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#1

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2007 17:15
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Kurz und Schmerzlos
- Räuberpistole –


Negativrolle

Während der Frachttransporter wieder gemächlich über die Ostsee rollt, werden,
seine pünktlich abgeladenen Offset-Papierrollen mit über 50 km/H über mehrere
Bahnen durch ein Labyrinth von Dutzenden Drucktrommeln gejagt. Schicht für
Schicht, Farbe für Farbe werden sie mit Informationen, Bildern und Werbung
bedruckt.

Hintern den seitlichen Verkleidungen der meterlangen Heidelberger
Druckmaschinen arbeiten Motoren, die über Wellen, Getriebe und Kupplungen das
Räderwerk am Leben halten. Die Tage der Mechanik sind aber gezählt. Zu
kostspielig sind Schwingungsdämpfer, ihre Wartung und die daraus resultierende
Makulatur. Nicht zuletzt der zeitintensive Austausch, der auf die Trommeln zu
spannenden, Druckplatten um ein anderen Druckprozess beginnen zu können.
So auch jetzt wieder. Der Druckprozess der HörZu wird angehalten. Neue
Druckplatten werden auf die Trommeln gespannt. Der Aufwand wird aber nicht
betrieben, um eine andere Zeitung oder Zeitschrift zu drucken. Nein, nur eine
spezielle Ausgabe der HörZu für einen besonderen Ort muss jetzt gedruckt werden.
Der Inhalt ist gleich, aber die Werbung, die Anzeigen sind anders. Diese HörZu wird
später nur in einem Ort verkauft. Er hat die Koordinaten 49° 21′ N, 8° 15′ O und ist
das größte Dorf dieser Republik. Das gleiche Spiel wiederholt sich in vielen
Druckereien dieses Landes mit anderen Druckerzeugnissen.
Wenige Stunden später rollen Vierzigtonner in Hassloch ein, um ihre Zeitungsballen
abzuwerfen. In Hassloch ist alles typisch. Hassloch ist die Negativrolle unserer
Republik. Darum entscheidet sich die Zukunft in Hassloch. Alle Erzeuger wissen,
dass der Hasslocher entscheidet was gegessen, was gewünscht und was gekauft
wird. Das hat Vorteile nicht nur für die Erzeuger. Die HörZu gibt es kostenlos und
einen Kabelgebührzuschuss von Drei Euro 85 Cent monatlich obendrein. Und Alle
Daten der Konsumenten, ihr Fernseh-, Freizeit und Kaufverhalten, ihr Leben sammelt
still und leise die Gesellschaft für Konsumforschung, die GfK.
Wie der Hasslocher entschieden hat, welches Produkt angekommen und welches
Produkt auf keinem anderen Warenband der Republik mehr landen wird, dass weiß
am Ende nur die GfK. Darum dulden die GfK und die schon im Verein zusammengeschlossenen
Hasslocher-Probekonsumenten nicht, wenn einer wo anders einkauft
als in Hassloch. Da erkundigt sich dann schon mal ein Mitarbeiter der GfK persönlich.
Der Clown
Tief unten im Nürnberger Erdreich, im tiefsten Kellergeschoss stehen die number
cruncher, die Hochleistungsrechner und Datenbankserver der GfK-Zentrale.
Sie werden ununterbrochen von einer Datenpipeline gefüttert, die sekündlich das
Konsumverhalten der Hasslocher in die Rechen-Getüme pumpen.
Modernste Lüftertechnik minimiert das Rechnen der Prozessoren und die
Abspeicherung der Daten auf die Festplatten zu einem leisen Sirren.
An der Frontseite des großen Rechnerraumes öffnet sich eine Fahrstuhltür. Zwei
Uniformierte betreten den Raum. Sie sind augenblicklich irritiert, denn sie sind allein.
Eigentlich müsste hier mindestens ein Systemadministrator anwesend sein.
„Haben die heute alle frei? Hier stimmt doch was nicht?“, fragt der Ältere sichtlich
nervös. „Hier stimmt doch was absolut nicht.“
Der jüngere glotzt nur tumb. Er wandert weiter in den Raum hinein. Sein Kollege
nestelt unschlüssig an seinem Funkgerät. Die Situation ist ihnen neu.
Der Jüngere bleibt unvermittelt stehen und starrt auf einen Monitor.
„Komm mal schnell.“
„Was denn?“
„Komm doch mal. Schnell. Guck Dir das mal an.“
Der alte Wachmann, jetzt so alarmiert, dass sein Puls am Anschlag ist, zögert nicht
länger und läuft zu seinem Kollegen.
Als er das Bild auf dem Display sieht, ist ihm als ob die Zeit aussetzt. Die Momente kleben aneinander. Alle Geräusche, alle Hintergründe verlieren sich. Er sieht ist nur noch einen Clown. Ein großes Clownsgesicht mit einer großen, roten Nase, füllt den
gesamten Bildschirm aus. Die Pupillen des Clowns rollen zu einem Zählwerk, dass
auf Null runterzählt. 19. Dann schaut der Clown ihn wieder an und wieder auf das
Uhrwerk. 18. Die Mimik des Clowns wird zunehmend entsetzter.

