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#1

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:33
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Verehrtes Publikum, liebe DichterInnen


Ich hab’s gern kurz und knapp, deshalb keine lange Einleitung. Hier die Resultate:




Na ja, ein bisschen Stimmung muss schon sein



Klick und sing mit!




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#2

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:39
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hier die Gedichte in zufälliger Reihenfolge:



Themen

1. "Bis zum Ende und darüber hinaus"
die zwei Inspirationsquellen
a) "It's the end of the world as we know it (and I feel fine)"
b) Bild

2. Zitat von Hermann Hesse: "Das Reich der Freiheit ist auch das Reich der Täuschungen."




Roderich

Treibsand / Thema 1


Der wüsten Hoffnung Untergang geweiht,
ich Narr, der ins gelobte Land wollt’ ziehen,
ein letztes Mal der Wirklichkeit entfliehen –
wo lieg’ ich nun? Zum Sterben ist’s schon Zeit?

Ich bin doch schon mein ganzes Leben lang
gestorben, Tag für Tag im Sand gekrochen,
im Treibsand deiner Wünsche eingebrochen –
was bleibt, ist nur dein Text und mein Gesang.

Nun, hörst du sie, die Wüstenmelodie?
Ich sing’ sie fröhlicher als du’s je konntest,
da du – nicht so wie ich – die Stimme schontest.

Mit mir zusammen rauscht Melancholie
den leeren Grund hinab. Finaler Akt;
Crescendo – und mein Herz im letzten Takt.


[zu den Kritiken]

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Olaf Piecho

Und darüber hinaus / Thema 1

du gefällst mir, Alter
an dir lehnend
werfe ich alle Gedanken
in uferloses Blau

die runzlige Haut
erzählt vom Leben
und vom Straßenstaub
der wie ein Film
dir Poren verklebt

berauscht von deinem geliebten Duft
fliege ich und vergesse
den rupfenden Tod
und erste bleibende Löcher

als ich aufstand
mit Erinnerungen gefüllt
spürte ich das Neue
und Kraft für den Treueschwur

bis zum Ende!

und darüber hinaus
schnitze ich
aus deinem Holz
eine Maske

und darüber hinaus?

bleibt weiße Asche
und die Lust
als Wind mit dir zu spielen


[zu den Kritiken]

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Joame Plebis

Zeit im Raum / Thema 1

Oftmals lesen wir vom Ende
und versuchen ansatzweise
dieses uns auch vorzustellen.
Auch Gedanken, die sehr weise,
können nie, zu keinem Preise,
je die Zukunft uns erhellen.

Unser kleines Menschendenken,
läßt kaum flüchtig uns begreifen,
aber nicht das Grenzenlose.
Nur gedanklich etwas streifen,
Zeit im Raum als Ewigschleifen,
führt uns tief in die Neurose.


[zu den Kritiken]

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Stephan Santfort

Als der Thron stürzte / Thema 1



Die Luft trägt einen dünnen Film von Sand
und Donnergrollen murmelt durch den Grund.
Die Waage schwankt und stürzt schon bald zum Rand.

Am Horizont erhebt sich eine Wand
die alles Licht verschlingt als schwarzer Schlund,
die Luft trägt einen dünnen Film von Sand.

Ein Vogel gleitet purpur'n übers Land.
Sein Schreien klingt fatal herüber und
die Waage schwankt und stürzt schon bald zum Rand.

Die Schlange beißt den König in die Hand,
im Winde eitert sie sehr ungesund.
Die Luft trägt einen dünnen Film von Sand.

Noch harrt das große Ganze wie gebannt
und winselt grämlich leise wie ein Hund,
doch die Luft trägt einen dünnen Film von Sand
und die Waage schwankt und stürzt schon bald zum Rand.


[zu den Kritiken]

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Margot S. Baumann

Bis ans Ende und darüber hinaus / Thema 1
(„Näher, mein Gott zu dir!“)


Am Ende ist die Geige leer,
die Töne flohen vor den Schreien.
Wer wird dem weißen Stern verzeihen,
der jetzt versinkt im kalten Meer?

Wir hielten stand, trotz fernen Lieben,
nach dem Warum fragt keiner mehr.
Sie bäumt sich auf, zur letzten Wehr,
durch Hochmut in den Tod getrieben.

Den Bogen legst du jetzt auf Samt.
Dir eilt nicht, weil die Uhren stehen.
Das letzte Stück: Allein zu gehen;
ein Musiker zum Held verdammt.

Und Schrecken steht dir in den Augen.
Reich mir die Hand, mich ängstigt auch.
Der grosse Traum zerstiebt im Rauch.
Mein Gott, ich würde so gern glauben!


[zu den Kritiken]

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yamaha

Das Wort der Worte / Thema 2


Im Brahmanensohn tut sich ein Zwiespalt auf
seines Vaters Religion zweifelt er an
Rituale, Normen - Tradition erstarrt
die Freiheit im Herzen gefangen.

Flucht in die Welt! Auf der Suche nach Wahrheit
Flucht in die Bücher alter Weisheitslehren.
Erkenntnis! Dass nur durch Einsamkeit
sich die Fesseln vom Selbst entbehren.

Weder Pilgern noch Wandern, noch Weltenglück
bringen Erleuchtung in das Dunkel des Seins
Doch die Wege der Täuschung, Pfade des Scheins
führen den Suchenden zu sich selbst zurück.

Erkenntnis aus Täuschung! Den Fluss überquert.
Dasein befreit - und sich selbst nun gefunden
dem körperlich Sinnlichen abgekehrt
Kamala und Zwiespalt - Distanz überwunden.

Gedanken und Freiheit, im Selbst ruht das Ziel.
Vollendung im Irrtum. Nun Meditation.
Und Lauschen nach innen, durch die Tiefe des ‚Om’
von Fesseln die Freiheit entbunden.


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Mattes

freiend / Thema 2

argus innen augen
blenden blindend
geben grab gegraben

reine mache frauen
unten liegend
nehmen nach genommen

dirnen lohn
taxierend

in brunst
emittierend

fallen viel gefallen


[zu den Kritiken]

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Gerate Wohl

Freiheit / Thema 2

Freiheit ist ein Schmetterling
fang sie ein, dann ist sie deine.
Stech ihr einen Nasenring,
leg sie sorgsam an die Leine,
hüt' sie gut, die liebe Kleine.

Freiheit ist das Recht zu tun,
was man halt nicht lassen kann.
Die Bonbons da willst du nun?
Reichst nicht ans Regal heran?
Bist zwar frei, doch klein, was dann?

Freiheit ist ein großes Netz,
das sich ständig selber fängt,
gleich wie ein Naturgesetz.
Hast du dich mal freigesprengt,
sind meist andere versengt.

Freiheit heißt, man akzeptiert
dass des Lebens Alphabet
vielerlei Gesetz diktiert.
Denn wo nichts geschrieben steht,
ist der Ort, wo gar nichts geht.

Freiheit ist ein Übergang
zwischen zwei Situationen,
nur einpaar Sekunden lang.
Doch in den Sekunden wohnen
viele Schätze, die sich lohnen.


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Benno Brockmann

Konsequenz der Freiheit / Thema 2


Wo
offener Zwang
innere Freiheit
gebiert,
zwingt uns
unsere Kopie
einer Imitation
von Freiheit
in Selbstbestimmung,
einzig frei
nur noch darin
selbst zu bestimmen
wie weit wir
noch gehen wollen
mit der Selbsttäuschung
über die Unfreiheit
unserer Freiheit.


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Ulli Nois

Multiple Choice / Thema 2

Die braune Sarah rief ich Caipirinha.
Und Bloody Mary war mein Name für Marie.
Nach ihrem Leben fragte ich sie nie.
Ich trank sie aus. Das war der Sinn ja,
sie zu erkunden wie ein rauschhaftes Getränk
bis auf den letzten Kick – Und Schwenk:
Wer ist denn die?

In meinem Job als Personaldirektor
hab ich gelernt zu wählen: diese oder den.
Als mich New York rief, ließ ich alles stehn.
Jetzt ist Shanghai der Zukunftssektor
und meine Firma lockte mit dem Aufsichtsrat,
zög ich dorthin – was ich nicht tat.
Man ließ mich gehn.

Dann kam das Megaangebot der Saudis.
Beim 12. Loch hat mich ein Caddie leicht touchiert.
Ich stürzte unglücklich. So was passiert.
Nur keiner weiß, warum genau dies
gerade dir geschieht. Hat Gott dich angezählt?
Hast du dein Schicksal selbst gewählt?
Wer wählt, der irrt.

Nach meinem Unfall lern ich mühsam gehen
mit einer tauben Hälfte. Jeder Schritt tut weh.
Ich fühle mich bis in den kleinen Zeh.
Und ich beginne zu verstehen.
Mit Sarah kam es zum Gespräch. Es wurden mehr.
Und auch die Wahl fiel uns nicht schwer:
Wir tranken Tee.


[zu den Kritiken]

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Don Carvalho

Neuronales Rauschen / Thema 2


Wir tun nicht, was wir wollen,
sondern wollen, was wir tun -
gebotne Denkkontrollen,
doch das Handeln ist immun.

Die klar bestimmten Ziele
sind gezielt vorherbestimmt,
und die Gedankenspiele
schon auf Resultat getrimmt.

Ich tue, was ich tue,
weil es so nur gehen kann,
dien statt der Seelenruhe
dem Synapsenrahmenplan.

Ach, wo ist nur dies neuronale Rauschen,
Wille, Zufall, Chaos, Reissackfallera?
Lasst uns die Schemata doch wieder tauschen
mit des alten Geistes Scheinnarkotika!


[zu den Kritiken]










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#3

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:43
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Treibsand“ (Roderich)


Arno Boldt:


Wenn ich eines über dieses Gedicht sagen kann, dann, dass es eines der inhaltlichen Brüche oder Umschwünge ist. Drum fange ich mit dem Inhalt an: Vor mir steht ein Mensch, ein Lyrisches Ich, dass sich selbst nicht sonderlich zu schätzen weiß. Es tritt den letzten Gang an, bezeichnet sich selbst als „Narr“ und fragt sich zurecht, wo es steht. Ja, wie war das Leben? Reicht es aus für das Ewige danach? In Strophe 2 kommt der erste Bruch: In den ersten beiden Zeilen spricht es von einem Leben, dass das ganze Gegenteil des Hochmutes ist. Das Lyrische Ich hat gedient. Ich gehe soweit zu sagen, dass es dem Herrn gedient hat. Mit Zeile 3 jedoch kommt ein Umschwung, indem das Lyrische Ich meint, es konnte aber – trotz allen Sterbens und Kriechens – nicht alle Wünsche/Pflichten erfüllen. Was uns dann in das Jetzt wirft, wo nur noch der Gebetstext und die Stimme des Lyrischen Ichs, des Gläubigen übrig ist. Die letzte Chance vielleicht. Während in Strophe 2 noch das Demütige gezeigt wird, gerät Strophe 3 zum Gegenteil: mit dem „du“ in dieser Strophe assoziiere ich Jesus, der 40 Tage durch die Wüste wanderte. Der Gläubige würde sich also über seinen Herrn erheben: „fröhlicher als du’s je konntest“. Vielleicht liege ich hier auch falsch. Aber einen wesentlichen Hinweis oder Grund, dies nicht anzunehmen liegt einfach nicht vor. Strophe 4 spricht dann von Melancholie. Warum dies? Sang das Lyrische Ich nicht noch zuvor fröhlich? Ich glaube, dass hier wieder an Strophe 1 und 2 angeknüpft wird. Und doch, die Hoffnung wird lebendiger: Crescendo.
Es ist scheinbar ein Gang des Hoffens und Bangens, des Zweifelns und Betens – und doch zuletzt ein Gedicht für das Göttliche. Die Entscheidung dazu hatte das Lyrische Ich schon lange zuvor gefällt.
Formell liegt hier ein Sonett vor, welches eine gute Wahl ist, jemanden zu preisen. Letztlich ist hier aber auch zu vieles Gegenteiliges, das die Freude nicht allzu oft oder allzu laut aufkommen lässt. Der Titel wäre noch zu nennen, der hier einen negativen Akzent setzt; den Fokus nicht auf die Vorfreude legt. Die Sprache hingegen überzeugt mich, da hier eine Gleichmäßigkeit vorherrscht, die weder eine Überladung, noch das Gegenteil erkennen lässt.

