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#1

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 07.12.2006 11:48
von supikatzi (gelöscht)
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Spuren deiner Zigarette
wie Staub auf Glas.
Das Einzige fast,
das mir geblieben ist,
seit du fortgingst.

Ich bewahre sie auf,
als Erinnerung.
Sie bleiben ewig,
auch wenn Staub
die Asche deckt.

Und ein Bild
ist noch da, geknickt.
Aber die Farben
leuchten noch
wie du.

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#2

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 08.12.2006 11:13
von Primel | 107 Beiträge | 107 Punkte
@superkatzi

du hast dein Einstandsgedicht gut gewählt, da es dir gleich ein Etikett anhängt (ob das wünschenswert ist?) Jedenfalls begrüße ich dich im Tümpel.

Die durch den Text vermittelte Idee kommt klar heraus, und die Frage, wie weit es sich dabei um Kitsch handelt, stellt sich leider sofort beim Anblick deines Avatars.

Über die Richtigkeit der Bilder? Welche Spuren, frage ich mich? Sind es nicht eher Brandspuren auf Möbeln oder Löcher in Tischtüchern, als die Asche, die, wenn sie nicht unter Glassturz oder Zellophan bewahrt wird, sich sehr schnell verliert. Freilich ist Asche viel poetischer. Sehr subjektiv, doch das sind wir ja alle, ist meine Aversion gegen die Verwendung des Wörtchen "ewig" in Bezug auf Gefühle, Erinnerungen etc ("ich werde dich ewig lieben...")

Der häufige Rhythmuswechsel stört mich sehr, da nur eine stark modellierende Lesung darüber hinweghelfen könnte.

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#3

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 08.12.2006 19:26
von supikatzi (gelöscht)
avatar
Hallo Primel,

lass dich nicht täuschen von meinem Nick und vom Avatar

Welche Spuren ich meine - und das durchaus poetisch - habe ich deutlich herausgestellt.
Dass ich einen Text in freier Form wählte, hat seinen Grund.
Ich möchte lernen.
Reimgedichte, meist im Kreuzreim, habe ich schon viele verfasst und
sie sind auch soweit ganz ordentlich geworden

Mag sein, dass ich in diesem falle "ewig" auch austauschen könnte.
Und das ist genau der Grund, weshalb ich auch hier Kritik bekommen möchte.

Insgesamt ist deine Kritik milder ausgefallen, als ich befürchtet hatte.

Ich danke dir herzlich dafür, gerne wieder.
Und danke für die Begrüßung.

Lieben Gruß,
Katzi


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#4

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 08.12.2006 21:15
von Joame Plebis | 3.408 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo Chris!

Zitat:

Ich möchte lernen.
Reimgedichte, meist im Kreuzreim, habe ich schon viele verfasst und
sie sind auch soweit ganz ordentlich geworden



Zuerst einmal im Klartext lautet es so:

Die Spuren deiner Zigarette sind wie Staub auf Glas.
Sie sind das einzige, das mir geblieben ist, seit du fortgingst.

Ich bewahre sie als Erinnerung auf. Sie bleiben ewig (die Spuren),
auch wenn Staub die Asche deckt.
Und ein Bild ist noch da, geknickt, aber die Farben leuchten noch
wie du.

Das wäre einmal die gesamte Aussage.

[Zum Lyrischen Ich sage ich einfachheitshalber einfach Du;
mir ist bewußt, daß keine Identität zum Schreiber bestehen muß.]

Näher betrachtet, ist kaum anzunehmen, daß ich einen vollen Aschenbecher
aus übertriebener Sentimentalität stinkend stehen lasse.
So schließe ich auf andere Spuren; da hat dieser Mistkerl tatsächlich
Löcher in die teuren Polstermöbel gebrannt, eventuell sogar in den
Teppich.
Das Einzige fast, das geblieben ist. - Das ist nicht viel, da hat er
also nur Schaden angerichtet. Das Wort fast muß man berücksichtigen.
Also noch etwas hat er angestellt.
(Vielleicht hat er auch noch einen Schuldschein dagelassen.)
Außerdem ging er fort. (Es wird ja immer schöner!)

