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#1

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 18:36
von Michael Lüttke (gelöscht)
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für


samtweiche haut
stacheldraht geschmückt
aufgerissen
rot - nass

blaue augen
geschlossen
voller mund
weit geöffnet

hirn
tropft aus der schläfe
zäh - langsam

beine enden
kurz unterhalb der knie

rest zerfetzt

für...

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#2

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 18:55
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hallo Michael,

ich bekomme Assoziationen zu einem Auto- oder sonstigem Unfall bzw. einem Massaker mit tödlichem Ausgang für Mensch/ Tier.
Das bleibt offen.
Geschildert wird eher aus der Sicht eines Voyeurs, ohne Emotionen, kalt.
Das "für" macht mich nervös, weil ich nicht herausbekomme, was damit gemeint ist- für die Freiheit, für den Glauben, für die Liebe, für ein schnelles Fahrttempo (sinnvolle? Ziele) oder was....?
Ich gebe Ralf recht, Emotionen werden bei mir nicht damit erzeugt, eher Nachdenklichkeit.

LG
B.

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#3

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 19:05
von Michael Lüttke (gelöscht)
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hallo
genau das ist es, bosch, wobei es mir bei diesem text geht.
vertehst du was ich damit meine. der text endet an dieser stelle, da es kein für... gibt. nichts rechtfertigt das bild, das sich uns darstellt.der text muss hier enden um nicht zu rechtfertigen.


michael

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#4

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 21:24
von Haselnuss (gelöscht)
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Hallo Michael,

ich kenne dieses grausige Bild, dass du so 'emotionslos' gezeichnet hast. Meiner Meinung nach ist es richtig, dass du dein Gedicht in diesem Stil verfasst hast. Einem aufnahmebereiten Leser eröffnet sich somit das ganze Spektrum seiner eigenen Gefühle, ohne vom Autor beinflusst zu sein. Das offene Ende deiner Verse trägt den Leser in viele verschiedene Gedankengänge. Diese Art deines Schreibens mag ich.

Mich auf meine eigenen Erfahrungen besinnend, möchte ich das offene Ende komplettieren mit 'die Politik'.

Danke für die Erinnerung, die ich nach so vielen Jahren schon in den Hinterkopf verschoben hatte!

Ganz liebe Grüße
Haselnuss

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#5

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 21:58
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Hallo Michael.

Die Idee des abprubten Endes, so man es so nennen kann, gefällt mir sehr. Nach dem "für" darf wirklich nichts mehr kommen.
Nur eines:
Die samtweiche Haut ist mir zu romantisch.
"voller Mund" hat mich irritiert.

Nachdenklich und stark.

Lg Thomas

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#6

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 22:24
von Michael Lüttke (gelöscht)
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ich danke für die kommentare zu meinem text, den ich eigentlich nie in ein forum stellen wollte, da er ja unbewusst über gewalt berichtet und interpretationen offen lässt......ist der autor vielleicht gewaltverherrlichend und so.
bin ich natürlich nicht, aber man macht in foren so seine erfahrungen, darum danke für diese qualitativ hochwertigen kritiken.


michael

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#7

für

in Düsteres und Trübsinniges 29.08.2006 23:52
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
das ist etwas hirnlos, irgendwie gebe ich dem Baron recht es erreicht niemanden, bis vielleicht ....?

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#8

für

in Düsteres und Trübsinniges 30.08.2006 16:56
von Michael Lüttke (gelöscht)
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hallo, schade das die negativen kritiken zu meinem text
leider etwas unsachlich ausfallen. ich freue mich auch über negative kommentare, da sie mich auch weiterbringen. aber das wort "hirnlos" als kritik ist wirklich nur schade.


michael

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#9

für

in Düsteres und Trübsinniges 30.08.2006 18:03
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Tja, "hirnlos" als Kritik magst du schade für dich finden, aber dass auch dieser Text zum großen Teil einfach nur lächerlich klingt, trifft nun mal zu. Das fängt mit einem der idiotischsten Titel an, den ich je gesehen habe und endet mit der Bankrotterklärung mittels dieser drei Punkte: die Sprachlosigkeit eines Dichters. Vielleicht sollte er dann Klempner werden.

