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#1

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 30.01.2007 05:47
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Geleit

Du gingst ganz leis durchs Ostertor, Du warst allein
und nahmst die Lieder mit aus meiner Kinderzeit.
Seither dringt dunkel tönend Flüster auf mich ein:
denn auf dem letzten Weg gab ich Dir kein Geleit.

Da war ein junger Mann mit blond zerzaustem Haar,
auf alten Bildern, die ich später vor mir sah.
Schwarzweiß, in Alben jener Frau, die mich gebar.
Du warst so fern von mir und bist entsetzlich nah.

Als sei ein Weidenstrang um meinen Hals gewunden.
Der zweigt aus der Vergangenheit und manchmal treibt
er grüne Knospen, blüht für zähe, stumme Stunden,
bis er verwelkt und wieder dörrt. Und etwas bleibt:
Geschmack von Salz, von Eisen und ein dürres Reis.




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#2

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 31.01.2007 13:40
von Albert Lau | 424 Beiträge | 424 Punkte
Hallo Erebus!

Das ist ja raffitniert: Nennst dein Gedicht Geleit, obgleich da keines war. Da drang wohl Flüster in dich ein und lese ich von einer Frau, die dich gebar, denk ich nur: Motter! Sonderbar, wie wenn der Weidenreisig salzig schmeckt und mein Versteh’n im Eisen steckt. Und wenn dann mittig haufenweise Kreuze reimen, dann können endlich tote Weiden keimen.

Ha, Erebus, jetzt wäre Schluss, wenn du Pupsi12 und hier dotcom wäre, denn ich bin nicht zu Unrecht in der deutschsprachigen Forenwelt nicht willkommen!

Da du aber der ehrwürdige Erebus im Eliteforum bist, werde ich mal die einizigen Irritationen, welche dieses gelungene Gedicht bei beckmesserischer Suche aufweisen mag, schön zu reden versuchen. Dein Werk kommt in einer klaren Sprache daher, gerade, ungekünstelte und unverbogene, vollständige Sätze. Einfache Reime geben sich im Kreuz die Hand und es wird in ruhigem Duktus die Beerdigung und der Abschied von der Mutter beschrieben.

Aber warum ging sie allein? Die Irritation, welche gleich in der ersten Strophe entsteht, die ganz und gar nicht alltägliche Situation, das offenbar gewollte Fernbleiben des Sohnes, das dunkle Familiengeheimnis wird raffiniert durch den Neologismus „Flüster“ eingewoben. So harmlos scheint das Wort, so schwer wiegt es hier: Das schlechte Gewissen, nicht geleitet zu haben, wohl ebenso schwer, wie die Vergangenheit. Durch dieses einzige Wort vermittelt sich dem Leser unwillkürlich sofort ein ähnliches Kratzen im Hals, eine Anomalie, die mit kleinstem Mittel eine dynamische Spannung erzeugt. Respekt!

In der zweiten Strophe wird das Gefühl verstärkt. Da stimmt etwas nicht. Zunächst stolpert man sofort über die „Frau, die mich gebar“. Wer redet so von seiner Mutter? Was hat Mutter und Sohn nur so entfremdet? Und das ist das Schöne, hier kann jeder seine eigene Geschichte, seine eigene Vorstellung hineinlegen. Der Dichter bietet uns lediglich eine Möglichkeit auf der Zeitachse an. Vielleicht waren lyr.Ich und Mutter ab einem gewissen Zeitpunkt tatsächlich getrennt oder aber es war schlicht und ergreifend der Aufbruch in das eigene Leben, das Abtauchen in die eigenen Lebensumstände und das allmähliche Vergessen bzw. Vernachlässigen der Mutter. Bis es eben zu spät war. In dieser Strophe können wir uns nun tatsächlich unseren eigenen Reim machen und das versinnbildlicht der Dichter mit diesem Haufen-Kreuz-Paar-Reim auf das Vortrefflichste. À la bonne heure!

In der dritten, der letzten Strophe führt der Autor, nun wieder im Kreuze reimend, seine Kunst vor: Ein Triple-Binnenreim (Assonanz) mit Echo in Vers 1 und ohne in Vers 2. Eine doppelte Assonanz und Stabreim in Vers 3 und zusammen mit Vers 4 der Gebrauch aller Umlaute. Diese Stilmittel erschöpfen sich jedoch nicht in sich selbst, nein, es wird ein Bild gezeichnet, wie die Vergangenheit das lyr.Ich im Würgegriff hat und das Bild ist so plastisch, so ungewöhnlich und vertraut zugleich, dass es – obgleich nur beschrieben – doch mehr sagt, als tausend Worte. Diese Erinnerungen des lyr.Ich beinhalten wohl das gesamte Gefühlsspektrum. So einfach ist das eben alles nicht.