- 7.3 Punkte –


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sEweil


Ohne nun groß zu beschreiben, warum, weshalb, wieso – aber sei nicht traurig das folgt sogleich – muss ich gestehen, dass es mich sehr anspricht.
Beim Lesen zieht mich der Jambus mit. Die Katalektischen Verstakte stören hierbei gar nicht. Deinen 5-Heber (Achtung Eigenkreation!) ziehst du gekonnt durch.
Man könnte auch sagen, die Verpackung ist wohl gewählt.
Die beiden Quartette zeigen den Beginn, während die Terzetten einen inhaltlichen Umbruch einläuten.
Ich kann hier sowohl einen gesellschaftlichen, als auch einen religiösen Kontext heraus lesen, der mich bindet und grübeln ließ.

Das LyrIch könnte sowohl der Suchende nach dem Mythos, als auch schlicht der Suchende nach seinem eigenen Glück sein, der gescheitert und gebrochen dar nieder liegt und über sein Leben sinniert.
In S1 wird klar gemacht, das er nun am Ende angelangt ist, während er in S2 beginnt sich seinem Schicksal zum Teil trotzig entgegenzustellen, aber auch nur sehr bedingt und zu Anfang von S2.
S2V1,2u3 sind Kopfkino – dieses Bild brennt sich in meine Windungen und lässt mich euphorisch den Rest erwarten.
S3 ist nun ein Aufbäumen. V3 – sehr stark.
Weniger euphorisch ließ mich dein „fröhlicher“, da es zur letzten Strophe einen Bruch darstellt.
Zum Ende gekommene Menschen sind womöglich ausgeglichen, ruhig, aber nicht fröhlich, vielleicht hysterisch, aber mehr nicht.
S4 gefällt mir wieder sehr. Du beschreibst die Szene mit viel Geschick und lässt mich als Leser noch einmal aufhören. Das „und“, betont, lässt auch mein Herz noch einmal aufschlagen.

- 7,3 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Treibsand: Ein Verlorener verzweifelt an Fehlern, die er erst zuletzt erkennt.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 09/10 ]

Ein klassisches Sonett mit Elfchen. Leider im 4. Vers des ersten Quartetts und im 2. Vers des ersten Terzetts je eine weniger elegante Elision neben einer akzeptablen.

Sprache: [ 30/35 ]

Objektiv lässt sich feststellen, dass hier Vokabeln aus dem Bereich Musik und Natur (Wüste) die zentrale Rolle spielen. Mir gefällt der scheinbar schwerelose Stil, der sich durch14 schwermütige Verse zieht. Dieses Gedicht macht auf mich im Gesamten einen wohlüberlegten und vollendeten Eindruck. Außer an den zwei bereits angesprochenen Elisionen finde ich nichts zum Mäkeln. Besonders gelungen finde ich das 2. Terzett. Mit dem Enjambement und den sonst auch makellos gesetzten Reimen stellt es einen hervorragenden Abgang dar. Der Titel passt, wird aber meines Erachtens diesem Werk nicht ganz gerecht.

Inhalt: [ 28/35 ]

Diese Arbeit ist vielschichtig und vielseitig. Es könnte hier ein verlorener Kreuzfahrer sprechen, der voll Hoffnung in die Wüste zog und nun, Worte der Bibel flüsternd, stirbt.
Es könnte aber auch ein Verliebter sein, der, grob gesagt, an einer kalten Flamme, oder an einer Liebe per Brief (wäre etwas altmodisch) verzweifelt. Ihre Wünsche und Erwartungen ließen Ihn der Wüste verloren gehen, er ist daran zerbrochen.
Was immer man auch in diese dramatischen Worte hineindenkt: Es wird einem nicht schwer fallen das zu tun. Der Ablauf ist klar verständlich und drängt zielstrebig und atmosphärisch zum angekündigten Ende.

Harmonie: [ 10/10 ]

Man könnte das Gefühl haben, dieses Gedicht sei ohne Grate und ohne Politur nötig zu haben aus dem Schmelzofen gekommen.

Thema: [ 10/10 ]

Man kann Verknüpfungen zum Bild und auch zum Zitat herstellen. Das Thema ist kreativ umgesetzt.


- 8.7 Punkte -






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#4

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:46
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Und darüber hinaus“ (Olaf Piecho)


Arno Boldt:


Der erste Teil des Textes scheint traumhaft zu sein, da das Lyr. Ich dann aufsteht – was vielleicht mit einem „erwachen“ gleichkommen kann. Es spürt Verbundenheit und die Kraft für den Treueschwur. Was mir auffiel ist, dass allein Strophe 4 jedoch in der Vergangenheit spielt („aufstand“/“spürte“). Der Rest des Gedichtes ist in der Gegenwart gehalten. Es bleibt also die Frage, ob man den Text umstellen muss? Strophe 4 hängt jedoch mit dem restlichen Teil inhaltlich zusammen, so dass man ruhig den Anfang nicht nur als Traum, sondern vielleicht schon als geglücktes Ende sehen kann. Ist es wirklich geglückt, wenn der Tod Löcher in das Lyrische Ich reißt? Ist der Straßenstaub bereits die weiße Asche? Eine weitere Frage wäre, wie das „Holz“ des Dus einzuordnen ist. Es scheint etwas verloren in dem Gedicht. Formell kann ich durchaus nachvollziehen, weshalb hier das Freie gewählt wurde, da Träume meist – wenn wir aufgewacht sind – nicht sehr konstruiert wirken. Nach dem Aufwachen allerdings kommt eine gewisse Regelmäßigkeit in den Text („und darüber hinaus(?)“). Es könnte der Versuch sein, den Traum Realität werden zu lassen. Allein hier stört mich die benutzte Tempus-Form in der vierten Strophe, die den Text irgendwie auseinander nimmt.
Sprachlich ist der Wechsel vom freundschaftlich-kumpelhaften Ton („Alter“) zum Liebeston („geliebten Duft“) auffallend. Diese Nähe wird in der vierten Strophe noch einmal unterstrichen. „Rupfender Tod“ ist natürlich ein gelungenes Bild; neben dem Blau aber leider auch das Einzige, was mich in den Text sog.

- 6 Punkte –


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sEweil


Erst zu kompliziert gedacht und verdacht, nun doch noch eröffnet.
Du bist deines eigenen Verses Schmied. Wohl gesetzt sind diese – es liest sich flüssig, an den richtigen Stellen abgehackt, bis zum Ende.
S1V4 - uferlos ist mMn fehl am Platz. (Aber ich will deswegen jetzt nicht ausufern.)
So auch in S4V3 „das Neue“ das nichts sagend dort steht und dem Leser auch bis zum Ende hin unerschlossen bleibt.
Das LyrIch ist an einen Baum gelehnt – S2 beschreibend für selbigen.
Nach Verdrängung des nahenden Endes des Liegepartners wird ein Schwur gefestigt – Bis zum Ende: Die eher harmlosen Bilder die du zuvor aufgebaut hast finden nun hier eine Wendung.
„Und darüber hinaus […]“ leitet eine Strophe ein, die für mich für Rache, Vergeltung, Kampf spricht – die Maske als Begleiter und Identität. Das LyrIch gibt dem sozusagen ein „Gesicht“.
Die kurze Strophe, die für diese negativen Gefühle spricht wird dann in der letzten entkräftet, bzw. wird nicht weiter gesponnen, wie man es als Leser wohl erwarten würde, sondern ein träumerisches Finale inszeniert. Ohne Vergleich bleibt es in deinem Werk, den anderen Strophen gegenüber stehen.
Was alles nach dem kommt?
„[…]die Lust
als Wind mit dir zu spielen“
Fantastisch.

Thematisch sehe ich es als voll erfüllt an und habe dem nicht mehr viel hinzu zufügen. Als zu lang empfinde ich den Anfang, der inhaltlich wenig her gibt, im Gegensatz zum Ende.

- 7,4 Punkte -


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Wilhelm Pfusch


Und darüber hinaus – Ein neuer Wind zehrt gierig vom Alter.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 08/10 ]

Das Gedicht gliedert sich durch Einzelbilder und Prozesse in den einzelnen Strophen. Es hat einen prosaischen Charakter, der von gelegentlichen Inversionen durchbrochen wird. Die vorletzte Strophe wird vom Schlüsselsatz des Gedichtes umhüllt.
Ich halte diese Arbeit für eine direkte Beschreibung des Bildes. Insofern passen die häufigen Zeilenumbrüche, die vielleicht den Eifer und den Drang des Windes „bis ans Ende und darüber hinaus zu kommen“ widerspiegeln sollen.

Sprache: [ 25/35 ]

Die Sprache ist einfach und doch ausdrucksstark. Sie ist dem Thema angemessen. Schlüsselbegriffe werden durch Inversionen geschickt hervorgehoben (bis auf Strophe 2 Vers 5.)
Verschiedene Interpretationsansätze verstecken sich in den Formulierungen, von denen mir nicht alle schmeckten. Zumindest zwei metaphorische Ebenen glaubte ich ausgemacht zu haben. Die Überschrift passt und wird durch den Schlüsselsatz um die 5. Strophe herum intelligent und mehrdeutig fortgeführt.

