Dir darin gleich.
Die Reduktion auf ein Adjektiv bspw., oder das Unbewusste bereiten mir Probleme.
Aber gerade darum geht es ja in Deinem Text.

Richtig klasse, schön überschaubar und griffig finde ich die beiden Schlußzeilen. Das würde mir persönlich reichen.

Die Andichtung durch dreieinhalb Strophen könntest Du dann getrost als etwas Eigenens in den Humor stellen.

Gefällt mir gut

LG Ulrich

Edit: Jetzt ist Dein Vorderteil so schnell in den Brunnen gefallen, das ich die falsche Anrede dastehen habe. Ich hoffe, dass ist zu entschuldigen, wenn ich so ein bischen ka-
lauer.

Gruß
Ulrich

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#3

Blindend

in Philosophisches und Grübeleien 27.08.2007 21:48
von tümpelhuber (gelöscht)
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Hallo Erebus,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich hoffe meine späte Antwort, wird nicht als Spamming missverstanden.

Das mit dem Adjektiv ist ganz einfach zu verstehen, die Lösung eher sprachphilosophischer Natur: es kommt vor, dass philosophische Fragen, die groß und schwer erscheinen mögen, einfach nur sprachliche Probleme sind. Fragt man etwa nach dem "Nichts", hinter dem man etwas großes Unbekanntes vermuten könnte, dann vergisst mancher mitunter, das dies ja nur eine Substantivierung ist. Nichts ist nichts. Ganz einfach. Klarer wird es, wenn man es sich im Englischen anschaut. Was ist "nothing", ganz einfach: "no thing", nicht existent. Deswegen ist die Frage nach dem "Nichts" ganz einfach überflüssig. Wollte diese Problemstellung als Metapher für unausgerorenes Denken benutzen.

Danke nochmal und vielleicht auf bald,
huber
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#4

Blindend

in Philosophisches und Grübeleien 28.08.2007 08:30
von Erebus (gelöscht)
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Hallo huber,

ich habe Derartiges ja vermutet. Ich benutze das Wort "Nichts" in Zusammenhängen, wo es mir angemessen erscheint. Und die Abwesenheit von "Etwas" wäre so ein Fall. Wie weit man als "vernunftbegabtes" Wesen Zusammenhänge realiter überschaut steht für mich auf einem ganz anderen Blatt.

Irrungen des Verstandes: bisweilen bin ich bereit, dazu ein eigenes Verständnis zu entwickeln.
Im Kopf läuft ja alles zusammen. Und wenn's nicht zusammenkommt, dann war das nichts. Nichts wäre nach meinem Verständnis also etwas, zu dem ich keine Aussage machen kann. Ob das jenseits des Universums herumwabert, oder auf dem Grunde eines schwarzen Loches, oder nach dem Tod.

Eine Indizierung dieses Wortes, oder eine Art "Schuldzuweisung" weil man es gebraucht, liegt mir fern. Ich habe allerdings nicht den filosofischen Background, um nach Wittgenstein oder sonst einem Denker meinen Weltapparat gefestigt zu finden. Ich bin an eigener Synthese und Analyse interessiert. Mag sein, ich komme dabei zu nichts, aber das ist in meinen Augen genauso weit, wie andere kommen. Meine Arroganz mag gnadenlos sein, am Ende ist sie Nichts.

Oder?

Apropos englisch Sprachzuempfinden: Ich finde das Wort sensation für Empfindung grandios. Ob das ein Engländer, der es täglich gebraucht, wohl auch so sieht?
Und zur Mathematik, der reinsten Beschreibungsmöglichkeit des "Seins". Die würde ohne Null doch gar nicht gehen. Da gibt's die Wurzeln aus negativen Zahlen etc. lauter Kuriosa.
Ich glaube, das die Welt weiter ist, als der menschliche Verstand anzunehmen bereit ist oder anzunehmen vermag. Warum sollte die Welt so beschaffen sein, wie ein Primat mit speziellem Denkorgan sie für angemessen empfindet?

Interessantes Feld..
hat mich gefreut,

LG
Ulrich
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#5

Blindend

in Philosophisches und Grübeleien 28.08.2007 16:12
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hallo Ihr Zwei,
also erstmal zum Text: Ich empfinde ihn als einen interessanten, da er für mich eine Selbsterkenntnis und zumindest die mögliche Erreichbarkeit derer durch Rückschau/Reflexion beinhaltet.
Zu der philosophischen Fragestellung über das Nichts:
Es gibt ne ganze Menge von Vokabeln, die ähnlich wie das Nichts debattentauglich sind, als da z.B. wären:
- immer/niemals
- Alles (# Nichts)
- un-/endlich
- Niemand
- Leere
etc.
Bestimmt fallen Vielen von uns noch einige Worte ein.
Was mich auf eine Idee bringt: Wie wär's mit nem Faden, indem sich philosphieren ließe über solcherart Begriffe, über Sprache? Vielleicht beteiligen sich Unausgeglichene und kanalisieren ihre Ressourcen auf konstruktive Art.

Grüße
KB

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