Und dann kommt der Clou und der Poet schiebt einfach noch eine Zeile hinterher, die – ich gebe es zu – mir vollkommen unverständlich ist und dennoch glaube ich, dass das nichts zur Sache tut. Mit Salz und Eisen käme ich zur Not noch klar, es ist dieser Ticker „ein dürres Reis“, welcher den Kitzel ausmacht, welcher einen sicher macht, dass da noch weit mehr dahintersteckt, als man erahnt und es einem gerade deswegen erlaubt, zu spinnen und dennoch beim Gedicht zu bleiben. Ähnlich dem Flüster entzündet der Autor hier meine Phantasie. Aber nicht falsch verstehen: Das kann nur gelingen, wenn ein Gedicht über ganz weite Strecke ebenso verständlich, wie wortgewandt ist. Dann können wenige Tupfer, die gerne auch schon zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelt sind, den ganz besonderen Reiz ausmachen.

Das ist allerdings ein ganz schmaler Grat. Hier wurde er sicher begangen. Chapeau!

Digitale Grüße

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#3

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 31.01.2007 14:29
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi Erebus,
das hier fesselt mich (auch). Rein inhaltlich, denn ich bin keine Reimerin. Zugegebnermaßen interessieren mich immer wieder solche 'Kontexte'..., die Tiefe, die Ehrlichkeit und die Art der Reflexion darüber gefallen mir außerordentlich gut.
LG
KB

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#4

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 31.01.2007 15:43
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Dürres Reis steht das für einen blattlosen Baum? Für Unfruchtbarkeit? Salz und Eisen gleich Rost? Wer setzte nicht Rost an. Aber ob das passt? Wie ich gerade las ist Rost eine dreiwerige Eisen Salz Verbindung. Ich erwähne daß wegen der erwähnten dreiwertigen Binnenreime.
Ihres, der Winter von Alcedo und das Morgengrauen des Herrn Lau das sind mir dicksten Fische bisher. ich weiß nun aber gar nicht für wen ich mich entscheiden soll?

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#5

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 31.01.2007 20:40
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo Albert

ich freue mich sehr darüber, dass Du so intensiv und ausführlich an meinen Text gehst. Natürlich ist mir Dein Lob sehr wichtig und ich nehme es gerne an, wichtiger noch sind mir aber verschiedene Hinweise, die Du mir gibst.
Tatsächlich bin ich wegen Deines Kommentars verwirrt und weiß offengestanden nicht, ob Du mich auf die Schippe nimmst. Sei's drum, bevor ich an supersimplen Gedanken irre werde, nehme ich das Lob.

Der Text ist ja - trotz der Thematik, vor allem trotz der Verzweigung hin zum "Alleine gehen" - offen, jedenfalls habe ich jetzt den Eindruck, dass es so ist, und so war es auch gemeint.
Ich war mir unsicher, ob ich da dem LyrI nicht zuviel Persönliches aufgebürdet hätte.
Ich hätte das Gedicht auch "Trauer" nennen können, dann wär der Titel allgemeiner gewesen, dafür der Inhalt in persönlicher Richtung - eben wegen des von Dir auch angesprochenen Schuldgefühls - abwegiger empfunden worden. Deshalb wollte ich schon mit dem Titel etwas mehr fokussieren.
Es gibt noch etwas Erklärungsbedarf, den ich gerne decke, natürlich muß ich vorsichtig sein, sonst werden die schönen Stunden und Zylinder noch einpackt, und der Erebus fällt zack ! vom Grat runter.

Warum allein und die eigenwillige Formulierung für Moddern ? Dazu schweigt das LyrI. Denn die Mutter, wenn die Wind davon bekäme, würde ihm die Ohren lang ziehen!
Angeregt zu dem Text wurde ich durch einen Text von Klabund mit dem Namen "Geleit".
Geleit will ich aber durchaus anders sehen als die paar Meter über den Friedhof. Vielmehr ist Geleit -für mich- das Dabeisein beim Sterben, und danach, liegt der Verstorbene unter der Erde, gibt es immer noch ein "Geleiten", dieses Letzte wollte ich mit dem Titel ansprechen.
Interessiert hat mich die Indifferenz der Trauer, die kommt und geht, Trauer um jemanden, zu dem man ein genauso indifferentes Lebensverhältnis hat, wie bspw. Mutter oder Vater.

Der Zweig aus der Vergangenheit verband sich auf's vortreffliche mit der Vollstreckung von mittelalterlichen Femeurteilen: Erdrosselung mit dem Weidenstrang - bei Vergehen gegen die Obrigkeit.
Das dürre Reis ist eben dieses Zweiglein, das sich jederzeit wieder beleben kann, Schuld, Trauer, Verletzung etc., Drosselung ;
mit dem Geschmack von Salz und Eisen sind Trauer und Verletzung, der Geschmack von Tränen und Blut gemeint, denn Blut schmeckt ja tatsächlich nach Eisen.

Wenn ich Deinen Kommentar richtig lese, zeigst Du zwei (?) Irritationen auf, zu denen Du Aufklärung suchst: das "Reis" und das "Flüster" . Ersteres ist erklärt und letzteres ist die rhetorische Figur des Schreibfehlers, die ich hier gezielt einsetzte.
Da es aber so scheint, als ob sie paßt, nehme ich sie gottgegeben, und werde mir Deinen Kommentar hinter die Ohren schreiben. Wacker! Chapeau!