„Cool, oder?“
Die Worte des Jungspunds vernimmt er erst nur gedehnt, dann scheinen die Worte
sich zu überholen. Schlagartig ist ihm der ganze Raum und das monotone Sirren der
Lüfter wieder präsent.

„Raus hier! Schnell!“, schreit er und sprintet zur Tür.
Jetzt erkennt auch der Jüngere welche Gefahr ihnen droht. Sie stürmen zum
Fahrstuhl und hämmern auf die Ruftaste. Indes der Clown bei 10 angelangt ist. Nun bläst er seine Wangen überdimensional auf und stopft sich bei 5 die Finger in die Ohren.
Die Fahrstuhltür geht wieder zu. Die Wärter drücken sich an die gegenüberliegende
Wand.
Ein fürchterlicher Knall. Den Wachleuten erstarrt jeder Muskel im Gesicht. Sie wissen es ist ihr letzter Moment. Dann spüren sie wie die Tür der Kabine sich nach innen drückt; das Aufzugsseil über ihnen reißt. Die Tür bricht. Eine Feuer- und Hitzewand quellt hinein. Ihr Sauerstoff wird augenblicklich verschluckt und ihre beiden
Seelen werden wie Lichter am Docht ausgedrückt.


... und wer weiter lesen will kann das hier

http://www.guennimats-tippit.de/KurzundSchmerzlosneu.pdf

tun, bzw. sich den Text als Pdf von da runterladen. Danke.
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#2

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2007 07:38
von Erebus (gelöscht)
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Hallo Brot,

Ich habe Deinen Text mit wachsendem Interesse gelesen, aber nur diesen hier eingestellten Teil.
Zu meiner Entschuldigung: seit über einem Jahr habe ich sowieso keinen Roman mehr zu mir genommen.
Irgendwie mache ich wohl zu schnell schlapp, wenn etwas Länge bekommt.

Dein Text hat entsprechende Länge, ohne langweilig oder langatmig zu werden. Spannend geschrieben.
Was hindert mich, den Rest zu lesen -vielleicht später?
Der erste Teil "Negativrolle", scheint gut recherchiert, den Wahrheitsgehalt und die Aussage, den Brückenschlag vvon HörZu bis Hasloch, das bekomme ich aber nicht richtig zusammen, es schwirrt im Hinterkopf. Abrechnung mit einem Kaff im Süddeutschen? Wirklich Wahr?
Interessant finde ich den Gedanken, so ich ihn richtig verstanden habe: Sonderkonditionierung einer speziellen Stadtbevölkerung zu Zwecken der Markforschung? Erschlossen habe ich mir das zwar nicht, es klingt ja später auch nur sporadisch an, ein verlassenens Thema. Haben wir ihn hier: den McGuffin, oder erhält das ganze später noch Aufklärung ? Das muss ich wohl selbst herausfinden.

Mit dem "Clown" beginnt ein Handlungsstrang, der sich vehement vorarbeitet. Schön ist die bildhafte Beschreibung des CountClowns, grade hier habe ich allerdings das undeutliche Gefühl von Reminiszenzen aus Kino und Glotze (spez."The Game" wegen der scheinbar agierenden Clownfigur), kann aber nichts wirklich festmachen.
Mit Witz geschrieben, wenn auch scheinbar vorhersehbar.

Die Figuren Fischer und Wolff erscheinen klar und einfach strukturiert und sind schnell zu rezipieren. Demgegenüber erscheint mir Wasserhaus irgendwie überflüssig, weil ich seine Funktion nicht einschätzen kann - ich stehe ja auch am Anfang des Textes und hoffe auf Aufklärung. Wasserhaus macht neugierig, neben dem bereits angesprochenen McGuffin?