Inhalt: [ 27/35 ]

Betrachtet man das Bild, welches als Inspirationsquelle für Wettbewerbsthema Nr. 1 dienen sollte, werden einem nicht die überschwänglichsten Emotionen kommen. Und doch schafft es der Dichter, diesem Bild von Verlassenheit und Vergessenheit ein Höchstmaß an Versöhnlichkeit abzuringen.
Der Wind redet heftig auf den stummen „Alten“ ein, demontiert ihn zwar, doch trägt so auch dessen Erinnerungen und die Erinnerung an ihn hinaus in die Welt. Der „Alte“ ist vielleicht Sinnbild für das Alter selbst, für einen staubgewordenen, längst abgeschrittenen Lebensweg, vielleicht so eine Art Idol oder Vorbild, von dem der Wind besessen ist und wovon er nicht genug bekommen kann.
Schliesslich stülpt er sich die Erinnerungen des Alten als hölzerne Maske über und will noch nicht einmal aufhören „mit ihm zu spielen“ als er schon komplett in der Luft, und zu Asche verbrannt ist.
Während der Wind das Holz der Schienen längst fortgenommen hat, bleibt das alte Eisen zurück und korrodiert vor sich hin. Mit jedem jeder Rückkehr nimmt der Wind wieder neue Gedanken und Erinnerungen mit und fühlt sich dadurch in seiner Treue und zur Rückkehr gestärkt. (Strophe 4)
Hier könnte man grob an eine Art Lehrling denken, der sich die Erfahrungen seines alternden Meisters einverleibt.
Es gibt so manche Verbindungen, so heisst es in Strophe 2 die runzlige Haut (der Schotter um die Schienen?) sei von Straßenstaub verklebt. In der nächsten Strophe heisst es, der Wind werde vom Duft des Alters angelockt. Ist es also der Duft des Todes, wenn die sonst geruchserzeugenden Poren geschlossen sind? Lässt sich daraus schließen, der Wind sei ein Leichenfledderer, und zehre nicht am Alter, sondern am Tod?
Man könnte mit viel Phantasie auch eine Liebesbeziehung hineininterpretieren, auf jeden Fall aber ist diese Arbeit mehrdeutig und lässt Fragen offen, wobei sie doch eine grobe Richtung vorzugeben vermag.

Harmonie: [ 08/10 ]

Sprache, Form und Botschaft fließen bei vereinzelter Klumpenbildung ineinander.

Thema: [ 10/10 ]

Thema auf hundert Meter rückwärts zwischen den Beinen durch getroffen. Das Thema ist kreativ umgesetzt.


- 7.8 Punkte -








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#5

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:49
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Zeit im Raum“ (Joame Plebis)


Arno Boldt:


Formell besteht das Gedicht aus 2 Strophen mit einem Reimschema (abcbbc/defeef), das gewisse Harmonie ausstrahlt. Inhaltlich fehlt mir hier ein wenig was. Strophe 1 befasst sich mit der Aussage, dass alles, was man lesen oder denken kann, uns nicht hilft, die Zukunft zu erschließen. In der zweiten Strophe wird dieser Ansatz zuerst wiederholt (was der Autor eventuell mit gleich lautenden Reimen hätte unterstützen können), um dann festzustellen, dass der Wunsch nach dem Wissen des „Grenzenlosen“ die Menschen voneinander entfremden kann. Wenn ich weit interpretiere, dann kann man durchaus das Aufeinanderprallen der Religionen rauslesen. Aber gemeint ist hier wohl eher die private Neurose – das private Suchen.
Sprachlich überzeugt es mich leider nicht, da keine Bildersprache verwendet wurde, die mitreißen oder zerstören kann. Insgesamt hätte das Thema noch weiter ausgebaut werden können; handwerklich ist es nichts besonderes, aber solide.

- 3 Punkte –


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sEweil


Dein Werk wirkt sehr gebunden, einheitlich, beim Lesen durch deinen durchgehenden 4-hebigen Trochäus.
V1 in S2und3 stehen reimlos da, während sich die darauf folgenden Verse auf bcbbc reimen.
Es wirkt wirklich sehr kompakt.
Philosophisch greifst du das Thema auf – vom Menschen und dem Sinnen darüber.
Sehr gut gefällt mir da schon der erste Vers, der klar macht, dass diese Frage über das Ende zwar oftmals, aber nicht immer, gestellt wird.
S1 klärt, dass es sich hierbei jedoch nur um Gedanken des eigenen Endes handelt.
Das LyrUns ( :-D ) hat keine Möglichkeit offen gelegt zu bekommen, oder es von selbst zu bewerkstelligen, zu erkennen, wie dieses Ende aussehen wird.

S2 V1-2 spielen da schon ein wenig auf den Kleingeist der Menschen an, aber auch an die Grenzen die dem Menschen allgemein gesetzt sind. Spätestens hier wird einem der Titel als gut gewählt erscheinen müssen. Zeit und Raum sind genauso Dinge, die der Mensch, als Einzelner auf alle Fälle, aber auch als Gemeinschaft, nie verstehen können wird.
Vor allem V3 steht für dieses – zwar begreifen wir flüchtig, aber niemals das Grenzenlose.
In V4 wird der Titel noch einmal aufgegriffen und macht klar, dass nur Überlegungen angesetzt werden können, aber niemals mehr und die Konsequenz? Die Neurose.
Eine interessante Art und Weise das erste Thema anzupacken und hat mir gut gefallen.
Sprachlich wirkt es für mich etwas künstlich, aber auch arrogant – was dann doch wieder passen würde. In dem Fall heben sich + und – auf.

- 7,2 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Zeit im Raum - Der Mensch scheitert daran, sich das Jenseits vorzustellen.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 05/10 ]

Das Gedicht liest sich flüssig. Es wird von einem durchgängig vierhebigen Trochäus beherrscht. Vers 5 der ersten und Vers 3 der zweiten Strophe sind auf syntaktischer Eben besonders eklatante Brüche. Da der Textfluss allerdings von Gedanke zu Gedanke springt und mit von diesen Brüchen getragen wird, haben diese keine gravierenden Auswirkungen auf die Formnote.
Das Gedicht ist sehr knapp gehalten. Die aus dieser Knappheit entstandenen Formulierungen spielen der philosophischen Dimension des Inhalts zu. Dieser Pluspunkt wird mehr von der stilistischen Grobheit, weniger von der teilweise falschen Zeichensetzung überdeckt.

Sprache: [ 15/35 ]

Die Sprache ist einfach gehalten. Während in der ersten Strophe Sprache und Form einander noch ergänzen, scheint der Dichter bereits in der zweiten Strophe mit den selbstgesetzten Beschränkungen zu hadern, was dem Leser nicht entgeht.
Legt man allerdings als Aussage des Textes das Verzweifeln des Menschen an der Vorstellung des Überirdischen zugrunde, so lässt sich das Schleifen der Sprache an der Form mit dem „Ewigschleifen“ in Zeit und Raum gleichsetzen.
Welche These nun eher zutrifft, lässt sich bei der Kürze des Textes nicht ermitteln, doch für mich bleibt zumindest ein schaler Beigeschmack.
Sprachlich am besten funktionieren Vers 4+5 der zweiten Strophe in Hinsicht auf die metaphorische Ebene, da die Gegenüberstellung von „gedanklichem Streifen“ und dem „Schleifen von Zeit und Raum“ so besonders gut heraussticht.
Das „je“ im letzten Vers der ersten Strophe sticht phonetisch besonders heraus, ist aber eigentlich durch das „nie“ im vorhergehenden Vers schon abgedeckt und damit inhaltlich nutzlos. Die Formulierung sticht aber heraus und holt die Aufmerksamkeit des Lesers zur Mitte hin zurück sodass sie als Minuspunkt nicht taugt.
Der Reim Weise-Preise fällt durch eine nicht von der Hand zu weisende Unbeholfenheit auf, wird aber vom sprachlich ordentlichen Rest der ersten Strophe aufgefangen. Der Titel passt nicht wie der Deckel auf den Topf.

Inhalt: [ 18/35 ]

Das Gedicht ist inhaltlich gut zu erfassen. Erst wird die Gesellschaft als Ganzes angesprochen und ihrem Versuch gegenübergestellt, sich das Ende, das Jenseitige vorzustellen. Sie scheitert daran. Dann wertet das lyrische Ich diese kollektiven gedanklichen Versuche als „kleines Menschendenken“ ab, es kann „kaum flüchtig“ irgendetwas begreifen, geschweige denn „das Grenzenlose.“
Zuletzt wird die Vergeblichkeit dieser Versuche unterstrichen und als schädlich deklariert. Das Gedicht führt also auf diese Schlussfolgerung hin und warnt vor der Vergeblichkeit solcher Anstrengungen. Diese Aussage ist nicht neu, aber der Ansatz ist gut, wenn auch etwas knapp dargebracht.

Harmonie: [ 05/10 ]

Teils laufen Form, Inhalt und Sprache zusammen, teils nicht. Ich gebe 4 Punkte.

Thema: [ 10/10 ]

Weniger das Zitat, eher das Bild deckt sich mit dieser Arbeit. Das Thema ist kreativ umgesetzt


- 5.3 Punkte -






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#6

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:51
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
[b][u]Kritiken zum Gedicht „ Als der Thron stürzte“ (Stephan Santford)[/u][/b]

[b]Arno Boldt:[/b]


Die Luft als Sand-Säge, Sand-Papier.. sie schmirgelt alles mit der Zeit ab. Die Zeit hingegen steht still. Zum Ende hin vereinen sich die Luft und die Waage, die anzeigt, dass noch alles im Rahmen des Normalen ist. Es kommt immer wieder der Hinweis, dass alles aus den Fugen geraten wird. Der Titel aber sagt aus, dass es schon geschehen sei. Sind wir im Kopf eines Wesens, der das beobachtet hat? Sind wir im immer wiederkehrenden Gedanken, in der Erinnerung, die das Gehirn fassen möchte und doch nicht kann und deshalb immer wieder erneuernd zum Verzehr anbietet? Ich möchte sagen: „Ja“. Einmal abgesehen von dieser Möglichkeit, muss ich sagen, dass ich die vielen Wiederholungen dennoch nicht favorisiere. Dennoch: sie lassen den Blick, der zuerst eine allgemeine Szenerie aufnimmt, um dann ins Detail zu gehen (2: Wand/Licht verschlingen; 3: Vogel/schreien; 4: Schlangenbiss/Wunde; 5: Szenerie „das Ganze“/Eigenschaft „winseln wie ein Hund“) wieder abfallen, weil etwas diese Sicht versperrt oder unmöglich macht. Es ist der Sand. Es ist die Waage. Sprachlich leider dadurch nicht sehr überzeugend, aber dafür bei der Struktur. Die einzigen zwei Fragen, die sich in mir auftun, sind folgende: Wie kann man weiter die Szenerie beobachten, wenn schon in Strophe 2 „alles Licht“ verschlungen wird? Und die zweite lautet: Wenn etwas „wie gebannt“ schaut, wie kann es gleichzeitig „grämlich leise“ winseln? Es bleiben also Fragen offen, die der Text nicht lösen kann. Die Umsetzung des „Endes“ ist strukturell sehr gut gelungen, aber leider wirft der Inhalt eben diese Fragen auf.

- 7 Punkte -


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[b]sEweil[/b]

Darüber musste ich sehr lange grübeln, wo die Lösung doch nur in zwei kleinen Worten versteckt war.
Die Wiederholungen störten mich zu Beginn enorm, doch als ich zu verstehen begann waren sie mir zwar noch immer zu viel, doch sah ich nun den Sinn in ihnen.
Du bedienst dich eines beinahe durchgehenden 5-hebigen Jambus’, dein Reimschema baut sich zuerst als aba cbc auf, in der letzen Strophe als ebee.
Nur die genannte letzte Strophe fällt heraus.
Zum einen ein Vierzeiler, zum anderen wird hier das Metrum geändert und zwei Anapäste takten am Anfang der letzten beiden Verse auf.
Hier versteckt sich auch die Auflösung des Ganzen.

