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#1

Gott und Weib

in Gesellschaft 23.09.2006 19:06
von kein Name angegeben • ( Gast )
Gott und Weib

Fußball ist der große Gott,
erhellt dem Mann die Fresse.
Mich als Frau durchbohrt der Spott
beim Heucheln von Interesse.

Ich mucke darum nicht als Weib
und kenn des Gleichnis' Sinn,
weiß, dass ich für des Mannes Leib
nur Schienbeinschoner bin.

Das Ganze nun in neuem Licht:
ein Halm ist schwach im Winde.
Deswegen stirbt er wahrlich nicht,
zum Baum, jedoch, macht ihn die Rinde.

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#2

Gott und Weib

in Gesellschaft 24.09.2006 06:58
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo sophie

welcome to the tümple

Geschrieben ist dies Gedicht wohl nett, aber mit der Aussage gehe ich nicht ganz konform. Dass der Mann ohne die Frau (und umgekehrt) nicht komplett ist, finde ich gut. Dass dies anhand von dem Fußballbeispiel aufgezeigt wird finde ich wieder nicht so gut, da mich als Mann Fußball zum Beispiel überhaupt nicht interessiert. Von solchen Allgemeinerungen würde ich eher Abstand nehmen, da man da eben nicht immer ins Schwarze trifft.

LG Gem

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#3

Gott und Weib

in Gesellschaft 25.09.2006 14:22
von kein Name angegeben • ( Gast )
Das mag sein, dass man nicht immer ins Schwarze trifft, aber wenn ich den Fußball meine, dann kann ich ja nicht einfach irgendwas anderes als Thema nehmen, nur damit alle Ausnahmen mit eingeschlossen sind.
Das Gedicht bezieht sich auf einen Spruch, der in einem mir bekannten Wohnzimmer hängt, in welchem Männer ständig Fußball gucken. Ein Gleichnis, das aussagt, dass die Frau Teil der männlichen Ausrüstung sei. Wer als mann Fußball nicht mag, muss ja keinen Bezug zu meinem Gedicht herstellen.
Oder: Vielleicht kannste dich in dem Fall eher in der Frauenrolle wiederfinden.
Lieben Gruß zurück.
s.

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#4

Gott und Weib

in Gesellschaft 25.09.2006 14:34
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Das Problem ist, dass du hier zu sehr pauschalisierst mit: Fußball ist der große Gott,
erhellt dem Mann die Fresse.

Du sprichst hier alle Männer an.
Das macht den Einstieg so schwach, denn Fußball erhellt nunmal nicht allen Männern die "Fresse".


Zitat:

Wer als mann Fußball nicht mag, muss ja keinen Bezug zu meinem Gedicht herstellen.




Wenn das der Anspruch ist, den du an deine Gedichte stellst - in Ordnung.

Und was in deinem Wohnzimmer abgeht können wir nicht sehen und ich denke wir wollen es auch nicht.

Nichts für ungut.

Lg Thomas

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#5

Gott und Weib

in Gesellschaft 25.09.2006 16:38
von kein Name angegeben • ( Gast )
Nicht in meinem Wohnzimmer.
Aber ganz egal.
Ich verstehe, ihr haltet Pauschalisierung für schwach.
Ohne sie wäre der Humor aber ein magerer Geselle.

Wo ist er übrigens?

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#6

Gott und Weib

in Gesellschaft 25.09.2006 17:59
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Sophie,

ich finde als ebenfalls Nicht-Fußballfan die Pauschalisierung für völlig in Ordnung. Das spielen mit Klischees ist ein wichtiger Bestandteil der Komik und diesen nutzt Du hier. Wobei ich "ein Gott" statt "der Gott" wesentlich besser gefunden hätte, denn diese monotheistische Betrachtung sprengt doch selbst das Klischee mit dem Du hier spielst.
Das mit dem Schienbeinschoner erinnert an Adams Rippe so ein bisschen, die ja auch nur Schutz ist. Passt also. Ein Bezug dazu wäre nicht schlecht gewesen. Ist aber so i.O.
Schade ist, dass der letzte Vers so lang ist. Das nimmt etwas den Schwung.

Meines Erachtens könntest Du aber auch schreiben "Zum Baum jedoch, braucht's Rinde". Gleiche Aussage, aber genauso kurz wie die Verse davor.

Sehr klischeehaft, sehr hysterisch emanzenmäßig, sehr lustig.

Grüße,
GerateWohl




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#7

Gott und Weib

in Gesellschaft 26.09.2006 18:41
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Ich empfinde dein Gedicht ja nunmal nicht humorvoll - sogesehen, wo ist er denn?

edit: Ich schulde dir eine Erklärung: Ich fühle mich als Mann denunziert, in eine Schublade gesteckt in die ich nicht hinein will, weil ich dort nichts zu suchen habe, Dass ich es nicht als lustig empfinde lässt diese Sicht erst aufkommen. Das geht an meinem Empfinden für ein Verhältnis zwischen Mann und Frau vorbei und ich fühle mich dabei, als würdest du mir das alles unterstellen, wobei ich genau in die andere Richtung lebe und denke.
Das ist mein Problem - das mag wohl sein. Aber wir sprechen hier ja auch von Wirkung und so wirkt es nunmal auf mich. Ich hoffe wir verstehen uns, ich möchte nicht bösartig klingen.

Lg Thomas

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#8

Gott und Weib

in Gesellschaft 26.09.2006 23:31
von kein Name angegeben • ( Gast )
Lieber Thomas,
Im Kino lachen die Leute ja auch an unterschiedlichen Stellen und den Humor für mich gepachtet hab ich sicher nicht.
Die Schubladen sind schon da, auch ohne das Gedicht und beschäftigen mich halt, ramponieren mich auch, aber das soll dich nicht stören.
Klingst nicht bösartig, ich verstehe dich.
gruß
s.

(GerateWohl, ja, "braucht's Rinde" ist flotter, darauf kam ich nicht. Bin immer umständlich, das ist manchmal nervig.)

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#9

Gott und Weib

in Gesellschaft 27.09.2006 10:22
von Fabian Probst • Mitglied | 626 Beiträge | 626 Punkte
ich finde das Gedicht OK. Was hier natürlich etwas ins Auge stößt, ist die "Fresse". Das ist doch schon ein wenig zu hart und hier unpassend, wie ich finde. Die Formulierung ist in dem Zusammenhang einfach zu extrem, auch wenn man Extreme benutzen muss.

Insgesamt holpert es metrisch gewaltig, da du mit den Auftakten und Nichtauftakten ziemlich jonglierst.

Aus einem Halm kann meineswissens kein Baum werden.
Und "braucht's" ist so umständlich.

Warum nicht: "ein Baum jedoch braucht Rinde", oder "den Baum beschützt die Rinde"

Alles in Allem eine nette Spielerei.

Gruß, Fabian

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