Ich hoffe, das ich mich jetzt nicht als Scharlatan entlarvte, und der Text dennoch etwas Spannung behält..
Jaaa. Und ich bedanke mich vielmals für Deine Mühe mit diesem Text und: für die Nominierung !

_____________

Hallo Kratzbürste

wie freue ich mich, von Dir Zustimmung zu hören, ganz besonders, dass Dir der Text inhaltlich zusagt. Danke!

______________
Hallo Brotnic2um

Danke für das Kommentieren. Obwohl dreiwertig, bin ich durchaus duzbar, ich schlage mich hier in dieser Form vor, auch wenn ich die hiesigen und Ihre Gepflogenheiten nicht kenne.
Hinsichtlich der Entscheidung... was soll man dazu sagen ?

liebe Grüße

Ulrich

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#6

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 31.01.2007 23:19
von Joame Plebis | 3.385 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Abend, Erebus!

Wie hoch es auch gehalten sein mag, gelobt
und gedeutet oder mit geschickten Worten
angezweifelt, ich kann nur meine Meinung sagen.

Auf den ersten Blick könnte es reim- oder
themensuchende angehende oder stagnierende
Schreiber beeinflussen. Mir ist das all zu viel!

Nicht alleine ein hier zur Mutter frostiges Verhältnis,
das nicht nur mir auffällt; Das Flüster könnte durch
einen vergessenen Konsonanten entstanden sein. Das aber
sind eher die Kleinigkeiten.

Nicht so aber die Angst vor dem, der wenn er nah ist,
entsetzlich ist.
Entsetzlich nah, das sehe ich wie eine Phrase aus einem
Pfennigroman.

Auf mich wirkt die Ausdrucksweise entstellt und unecht,
trotz der als tauglich erachteten Wörtern,
um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen:
dunkel tönend,
letzten Weg, alten Bildern, später
Schwarzweiß, Alben
verwelkt, dörrt
(hier halte ich 'dorrt' für richtig;
es ist ein Unterschied zwischen dörren un dorren).

Ich habe leider derzeit keine bessere Meldung.

Mit Gruß
Joame





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#7

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 01.02.2007 08:06
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo Joame,

natürlich könntest Du auch anderes als Deine Meinung sagen. Aber eben diese ist ja wichtig und ich danke Dir für Deinen offenen Kommentar.

Mit dem vorangeschickten "ist das all zu viel" deckst Du Deine Grundeinstellung zu dem Text auf, wichtig wäre für mich zu erfahren, was sich hinter dem "das" verbirgt, ich kann es nur erahnen, es ist wohl zum einen die Dunkelheit und zum anderen die empfundene Unechtheit der Ausdrucksweise.
Warum ist das so ? Hilfreich wäre jetzt zu wissen, an was Du misst, dann könnte ich Dich besser verstehen.

Nun stösst Dir vor allem zweierlei auf: "Nicht alleine ein hier zur Mutter frostiges Verhältnis" und "Entsetzlich nah, das sehe ich wie eine Phrase aus einem Pfennigroman"

Ich werde etwas tiefer in das Greifen, was mich beim Schreiben des Textes anregte:

Zum ersten. Die Frostigkeit ist vom Leser interpretiert.
Es gibt keine Verpflichtung, ein Verhältnis zur Mutter als -"besonders", oder "immer" oder "überhaupt"- von Liebe und Zuneigung gekennzeichnet zu beschreiben. Auch nicht in unserem Sprachbereich, von dem Benn sagt, "...bei den Müttern, diesem beliebten deutschen Aufenthaltsort"... in unserem Sprachbereich, wo die Mutter den Hort des Friedens und der Wärme in besonderer Weise verkörpert (?)

Mutter wird hier lediglich umschrieben, völlig eigenschaftsfrei, als "Frau, die mich gebar". Das Spiel mit der Prophezeiung aus MacBeth, der Tragödie, deren Leitmotiv lautet: "nichts ist, wie es scheint" - war reizvoll.
Es schien mir durchaus denkbar, hier eben nicht den Königsmörder ("den keine Frau gebar") zu sehen, was wiederum mit S3 korrespondierte, wo, wie bereits angesprochen, eine Femebestrafung angedeutet wird.
Da ich oft mehrspurig auf ein Ziel zusteuere, ohne dem Leser abzuverlangen, jeden Hinweis zu deuten, soll das aber hinten anstehen.
Mir persönlich geht darüber hinaus Medea (von Euripides) schon seit der Kindheit nicht aus dem Sinn, die ihre eigenen Kinder ermordet. Auch das ist eine Möglichkeit des Mutterseins, wie wir aus den Medien immer wieder auf's neue erfahren. Aber, wie gesagt, dies interpretiert der Leser dem LyrI an.

Darüber hinaus bezieht sich das LyI in dem Gedicht nicht einmal präzise auf die Mutter. Je nach Lesart kann man auch den Vater darin finden. Das LD ist nämlich mit der gleichen Berechtigung wie in der "Frau, die mich gebar" im "jungen Mann mit blond zerzaustem Haar" zu finden.
Jedenfalls war das von mir so angelegt, dass die Eltern beide - je nach Verständnis - zu finden sind. Hier nun wird der Fokus auf die Mutter gesetzt.

