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#1

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 30.04.2007 15:16
von patte83 (gelöscht)
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Die Stadt is ne Beatbox
Viel Lärm um nichts
aber immer n fetter Sound

Die Straße brüllt ihre Harmonien
Dazu kreischen die Bremsen der Züge & S-Bahnen
Und dazwischen sind so n paar Großstädter Die sind voll im Rhythmus &

die labern so über Dies & Das
& Jenes und geben diesem ganzen Lärm
so nen abgefuckten Backgroundsound

Die Stadt is ne Disco
Der Beat bedient die Tanzenden Im Gleichschritt
der Herzen hetzen sie über die Kreut-

Zungen & Münder erheben ihren Abgesang
auf die Stille
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#2

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 02.05.2007 09:38
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Beatboxing, da stelle ich mir diese Meister vor, die mit den Händen über ihrem Mund verschiedene Geräusche, Beats erzeugen, kombinieren und vielleicht auch mal rappen zwischendurch. Finde ich meistens ziemlich beeindruckend.
Eben gerade gelesen, dass beim Beatboxen der klangliche Fokus auf den Konsonanten läge. Das erklärt mir vielleicht dieses Solo n in S1. Erst fand ich das jugendlich bemüht und hässlich. So hässlich wie diese & Zeichen. Wie habe ich die zu lesen? Nicht zuletzt erschließt sich mir warum und wann Du neue Strophen beginnst und Zeilenumbrüche einsetzt.

Nach der ersten Zeile habe ich noch gedacht, dass ich gleich einen Rhythmus im Ohr habe der mich an eine Großstadt erinnert. Aber außer, dass Du fetten Sound hinschreibst, höre ich nichts. Na gut, ich hör sowieso nicht gut.
Aber wenn dann Straßen ihre Harmonien brüllen, Bremsen kreischen und gelabert wird über ditt und datt, dann schaue ich wieder auf den Titel und frage mich was ist daran Beatboxmäßig? Ist der Sound so abgefuckt, daß ein alter Sack, wie icke denn nu mal nicht hören kann? In tausend Jahren nicht? Anscheinend nicht.

S3 überrumpelt mich dann auch vollends, denn nun ist die Stadt eine Disco. Aha. Wozu habe ich eigentlich versucht Beatboxmäßig was herauszulesen? Egal. Der Beat, den ich nicht hören kann, ist nun der Herzschrittmacher der Stadt. Nur noch über einen ziemlich haarigen Wortbruch gerattert, der arg bemüht wirkt und dann ist es auch schon wieder still. Danke.

Nö, der Versuch hat mich nicht überzeugt. Da fand ich den Ansatz von Niccccca interessanter. Und wenn ich mir überlege, dass ich den armen Erebus kritisierte, weil sein wohlklingendes Heimat Gedicht in Diverses, mit diesen wahnsinnig vielen, ineinandergeschachtelten Reimen, mich inhaltlich nicht voll zu überzeugen wusste, dann habe ich fast ein schlechtes Gewissen.
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#3

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 02.05.2007 22:11
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Ich muss sagen mich reizt es, gerade die letzten drei Zeilen finde ich klasse. Allerdings habe ich meine Heimat nie so gesehen. Für mich wars ein Moloch: stinkend, blutig und düster ...tut mir leid, wenn ich hier jemandes Gefühle verletze...

Aber das Bild, eine Stadt als Rhytmus zu sehen erzeugt in mir ein großes "Ja", vor allem bei deiner Wortwahl. An guten Tagen kann man das so sehen und jetzt vielleicht noch mehr als früher.

Moderne lyrik intelligent verdichtet und tatsächlich mal verDICHTET!

R.