Die Sprache wirkt kompetent und ist durchsetzt mit Computerterminologie, also unverständlichem Kauderwelsch, dessen Stellenwert in der zeitgenössischen Kommunikation wohl getroffen ist.
Ich als Normalsterblicher reagiere darauf wie jemand, der sich in der Schmetterlingssammlung des Senckenbergmuseums verlaufen hat und nur noch lateinische Namen liest: ja, da ist was, hm, hübsch.

So wird mir auch der ganze technische Hintergrund der Erpressung nicht ganz klar. Da funktioniert was nicht mehr nach innen, nach aussen aber schon.

Irritiert hat mich der Zweistundensprung zwischen 19:58 und 20:33 (Teil Dr.Fischer, 5.Absatz ) Habe ich hier eine Botschaft übersehen oder Rechenfehler?
Mich persönlich enttäuschen auch immer die "Santachers" und "Kikutanis" in der Literatur, die so erzwungen unwahr bleiben. Das hätte ich lieber was Handfestes, z.B. Liechtenstein oder Offshore.
Was ich da aufzählte liesse sich mit einem zweiten Lesen vermutlich weitgehend klären, deshalb mein erster Eindruck.
Wie gesagt, es ist spannend und unterhaltsam, ohne Tiefe zu erzwingen bis auf diesen McGuffin, der mich positiv nervt (wie mich überhaupt der ganze Hintergrund der Geschichte interessieren könnte).
Etwas störend empfinde ich den Untertitel, der gewiss neugierig machen kann, aber zugleich (auf mich) entschuldigend wirkt. Den Titel selbst kann ich auch noch nicht festmachen...

Gruß

Ulrich
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#3

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2007 17:50
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Ulrich,

den Zweistundensprung hast Du korrekt als Fehler erkannt. Ich hatte beim Schreiben ein Zeitgitter im Kopf. Ganz zum Schluß meinte ich, daß ich das mal so eben unterlegen kann. Dann passiert natürlich so ein Fehler. Die zwei Sunden korrigier ich.

Interessant finde ich, daß ich das was Hassloch ist, nicht besser herausgearbeitet habe bzw. die Funktion der doppelten Drucklegung der Hörzu. Da diese Geschichte insgesamt sehr lang ist, werde ich etwas brauchen bessere Formulierungen zu finden. Immerhin vermutest Du korrekt, daß Hachloch für Marktforscher ein Eldorado ist, da Hassloch einen repäsentativen Querschnitt des Marktes wiederspiegelt.

Gleiches gilt, aber noch schwieriger für mich umzusetzen ist Dein Hinweis auf den EDV-Kauderwelsch. Ich war der Überzeugung, es aufs Nötigste reduziert und verständlich rübergebracht zu haben. Ersteres stimmt vielleicht auch aber wie ich es besser transportieren kann, weiß ich noch nicht.

Daniel Wasserhaus und Kikutani sind versteckte Hinweise auf den von mir sehr geschätzten N.Stephenson. Ein bißchen weisen sie so auch über sich selbst hinaus, was sich aber aus den ersten Seiten nicht unbedingt erschließen lässt.

Die Figuren habe ich ganz bewusst einfach gehalten. Auch hier sind die Namen Programm und es war mir nicht um ernsthafte Psychograme oder Charakterstudien gelegen. Obwohl? Einen Fischer habe ich schon im echten Leben kennengelernt.

Wenn der Anfang dieser Geschichte trotzdem für Dich unterhaltsam und spannend zu lesen war, ist das für mich befriedigend zu hören.

Die Räuberpistole setzte ich darunter, da die Geschichte einfach erzählt bleibt und später deutlich überzogenere, grellere Töne bekommt. Zum anderen finde ich es einfach grell, daß ein Ort diesen Namens uns alle abzubilden vermag und mit welcher Akribie wir dort studiert werden. Das allein ist schon eine Räuberpistole für mich.

Danke für die Anregungen und Eindrücke.