Zum zweiten.
Ich habe noch keinen Pfennig-, Groschen, oder Centroman je gelesen. Ich weiss natürlich, das Du einen sehr tiefen Fall der Sprache meinst.
Ich habe mir das "entsetzlich" lange überlegt. Phrase ist es gewiss nicht.
Alternativ stand mir noch das "unendlich" und das "ungreifbar" vor Augen, auch das habe ich versuchsweise eingesetzt, geprüft, daran herumgeschmeckt und bin davon abgerückt, weil das "entsetzlich" doch besser zu passte.
Denn in diesem Wort steckt das Ent-setzen, das Verlieren der Mitte, das Aus-sich-kommen. Auch empfinde ich im primären Auffassen dieses Wort nicht in der gleichen Weise wie etwa ein "furchtbar" oder "grässlich", sondern indifferenter, was hinsichtlich der gemeinten Trauer treffender ist.
Das sich grade hier der von Albert angesprochene Grat zur Messerschneide verjüngt ist mir klar. Das man hier ein Unbehagen die Sprache betreffend spürt, spüren kann, bleibt unbestritten.

Die Herkunft des "Flüster" sollte jetzt geklärt sein, ich bin gespannt, wo es hinläuft.

Ob die "Ausdrucksweise entstellt und unecht" ist - ein hartes Urteil- , vermag ich nicht zu klären, denn ich bräuchte dafür zusätzliche Informationen: was denn damit gemeint ist.
Vor allem, was wäre "Nicht entstellt und echt" - was ist echt ? Da ein Gedicht nur sich selbst darstellt, woran wird gemessen ? Zeitgemäßheit ? Up-to-date: damit habe ich wenig zu tun. Echtheit der Gefühle ? Hier im Text steuert der Leser sehr viel Eigenes bei, dass das zu viel sein kann, ist mir klar.
Da es ein Gedicht ist, ist es für mich keine Aufschnittbestellung an der Wursttheke. Das die persönlichen Vorgaben unterschiedlich sind ist klar. Ich tendiere zu barockem Flechtwerk. Das meine Sprache als altertümelnd empfunden werden kann ist mir völlig klar. Aber ich verbiete mir eine Zielvorgabe, dass würde mich genauso einengen, wie mich Fehler, "Verquasungen", Überdichtungen in die Leere laufen lassen.
Schritt für Schritt - und ich bin für jeden präzisen Hinweis und jede eigene Einsicht dankbar. Jedes Weitergehen wird sich finden.

Das "dorrt" - so etwas wurde mir an anderer Stelle angekreidet, denn das Verb "dorren" gibt es leider nicht. Es gibt "verdorren", "dörren", "darren". Und ich gestehe, dass mir Dein Vorschlag klanglich gefällt. Ich werde die Stelle nochmals überarbeiten.
Auch wenn Du schlechte Zeitung zu bringen glaubtest, fand ich Deinen Kommentar sehr anregend und bedanke mich herzlich

Liebe Grüße

Ulrich

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#8

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 01.02.2007 10:22
von Albert Lau | 424 Beiträge | 424 Punkte
Wer verkündet eigentlich nicht nur Meinung? Und dieses sei ein Gedicht allenfalls für angehende Schreiber, bestenfalls für stagnierende? Ich bin ja sehr für Schmähkritik zu haben, aber substantiiert bitte! Das mit dem frostigen Verhältnis zur Mutter klingt so vorwurfsvoll, was wird da insinuiert?

Statt eines Konsonanten könnte der Autor beim "Flüster" auch die Vorsilbe vergessen und metrisch herausgefordert sein. Ich unterstelle jedem Autoren, dass er mindestens genau so sorgfältig arbeitet und genau so handwerklich versiert ist, wie man das von jemandem erwarten darf, der meint, literarische Werke veröffentlichen zu müssen und daran messe ich ihn/sie auch. Ich sah in dem "Flüster" eher eine Ellipse des "Geflüster" und das gefiel mir ausgezeichnet. Ein Flüstern dagegen hätte mir nicht gefallen. Natürlich hat das etwas mit dem Gesamteindruck zu tun, ob man so etwas als gewollten Kunstgriff oder Unfähigkeit ansieht.

Ich habe einige Pfennigromane mit Genuss gelesen, als mir in jugendlichem Alter ein Stapel Jerry-Cotton-Romane in die Hände fielen. Warum nun allerdings "entsetzlich nah" eine so abgelutschte Phrase sein soll, will mir nicht in den Schädel. Sucht man nach solcher im weltweiten Netz, bekommt man nur relativ wenige Treffer. Ich habe einmal eine kleine Hitliste erstellt über die Abgedroschenheit der dem Wort „nah“ beigeordneten Adjektive:

1.000.000: ganz
500.000: sehr, zu
50.000: verdammt
10.000: bedrohlich
2.000: unheimlich
1.000: unangenehm, furchtbar, extrem, beängstigend
500: seltsam, beeindruckend,
100: merkwürdig, fürchterlich, bedrückend, entsetzlich
50: ekelhaft, dramatisch, irrotierend
10: scheußlich, verstörend, widerlich
5: unsympathisch, abstoßend, angsteinflößend, abartig, einschüchternd, ärgerlich
0: kompromittierend, intimidierend

Hier kann man sicher noch viele negativ konnotierte Adjektive finden. Bevor ich einem Autoren jedoch eine Groschenroman-Phrase vorwerfe, sollte ich recherchieren, vor allem, wenn ich auf der anderen Seite „entstellte, unechte“ Ausdrucksweise bemängele. Das ist schon ein starkes Stück!

