#1

Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

in Natur 15.02.2007 22:51
von kein Name angegeben • ( Gast )
Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

Zum Spiel des lauen Windes Symphonie
Neigt langsam sich der graue Tag dem Ende.
Gar scheint es mir, als ob das Glück ich fände
In dieser bitter-süßen Harmonie.

Mein Blick schweift demutsvoll in weite Fern’,
dort weilen noch der Sonne letzte Strahlen.
Und wie sie tiefrot diese Weiten malen,
erscheint schon schwach der erste Abendstern.

Der erste Bote düstrer Wirklichkeit,
die schweigend eine Welt der Last befreit;
bevor ein letztes Mal - gleich dem Ertrinken -

das alte Land in goldner Schönheit blüht,
als ob die Erde abschiedsgleich verglüht,
um letztlich ganz in Dunkelheit zu sinken.
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#2

Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

in Natur 16.02.2007 13:01
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
hi Lacrimae,
ein Sonett. Schön. Der Sonnenuntergang, die "Blaue Stunde", alt aber immer wieder neu.
St1

Zitat:


Zum Spiel des lauen Windes Symphonie
Neigt langsam sich der graue Tag dem Ende



Der Vergleich mit einer musikalischen Darbietung gefällt.Es ist gut nachzuvollziehen, wenn ich auch "bittersuß ohne - geschrieben hätte.
Warum "bitter"? Das ist doch eine tolle, wenn auch süßliche Veranstaltung, hat das lyr.I. Sorgen die diese Szene ihm vorübergehend nehmen?
St2
Na das mit der Abkürzung "Fern`" ist wohl ein Kunstgriff des Reimes wegen?Da würde ich was anderes überlegen, es lohnt sich.Sonst eine schöne , naturalistische Beschreibung.
St3
Ja, richtig die Wende, wenn auch hier die Verkürzung "düstrer" stört.

Zitat:


schweigend eine Welt der Last befreit



das gefällt mir nicht, obwohl ich es auch benutze.
Dann in der letzten St. die Erkenntnis, schön.
Also das gefällt mir auch wenn ich etwas krittele.
Gruss
Knud
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#3

Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

in Natur 16.02.2007 13:42
von Fabian Probst (gelöscht)
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zuerst mal gefallen mir die Terzette sehr gut. Den Boten düstrer Wirklichkeit versteh ich zwar nicht so richtig und hätte eher erwartet, dass die Dunkelheit die Wirklichkeit überdeckt und damit vielleicht befreit, aber rein formal und sprachlich sind die beiden letzten Strophen schön geschrieben und fließen einem in den Sinn. Mag ich sehr gerne.

Die Quartette sind auch solide gemacht, aber vom Sinn her mir zu wirr.
Ein lauer Wind bedeutet für mich Abkühlung an einem heißen Sommertag. Bei dir ist es aber ein "grauer" und da lese ich eher einen verregneten oder sehrt kalten Tag heraus. Passt für mich nicht. Genauso wenig wie die "bittersüße Harmonie"? Was ist damit gemeint und wie soll das ausssehen?
Außerdem würde ich das "Gar" durch ein "Fast" ersetzen. Klingt viel besser und das Glück findet LyIch ja nicht, denn es weiß ja, dass hier nur die "düstre Wirklichkeit" erscheint.

Das "Fern" sticht mir ins Auge, und zwar wörtlich. Klingt einfach nicht gut. Dann wiederholst du die Ferne im Grunde in der dritten Zeile, denn hier sprichst du von "Weiten", wie eine Wiederholung. Zusammen mit der letzten Zeile entsteht hier ein Satz, der so gar nicht stehen kann:
"Und wie sie tiefrot diese Weiten malen,
erscheint schon schwach der erste Abendstern."
Da muss ein "als" anstelle des "wie" stehen.

Insgesamt überzeugt es mich nicht, aber ich lese hier gute Ansätze schöner Sprache und Bildhaftigkeit, die noch ein ganzes Stück Ordnung sucht.

Ach ja, den Titel finde ich erschreckend.

Gruß, Fabian


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#4

Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

in Natur 16.02.2007 14:59
von Joame Plebis | 3.648 Beiträge | 3731 Punkte
Guten Tag, Lacrimae!

Nichts Neues gebracht, auch mit mit allzuoft benützten Worten. Aber,...
... aber trotzdem ist es gelungen, eine schöne Melodie mit starkem Ausdruck zu schaffen, die beeindruckt.

Joame
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#5

Sonnenuntergang – Mit den Augen einer Träumerin

in Natur 19.02.2007 12:27
von Albert Lau (gelöscht)
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Das berührt mich auf eine ganz eigentümliche Weise. Hier geschieht etwas mit dem Leser, ganz unwillkürlich gerät man in einen speziellen Sog, der einen ganz zwangsläufig mit dieser und einer eigenen Conclusio entlässt. Das fand ich sehr spannend und kurioserweise erhellend.
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