Gruß
Brot

PS: Wenn diese Geschichte einen McGuffin hat, dann taucht der erst im weiteren Verlauf auf. Dachte ich eigentlich.
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#4

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 06.03.2007 18:20
von Erebus (gelöscht)
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Hallo Brot,

ich muss meine Aussage korrigieren, nachdem ich Deine Antwort las.
Ich habe mich erstmals über Hassloch informiert und das Problem ist, ich habe Dir einfach nicht geglaubt!
Die Aussage ist gut herausgearbeitet, aber das hat bei einem Thomas wenig Sinn. Der will bekehrt werden.
Also kein Mac.
Jetzt werde ich natürlich die Fortsetzung lesen.

Gruß
Ulrich
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#5

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 24.03.2007 11:03
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Brot

Ich muss mich Ulrich – bezüglich der Computersprache – anschliessen. Für mich ist das schon zu hoch. Jedoch merkt man aus dem Zusammenhang, was gemeint ist, auch wenn sich einem nicht alle Ausdrücke erschliessen. Ob Du das anpassen willst, bleibt natürlich Deine Entscheidung. Manchmal ist das doch recht schwer – vor allem, wenn man sich in der Materie bewegt – wieder auf den Level von Otto Normalverbraucher herunterzukommen und es so zu beschreiben, dass auch der letzte Depp es verstehen kann. Evtl. behältst Du einfach im Hinterkopf, dass es Leute gibt, die davon nichts verstehen, comme moi.

Da ich die ganze Geschichte (noch) nicht gelesen habe, kann es sein, dass nachfolgende Punkte evtl. später erklärt werden. Ich beziehe mich jetzt also zuerst auf diesen Auszug, ok?

Den HörZU-Teil finde ich auch sehr plastisch und informativ geschrieben und auch ich weiss/wusste nicht, dass es so einen Ort gibt. Erstaunlich! Gute Idee, dies mit einem Verbrechen zu verbinden.
Du schreibst: Die Tage dieser hoch/trennen/entwickelten Mechanik sind gezählt…. Jedoch erfährt man nicht, was die Zukunft ist. Solche Anrisse stören mich persönlich immer, weil ich mir natürlich Gedanken darüber mache und dann keine weiteren Infos kriege.
Auch kann ich nicht eruieren, weshalb eine Spezialausgabe der Zeitung gedruckt wird. Lese ich oberflächlich oder kommt da später noch mehr?

Im Clown-Teil bin ich nah am Geschehen, das gefällt mir. Ich hatte schon immer eine Aversion gegen Clowns, seit Pennywise sowieso *g und diese Szene kommt mir irgendwie bekannt vor. Jurassic Park? Goldeneye? Keine Ahnung mehr, aber die Sequenz des Countdown auf dem Bildschirm löst Assoziationen aus.

Dr. Fischer. In diesem Teil wird erstmals eine Figur etwas plastischer eingeführt. Ich nehme an, dass der Herr für den späteren Verlauf noch eine grössere Rolle spielen wird. Woran ich sofort denken musste ist, ob eine Explosion von der Grösse nicht mehr Schaden im Gebäude anrichten würde, als lediglich ein Rülpsen (netter Vergleich ). Kann ich nicht beurteilen und müsste evtl. genauer recherchiert werden. Man denke da an Finke
Die Dialoge sind für mich etwas schwer nachvollziehbar. Ich glaube kaum, dass sich zwei Leute ständig mit Namen anreden würden, wenn sie im Stress sind bzw. wenn so etwas passieren würde. Das ist zu höflich, da gehört mir Vehemenz, Erschrecken, Panik hinein.
Wolff? Wo kommt der plötzlich her? Wer ist das? Lass den Leser nicht so hängen und gib ihm ein paar Infos. Ansonsten kriegt er mit den diversen Namen ein Knäuel im Kopf.

Stand der Dinge. Jetzt spricht man von Aachen, vorher war es Hassloch. Ich bin Ausländer und verwirrt.
Ah, jetzt wird der Hintergrund aufgedeckt. Erpressung. Gut, der Leser kann sich jetzt ein Bild von dem ganzen Szenario machen. Auch hier wieder, zu höfliche Dialoge. Fischer ist knallhart, der sagt nicht ‚bitte’ und ‚danke’ und ‚Herr’. Der gibt Befehle, der hat die Macht und andere müssen springen. Vermittle das mit der entsprechenden Sprache.

Allgemein:
Obwohl ich zu Anfang etwas Mühe hatte, in die Geschichte reinzukommen, bin ich jetzt natürlich gespannt, was passiert. Von daher werde ich dem Link folgen und zu Ende lesen. Solltest Du darüber gerne noch eine Rückmeldung haben wollen, dann schicke ich sie Dir mit den üblichen roten Einschüben.