Der Unterschied zwischen „dörren“ und „dorren“ ist aus meiner Sicht schnell erklärt: Das eine Wort gibt es im deutschen Sprachgebrauch, das andere nicht.

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#9

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 01.02.2007 13:54
von Joame Plebis | 3.385 Beiträge | 3363 Punkte
Zumindest zum 'entsetzlich nah' will ich kurz erklären,
warum ich es nicht positiver sehe.´
Es soll ja auch Leute geben, die sich irrsinig freuen
oder wahnsinnig klug sind; zumindest nach ihrem Vokabular.

Jene, die ihr Vokabular auf 'super' beschränken, was ja
sehr praktisch ist, gibt es auch; Grenzen sind hier nicht immer
leicht zu ziehen.

Mir zeigen solche Ausdrücke, die zwar zum aktuellen Zeitpunkt gebraucht werden, daß sie insgesamt doch eine Verarmung der Sprache andeuten.

Es kann doch nicht an einem fehlenden Wortschatz liegen,
wo ein 'ich bin fasziniert', ein schlichtes 'gefällt mir',
ein 'ich bin begeistert', 'mir sagt es zu', 'berührt mich', 'sieht gut aus', ... usw. einfach ersetzt wird
mit einem 'super!'
Wir können uns den Sonnenuntergang zu beschreiben ersparen, den türkisfarbenen Himmel und ein grelles Orange,
blinzelnte Strahlen durch Zweige, nebenbei einen vorbeiziehenden Vogelschwarm.
Wir sagen einfach "Schau, super, wie die Sonne untergeht!"
Falls wir überhaupt noch fähig sind, das mit rechteckigen Glotzeaugen wahrzunehmen.

Eine beängstigende Nähe hat anscheinend einen Grund
- oder ist sie nur einfach so gemeint.
Unvermutet plötzlich jemanden neben sich zu sehen,
den man noch nicht erwartet hat, das mag ein Erschrecken
zur Folge haben, aber hoffentlich nicht so stark, daß
ein Entsetzen daraus wird.

Wofür ich plädiere, wenn etwas geschrieben wird, soll
bewußt die Verwendung eines Wortes oder einer Redewendung sein. Solche, die äußerst häufig vorkommen, sind nicht mein Fall. Da würde ich versuchen, einen anderen Ausdruck
zu finden.

Nicht vorgeben kann ich, wie jemand etwas schreiben soll,
doch wenn er es getan hat, so bekunde ich einfach meine
Meinung dazu, die nicht immer wonnigliche Gefühle hervorruft, oft vergrämt, sogar (in diesem Fall glücklicherweise nicht) unabsehbare Reaktionen hervorruft, weil die Meinung als persönlicher Angriff gewertet wird.

Allzuoft wird das vergessen. Natürlich sage ich ausschließlich meine Meinung, will aber nur kurz erinnern,
das es nur diese ist - und nicht mehr.

Mit Gruß
Joame

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#10

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 01.02.2007 14:09
von Albert Lau | 424 Beiträge | 424 Punkte
Jetzt verstehe ich es. Du willst, dass der Leser das Entsetzen aus dem Beschriebenen nachvollzieht, um es selbst (nach)empfinden zu können und es nicht einfach aufgetischt zu bekommen. Du kannst das hier nicht und daher empfindest du dieses Adjektiv als plakativ.

Grundsätzlich bin ich sehr bei dir, wenn auch nicht in diesem speziellen Fall. Korrekt ist, dass das "entsetzlich" allein nichts aussagt, d'accord. Im Gefüge dieses Gedichtes aber hat es nicht nur seine Berechtigung, sondern sehr wohl auch Inhalt.

Und ich bleibe dabei, dass es nicht in Ordnung war, es als abgedroschene Pfennigromanphrase zu bezeichnen.

Nichts für ungut.

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#11

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 03.02.2007 13:28
von Fabian Probst • Mitglied | 626 Beiträge | 626 Punkte
eine mehr als solide Arbeit, die wieder mir einigen schönen Wortbildern daher kommt.

Al sah hier die Mutter, die allein ging, ich lese hier klar den Vater heraus, was die zweite Strophe für mich deutlich macht. In S1 heißt es "du", in S2 "die Frau, die mich gebar". Also kann Lyrich die Mutter in S1 nicht gemeint haben. Jedenfalls sehe ich das momentan so.

Es scheint hier eine ungelöste Distanz zwischen Sohn und Vater zu bestehen, vielleicht war Sohnemann sogar von Anderen adoptiert und kam später zu leiblichen Eltern (das würde auch die Formulierung "die Frau, die mich gebar" erklären), als Vater im Sterben lag. Das ist aber reiner Spekulatius.