Du versuchst zwar die Leser genauso gebannt stehen zu lassen, wie das große Ganze in deinem Gedicht, doch überzeugt mich das nicht und ich kann mir als Leser wenig vorstellen, aber der Sand und die Waage sind gleich wieder da, ziehen sich durch das Gedicht hindurch.
„Ein Vogel gleitet purpur'n übers Land.“
“Sein Schreien klingt fatal herüber […]“
Sind Bildfragmente, die mich zurücklassen, genauso wie „das große Ganze“ überzuckert wirkt.
Du deutest hier wenig an, was womöglich gewollt, aber von mir als Leser nicht gewünscht ist. Mich im Dunkeln stehen zu lassen ist in Ordnung, aber nicht mit Stummeln.
Ein Bild das ich als sehr gekonnt empfinde ist jenes aus S2. Die Wand die sich erhebt und alles Licht verschlingt – sehr schön.

Was dir zu Gute zu halten ist, ist die Auseinandersetzung mit dem Thema.
Hier geht wahrlich etwas zu Ende und die letzten beiden Strophen zeigen, dass es darüber hinaus geht.
Was mir als Übel erschien, dass der Wind einen dünnen Film von Sand trägt und die Waage schwankt und bald zum/vom Rand stürzt, wird hier geklärt – es ist ein Wandel, der vollzogen wird. Etwas Neues und jeder fürchtet sich davor, weil es unbekannt und bedrohlich wirkt.
Das Gleichgewicht wird zerbrochen – der Sand ist verderbend, bringt Wunden zum eitern – es wird aber nicht klar, ob es nun wirklich ein Übel ist, oder Mittel den Wandel einzuläuten, um „..darüber hinaus“ zu gehen.
„doch die Luft trägt einen dünnen Film von Sand
und die Wage schwankt und stürzt schon bald zum Rand“,
verspricht Hoffnung und rettet dein Gedicht.

- 5,0 Punkte –


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[b]Wilhelm Pfusch[/b]


[i]Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich. [/i]


Form: [ 07/10 ]

Es liegt ein ungewöhnliches Reimschema vor, 4 gleich aufgebauten Strophen folgt eine um einen weiteren Paarreim ergänzte Strophe. Metrum ist durchgängig der Trochäus. Auffällig sind die meist kurzen, aufeinanderfolgenden Sätze. Das Gedicht endet mit dem Beginn, es lässt sich also ein zyklischer Prozess vermuten. Die gesamte Arbeit ist durch Wiederholungen geprägt.

Sprache: [ 16/35 ]

Das Gedicht weist einzelne Sinneinheiten auf, die Satz für Satz Bilder aneinander reihen und so eine assoziative Kette bilden sollen. Was mir nicht gefiel, ist, dass die einmaligen, sich nicht wiederholenden Verse eher holprig klingen. Besonders Strophe 2 Vers 2, Strophe 4 Vers 2 und Strophe 5 Vers 2 machen keinen guten Eindruck. Zeichensetzungsfehler ergänzen diesen Eindruck provisorischer Art. Der Schreibfehler im Wort „Waage“, das später, ohne das ich künstlerische Absicht erkenne, ein „a“ vermisst, lässt eine Schludrigkeit erkennen, die der Note nicht mehr vorenthalten werden kann. Ein abschliessendes Lektorat des Dichters hätte hier bare Punkte eingebracht.

Inhalt: [ 16/35 ]

Diese Komposition wirkt nicht ausgereift.
Wiederholungen, wo sinnrelevante Ergänzungen fehlen; Ergänzungen, wo weitergehende Hinweise unauffindbar sind.

Das Gedicht stützt sich auf Thema 1, insbesondere das vorgegebene Bild zu Thema Nr. 1. In Strophe 1 wird ein nachvollziehbarer Bezug zum Bild genommen, der Sand in der Luft leitet das Gedicht ein, das Donnergrollen eines über dem Grund fahrenden Zuges führt es weiter. Schon stellt sich die Frage, wie über solch verwitterte Gleise ein Zug fahren soll. Schon hier kann man vermuten, es müsse um gerade diese Verwitterung oder genauer gesagt um die Vergangenheit gehen.
Eine dunkle Wand, „die als schwarzer Schlund“ all das Wüstensonnenlicht verschlingt, verschlingt alles, auch diesen Zug. Wieder scheint Bezug auf die Zeit genommen werden.
In Strophe 3 kommt aus dem Nichts ein „purpurner Vogel“ auf den ich mir beileibe keinen Reim machen kann. Ist es eine Art göttlicher Bote, ein antiker Gott selbst? Auf jeden Fall scheint sein Schreien auf die Situation oder gerade wegen der Situation nichts gutes zu verheissen. Hernach wird Strophe 1 Vers 3 wiederholt.
In Strophe 4 kommt plötzlich ein König ins Spiel. Sicherlich wird hier endlich ein Bezug zum Titel geknüpft – aber zu spät, zu wenig, zu kryptisch!

Die Schlange beisst den König. Im Wind scheint es ihr nicht gut zu bekommen. Sieht man den Wind als den Lauf der Zeit, lässt sich hier ein Sinn ermitteln: Mit der Zeit scheint es ihr eher geschadet als genutzt zu haben. Wenn es sich um eine Art politischen Attentäter handelte, verlängerte oder verstärkte er so nur die Amtszeit/Autorität seines Opfers.
In der letzten Strophe wird auch dieses Aufblitzen in den schwarzen Schlund getragen und vergessen. „Die Wage (Waage)“ ist aus dem Gleichgewicht gekommen, die Welt, die damals unumstößlich war, der Thron, der so fest stand, umgestoßen. Ich denke ein wenig an die kurze deutsche Kolonialzeit und längere weltweite Kolonialzeit, ein Aufblitzen, das sich schnell im Sand der Wüste verlief. Zufrieden bin ich mit diesem Ansatz aber nicht, und das muss ich zum Teil dem Autor ankreiden.

Harmonie: [ 04/10 ]

Hier spielt wenig zusammen, wie bereits weiter oben begründet.

Thema: [10/10 ]

Der Bezug zum Bild ist eindeutig. Das Thema wurde kreativ umgesetzt.


- 5.3 Punkte -








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#7

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:54
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Bis ans Ende und darüber hinaus“ (Margot)


Arno Boldt:


Das erste uns zugesandte Gedicht: Handwerklich wurde hier gut gearbeitet. Der umschließende Reim ist – meines Erachtens – eine gute Möglichkeit bei diesem Thema per se; und wurde auch hier überlegt eingesetzt. In den Strophen wird durchweg der Gedanke der (möglichen) Einsamkeit thematisiert. Damit verbunden ist auch immer der Wunsch nach dem Gegenüber. Allein ist nicht ganz nachvollziehbar, weshalb man hier den Wechsel von acht und neun Silben von Strophe zu Strophe vollzog.
Sprachlich/metaphorisch ist das Gedicht in der ersten Strophe ein wenig überlastet. Hier stören einfach „weißer Stern“ und „kaltes Meer“ – die nicht ineinander fließen wollen. Wenn man möchte, dann kann man im „weißen Stern“ einen „weißen Zwerg“ sehen, und damit quasi das Endstadium der Geige. Aber dafür wäre das Bild zu hoch gegriffen. Im weiteren Verlauf kommt noch ein grammatischer Fehler hinzu. Die Rede ist von Strophe2/Zeile1: „Wir hielten stand, trotz fernen Liebens“. Aber das ist nur ein Kleines. Die Situation fährt sich selber fort, in dem das beobachtende Ich von der Geige, zum Du, zur gemeinsamen Einsamkeit kommt. Trotz des gelungenen Aufbaus fehlt es mir an Stimmung oder einfach an stimmungsreicheren Bildern. Dagegen ist der Übergang von der Geige zum Spieler gelungen. Der Glaube an Gott in Verbindung mit dem Glauben an die Spielbarkeit des Lebens. Und schräg klingende Musik („Sie bäumt sich auf, zur letzten Wehr“) ist mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, hierbei Harmoniebedürftigkeit auszudrücken, die doch nicht erlangt, aber nichtsdestotrotz gesucht wird.

- 6.3 Punkte –


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sEweil


Der Gedanke der Titanic geht mir nicht aus dem Kopf.
Die zentrale Frage die hier gestellt wird:
„Bis ans Ende.“
„Und darüber hinaus?“
Es handelt von Angst und Glauben und dem nahenden Ende.
Der umschließende Reim ist wohl gewählt und stimmig.
Metrisch gesehen durchgehende Jamben.
Die Bilder die aufgebaut werden gefallen und zeigen die Situation deutlich.
Auch wenn ich wegen des weißen Sterns verunsichert bin, deutet alles auf meine zu Beginn angesprochene Vermutung hin.
Die Musiker spielen, um die Leute zu beruhigen.
Sie bäumt sich auf, als sie in der Mitte bricht.
Metaphorisch gesehen bekommt man, was man liest.
Du beschreibst die Szenerie sehr gekonnt und der Beginn des LyrDu bis hin zum LyrIch gefällt mir sehr, bis die entscheidende Frage im letzten Vers folgt.
Ich kann nicht viel mehr sagen, als dass ich es als gelungen empfinde.
Wen die Sprache nicht überzeugt hat, wird von der letzten Strophe gewiss in den Bann dieses Gedichts gezogen.
Sehr viel Gefühl, sehr starke Bilder

- 9,4 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Bis ans Ende und darüber hinaus - Ein lyrisches Ich verabschiedet sich von einer geliebten Person, die es tot vorfinden musste.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 08/10 ]

In der ersten Strophe finden wir vier vierhebige, jambische Verse, wechselnde Kadenzen und einen umarmenden Schweifreim vor. In der nächsten Strophe dasselbe, allerdings tauschen die Kadenzen ihre Plätze. In den nächsten beiden Strophen wiederholt sich diese rhythmisch Abwechslung, die sich am krassesten in Strophe 2 Vers 2 (Betonung von „dem“) manifestiert. Es liegt dieser Arbeit also ein in sich geschlossenes System zugrunde, welches allein vom 2. Vers der dritten Strophe durchbrochen wird.
Der Lesefluss stockt an dieser Stelle wohl aufgrund der Tatsache, dass die meisten Leser „eilt“ mit 2. Silben aussprechen werden. Ich sehe das nicht abwertend, da meine Aussprache nicht des Dichters Problem ist. Trotzdem fehlt hier die syntaktische Kontinuität, die schon in den ersten beiden Strophen unter dem metrischen Schema des Gedichtes zu leiden hatte. Solch ein syntaktischer Bruch vollzieht sich z.B. in der Mitte der zweiten Strophe. Hier treibt der Wechsel auf „Sie bäumt...“ die Strophe auseinander, weil nicht sofort klar wird, wer „Sie“ ist.
Um zu verstehen Wer hier Was ist muss man das Gedicht mehr als einmal lesen, doch Komplexität ist kein Grund für Abstriche, solange der Sinn ersichtlich ist. Dafür schliesst Strophe 4 stark und versöhnlich ab.