In einem kleinen Wutanfall hast Du das Bild geknickt,
dann aber bist Du weich geworden, hast es doch nicht
in den Müll gegeben, sondern aufbewahrt.

Du vergleichst ihn mit den leuchtenden Farben,
weil er für Dich eine leuchtende Figur war.
Vielleicht jener, der den Alltag erhellte oder der Lebensinhalt.
Kann sein, er war herrschsüchtig, tyrannisierte - doch das
ist nun egal, wo die Sehnsucht so gut schmerzt.

Jeder Gedanke an ihn tut weh, an den,
der alles nahm, der Raucher war, die Möbel verbrannte,
die Wohnung mit Teer und Nikotin verstank und besudelte
- und dann ging.

Das ist doch ein rücksichtloser Egoist - und sowieso steckt
eine andere Frau dahinter.
Einfach so gehen: ein Zeichen von Unreife und Gefühlslosigkeit.
Man kann mit Menschen und Gefühlen nicht spielen, außer derjenige,
der sich verantwortungslos benimmt.

Dieser egoistische Typ war doch keinen Pfifferling wert;
soll er doch bleiben wo der Pfeffer wächst.
Er dürfte keine Anlaß für Tränen oder Worte sein. Schade um jeden
Gedanken! Also da ist das Lyrich auch nicht ganz dicht, auf so einen
Typen hereinzufallen.
Nur - gibt es eigentlich auch andere Männer?

Gruß von Joame

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#5

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2006 09:41
von supikatzi (gelöscht)
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Hallo Joame und guten Morgen,

Erstaunt bin ich über soviel Interpretation für einen so kleinen Text.
Also kann er so schlecht gar ned sein

Natürlich kann man aus ein paar Worten eine ganze Geschichte stricken, es kommt nur auf die Phantasie an und die hast du reichlich.
Die braucht man auch, will man schreiberisch tätig sein

Dass ich die Asche der Zigarette als eine Metapher gebraucht haben könnte, kommt dir nicht in den Sinn?
Und vielleicht hat ja auch der Zahn der Zeit das Bild geknickt und nicht das LI?

Doch, natürlich - denn dein Kommi sollte mich herausfordern

Ich hoffe, das ist dir Antwort genug, wenn nicht, gerne wieder.

Lieben Gruß,
Katzi


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#6

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 09.12.2006 10:58
von Joame Plebis | 3.408 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo supikatzi!

Auf Deine Reaktion war ich etwas gespannt,
da ich mir erlaubte, etwas Unfug zu treiben.
Die große Schelte blieb aber aus, denn Du hast
mich durchschaut.
Ursprünglich wollte ich es Dir in einer anderen Reimform
zeigen, nicht besser, nur anders. Dann aber war ich
plötzlich des Mitfühlens und der triesten Stimmung leid -
ebenso der uralten Metapher - und besann mich eines anderen.

Freundlichen Gruß!
Joame

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#7

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 26.01.2007 13:04
von supikatzi (gelöscht)
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Hallo Joame

meine Antwort an dich steht noch aus und das nach so langer Zeit,
verzeih

Ich hoffe, dich noch öfter durchschauen zu können

Im Moment und auch sonst bin ich fast nur bei der Konkurrenz.
Nicht deshalb, weil mir viel Lob zuteil wird - das ist gar nicht so gut, wie soll man da etwas
lernen?? - nein, einfach, weil dort mehr "los" ist, du vestehen

Lieben Gruß und danke für deine Rückmeldung,
Katzi

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#8

Spuren

in Philosophisches und Grübeleien 26.01.2007 15:03
von Joame Plebis | 3.408 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo supikatzi!

Uns allen steht nicht die Zeit zur Verfügung, die Zeit, die wir gerne hätten. In Foren hin- und herpendeln ist mühsam, das mache ich nicht gerne. Mir reicht ein Forum;
wenn man intensiver lesen will, dann ist dieses hier wie geschaffen, um nicht den Überblick zu verlieren.

Ich war vorher auch an anderer Stelle intensiver engagiert, bin dort nur noch gemeldet geblieben
und gab größere Aktivitäten auf.

Viel Spaß und Vergnügen wünsche ich!

Joame

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