Jedenfalls fühlt sich Sohn schuldig, weil er die Chance scheinbar verpasst hat, seinen Vater noch einmal zu sehen und mit ihm zu sprechen.
S2 sagt aus, dass er ihn mehr von Bildern kennt als real und deswegen ist er so weit weg. Als eigene Wurzel jedoch entsetzlich nah, was ich als Formulierung absolut passend finde, denn es trifft doch genau ins Schwarze.

Am Ende wird die Schuld und Zerrissenheit noch einmal reflektiert und verdichtet dargestellt.
Das Eisen (Blut) zeigt noch einmal die unauflösliche Verbundenheit durch die Vater-Sohn-Linie.
So sehe ich es jedenfalls und ich finde es schlüssig.

Die Formulierung "dringt dunkel tönend Flüster" mag ich überhaupt nicht.
Kann man auf einem Schwarz-Weiß Bild ein eindeutiges Blond erkennen? Kann sein, weiß ich nicht genau.

Mir fällt auch auf, dass du die Anrede groß schreibst. Entweder ist es alte Gewohnheit, oder ein raffinierter Schachzug, um die Distanz zum Vater noch einmal zu verdeutlichen. Aber da gehe ich wohl einen Schritt zu weit und traue dir zu viel zu.

Gefällt mir gut.

Gruß, Fabian
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#12

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 04.02.2007 14:48
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo Joame,

verzeih, das ich mir soviel Zeit mit einer Antwort ließ. Ich brauche sie wohl, um nicht voreilig zu sein.

Aus deinem zweiten Kommentar kann ich nichts Neues herauslesen. Das "entsetzlich nah" erregt dein Unbehagen und das habe ich bereits verstanden.

Ich sagte auch, dass es für mich nachvollziehbar ist und nannte dem gegegüber die Gründe, die mich veranlassten, es zu verwenden.
Grundsetzlich birgt jedes Attribut, Adverb oder Adjekttiv die Gefahr der Mittelbarkeit. Albert bringt das sehr gut auf den Punkt.
Ist der "leise" Gang durch das Ostertor nur deshalb leise, weil das Wort "leise" davorsteht ?
Diese Frage wäre meines Erachtens falsch gestellt. Der leise Gang durch das Tor ist deshalb ein leiser, weil er so im Text aufgeht. Weil das leise nicht stört sonder ergänzt.

Wenn ein Text vorliegt, der in seiner Gesamtheit anspricht, ist es richtig, kritisch Dinge zu benennen, die diese Einheit stören, nicht dahingehören etc. Wenn ich mich jetzt mit dem "entsetzlich nah", herausgehoben aus dem Text, beschäftige, dann hast du möglicherweise recht, weil es dich stört. Ich habe es so geschrieben, weil es in der Gesamtheit des Textes - mir - passend erschien.
Ich halte auch Worte wie "super", "klasse" etc. für möglich, wenn sie passen...

___________
Hallo Albert


da du deine Kommetare größtenteils an Joame richtest, werde ich nicht darauf eingehen. Es gäbe für mich sowieso nichts zu ergänzen.

Das du nur Überlegenswertes im "Flüster" finden konntest ehrt dich, dass du mir Absicht unterstelltest, ehrt mich.
Wenn ich an dieser Stelle den Fehler eingestehe, wirft das nur ein schlechtes Licht auf mich.
Damit muß ich leben und daraus werde ich lernen.
Diese Art Fehler unterläuft mir immer dann, wenn ich in letzter Sekunde nocheinmal eine Kleinigkeit ändere, und das Gesamte nicht mehr überprüfe.

Ich werde die Schmach für diese Art Peinlichkeit, die mir gleichzeitig auch ein Fingerzeig ist, auf mich nehmen müssen und kann leider nicht ausschliessen, dass mir so etwas nicht auch fürderhin passiert. Aber ich verspreche, es wird seltener der Fall sein.

___________
Hallo Fabian

an vorderster Stelle danke ich dir für deinen Kompliment an den Text.

Auch wenn der Autor selbst vielleicht eher den Vater meinte, ist dieser nach Formulierung und Stellung zum LI gleichwertig wie die Mutter zu sehen.
Denn der "junge Mann" (also der Vater auf alten Bildern) wird ebenso wie die Frau, "die gebar" in der Dritten Person benannt.
Ich will dir aber in dein Verständnis des Textes nicht reinreden, ebensowenig in die Spekulation über die Möglichkeiten, die der weite Zeitraum zwischen Geburt und Kindheit und dem trauernden Geleit bietet.

Schuld ist gewiß ein Aspekt, besser gesagt das Gefühl von Schuld, der die Nähe durch Trauer so schwer macht.
Das du so gut mit dem Text auskommst, ist mir ein Ansporn.

Zur Formulierung "dringt dunkel tönend Flüster" muß ich sagen, dass sie mir mit jedem Lesen besser gefällt.
Mittlerweile (an dieser Stelle biete ich dann wieder eine breite Schießscheibe) gingen mir Worte wie "Dunkelflüster" durch den Sinn, denen ich offengestanden viel abgewinnen kann.