Sprache: [ 30/35 ]

Die Sprache ist gehoben und wird auch auf onomatopoetischer Ebene Worten wie „Geige“, „Musiker“ etc. gerecht. Sie hat einen klassischen, ins Romantische gehenden Stich. Einzig und allein zu leiden hat diese schöne Sprache in Strophe 2 und 3 zuweilen, da sie doch im metrischen Korsett ein wenig eingeschnürt wirkt. Diese Feststellung gründet sich auf der Betonung von „dem“ in Strophe 2 Vers 2 und der aus den ansonsten gut verständlichen Strophen ausbrechenden Strophe 3.
Stark und dramatisch läutet Strophe 4 das Finale ein und zeigt auch auf, dass, wenn die Zeichen sonst korrekt gesetzt sind, ein Punkt an der richtigen Stelle (hier nach „Augen“) einen starken Effekt haben kann. Der Titel ist gut gewählt. Der Untertitel ergänzt ihn, ist zwar nicht nötig, aber auch nicht zu verräterisch.

Inhalt: [ 33/35 ]

Der Inhalt entblättert sich nicht sofort, sondern muss erst erfasst werden, nicht zuletzt aufgrund des erzwungenen Querlesens der hier verborgenen Bezüge.
Man kann die inhaltlichen Aussagen so ordnen, dass man sagt, jede Strophe habe in den ersten und letzten beiden Versen jeweils eine Aussage zu bieten, was sich darauf gründet, dass die einzelnen Verspaare in jeweils einer Strophe Einzelbilder darstellen.


Am Ende ist die Geige leer,
die Töne flohen vor den Schreien.

Die Klänge der Geige gehen unter in Schreien von Leid und Trauer. Die Geige ist leer, quasi „ausgepumpt“, leergespielt.

Wer wird dem weißen Stern verzeihen,
der jetzt versinkt im kalten Meer?

Das Bild schwenkt. Der weisse Stern, vielleicht ein Sinnbild für Hoffnung und Glauben versinkt im Meer (geht unter.) Mit dieser isolierten Aussage lässt sich noch nichts anfangen.


Wir hielten stand, trotz fernen Lieben,
nach dem Warum fragt keiner mehr.

Nun kommen zwei ins Spiel. Nur zusammen können sie ertragen, was passiert. Obwohl schon aller Glauben verloren war, hielten sie, fern aller Vernunft, trotzdem stand. Warum können sie nicht mehr erklären. Die fernen Lieben könnten ein Hinweis sein, dass die beiden isoliert sind. Man könnte sich zwei vorstellen die in einer romantischen Szene die Hand des anderen halten und in die Nacht und auf das Meer hinausschauen.

Sie bäumt sich auf, zur letzten Wehr,
durch Hochmut in den Tod getrieben.

Hier wird die Geige gemeint sein. Sie ist nun leer, doch als sie noch spielte tat Sie es aus Hochmut. Das Aufbäumen könnte ein Hinweis sein, dass es auch die Geige ist die im Meer versinkt. Man muss also den Stern und die Geige kombinieren.


Den Bogen legst du jetzt auf Samt.
Dir eilt nicht, weil die Uhren stehen.

Der Bogen der Geige wurde also von einem der beiden Protagonisten bewegt. Er wird nun auf Samt, ins Grab gelegt. Hier fällt mir der Groschen: Das lyrIch spricht mit einem Toten und drückt seine Trauer aus. Da das gegenüber die Geige der Hoffnung des lyrIch führte, muss es diese nun beerdigen. Es muss sich um eine sehr nahestehende Person, wahrscheinlich den Partner gehandelt haben. Die stehenden Uhren sind ob des Todes eine klare Sache.

Das letzte Stück: Allein zu gehen;
ein Musiker zum Held verdammt.

Der/die Geliebte musste das letzte Stück allein gehen, das lyrIch war also im Augenblick des Todes nicht an der Seite des/der Verstorbenen sondern bekommt die Leiche erst später zu Gesicht. Das „zum Held verdammt“ lässt an einen Märtyrertod oder etwas in der Art denken, man kann es nicht abschliessend klären und höchstens aussagen dieser Heldentod sei ehrenvoll gewesen.


Und Schrecken steht dir in den Augen.
Reich mir die Hand, mich ängstigt auch.

Die Augen des Toten sind noch offen, der Tod war nicht sanft. Das lyrIch greift die Hand des/der Toten.

Der grosse Traum zerstiebt im Rauch.
Mein Gott, ich würde so gern glauben

Der große Traum, vielleicht der Traum miteinander alt zu werden, aber vielleicht auch der Glaube an Gott vergeht aufgrund dieses Schicksalsschlages.
Das lyrIch richtet sich in seiner Wut und Verzweiflung an Gott.

Die Metaphern waren gut, der Inhalt war entschlüsselbar.

Harmonie: [ 09/10 ]

Ich gebe nicht die volle Punktzahl, da mir die Zusammenführung aller Elemente rein subjektiv nicht ganz rund erscheint. Ein starkes Gedicht ist es trotzdem.

Thema: [ 10/10 ]

Sowohl Bild als auch Zitat spielen deutlich herein. Das Thema wurde kreativ umgesetzt.


- 9.0 Punkte -





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#8

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:56
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
[b][u]Kritiken zum Gedicht „ Das Wort der Worte“ (yamaha)[/u][/b]


[b]Arno Boldt:[/b]


Zugegebenermaßen musste ich dieses Gedicht öfter durchlesen, als manch andere Texte. Der Grund liegt sicherlich in der Sprache, die doch ein philosophisches Konzept aufmachen möchte: durch den Weg der Täuschungen, durch das Bemerken, dass etwas nicht richtig läuft, kommt man auf sich selbst zurück und überdenkt seine Wünsche, Ziele und – wenn man noch weiterkommt – auch den Weg dahin. Doch dazu braucht es eben das „Bemerken“, dass etwas im Argen liegt. Der Übergang von Strophe 2 zu 3 ist mir nicht ganz klar geworden. Zuerst wird gesagt, dass die Einsamkeit der Weg zum Ziel ist. Doch in Strophe 3 wird die Einsamkeit beim Wandern/Pilgern nicht anerkannt. Die Frage, warum das so ist, konnte mir der Text nicht beantworten. Er setzt lediglich dem Wandern/Pilgern/Weltenglück die Wege der Täuschung gegenüber. Aber diese wurden schon in der ersten Strophe erkannt und schon mit dem Bemerken tlw. verlassen.
Reime wurden hier nicht vordergründig als harmonisches Mittel eingesetzt, sondern als Grenzen. Das sieht man, wenn man sich die letzte Strophe ansieht, in der die Freiheit selbst auch frei ist – die Reime hier sind wieder gewichen. Gut finde auch das langsame Kommen der Reime bis zur Strophe drei: das als mitschreiten mit dem „erzählenden Ich“ verstanden werden kann. Doch in Strophe vier – in der die Freiheit schon erreicht ist – ist der Kreuzreim noch vorhanden. Weshalb? Wiederum gelungen ist der Wechsel von Strophe 2 auf 3 – von Trochäen (der Flucht angemessen) zu Jamben (dem frei sich Entwickelnden).
Fazit: Sprachlich – wie bereits angedeutet – ein schwererer Brocken; inhaltlich das Thema insgesamt gut erfasst, hätte aber am Bespiel noch weiter ausgebaut werden müssen und formal ist der Text (bis auf die eine Reimsache) gelungen.

- 6.4 Punkte –


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[b]sEweil[/b]


Metrisch gesehen ist es ein großes Wirrwarr, doch liest es sich deshalb nicht schlechter, ganz im Gegenteil empfinde ich es des Inhaltes wegen sogar als passend und gekonnt eingesetzt. Zufall?
Die kurzen Pausen beim Lesen, die mir das Metrum aufzwingt, um nicht hinausgeworfen zu werden, sind stimmig und erzeugen in mir das Gefühl von Spiritualität zwischen deinen Zeilen.
Das große unübertrumpfbare Plus an dem Ganzen – die Verbindung zwischen religiösem Inhalt und dem Gefühl beim Lesen, das des Dichters Werk erzeugt.
Nicht gesagt ist, dass etwas, das nicht mehr übertrumpfen kann, sich nicht auch einreihen kann, wie nun die Bezugnahme zum gewählten Thema zeigt.
Der religiöse Bruch, hervorgerufen durch den Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung, zeichnet sich durch die Suche und Selbstfindung des LyrIchs ab. Hier kommt die Täuschung als tragende Rolle ins Spiel.
Zwar werden die Überlegungen des LyrIchs geleitet, gefälscht und verfälscht, doch gibt der Dichter damit kein Werturteil ab.
Es wirkt auf mich, als würde es der Thematik einen positiven Aspekt verleihen.

Hier und da einige Wiederholungen, die ich nicht als so stark empfand, dass sie ohne Zweifel eine Berechtigung an diesem Platz hätten. Ich habe sehr wohl gezweifelt.

Ob es gefallen hat? Eher weniger. Mir ging alles zu schnell – die Entwicklung von der Entscheidung bis zur Vollendung im Irrtum. Es sind einfach zu wenige Bilder, wodurch ich mich nicht richtig hinein versetzen konnte. Hier wird lang und breit geschildert, wie und warum, jedoch wird nur an der Oberfläche gekratzt und hat keinerlei befriedigenden Tiefgang gezeigt.

- 4,7 Punkte -


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[b]Wilhelm Pfusch[/b]



[b]Das Wort der Worte[/b] – Wir laufen auf poetischen Pfaden dem Siddharta auf seinem Weg zur Erleuchtung nach.

[i]Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich. [/i]


Form: [ 08/10 ]

Drei sich reimende Strophen werden von 2 freieren Strophen umschlossen. Großartig finde ich den Einsatz des Daktylus. Er ist zwar nur in der letzten Strophe wirklich perfekt, aber ich finde es klingt trotzdem gut. Die vor allem zum Schluss hin monologartige Anordnung der Worte nimmt hervorragend Bezug auf den Inhalt.

Sprache: [ 29/35 ]

Das Gedicht wirkt sprachlich ausgereift und einfallsreich. Die Zeichensetzung nimmt einen großen Anteil an der sprachlichen Gestaltung ein, lediglich an den Zeilenenden bin ich damit nicht ganz einverstanden. Der Titel ist dem Gedicht angemessen und bezieht sich auf das Wort „Om.“
Viele Formulierungen zeugen von sprachlicher Virtuosität und tragen das religiöse Thema auf würdige Weise.
Ganz stark ist der letzte Vers, da man das „entbunden“ auch als „geboren“ sehen kann.