And therefore, since I cannot prove a lover,
To entertain these fair well-spoken days,
I am determined to prove a villain
And hate the idle pleasures of these days.
(William Shakespeare, King Richard III)


Kings Heritage

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#4

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 03.05.2007 20:03
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Mein König,

glaubt mir ich freue mich für Patte83, dass Ihr sein Werk so freudig begrüßt habt und mich mit diesen großen Buchstaben DICHT so dominieren wolltet. Doch, auch wenn ich taub und der Kunst und Ihnen irgendwann mal, als Ihr vorbeirittet, gehuldigt habt, so versage ich diesem Werk weiterhin meine Anerkennung. Mag mich die Welt, der König und sonst wer für ignorant halten: Ich finde es nicht gut: Punkt.

Was ist hier verdichtet? Auch ich lebe in einer Stadt, die wie K.Weiß so treffend formulierte: stinkt und dröhnt, die mich ärgert, die nur aus Baustellen zu bestehen scheint. Mich tierisch aufregt, aber mich sosehr prägt, dass ich sie einfach lieb haben muss. Ich sehe in Pattes Text quietschende, kreischende Bremsen und Gelaber und – ich bleib dabei – eine ganz schlimme Kreut-zung. So BEMÜHT statt dicht. Und wenig originell.

Was den Titel angeht: Beatbox. Bevor ich weitermache, bitte ich Patte ganz lieb um eine Audioversion. Man erzähle mir aber nicht man könne das kaufmännische Und nicht vertonen. Dann sag ich : na eben und nach kurzer Zeit: das wollen wir doch mal sehen, beziehungsweise hören.
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#5

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 14:48
von patte83 (gelöscht)
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@Brotnicum: deine erste Kritik fand ich durchaus nachvollziehbar, deinen zweiten Kommentar hingegen einfach nur saudämlich. Zweimal zu äußern, wie wenig einem das besprochene Gedicht gefällt (und das, ohne um eine Rechtfertigung gebeten worden zu sein), hat nicht gerade viel Sinn. Deswegen nur etwas zu deinem ersten Kommentar.
Wie gesagt: ich verstehe, was du meinst. Mein Gedicht bleibt wirklich nicht bei dem im Titel vorgegeben Thema. Das kann man mir zum Vorwurf machen. Allerdings geht es mir ja auch nicht um die Beatbox, sondern um die Stadt. Und um die einigermaßen fassen zu können, verwende ich Bilder, in diesem Falle eine Beatbox. Dass Bilder nun nicht bis ins Detail mit der Realität übereinstimmen, brauch ich dir als gebildeten Menschen bestimmt nicht erzählen.
(Das mit dem Herzschrittmacher gefällt mir. Werd ich bestimmt irgendwann mal verwenden.)
Gegen dieses Zeichen (&) etwas vorzubringen, ist nicht gerade sinnvoll. Es ist ein Symbol, das mit Inhalt gefüllt ist, nämlich mit "und", welches wiederum ein Symbol ist, allerdings etwas länger. Das soll nun keine Rechtfertigung dafür sein, dass ich es verwendet habe. Ich habe ja sowohl "&" als auch "und" verwendet. "&" habe ich dort verwendet, wo ich mehrere Worte als Einheit darstellen wollte, "und" lediglich als normales Bindewort.

@ Richard III.: "Moderne lyrik intelligent verdichtet und tatsächlich mal verDICHTET!"
Dafür danke ich dir!
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#6

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 15:33
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo patte83,

was ist eigentlich genau ein Abgesang? Ich kenne den Begriff, sehe ihn häufig verwendet, jetzt habe ich hier endlich mal einen ansprechbaren Autor, der den verwendet, und mir diesen Terminus genau erklären kann.

Neben dieser für mich interessanten Frage, sehe ich hier wenig Interessantes.

Doch, noch eine Frage: Was ist bitte schön eine "Kreutzung"?

Mit dem Thema Beatbox Berlin lockst Du mich allerdings mit so einer grobsprachigen Form nicht hinterm Ofen vor. Das Thema haben doch Simon & Garfunkel in "the Sound of Silence" schon vor 30 Jahren in wesentlich poetischerer Form ausreichend thematisiert.

