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#1

Einig

in Liebe und Leidenschaft 29.04.2007 09:18
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Einig

Als ich dich traf und deine Worte Wurzeln in mir trieben,
da konnt ich noch nicht ahnen, was es mir bedeutet,
weshalb wie sanft gefühlter Nachhall lange sie verblieben,
warum in meinem Innern deine Stimme läutet.

Am Anfang meinte ich an meiner Sehnsucht zu zerbrechen
und glaubte, dass nur Flucht und Buße mich bereinigt.
Doch immer wieder hörte ich mich deine Worte sprechen;
Mein Himmel hatte längst sich deinem Klang vereinigt.

Ich glaube meine Seele gleicht im Kern der Deinen -
So leide ich, wenn trauerschwer gesenkt sind deine Lider
und wenn du lachst, so schenk ich dir ein Lachen wider -
Was in dir strahlt, dass scheint sich auch in mir zu einen.

Den Sinn von Liebe glaube ich nun zu verstehen;
In deiner Hand und deinem Blick hat gleichsam er gelegen -
Was bleibt ist rein und klar und biegt sich dir nur sanft entgegen -
In einem Willen wird nur, was uns eint geschehen.


And therefore, since I cannot prove a lover,
To entertain these fair well-spoken days,
I am determined to prove a villain
And hate the idle pleasures of these days.
(William Shakespeare, King Richard III)


Kings Heritage

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#2

Einig

in Liebe und Leidenschaft 29.04.2007 17:38
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Eure Durchlaucht

Ein bittersüsses Gedicht über eine Begegnung, die erst im Nachhinein ihre wirkliche Bedeutung erlangt, wo es bereits zu spät ist. Du weisst, dass mich solche Themen immer wieder zu Achs und Wehs verleiten … da kann ich gar nichts dagegen tun und ich bin dann zuweilen auch recht unkritisch gegenüber solchen Texten.

Und doch muss ich ein wenig meckern. Die Inversionen in S1/Z3 und S3/Z2 stossen unangenehm auf und lassen den sonst so guten Klang- und Lesefluss stocken.

Das ‚es’ in S1/Z2 will mir auch nicht recht schmecken. Ich sehe diese Zeile eher auf die Worte (als auf das Treffen) gemünzt und daher müsste es mE ‚sie’ heissen. Was dann aber natürlich zur Folge hätte, dass ‚bedeutet’ in ‚bedeuten’ geändert werden müsste.

Noch ein paar Rechtschreibfehler. Du bist mir nicht böse, wenn ich sie so lieblos in Deinen Text einfüge? Ok, danke.



Als ich dich traf (Komma) und deine Worte Wurzeln in mir trieben,
da konnt ich noch nicht ahnen, was es (*siehe oben) mir bedeutet,
weshalb (Komma) wie sanft gefühlter Nachhall (Komma) lange sie verblieben,
warum in meinem Innern deine Stimme läutet. (Zeit)

Am Anfang meinte ich an meiner Sehnsucht zu zerbrechen
und glaubte, dass nur Flucht und Buße mich bereinigt.
Doch immer wieder hörte ich mich deine Worte sprechen; (hier würde ich einen Doppelpunkt setzen)
Mein Himmel hatte längst sich deinem Klang vereinigt.

Ich glaube (Komma?) meine Seele gleicht im Kern der Deinen - (klein)
So (klein) leide ich, wenn trauerschwer gesenkt sind deine Lider (Komma)
und wenn du lachst, so schenk ich dir ein Lachen wider - (Doppelpunkt)
Was in dir strahlt, dass (das) scheint sich auch in mir zu einen.

Den Sinn von Liebe glaube ich nun zu verstehen;
In (klein) deiner Hand und deinem Blick hat gleichsam er gelegen -
Was (klein) bleibt ist rein und klar und biegt sich dir nur (*) sanft entgegen -
In (klein) einem Willen wird nur (*), was uns eint (Komma) geschehen. (* 2x nur, evtl. das erste durch nun ersetzen)


Doch trotz allem Gemeckere, lieber König, schaffst Du es wieder mal, eine Seite in meinem Romantikerherz zum Schwingen zu bringen. Und wem diese Zeilen nichts sagen, der hat sie nie erlebt.

Liebe Grüsse
Margot





Die Frau in Rot

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#3

Einig

in Liebe und Leidenschaft 01.05.2007 13:24
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Ric,

auch bei Dir geht es um das Wesen der Liebe. Eine wichtige Rolle in dieser Liebe spielt die Sprache. Das Ich zerbricht fast an der Liebe zu den Worten des OdB. Das ich ist extrem entflammt und glaubte zunächst diesem Extrem mit Extremem begegnen zu müssen, was aber nicht reichte, den Brand zu löschen. In der 3. Strophe kommt eine Erkenntnis des Ich, der Blick auf das Du nicht über die Verzehrenden Worte, sondern auf die Seele, was in ihm strahlt über die Blicke des Du, nicht was es sagt. Plötzlich sind die Gefühle des Ich erzträglich. Es spürt ein wärmendes Flämmchen, das es nun mit dem Du eint, so wie "Freunde statt Geliebte".
Ich muss gestehen, dass sich mir aus dem Text nicht gänzlich erschließt, was das Ich nun mit seinen unerträglichen Gefühlen bezgl. der Stimme des Du tut, wie es damit umgeht. Wieso sollte das, trotz der Erkenntnis um die Seele des Du, zuende sein? Was ist geschehen? Das fehlt mir etwas. Ich könnte mir nun vieles denken, aber ich wüsste es gerne. Hört das Ich einfach nicht mehr hin? Das wäre ja auch schade.
Es erscheint mir, dass Ich sei auf Distanz gegangen und ist in der Ferne erstarkt und zurückgekehrt, konnte dem Du nun entsprechend impregniert begegnen. Aber wie gesagt, das steht dort nicht.

Ansonsten ist die Sprache sehr klassisch, und fließt grötenteils schön dahin, nimmt ienen mit. Die letzten beiden Strophen gefallen mir am besten, auch wenn ich mir wünschte, es wären die 4. und 5., nicht die 3. und 4.

Du hast allerdings in der 1. Strophe, 3. Zeile, eine fiese Yoda-Wendung drin bzgl. derer ich nicht umhin konnte, frecherweise eine Alternativformulierung auszuprobieren:

Als ich dich traf und deine Worte Wurzeln in mir trieben,
da konnt ich noch nicht ahnen, was es mir bedeutet,
weshalb die sanft gefühlten Echos lang noch in mir blieben,
warum in meinem Innern deine Stimme läutet.


Viele Grüße,
GW

_____________________________________
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#4

Einig

in Liebe und Leidenschaft 06.05.2007 12:24
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Erstmal nur soviel: Vielen Dank für die Kritiken! Ich werde mich ausführlich äussern, sobald ich Muße habe. Nur dass ihr wisst, dass ich dankend und überdenkend zur Kenntnis genommen habe!

Seid herzlichst gegrüßt!
Richard

And therefore, since I cannot prove a lover,
To entertain these fair well-spoken days,
I am determined to prove a villain
And hate the idle pleasures of these days.
(William Shakespeare, King Richard III)


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