Inhalt: [ 33/35 ]

Ein sehr schöne Gedicht. Erst wird beschrieben, wie der junge Siddharta entgegen seines Vaters Wunsch und dem seiner Lehrer auszog die Erleuchtung zu erlangen.
Dann wird auf seine Zeit als bettelarmer Asket Bezug genommen und wie er deren Vergeblichkeit erkannte. Danach wird auf seine Zeit als Liebhaber und Kaufmann Bezug genommen. Anschließend wird seine Begegnung mit einem bereits erleuchtetem Fährmann angesprochen und wie dieser ihn den richtigen Weg zur Erleuchtung lehrte. Zum Schluss wird er zu Buddha und hat wahre Freiheit erlangt.

Erleuchtung wurde hier mit der Freiheit gleichgesetzt.

Hier wird eindeutig Bezug genommen auf „Siddharta“ von Hermann Hesse. Angesichts des Zitats ist diese Idee vorzüglich. Schließlich war es eine Kernaussage von Hesse, dass Erleuchtung nur über ein ausgewogenes Verhältnis von Realismus und Selbsttäuschung erlangt werden kann.
Toll finde ich, dass hier nicht nur Bezug auf das Buch genommen wird, sondern auch, dass diese Arbeit durch ihre unspezifische Formulierung auch übertragbar ist und für sich selbst stehen kann.

Harmonie: [ 10/10 ]

Der gedankenvolle Stil, der Bezug auf das Buch und die sprachliche Gestaltung harmonieren.

Thema: [ 10/10 ]

Der Bezug zum Zitat ist eindeutig. Das Thema wurde kreativ umgesetzt.


- 8.9 Punkte -









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#9

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 00:58
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ freiend“ (Mattes)


Arno Boldt:


Dieser gehörte, wohl auch wegen seiner Sprach-Experimente, für mich zu den Texten, die am schwierigsten zu interpretieren waren. Frei von der Leber und mit beiden Augen blindlinks tappend, würde ich sagen, dass hier der Freiheitsbegriff mit dem Freien in Beziehung gesetzt wird. Es geht um Kontrolle (Argus-Augen), um Macht, um Täuschung, um die Suche nach Wahrheit/Realität. Ferner wird ein Bezug zwischen „freien“ und Macht/Hierarchie („reine_mache_frau“) hergestellt, der mich den Text als offen sozial-kritisch einstufen lässt. Ja, hier wird Freiheit mit Macht verwoben. Der Text platziert die Worte sorgsam, aber bestimmt. Er zeigt gen Ende auch die Tragik dieses Machtspielchen, in dem für mich sowohl Machtträger, als auch Machtloser verlieren. Vielleicht ist „Zerstörung“ zu hoch gegriffen, aber das Wort „viel“ am Ende (in seiner gewollten doppelten Bedeutung) wäre ein Hinweis auf die Bodenlosigkeit. Und in dieser Ebene bewegt sich sprachlich auch Text. Ferner ist eine Struktur („geben grab gegraben“ / „nehmen nach genommen“ / „fallen viel gefallen“) erkennbar, die dem Leser Haltepunkte in die Hand gibt, so dass er – sollte er sich mal wie ich verlaufen – daran erinnert wird, worum es im groben geht.

- 7.9 Punkte –


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sEweil


Du benutzt eine durchgehende Kleinschreibung, es sind keine Sätze, sondern Fetzen, zusammengestückelt und auseinander gerissen.
Kurze Verse, die zuerst noch aus zwei mal drei Strophen bestehen und bis zum Ende hin reduziert werden, was mit dem Inhalt Hand in Hand geht und ihn verstärkt.
Du spielst mit der Mehrdeutigkeit der Sprache, baust Bilder auf und zerstörst sie gleichzeitig wieder.
Dein Metrum, ich unterstelle es dir, ist frei gewählt. Du bedienst dich keinem Reimschema.
Inhaltlich stellen Frauen für einen Fixlohn ihren Körper zur Verfügung – während sie sich gesellschaftlich und vermutlich auch seelisch, ein Grab schaufeln und es geschaufelt bekommen.
Die vielen Augen zu Beginn unterstreichen meine Gesellschaftsthese, die nicht hinsehen. Jedoch mag mir deine Konstruktion „blindend“ hier nicht passen.
Und obwohl es am Anfang kommt, kommt es bei mir zum Schluss: Der Titel spricht bereits für sich und bereitet einen auf das mehrdeutige Spiel vor.

Sehr stark an deinem Gedicht empfinde ich die Gegensätze in jedem Vers, in denen romantisch anmutende Bilder erzeugt werden (können) und man zugleich auch die stumpfe, Trieb befriedigende und zerstörerische Seite sieht.
Inbrunst/in brunst
emittierend
Das LyrIch ist sowohl finanziell, als auch Zwischenmenschlich vom LyrDu abhängig.
Der Schluss trifft es noch einmal hart auf hart.
Deine gekonnte Spielerei mit der Sprache hat mich, zugegebenermaßen, erst auf ein Abstellgleis geführt, doch bald erkannte ich alles und „es fiel mir wie Schuppen von den Augen.“

Das Minus am ganzen sehe ich nun aber an der Umsetzung zum Thema.
Du wähltest das Zweite. Das Zitat von Hesse.
„Das Reich der Freiheit ist auch das Reich der Täuschungen."

Du deutest zwar die Freiheit an, eine Umsetzung des Themas ist dir aber nur zum Teil gelungen.
Im weiteren Sinne könnte man auf das Zitat kommen, aber das ist mir alles zu weit weg.
Du hast es zwar geschafft ein hervorragendes Gedicht in Form, Inhalt und Metaphorik zu schaffen, doch ist die Umsetzung des Themas leicht abseits liegen geblieben.

Rein informativ: Das Gedicht, das mir am Wettbewerb am besten gefallen hat.

- 8,4 Punkte -


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Wilhelm Pfusch


freiend – Der Mensch versucht zu ergründen, ob er über einen freien Willen verfügt oder dem Schicksal Untertan ist. Er bemerkt dabei nicht, dass diese Frage niemals beantwortet werden kann und ihm nur schadet.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 07/10 ]

Das Gedicht ist sehr minimalistisch. Keine Zeichensetzung, Großschreibung, und eine äußerst knappe Konstruktion. Deshalb begründe ich die Formnote mit der Einteilung der Sinneinheiten in Strophen zur Unterstützung der Aussage.
Das Akostrichon ergänzt den Inhalt sinnvoll und gibt einen Bonus.

Sprache: [ 25/35 ]

Die ungewöhnlichen, knappen Konstruktionen stechen sofort ins Auge. Sie muten teilweise an wie Verbkonjugationen (Vers 3, 6, 11.) Sie zielen vielleicht darauf ab, die Freiheit des Willens und Freiheit an sich zu negieren. Umschlossen vom passenden Titel „freiend“ und „unten liegenden“, „genommenen“ Frauen, ist zumindest die metaphorische Linie des Gedichtes eindeutig.
Schaut man sich die Wortendungen an, findet man einen reinen Reim und zwei zumindest vokale Reime. Ich glaube aber nicht, dass es Absicht war, und durchgezogen wurde es auch nicht konsequent, deshalb lasse ich diese Beobachtung aus der Wertung. Stark wir das Gedicht sprachlich besonders gegen Schluss: „in Brunst“ und „fallen viel gefallen“ sind geschickte Wortspiele. Das Gedicht ist eines für Grübler, leichte Kost ist das nicht

Inhalt: [ 26/35 ]

Strophe 1:
Die Augen des Argus (ein Denker, Philosoph?) sind nach innen gerichtet, er beobachtet sich vor allem selbst, grübelt über seine Freiheit nach und blendet sich, womit er sein Leben verschwendet und sein eigenes Grab gräbt, grub und gegraben hat.

Strophe 2: „Reine mache Frauen“, vielleicht ein Hinweis auf Reinheit, Jungfräulichkeit liegen unten – Verbindung mit „...gegraben“ in Strophe 1 – und werden wieder und wieder „genommen.“

Strophe 3: es findet ein Austausch statt, der Denker gibt den Dirnen eine Gegenleistung: Er fällt!
„Taxieren“ ist zwar ein Synonym von „Betrachten“, mir fällt hier noch das Stichwort „Steuer“ ein, bedeutungslos.

Strophe 4: Die Dirnen tun was Dirnen tun, sie emittieren Inbrunst „in Brunst.“

Letzter Vers: Der Denker resigniert: Er fiel abgrundtief, ist viel und oft gefallen.

Für mich sind diese Frauen Sinnbild für das, was der Argus oder Denker beobachtet und immer wieder „nimmt.“
Er will die Freiheit ergründen indem er mit diesen scheinbar unschuldigen Frauen geistig kopuliert, doch er erfährt nur falsche Sinnlichkeit, denn alles was er auf Kosten seines Untergangs erfährt, wird ihm nur vorgespielt.
Die Frage also, ob der Mensch nun über einen freien Willen verfügt, oder nur Sklave seines Schicksals ist, zehrt den Denker nur aus, denn sie ist unergründlich und schädlich (abgrundtief gefallen.)
Für die Kürze des Gedichts steckt sehr viel drinnen, der Verdichtungsgrad ist sehr hoch.

Harmonie: [ 08/10 ]

Das Denken des Denkers wird karikiert durch die knappen, leicht wirren Formulierungen. Dies unterstützt die Aussage, dass Grübelei über die Freiheit müßig ist. Trotzdem ist mir diese Komposition etwas zu verstiegen.

Thema: [ 10/10 ]

Die Themenvorgabe war der entscheidende Wink um sich dem Gedicht zu nähern.. Ich finde, die möglichen Assoziationen zum Thema sind schlüssig und das Thema ist kreativ umgesetzt.


- 7.6 Punkte -







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#10

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 01:00
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Freiheit“ (Gerate Wohl)


Arno Boldt:


Sprachlich witzig, aber doch mit ernsten Absichten und Überzeugungen kommt dieses Gedicht daher. Während Strophe 1 noch als Einleitung gelesen werden kann, sind die restlichen vier Strophen wie ein Handbuch, was denn Freiheit sei. Hier reichen die Gedanken von „Freiheit begrenzt durch eigene Unzulänglichkeit“ über „Einbettung in die Gemeinschaft / eigene Freiheit ausleben, ohne anderen dabei zu schaden“ und „Freiheit braucht Gesetze als weitere Grenzen“ (damit auch Strophe 3 funktioiert) bis hin zur Strophe fünf, in der der Autor unkonkret wird und „Freiheit als schatz-behafteten Übergang“ sieht. Warum dieses Unkonkrete am Ende? Sind damit die Täuschungen gemeint? Schätze im Sinne eines „Piratenschatzes“, der sowieso nicht existiert? Nein, ich lehne mich sicher zu weit hinaus. Die Frage kann wohl dann beantwortet werden, wenn man den Übergang als „von Wollen zu ‚ist das überhaupt möglich?’“ sieht. In dieser Spanne mag sich alles abspielen – alles ist möglich, aber nur gedanklich. Es ist quasi die Aufforderung an den Leser, dennoch alles sich vorzustellen, was man machen möchte. Der Text meint – für mich – im Grunde: freies Denken ist wohl der größte Schatz.
Die Art des Schreibens ist förderlich für den transportierten Inhalt. Aber dennoch stören mich ein wenig Füllwörter wie „halt“ (Strophe2/Zeile2), ohne die es sicher auch geht. Auch das „deine“ in Strophe 1 klingt eher (des Reimes wegen) wie rangeschustert. Ferner fiel mir noch auf, dass in Strophe 1 eine scheinbare Unüberbrückbarkeit auftritt: einerseits soll man die Freiheit anketten, wie Vieh nahezu behandeln – andererseits sie gut hüten. Aber dies ist eben die Einleitung für die folgenden vier Strophen, in denen diese (aus meiner Sicht berechtigte) Ambivalenz erläutert wird. Formal gesehen wurde hier handwerklich gut gearbeitet (fünf Strophen á fünf Zeilen; Reimschema: xyxyy). Die Trochäen-Wahl unterstützt zusätzlich den Willen, dem Leser etwas Vermitteln zu wollen.