Bis auf dieses bemühte Wortspiel am Schluss würde ich diesen Text wahrscheinlich von jedem drogenberauschten Ravephilosophen hören, wenn ich ihm auf der Loveparade ein Mikrophon unter die Nase hielte und fragte, was die Raver denn mit dieser Parade ausdrücken wollten.
Ich nehme mal an, dass es Deine Absicht war, diesen Ton zu treffen. Aber wer will das lesen? Und wozu?

Grüße,
GerateWohl

_____________________________________
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#7

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 20:54
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte

Zitat:

Zweimal zu äußern, wie wenig einem das besprochene Gedicht gefällt (und das, ohne um eine Rechtfertigung gebeten worden zu sein), hat nicht gerade viel Sinn. Deswegen nur etwas zu deinem ersten Kommentar.



Der zweite Kommentar beginnt mit Mein König. Ich hätte auch @Richard schreiben können. Wie dem auch sei. Obwohl Du mir nicht die Erlaubnis gegeben hast, auf den Kommentar von Richard zu reagieren, habe ich es dennoch gewagt. Vielleicht nur, um auch in Deiner Abwesenheit aus Spaß an der Freud über Deinen Text zu diskutieren? Ist das erlaubt?

Und vielleicht auch, weil ich interessiert war und bin warum Richard den Text so lobte? Immerhin versteht Richard vom Dichten weit mehr als ich. Kurzum : ich fühlte mich herausgefordert. Und dachte mir, jetzt provoziere ich den König noch ein wenig mehr, denn wofür Du ihm dankst, ist für mich arrogante Aussperrung der Blöden von Herrschaftswissen. Denn was Anderes als, gerne gelesen und herrlich verdichtet, fandest Du denn in seinem Lob? Welche nicht verstandene Intelligenzleistung liegt denn in seinen Zeilen? Außer einem dicken und meinethalben auch fünfmal verdientem Lob wie : gut gemacht?

Nein, als saudämlicher Bauer möchte ich schon verstehen, warum die Dichterfürsten sich hier Kusshändchen zuwerfen. Warum? Weil ich mir öffentlich eine Meinung erlaubte. Erlaubt?


Zitat:

Gegen dieses Zeichen (&) etwas vorzubringen, ist nicht gerade sinnvoll. Es ist ein Symbol, das mit Inhalt gefüllt ist, nämlich mit "und", welches wiederum ein Symbol ist, allerdings etwas länger.



Oh, war ich wieder zu blöde? Na, so was. Irgendwie war ich auf dem Trichter, dass der Fokus dieses Gedichtes auf Lautmalereien und fettem Sound, auf Quietschen und Kreischen, kurzum Geräusch gerichtet ist. Dessen Kontrapunkt dann wohl auch das Finale Deines Gedichtes ist: Stille. Hier hätte mich ein wortloses Symbol für Stille wahrscheinlich weniger verwirrt.

Aber deswegen habe ich das Zeichen & nicht verstanden. Weil ich, als ich das Gedicht laut vorgetragen habe, keinen Unterschied zu und gehört habe. Und wie gesagt: Dein Gedicht handelt von Geräuschen.

Ich hatte noch überlegt, ob Du das kaufmännische Und gewählt hast, als Hinweis darauf, dass die Stadt der Pfeffersäcke hier Hintergrund der Verdichtung war. Oder die Stadt im Euro Zeichen. Beide Städte haben unverkennbare Zeichen und Laute. Hatte ich einfach mal unterstellt. Doof, oder?

Aber es war auch saudumm von mir bei Deinem Gedicht an eine Verbeatboxung statt – na klar - Verdichtung einer Stadt zu denken, denn:


Zitat:

Allerdings geht es mir ja auch nicht um die Beatbox, sondern um die Stadt. Und um die einigermaßen fassen zu können, verwende ich Bilder, in diesem Falle eine Beatbox.



