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#1

Versteinerung

in Diverse 02.01.2007 01:25
von Pseudonym (gelöscht)
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Versteinerung


Ich habe mich zu Stein verschluckt
und wandle stur an meiner Seite.
Mich überholend merke ich,
dass ich in alle Fugen gleite.

Als Fundstück geh ich mir noch durch
ich find mich bei Gelegenheit
Ich riech mich eine Nase breit-
und kratz mich ab, wenn’s nicht mehr juckt.

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#2

Versteinerung

in Diverse 15.01.2007 11:34
von Albert Lau (gelöscht)
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Hallo P.,

dein Gedicht spricht mich eigentümlicherweise an, da ich die Formulierungen genießen kann, ohne sie zu verstehen bzw. durchgängig deuten zu können. Aber das hat Finesse, wenn eine Versteinerung, die Verwandlung in Stein und damit einhergehende Sturheit dergestalt umschrieben wird. Auch in den weiteren Zeilen klingt es gut und sogar das finale Abkratzen hat Verve. Schade nur, dass ich für mich einerseits weder den Widerspruch der Versteinerung und des gleichzeitigen Gleitens, noch insgesamt das Rätsel lösen konnte. Und das ist der größte Kritikpunkt, dadurch wirkt das Gedicht – es ist ja auch eher kurz – wie eines dieser Rätselverslein für Kinder.

Vielleicht bin ich zu streng, vielleicht auch nur deshalb, weil ich es nicht löste. Aber wie gesagt, angesprochen hat es mich.

Digitale Grüße!

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#3

Versteinerung

in Diverse 20.01.2007 11:09
von Erebus (gelöscht)
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Hallo Albert.

Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Beschäftigung mit meinem Text.
Er enthält meines Erachtens keine großen Schwierigkeiten, wenn man nur nicht versucht, aus der Wörtlichkeit einen Handlungsstrang oder Ähnliches abzuleiten. Ich wollte ab dem Tempuswechsel (Z1) die Simultanität des Selbstverständnisses des LI beschreiben.
Das LI
erschrak (einst erstmals) über eigene Erkenntnis, und versteinerte (gleichsam)
Ist seither gehemmt:
kann nicht anders
erkennt reflektierend, dass ihm vieles anders gelingt als geplant
empfindet sich mitunter als bizarr, als Fundstück ohne weitere Beschreibung
Ist nur begrenzt in der Lage sich selbst wahrzunehmen
Und will das (vermeintliche) Zepter nicht aus der Hand legen.

Bei aller Vordergründigkeit den Text so aufzufassen, wie ich ihn meinte, scheint dennoch nicht leicht zu sein, es freut mich, dass Sie dem dennoch etwas abgewinnen konnten. Irgendwie bestätigt er sich selbst

Lieber Gruß

Ulrich

PS: der eckige Klammerrest war nicht geplant, gefiel mir aber in Entstehen und Sein

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