- 7.5 Punkte –


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sEweil


Es liest sich fließend, leicht und flockig.
In jeder Strophe wird versucht Freiheit zu definieren, der Freiheit ein Gesicht zu geben, worum es sich bei ihr handelt, was sie ausmacht und was sie bestimmt.
In jeder Strophe sind Ansätze, die aber nur Ansätze bleiben und so dort auch stehen sollen.
Reimspezifisch hältst du eine klare Linie durch: ababb, etc
Sprachlich habe ich jedoch nicht viel gefunden, das mich mitreißen konnte. Nur die letzte Strophe prägt den Gedanken des Gedichts und begeistert, durch das Bild das du für uns inszeniert hast.
Das Thema Zwei, das du wähltest, sehe ich in deinem Werk sehr gut umgesetzt. Hesses Zitat wird in seinem Facettenreichtum weit überdeckt – du breitest deinen Mantel darüber aus und führst uns diesen Teil klar vor Augen, in einfacher Sprache, in einfacher Form, ohne uns selbst auch noch zu täuschen.

Sehr ungelenk, empfinde ich die Formulierungen, die sich über jede Strophe hindurch ziehen und scheinen mir als Retter des Reimes hergehalten gemusst zu haben.
- S1V5, S2V2, S2V5, S3V5, S4V5
Es wirkt konstruiert, ist bei weitem nicht so aussagekräftig, wie es in S5 ist und schwächt dein Gedicht ab, bremst es am Ende jeder Strophe und nimmt ihm den Wind aus den Segeln.
Metaphorisch gesehen ist nur S5 interessant, der Rest bietet einem kaum etwas an, außer S2V1-2, wobei das durch die darauf folgenden Verse in S2 zunichte gemacht wird.
Wunderbare letzte Strophe, doch katastrophaler Anfang.

- 2,1 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Freiheit - Der Begriff Freiheit wird mit verschiedenen, verspielten metaphorischen Erklärungsversuchen belegt.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 08/10 ]

Es handelt sich um 5 dem Limerick ähnliche Strophen bzw. Kreuzreime mit abschließendem Paarreim. Versmaß ist ein durchgängiger Trochäus mit leichten unerheblichen Schwächen. Sie sind deshalb unerheblich, weil das Gedicht sowieso eher locker und verspielt daherkommt.

Sprache: [ 21/35 ]

Die Sprache und Ausformulierung hat hier etwas Kindliches, leicht Naives und Unvoreingenommenes. Dabei glänzt teilweise auf dem Weg zum abschließenden Paarreim sehr viel Kreativität auf, doch der jeweilige letzte Vers klingt mir dann meist doch zu stark erzwungen und einfach zu provisorisch. (Strophe 1, 4.) Gerade Strophe 2 und 3 gefallen mir gut, Strophe 2 ist witzig gemacht und Strophe 3 ebenso. Strophe 1 und 4 gefallen mir sprachlich dagegen weniger.
Ein bisschen problematisch finde ich die Punkte nach den jeweils dritten Versen, da sie den fließenden Kreuzreim unterbrechen, wie auch die wenigen Fehler in der Zeichensetzung und das zusammengeschriebene „einpaar.“ Solche Kleinigkeiten sollen nicht in die Wertung, aber sie hinterlassen einen unausgegorenen Eindruck.
Der Titel passt sicherlich, ist aber schon arg strapaziert.

Inhalt: [ 21/35 ]

Der Begriff Freiheit wird unverschlüsselt und relativ locker umschrieben. Wir haben hier also ein hübsches Gedicht, aber leider kein Siegergedicht vor uns. Daran ist aber nicht diese Lockerheit, sondern eher der mangelnde Zusammenhalt der Strophen schuld. Trotzdem trägt diese Arbeit einen kreativen, leichten philosophischen Ansatz in sich und das gefällt mir.

Harmonie: [ 05/10 ]

Ob wir hier ein Ganzes vor uns haben kann man so oder so sehen. Man könnte theoretisch beliebig Strophen hinzufügen. Es ist kein Anfang und kein Ende ersichtlich. Trotzdem trägt das Gedicht diesen Modulcharakter überzeugend vor. Halb halb also, oder 5 Punkte.

Thema: [ 10/10 ]

Das Thema ist getroffen und kreativ umgesetzt.


- 6,5 Punkte -









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#11

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 01:03
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Konsequenz der Freiheit“ (Benno Brockmann)


Arno Boldt:


Wenn ein Text nur aus einem Satz besteht, ist die Gefahr immer da, dass es am Inhalt hapert. Dieser Text erinnert mich an Kants Satz „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ Ich glaube, dass wir diese Thematik hier mit anreißen. Der äußere Zwang drängt in diesem Text allerdings von selbst, die Freiheit zu sehen, die man haben könnte. Es kommt zu einem inneren Bewusstsein des Freiheitsgedankens; aber man erreicht diese Freiheit nicht. Es bleibt gleichsam nur eine Kopie. Das Lyrische Ich lässt erst gar nicht den Weg zur Freiheit zu. Man könnte zwar scheinbar den letzten Abschnitt (ab: „wie weit wir…“) zwar dahingehend lesen, dass man sich quasi erheben solle, die Täuschungen beiseite schlagen, um zur Freiheit zu gelangen. Doch wird dies schon zuvor nicht möglich gemacht, da das Lyrische Ich meint, dass man „nur noch darin“ sich selbst bestimmen kann. Hmmm, ich merke gerade, dass man dies auch wiederum anders lesen könnte, so dass doch der Weg geebnet werden kann. Die möglichen Auswege wären: 1. dem Wunsch nach Freiheit Taten folgen lassen oder 2. der Freitod.
Sprachlich und auch inhaltlich bewegt sich der Text auf der Ebene eines Weisheitssatzes und formell ist er „frei“ gehalten. Für mich fehlt dann aber noch das Konkrete. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Aussage, die wir hier haben, in ein Gedicht gepackt worden wäre. Dann hätte es mir bestimmt besser gefallen.

- 2.5 Punkte –


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sEweil


Ich bin, offen gesagt, ein Fan von Gedichten, die sich weit abseits von konventionellen Metrischen Systemen entfalten.
Jedoch hat auch diese Freiheit die dadurch gewonnen wird ihren Preis, da es gilt metrisch dennoch, mit viel Feingefühl, etwas entstehen zu lassen, das dem Leser gefällt und womöglich imponiert.
Du hast die Freiheit gewählt, jedoch wirken deine Zeilen auf mich eher untereinander gereiht und auch beim Lesen wirkt sich diese Reihung in keiner Weise auf mich aus.
Der Leser wird aufgeklärt, dass es sich bei der Freiheit nicht so verhält, wie wir denken und, du drückst es ganz deutlich aus, es durch eigene Täuschung zu einem Trugbild kommt, das uns eingrenzt in unseren Entscheidungen, in unserem Leben.
Gekonnt und mit wenigen Worten stellst du die Frage, wie weit der Mensch auf diese Weise bereit ist noch weiter zu existieren.
Was mir hier so gefällt ist die Frage, die keinen edlen Schluss zieht. Nichts aufklärt und auch keinen Schritt nach vorne bedeutet – sie steht für sich und das einzige, das wir aus ihr gewinnen können, ist eine Entscheidung.
Und die Konsequenzen müssen wir tragen.
Sprachlich verwoben, jedoch ohne große Bilder zu malen, zieht sich dein Gedicht wie ein roter Faden durch die Tomatensuppe und weiß zu überzeugen.

- 8,6 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Konsequenz der Freiheit Äusserer Zwang führt dazu, dass Freiheit nur die Freiheit ist sich über das Maß der eigenen (Un)Freiheit zu täuschen.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 03/10 ]

Das Gedicht hat einen stark prosaischen Charakter, die Zeilenumbrüche täuschen darüber nicht hinweg. Eigentlich könnten das hier leicht umformuliert zwei Sätze einer philosophischen Arbeit sein. Diese Art der Gestaltung missfällt mir.

Sprache: [ 10/35 ]

Ich kann hier sprachlich nicht groß einhaken und leider nur zwei interessant formulierte Sätze bewerten. Im Vergleich zu den anderen Beiträgen muss ich einen Malus geben, da dieser zu dünn geraten ist. Meiner Meinung haben wir kein Gedicht vor uns, aber das ist ein endloses Streitthema. Der Titel passt.

Inhalt: [ 16/35 ]

Die Aussage ist klar und deutlich, die Erkenntnis ist nicht neu, aber gut auf den Punkt gebracht. Leider wird sie auf weniger kreative Art und Weise serviert. Das ist mir ein bisschen zu wenig, wobei doch der Ansatz zum Nachdenken anregen kann.

Harmonie: [ 04/10 ]

Hier gibt es leider nicht viele Elemente, die einander ergänzen könnten. Schade. Manch anderer zeigte in Sachen Umfang und sprachlicher Gestaltung mehr Ehrgeiz.

Thema: [ 10/10 ]

Das Thema ist kreativ umgesetzt.


- 4.3 - Punkte




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#12

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 01:05
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Multiple Choice“ (Ulli Nois)


Arno Boldt:


Ein durchaus tragik-komischer Text, der es versteht, den Leser zu binden. Alltagssituationen, Aufstiegschancen – nehmen und bleiben lassen; zufrieden sein und den „Kick“ suchen. Das steckt vordergründig in diesem Gedicht. Der Autor hat hier sehr klar das Thema angesprochen und v.a. auch ausstaffiert mit der Geschichte des Lyrischen Ichs. Während es noch alle Freiheiten hat, sucht es sich diese nach Gutdünken aus oder eben nicht. Dabei ist beachtenswert, dass als es in seiner Freiheit eingeschränkt war, es wahrscheinlich keine Lust mehr auf Spielchen hatte. Während noch in Strophe 1 es die Sarah nach dem benannte, was ihm mehr Freiheit versprach und gleichzeitig er durch die Anonymität zu noch weiterer Freiheit gelangte, nimmt er die Realität am Ende wieder so, wie sie ist – und nennt sie beim Namen. Es ist eine Bodenständigkeit, die das Lyrische Ich (vielleicht nur für die Genesungszeit) gefunden hat. Es ist – ähnlich wie bei „Das Wort der Worte“ – ein „aus der Bahn“ geworfen sein, dass mehr Klarheit mit sich bringt. Man besinnt sich auf sich und auf das, was vielleicht noch fehlt. Der Titel passt hier natürlich sehr gut: verschiedene Auswahl (also Freiheit) hat auch immer mit der Wahl nach Realität und Täuschung zu tun. Formal ist dieser Text ausgereift – die Form ist leicht, wie die Sprache und doch strukturiert. Ein Text, wie aus dem Leben gegriffen. Gefällt mir außerordentlich. Allein, ja, ein Wermutstropfen muss dann doch noch sein, allein in der letzten Strophe hat der Autor zwei Tempus-Formen verwandt. Während die Strophen zuvor in der Vergangenheit gehalten sind, springt man in der vierten Strophe von der Gegenwart wieder in die Vergangenheit. Es ist sicher nicht falsch. Aber mir als Leser hätte es besser gefallen, wenn der Tee mit Sarah auch wirklich das letzte zu Lesende gewesen wäre – also zeitlich gesehen. So bleibt man eher in der Ungewissheit, ob das Lyrische Ich auf dem Boden bleibt.