Wenn ich die Klarheit dieser Gedanken durch das Bild eines Klärbeckens veranschaulichte, so wäre das nur blöd, wenn ich das Klärbecken meinte, aber nicht die Gedanken? Interessanter Gedanke.

Über ditt und datt oder dieses und jenes würde ich ja noch sprechen wollen, aber dann bin ich vielleicht wieder zu vor und laut.
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#8

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 21:34
von patte83 (gelöscht)
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"Ich nehme mal an, dass es Deine Absicht war, diesen Ton zu treffen. Aber wer will das lesen? Und wozu?"
Ich versuche in meinen Gedichten (zwar nicht immer, aber doch oft genug) den "Sound of the Street" zu treffen. Warum? Weil der in der Lyrik (leider auch in der modernen) massiv unterdrückt wird. Dabei ist das unsere eigentliche Sprache, nicht diese filigran formulierten Gebilde eines z.B. Goethes! Ich versuche, mit meinen Gedichten die Leute für diese Sprache zu sensibilisieren. Bei euch stoße ich ja noch auf Granit. Mal schauen wie ihr in ein paar Jahren drauf seid...

@brotnicum: oh mann, wie bist du denn drauf?! Du gehst ja ab, wie'n HB-Männchen! Du hast nicht viel Spaß im leben gehabt, ne?
Weißt du, jetzt hab ich überhaupt keinen Bock mehr, mit dir zu diskutieren. Knick dir einfach meine Gedichte und, solltest du tatsächlich Minderwertigkeitskomplexe haben, lass dich behandeln, aber bitte spam mich nicht zu, okay?
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#9

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 21:44
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Na geilo. Wenigstens fahr ich noch auf was ab. Danke Dir, mein Bester.
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#10

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 21:54
von Albert Lau (gelöscht)
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Zitat:

patte83 schrieb am 14.05.2007 21:34 Uhr:
Dabei ist das unsere eigentliche Sprache, nicht diese filigran formulierten Gebilde eines z.B. Goethes!


Tu er sich selber einen Gefallen und bleibe bei seinen Leisten.
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#11

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 14.05.2007 22:03
von patte83 (gelöscht)
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Hä? Drück dich mal so aus, dass man dich auch versteht.
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#12

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 15.05.2007 07:44
von Albert Lau (gelöscht)
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Red keinen Scheiß. Besser?
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#13

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 15.05.2007 16:50
von patte83 (gelöscht)
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Besser, allerdings keneswegs verständlicher. Aber gut, lasse mer des...
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#14

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 15.05.2007 19:33
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte

Zitat:

patte83 schrieb am 14.05.2007 21:34 Uhr:
Ich versuche in meinen Gedichten (zwar nicht immer, aber doch oft genug) den "Sound of the Street" zu treffen. Warum? Weil der in der Lyrik (leider auch in der modernen) massiv unterdrückt wird.


Quatsch. Das unterdrück kein Mensch.
Ich sehe viel mehr, dass Du starke Unsicherheiten bzgl. der deutschen Sprache hast. Auch dieses betonte Verwenden von Anglizismen und Deine Unfreundlichkeit, mit der Du auf Kritik reagierst, ohne auf sie einzugehen, deutet stark darauf hin. Vielleicht solltest Du nicht dichten.


Zitat:

Dabei ist das unsere eigentliche Sprache


Wieder Quatsch. Arme Menschen, die nicht besser mit Sprache umzugehen verstehen.


Zitat:

Ich versuche, mit meinen Gedichten die Leute für diese Sprache zu sensibilisieren.


Ich denke eher, dass man sich desensibilisieren muss, um für diese Sprache empfänglich zu sein.

Naja, wer's mag. Viel Spaß dabei.
GerateWohl

_____________________________________
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#15

BeatBoxBerlin

in Gesellschaft 16.05.2007 21:53
von patte83 (gelöscht)
avatar
OK, ich gebe mich geschlagen. Du hast recht, ich habe unrecht.
N schönes Leben wünsch ich noch.
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