Ich würde den Text etwas besser strukturieren. Die Absätze sind m.E. etwas wahllos und diese einzelnen Zeilen stören den Lesefluss enorm.
Abkürzungen solltest Du vermeiden: km/h/Dr./d.h./ …etc. Die sind zwar umgangssprachlich aber in literarischen Texten eher störend, ist ja kein Memo an einen Arbeitskollegen. Auch Zahlen würde ich ausschreiben, wenn sie gesprochen werden. In Texten (im Text), Zeitungsmeldungen und Ähnlichem kann man sie jedoch belassen. Das sind so Tipps, die man mir selber gab, Du kannst sie gebrauchen oder ignorieren, gelle.
Zum Schluss würde ich evtl. mal ein zweites Paar Augen drüber lesen lassen. Ich habe da ein paar Fehler entdeckt, die ich hier aber nicht alle rauspicken will und kann. Das soll dann mal Dein Lektor tun.

Soweit von mir und herzliche Grüsse, Herr Brotnick (ja, ja, ich hab’s bemerkt! *g)
Margot





Die Frau in Rot

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#6

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 25.03.2007 19:02
von Joame Plebis | 3.409 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo Brotnic2um!

Natürlich habe ich es auch gelesen, mehrmals begonnen. Gestern war ich richtig bei der Sache, nur verknappte sich meine Zeit, um einen Kommentar abzugeben.
Ich bin weit entfernt, so gut und fleissig wie Margot zu sein, die sich viel Zeit genommmen hat für ihren guten Kommentar. Außerdem bin ich auch in dieser Sparte kein Fachmann, also weniger hilfreich.

Obwohl mein Interesse anderen Themen (eher 'altmodischen' Erzählung) zugewandt ist, so wollte ich es in erster Linie aus Höflichkeit Dir gegenüber lesen, merkte alsbald, es ist gut und interessant geschrieben.

Ich bleibe beim Gesamteindruck, der mir sagt, es ist ein lebendig und abwechslungsreich geschriebenes Stück mit einer überschaubaren Handlung und Dialogen.

Kleinigkeiten, die mir (nur auf schnelle Art) aufgefallen sind, wären:

Zitat:

Zu kostspielig die Schwingungsdämpfer, ihre Wartung und die daraus resultierende Makulatur.


Umgangssprachlich einwandfrei, geschrieben und grammatikalisch fehlt tatsächlich ein 'wären' oder 'sind'.

Zitat:

HörZu wird angehalten und neue Druckplatten werden auf die Trommeln gespannt

vielleicht: ...angehalten, um neue Druckplatten auf die Trommeln zu spannen (damit diese wird-werden Konstellation vermieden wird).

Zitat:

dass der Hasslocher entscheidet was gegessen, was gewünscht und was gekauft wird.

Hier fiel mir das fehlende Komma nach 'entscheidet' auf.

Zitat:

Das hat Vorteile nicht nur für die Erzeuger.

Wortstellung: Das hat nicht nur für die Erzeuger Vorteile.

Zitat:

Die HörZu, gibt’s hier kostenlos

Komma zu viel

Bindestrichsetzung überspringe ich und bei der Stelle

Zitat:

Wie der Hasslocher entschieden hat, welches Produkt angekommen und welches Produkt auf keinem anderen Warenband der Republik mehr landen wird, dass weiß am Ende nur die GfK. Darum dulden die GfK und die schon im Verein zusammen-geschlossenen Hasslocher-Probekonsumenten nicht, wenn einer wo anders einkauft als in Hassloch. Da erkundigt sich dann schon mal persönlich ein Mitarbeiter der GfK.

das weiß, zusammengeschlossenen
'wenn einer' sollte anders formuliert werden, z.B.: wenn jemand ... oder
wenn anderswo als in Hassloch eingekauft wird....