- 9 Punkte –


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sEweil


Weder in Sprache, Form noch Inhalt kann mich dein Gedicht überzeugen.
Das Thema ist klischeebehaftet, platt, vorhersehbar.
Sprachlich bietest du nichts, außer einer kleinen hübschen Geschichte, die uns sogar noch mit Weisheiten belehren will (S3V6/7) und die Anspielung auf die ewig leidige Frage: „Warum ich?“, in S3.
Die Jamben hältst du beinahe konstant durch, wodurch sich es sich flüssig bis zum Ende liest und auch deinem Reimschema bleibst du treu und bringst damit Struktur in dein Werk, das den roten Faden ohne holpern und brechen hindurch ziehen lässt.
Wo die erste Strophe noch viel verspricht und durchaus eine tolle Idee innehat, verspielst du deinen Einstieg mit den darauf folgenden Strophen, die nichts mehr von der ersten bieten. Es strotzt voller umgangssprachlicher Floskeln und wirkt, so hart es sich anhört, wie Gewäsch.
Die Oberflächlichkeit des LyrIchs über diese Art und Weise darzustellen, sollte das überhaupt deine Absicht gewesen sein, ist ein Griff in den Ofen.

- 1,7 Punkte –


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Wilhelm Pfusch


Multiple Choice – Ein Mann im besten Alter verliert an Möglichkeiten und gewinnt an Weisheit.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 10/10 ]

Formal ist nichts auszusetzen. Tolle Enjambements, interessantes Reimschema, mehr kann ich nicht sagen.

Sprache: [ 32/35 ]

Dieses Gedicht setzt sich im Stil deutlich ab. Es fließt leicht und locker dahin und doch steht viel dahinter. Das gefällt mir. Auch ein bisschen Nonsens, ein paar Beiläufigkeiten sind nicht nur der Atmosphäre zuträglich sondern erzeugen im Wechsel mit den Gedanken des Protagonisten ein faszinierendes Flair. Wie aus dem Leben gegriffen und doch poetisch.
Sprachlich wunderbar umgesetzt, schöne Formulierungen und Wortwahl. Der Titel unterstreicht den modernen Stil.

Inhalt: [ 26/35 ]

Dieser Mann war in gewisser Hinsicht frei, er stand oben auf der Karriereleiter, genoss Annehmlichkeiten, Reisen und Frauen. Und dann erwischt es ihn, das Schicksal schlägt zu und trifft hart. Doch er verkraftet es erstaunlich gut und wird weiser, trifft sogar eine Frau die ihm ebenbürtig ist.
Hier haben wir den Bezug zum Zitat: Vielleicht war diese Freiheit, die er genoss und nach der so viele streben nur Täuschung.

Harmonie: [ 10/10 ]

Stil, Form, Aussage, alles passt.

Thema: [ 10/10 ]

Der Bezug auf das Thema ist eindeutig. Das Thema ist kreativ umgesetzt.


- 8.8 - Punkte







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#13

2. Lyrik-Wettbewerb des Tümpels 2006

in Wettbewerbe 12.05.2006 01:07
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Kritiken zum Gedicht „ Neuronales Rauschen“ (Don Carvalho)


Arno Boldt:


Die Gezwungenheit des Anfangs und der Mitte (Strophe 1+2+3) mündet in den Wunsch nach Freiheit – hier zuerst nach geistiger Freiheit, die auch als Vorbedingung für die körperliche Freiheit gesehen wird. (Und diese Freiheit wird mit Täuschung erreicht; mit einer Veränderung der Realität.) Was mir persönlich zusagt, sind Wörter wie „Synapsenrahmenplan“, die einen größeren Blickwinkel erlauben. Hier wechseln jambische mit trochäischen Zeilen in den ersten drei Strophen, während in der vierten teilweise auch Daktylen verwandt worden sind. Damit könnte die beginnende Freiheit angedeutet werden – beginnend, weil das Metrum dort nicht durchgängig so vorliegt. Um noch mal auf den Inhalt zurück zu kommen: Strophe 1 und 2 sind vom Inhalt her fast identisch. Da wird leider keine Geschichte weitergesponnen. Natürlich könnte man das als ewige Wiederkehr der äußeren Einflüsse auf das Lyrische Ich deuten. Aber selbst man das so macht, fehlt etwas, da im weiteren Verlauf (Strophe 3) nichts wesentliches dazu kommt. Das, was allerdings in Strophe 3 anders ist, ist eben der Hinweis auf Strophe 4. Dass eine geistige Enge vorherrscht, wurde ja schon an und für sich in Strophe 1 und 2 angesprochen. In der vierten kommt dann, wie gesagt, der Wunsch zum Vorschein – während zuvor nur Information geliefert wird. Wenn man gutmütig ist, kann man aus diesen Informationen einen sarkastischen Unterton rauslesen. (Der Kreuzreim wäre hier auch noch ein Indiz dafür.) Das Lyrische Ich ist sich seiner Situation aber auf jeden Fall bewusst. Sprachlich ist es dem Thema der geistigen Züchtigung – und somit auch der sprachlichen Züchtigung – angemessen, formal geht es mit dem Inhalt einher; aber eben dieser Inhalt ist mir dann doch ein bisschen zu wenig.

- 7 Punkte –


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sEweil


Schon im Vorfeld muss ich sagen, dass ich damit nicht viel anfangen konnte.
Tagelang saß ich davor und grübelte. Eindeutig kann ich immer noch nicht sagen, was ich davon halten soll.
S1V1-2 sind widersprüchlich, zum weiteren Inhalt. So sprichst du davon, dass wir nicht tun, was wir wollen, aber dann davon, dass wir wollen, was wir tun. Im weiteren Sinne könnte man daraus schließen, worauf S2 und S3 sich beziehen – aber das Widersprüchliche in S1V2 ist, dass etwas was wir wollen und tun nicht unglücklich machen kann, nicht wie ich es verstehe – doch prangert das LyrIch aus einer Unzufriedenheit heraus an.
S1V4 ist dann verfrüht und passt nur, wenn man um die Ecke denkt. Das Handeln immun? Wogegen? Immun gegen das eigene Wollen – ja, ok.
S2 ist klar verständlich, Sprachlich gut klingend und schön gemalt.
S3 fällt dann schon wieder heraus. V1-2 klingen sehr trivial.
V3-4: aufgebracht – statt der Seelenruhe zu dienen – dem Synapsenrahmenplan.
Sprachlich spricht mich dein Synapsenrahmenplan schon an, aber anfangen kann ich damit wenig, da mir die Seelenruhe im Weg ist. Aufgebracht – statt Ruhe zu finden macht man weiter wie zuvor.
Dann folgt schon S4: Hier muss ich kapitulieren.
V4 verstehe ich nicht. Ich kann mir nach mehreren Tagen einfach nicht vorstellen, was Scheinnarkotika des Geistes sein sollen, soviel ich auch noch drüber nachdenke, es erschließt sich mir nicht.
Reissackfallera klingt für mich wie Reimretter der Narkotika und unpassend.

Metrisch hakt es an einigen Stellen, so wie in S1 und S3 und auch S4 „lasst“.
So gesehen konnte mich das Gedicht nicht überzeugen.
Eine Entschuldigung an den Dichter, dass ich wohl zu beschränkt dafür bin.

- 3,6 Punkte -


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Wilhelm Pfusch


Neuronales Rauschen – Der freie Wille ist eine Täuschung, doch am Ende hat auch der Dichter sich an der Freiheit getäuscht und gibt es auf Umwegen zu.

Zur Ermittlung der Endnote werden alle Punktzahlen addiert, durch 10 geteilt und auf eine Stelle nach dem Komma gerundet. Insgesamt sind bis zu 100 Punkte möglich.


Form: [ 08/10 ]

Die ersten drei Strophen zeichnen die Abwechslung von Jambus und Trochäus, Kreuzreime und wechselnde Kadenzen aus. Die letzte Strophe begeht formal und inhaltlich einen Bruch und wendet sich an die Leser. Durch den Metrenwechsel ist die Betonung nicht immer klar, aber das liegt auch an der Lesart. Strophe 5 fällt auch metrisch aus dem Rahmen.

Sprache: [ 30/35 ]

Es wird nicht an Fremdwörtern gespart. Andererseits stehen diesen Elisionen und einfache Formulierungen entgegen. Ich vermute hier Absicht, da man die unerwartete Conclusio nach den eher ernsten Ausführungen zuvor nicht erwarten konnte. Die Sprache unterstreicht hier diesen Gegensatz. So manche Formulierung wirkt in diesem engen Korsett gestelzt: Strophe 1 Vers 3, Strophe 3 Vers 2 z.B.
Andererseits wiegt z.B. Strophe 2 dieses Manko durch geistreiche Formulierung wieder auf.
Strophe 4 lässt mich gemischten Gefühlen zurück, so wirft die sinnvoll-sinnlose Wortschöpfung „Reissackfallera“ mit den folgenden Versen alles zuvor Gesagte um und lässt die Erwartung an eine Schlussfolgerung ins Leere laufen. Das dürfte nicht jedermanns Geschmack folgen. Ich fand die Überraschung aber gelungen, und wo steht dass Philosophie langweilig sein muss?

Inhalt: [ 26/35 ]

Am Ende sagt uns der Dichter doch nur schmunzelnd, dass es auf die Frage nach dem freien Willen keine Antwort gibt. In 3 Strophen versuchte er uns von der Unfreiheit des Willens zu überzeugen. Dann verzettelt es sich selbst (Strophe 4 Vers 2) und bietet einen Ausweg in die Flasche.
Am Ende hat auch der Dichter sich an der Freiheit getäuscht und gibt es auf Umwegen zu.
Keine Überlyrik, aber witzig im Sinne von „geistvoll.“ Mir gefällt diese Art, sich dem Thema zu nähern, da sie dem Leser eine Pointe bietet und so effektvoller und eindringlicher ist als verstiegenere Dichtung.

Harmonie: [ 10/10 ]

Der Dichter karikiert die vielen Fremdwörter, die letzte Strophe bricht sinnvoll aus.

Thema: [ 10//10 ]

Das Thema ist kreativ umgesetzt, der Bezug eindeutig.


- 8.4 Punkte -









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