Ich bilde mir schon ein, "blond" auf schwarzweissen Bildern zu erkennen, zumindest kann ich sagen, dass ich in meiner Kindheit mit dieser Art Bilder ganz überwiegend konfrontiert war, und mir die Frage nie stellen mußte.

Die Anrede ist natürlich bewußt groß geschrieben. Mir gingen da Gedanken durch den Kopf, die A.Laus endbetonter Papa veranlaßte.
Nämlich die altertümliche Bezeichnungen "Herr Papa" und "Frau Mama", diese wilhelminische Distanz zu den versachlichten Eltern - versachlicht ? Wer weiss das schon.
Ich habe dieses aber bereits in anderen meiner Texte so gehalten. Allerdings benutzte ich es auch hier nicht, um eine besondere Distanz aufzubauen. Vielmehr unterscheide ich zwischen dem Du im LD und dem du im (selbstbespiegelnden) LI. Du trautest mir also zuviel zu - und ich danke dir für deinen Kommentar.

Liebe Grüsse

Ulrich

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#13

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 13.02.2007 17:38
von Fabian Probst • Mitglied | 626 Beiträge | 626 Punkte

Zitat:

Erebus schrieb am 04.02.2007 14:48 Uhr:


Auch wenn der Autor selbst vielleicht eher den Vater meinte, ist dieser nach Formulierung und Stellung zum LI gleichwertig wie die Mutter zu sehen.
Denn der "junge Mann" (also der Vater auf alten Bildern) wird ebenso wie die Frau, "die gebar" in der Dritten Person benannt.





In meinen Augen ist das nicht korrekt.

Es ist ein großer Unterschied, wie hier von Vater und Mutter gesprochen wird.

"Da war ein junger Mann mit blond zerzaustem Haar,
auf alten Bildern, die ich später vor mir sah.
Schwarzweiß, in Alben jener Frau, die mich gebar.
Du warst so fern von mir und bist entsetzlich nah."

In der ersten Strophe wird ja klar, dass du jemanden direkt ansprichst.
Es kann aber nur der Vater sein, denn du sprichst hier im Hauptsatz über ihn. Wie eine verschwommene Erinnerung. Früher war es eben nur dieser junge Mann mit blond zerzaustem Haar. Das passt und kann absolut an den Vater gerichtet sein, weil die Distanz davon abhält, zu schreiben: "Du warst früher ein blonder Mann ...".

Die Mutter wird eigentlich im Nebensatz erwähnt und im Grunde spricht LyIch hier ja immer noch vom Vater. Ich glaube sogar, dass du hier keinen zwischenzeitlichen Punkt setzen dürftest, da kein Verb vorhanden ist (gebahr ist hier ja nicht das aktive Verb (oder wie nennt man das?)). Es erklärt hier also nur genauer, wo es die Bilder gesehen hat. Das ist der faktische Grund für die Erwähnung der Mutter. Ergo kann sie nicht direkt angesprochen werden. Für mich ist das eindeutig.

Gruß, Fabian

PS (erst mogen ab 18 Uhr lesen): Glückwunsch zum Monatssieger
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#14

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 13.02.2007 20:06
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo Fabian,

du hast Recht, es ist eindeutig der Vater. Du hast ein sehr ausgeprägtes Sprachgefühl...

Der "verbotene" Punkt ist wohl der Punkt.
Stünde hier ein Komma, wäre die Aussage klar. Und ursprünglich stand dort eines.
In einer Vorversion hatte ich die Zuordnung ganz deutlich auf den Vater bezogen, auch an anderer Stelle, dann veranlasste mich etwas, Mutter und Vater in gleichweite Entfernung zu setzen.
Für mich als Autor war die Stimmigkeit nicht aufgehoben, jedoch bist Du von meinen Lesern wohl der einzige, der dem so gut nachspürte. Denn alle anderen (von denen ich weiß) lasen die Mutter heraus.

Du hast mir etwas sehr Wichtiges aufgezeigt und dafür danke ich Dir.

Lieber Gruß

Ulrich
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#15

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 14.02.2007 19:26
von Fingerspur | 46 Beiträge | 46 Punkte
Lieber Erebus,

dies Gedicht lese ich schon lange und lese die Kommentare und weiß auch, warum es wohl geht. Ich lese es anders - denn dann passt es zu mir.
Ich lese es für meine Mum und es erklärt mir ganz selbstverständlich, wie traurig ich sein darf. Letztendlich hat in dieser Lesweise auch Fabian mit seinem Post getroffen, da der Vater versperrt, was natürlich wäre. Als er mich schon lange nicht mehr liebte, da neigte sie manchmal noch ihre Stirn zu mir und erzählte die Trauer. Doch das ist lange her und es vergeht kein Tag, da ich nicht an sie denke und auch an ihn, wie er früher war. Doch wäre ich nicht dorthin gegangen, wo ich jetzt wäre und sie sprächen noch mit mir, dann wären es Lügen. Ihre und meine - Lügen erspart man dieser Welt besser, oder?