Zitat:

Die Tür bricht. Eine Feuerwand quellt ihnen entgegen. Der Sauerstoff wird augenblicklich verschluckt. Die beiden Menschen werden förmlich ausgedrückt.


quillt wäre für mich richtig, Sauerstoff wird..., Menschen werden ...
- hier würde ich einen kleinen Wortaustausch vornehmen, da dieses 'wird' und 'werden' so knapp beieinander nicht sehr günstig wirken.
---
Ich weiß nicht recht, ob es überhaupt willkommen ist, derartige Auffälligkeiten anzumerken und ob Deine Geschichte nicht schon tatsächlich einem Lektor vorliegt. Deshalb halte ich ein; es wäre ja möglich, daß ich Dich mit den Hinweisen verstimme, was ich nicht will.

So verbleibt mir nur, auf meinen zu Beginn erwähnten Gesamteindruck hinzuweisen und daß ich es gerne gelesen habe.

Mit freundlichem Gruß
Joame
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#7

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 26.03.2007 11:36
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hallo Ullrich, Margot und Joame,

ich danke für die investierte Zeit und Mühe. Leider denke ich, dass die Geschichte so wie sie jetzt ist, zu unausgegoren, zu unentschieden darin ist ob sie Ernst oder nur Burleske sein will. Man kann das natürlich mischen, wenn man es kann. Der Anfang der Geschichte, also der Auszug der im Tümpel steht, vermittelt doch einen falschen Eindruck auf das Kommende. Und das Kommende hängt dann auch noch im folgenden Abschnitt Hasslocher gehörig durch und verliert so dermaßen an Tempo, dass ich das schon daher umschreiben will.

Ich selbst brauchte erstmal Zeit, um mir das Teil wieder so ansehen zu können, als hätte es ein anderer geschrieben und dank der wohlwollenden Meinung zum ersten Abschnitt und der Arbeit Margots über den gesamten Text bis zum Epilog, weiß ich nun auch, dass es bis zum Ende durchgelesen werden kann und das ein oder andere Ideechen enthält, dass mir wertvoll genug ist, es in einen besseren, überarbeiteten Rahmen zu stecken.

Wenn ausgerechnet ich, Joame, Hilfestellung in Sachen Rechtschreibung ablehnen würde, dann müsste ich ja total bescheuert sein. Denn, dass ich hier – meiner Faulheit in der Jugend sei es geklagt – auf so schlechtem Niveau bin, ist offensichtlich und daher bin ich nicht sauer sondern dankbar für die entsprechenden Hinweise.
Ich habe einen Sack Änderungen, Anregungen und Anleitungen bekommen, dass ich dumm wäre nicht zu versuchen, diese Änderungen, Vorschläge zu verstehen und zu übernehmen. So zum Beispiel der Hinweis auf die Dialoge. Oder auch formale Geschichten wie Einzeiler oder Tempusfehler. Alles hilft.

Ich werde erbarmungslos und wieder alle Nettiquette diesen Faden pushen, sobald ich eine neue Version habe. Versprochen.

Gruß
Brot.

PS: Schwierig wird es die EDV betreffenden Abschnitte noch einfacher zu stricken... ach diese Daus
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#8

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 26.03.2007 14:40
von Joame Plebis | 3.409 Beiträge | 3363 Punkte
Schönen, guten Tag!

Nagle Dich nicht fest, Brotnic2um, bleib locker und betrachte es als vergnügliche Beschäftigung, die Du auch nur ausüben sollst, wenn es Dir Spaß macht.

Mach Dich nicht kleiner; Du bist nicht schlecht!
Wenn es Leser auch leicht haben, doch das was Du hier begonnen hast zu schreiben, ist von höchster Schwierigkeitsstufe, auch für Könner.
Während ich noch Kopfsprünge übe, bist Du schon bei den zweifachen Saltos vom hohen Turm.

Mit Gruß
Joame
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#9

Kurz und Schmerzlos

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.04.2007 22:24
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Ich kündigte ja schon, dass ich nochmal überarbeiten wollte. Habe ich jetzt. Ob das besser geworden ist, ist eine andere Geschichte. Aber ich denke der erste Teil hat gewonnen.

@Margot
Nochmals Danke für Deine Anmerkungen und Korrekturen. Ich hoffe, ich habe die erhaltenen Hilfestellungen so weit mir einsichtig und erkannt, eingearbeitet.

@Joame
Danke. Überarbeitungen zäher Texte sind, wie ich heute schmerzlich erfuhr, an vielen Stellen mühsam und meistens wenig vergnüglich.

Und ich frage mich warum ich nicht einfach ohne Salto und Schraube gesprungen bin und vor allem nicht nachgeckuckt habe, ob Wasser im Pool ist.
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