Die sofortige Gegenüberstellung der Samtweiche mit dem Stacheldraht, dieses ungeduldige Hecheln des Schreiberlings nach dem gewollten Schock, ist einfach nur unbedarft. Hier wird keine Spannungskurve aufgebaut, der Autor lässt sofort die Katze aus dem Sack. Das war es dann auch schon. Und dann noch im sprachlichen Telegrammstil. Das Dingelchen hat kaum angefangen, da ist es vorbei. Herr Lüttke kann einen nach 5 Worten schon langweilen, das muss man erst mal nachmachen.

Zum Ende der Strophe ist der Ofen gänzlich aus. Die samtweiche Haut ist aufgerissen (erstaunlich), rot (Blut! Schau mal an.) und ... jetzt musste ich die Punkte machen, denn es folgt der Über-Hammer und absolute Lacher des Gedichtes: NASS! - Das musste ich mich auch fast machen.

Eigentlich braucht es nicht mehr, doch wir wollen ja nicht nur Exzerpte veralbern, wir wollen das ganze Maß. Und es kommt ja auch noch ein ganz dicker Hund: Blaue Augen. Und woher wissen wir das? Weil sie "geschlossen" sind, logo. Ist das noch zu fassen? Liest du gelegentlich, was du schreibst? Oder hast du beim Schreiben auch die blauen Augen zu?

Was bis eben noch lustig war, wird jetzt penetrant. Denn nun ist es natürlich auch noch ein voller Mund, der diesem weiblichen Opfer als Attribut zugestanden werden muss. Samtige Haut, blaue Augen, voller Mund - wiederum sind es die Pennälerträume, die hier im Straßengraben verrecken müssen, als wenn das die Traurigkeit erhöhte. Bei diesem Autoren werde ich das Gefühl nicht los, dass es weniger traurig wäre, wenn es ein schmallippiges hässliches Entlein mit Akne-Pickeln und matschbraunen Augen gewesen wäre. Die Leser sind weniger flach, als man gemeinhin denkt, Herr Lüttke.

Das "hirn" stellt der Schreiberling nun ganz allein in die nächste Zeile, vermutlich um seine Überraschung auszudrücken, dass Frauen darüber verfügen, also zumindest die langbeinigen, schmollmündigen Exemplare. Dieses Hirn tropft nun heraus. Ja, kein Wunder, wenn schon Hirn, dann haben Frauen sicher nur so ein matschiges, flüssiges Etwas im Schädel, dass ihn nur mit Glück nicht schon zu Lebzeiten aus den Ohren tropft. Das war gehässig, meinetwegen. Diese Stelle wirkt aber auf mich, als hätte der Autor beschlossen, nun ein wenig Gas geben zu müssen, was den Schockeffekt angeht. Leider geht es ihm nur wieder in die Hose, spätestens wenn das Hirn tropft, zäh, langsam. Das ist wirklich zäh, man bekommt die Zähne kaum auseinander. Lüttke macht wenige Worte aber immer noch viel zu viele.

Gut, dass er in S4 wieder unfreiwillig komisch wird: "beine enden" - stop - "unterhalb der knie" - stop - "rest zerfetzt" - stop. Wie zerfetzt? Was ist zerfetzt, wenn die Beine doch endeten? Oder hängen die Treterchen doch noch an den Waden? Also erst einen Joke machen wollen á la "Meine Fresse, die hat ja Beine bis auf den Boden", dann die Hälfte abschneiden und zum schlechten Schluss doch wieder ein paar Fetzen anlaschen?

für... wie blöd wollen Sie den Leser verkaufen, Herr Lüttke?
Vielleicht ist es möglich, dass Sie etwas weniger und dafür mehr anböten? Ginge das? Denn nicht nur wegen der abgefahrenen Beinchen muss ich Sie fragen: Where`s the beef?

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#10

für

in Düsteres und Trübsinniges 30.08.2006 22:35
von pringles (gelöscht)
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gehts hier noch ums gedicht?

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#11

für

in Düsteres und Trübsinniges 30.08.2006 23:07
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Pringles hat mit seinem Einwand schon recht: gerne kann man ein Gedicht hart kritisieren und auch negativ beurteilen, wir sollten hier alle alt genug sein, um mit Kritik umgehen zu können. Dumme Sprüche und Provokationen sind jedoch wenig hilfreich und helfen weder dem Autor noch dem immer wieder zitierten Niveau des Forums, das dadurch mehr leidet, als durch jedes Gedicht.

Ich bitte daher darum, Auseinandersetzungen am Text zu führen.

Don

-Moderator-

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