Irgendwann wird ein Brief hier eintreffen und mir sagen, dass einer von beiden verstarb - friedlich oder kränkelnd. Ich fürchte mich jeden Tag davor, weil ich dann damit leben muss, dass sie diesen Weg ohne mich nahmen und mit dem Wissen alt werde. Und ob es dann tröstet zu wissen, dass er mir den Umgang verbot und sie meine Anrufe ablehnte und ich so lebte, wie ich es nur kann - das weiß ich nicht.

Für mich hast Du hier ein persönliches Gedicht geschrieben, bei dem ich endlich mal weinen kann, so für mich. Und wenn Du auch nicht verstehst, warum oder wie leise, dann solltest Du wenigstens wissen, dass ich dankbar bin dafür.

Vielleicht sollte jetzt eine sprachlich korrekte Analyse folgen, aber bei dem Gedicht lasse ich das lieber anderen

Nina
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#16

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 14.02.2007 21:48
von Joame Plebis | 3.385 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Abend, Erebus!

Der erste Kommentar stand öffentlich, so soll auch dieser öffentlich sein.
Heute nahme ich mir die Zeit und sah mir Dein Gedicht GELEIT und meinen Kommentar vom 31.1. nochmals an.

Daß ich das Ostertor nicht mag ist vielleicht kein Geheimnis.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie sich mein Freund Joame herausreden wird.
Am ehesten vermute ich, er ergreift die Flucht oder er schiebt alles auf
seine seinerzeitige Influenza und die ihn einschläfernden Medikamente ab.

Mühsam suche ich unwesentliche Punkte, wo der Kommentar etwas fundiert wäre. Doch ein 'Blah,blah' lacht mir entgegen.

Sogar das 'schrecklich nah' ist ja berechtig.
Herr Lau war einer der wenigen, die glücklicherweise diesem 'Fieberwahn-Kommentar' widersprochen haben,
dazu noch sehr zahm.

Deine höfliche Form in diesem Zusammenhang ist auffallend.
Für mich wäre es leicht gewesen, doch sicher nicht der richtige Schritt,
den Kommentar einfach zu löschen; das bedürfte, so glaube ich, Deiner Zustimmung.
Ich habe einen Fehler gemacht - und ich muß ihn eingestehen, ob es nun schwer oder schwerer fällt.
Zum damaligen Zeitpunkt fehlte mir offensichtlich das Begreifen und der Überblick.

Mit Gruß
Joame
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#17

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 14.02.2007 22:19
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Hallo Erebus!

Herzlichen Glückwunsch, mit "Geleit" bist du als Erster im Jahrbuch07!

Beste Grüße,
AB.

http://arnoboldt.wordpress.com/
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#18

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 14.02.2007 22:38
von Joame Plebis | 3.385 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo Erebus!

Da siehst Du es! Da hast Du es! Herzlichen Glückwunsch!
(Das war knapp - für mich!)

Joame
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#19

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 15.02.2007 07:33
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo ihr Lurche und Larven,

ich bin durch Eure Wahl sehr geehrt und freue mich gewaltig.

Ich werde meinen Lorbeerkranz aufflechten, und jeder soll ein Blatt bekommen. Schließlich helft ihr mir sehr bei meinen Wortverortungen.

Mein ganz herzlicher Dank an die Tümpelianer !

Liebe Grüße

Ulrich
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#20

Geleit

in Ausgezeichnete Lyrik 15.02.2007 10:17
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Liebe Nina,

ich glaube kaum, dass ich Dir etwas neues sagen kann. Die Lesarten sind ja ganz individuell...
Die Geschichte, die Du erzählst, macht mich sehr traurig, habe ich doch soviel Liebe empfunden aus deiner Schilderung des Vaters in einem anderen Kommentar (ich glaube es war eine Antwort an Margot).

Wir zerreissen uns innerlich. Ich würde heute anders handeln in Vielem, ohne zu wissen, ob ich darum besser handelte.
Vielleicht versuche ich zu finden, was ich wirklich will in dem ich das unterlasse, von dem ich weiß, das ich es eigentlich nicht will. Ich wünsche mir dazu die Kraft.

Liebe Grüße

Ulrich

_________

Hallo Joame!

Leider kenne ich Deine Verbindung zum Ostertor nicht, so dass ich nicht ganz entschlüsseln kann.
Ich finde, dieses Wort hat eine große "Reinheit" für eine sehr komplexe Metapher, deshalb mag ich es.

Für mich ist dieses Metier ziemlich neu und finde ich in den Auseinandersetzungen über Worte und deren Zusammengehen in diesem Forum wertvolle Hinweise, Anregungen und Hilfe.
Gedanken, die sonst nicht zur Reflektion kämen, öffnen neue Türen. Ich empfinde das als sehr fruchtbar und -ab und zu- anstrengend, aber immer lehrreich.
so habe ich an deinem Kommentar gar nichts auszusetzen, gab er mir doch Gelegenheit, diese Formulierung noch mal zu bedenken und mich in diesem Fall, zu festigen.

Ich Bedanke mich ganz herzlich

beste Grüße

Ulrich
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