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#1

Melodie

in Natur 18.03.2006 16:41
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Edit: Das Gedicht wurde überarbeitet, die zweite Version findet sich weiter unten

Ich bin Wasser, Er ist Wind,
Kräuseln, Spielen, wie ein Kind.
Ferne Kindheitsmelodie,
Ihr entflohen, nun flieht sie.

In das ferne Himmelmeer
Steigt sie auf, ich bin zu schwer,
In Verzweiflung, ohne Wahl
Greift ein naher Sonnenstrahl.

Nach dem Tropfen, der ich bin,
Zieht mich hoch und hält mich hin,
Doch der Wind zog schon ins Land,
Hinter ihm ein Wolkenband.

Greift die kleine Träne auf,
Trägt Sie fern der Küsten Lauf,
Bringt Sie dem Gebirge dar,
Wo der Wind am Kreisen war.

Und der Stein von Schwere spricht,
Bis Sie aus den Wolken bricht,
Schwerelos zum Boden flieht,
Über sich den Himmel sieht.

Und zuletzt von Winden träumt,
Bis Sie wieder Nass umsäumt,
Bis Sie durch die Wogen rauscht
Und mit ihnen Träume tauscht.

Als das Meer Sie wieder nimmt
Und Sie mit den Wellen schwimmt,
Tanzend auf die Kronen zeigt,
Bis der Sturmwind sich verneigt.

Und im Donnertosen schweigt,
Als Sie auf die Kronen steigt,
Sich erinnert, sich vergisst,
Und Ihn zeitverloren küsst.


Sie ist Wasser, ich bin Wind,
Säuselnd, fühlend und doch blind
Suchte ich nach der Magie,
Ihr verfallen, nun fällt sie.

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#2

Melodie

in Natur 20.03.2006 10:35
von Fabian Probst (gelöscht)
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Sehr schöne und leichte Reime, die das Spiel von Wasser und Wind plastisch rüber bringen.

Was ziemlich schwer ist, ist der Perspektivwechsel, den man scheinbar ständig bekommt. Daurch wird es wiederum schwere Kost, was das verstehen angeht.

Welche Träne ist z.B. gemeint? Es kann nicht der Tropfen sein, denn der spricht ja, und er würde sich sicher nicht "die Träne" nennen. Oder ist das auch wieder ein Perspektivwechsel?

Insgesamt finde ich die Bilder als solche sehr gelungen, besonders durch die spielerische Leichtigkeit. Auch die Wende am Ende finde ich gut. Nicht nur das Wasser hat diese Sehnsüchte, auch der Wind.

Hat mir gut gefallen, obwohl es schwieig war, immer zu überblicken, wer nun gemeint war.

lg,Fabian


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#3

Melodie

in Natur 20.03.2006 19:30
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Ja, ich glaube das muss ich nochmal überarbeiten. Der Perspektivwechsel war rein technisch bedingt, Tropfen und Träne sind dasselbe.
Ich dachte das würde schon irgendwie gehen, aber dein Kommentar macht mir klar dass ein Wechsel der Person mitten im Gedicht eine zu heikle Sache ist.

Danke für deinen Kommentar

Grüßle,

Willi

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#4

Melodie

in Natur 21.03.2006 15:50
von Maya (gelöscht)
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Ein zauberhaftes Gedicht .
Tropfen und Träne habe ich schon als identisch verstanden, was ich aber nicht begreife ist, warum in der Anfangszeile „Er“ und nicht „Sie“ steht?
Mir gefällt, wie sich Kindheit und Ich immer wieder verpassen und wie die Leichtigkeit der Kindheitstage in der zweiten Strophe umgesetzt ist.

LG, yamaha

edit: Der Groschen ist soeben gefallen, hast Du's gehört?

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#5

Melodie

in Natur 21.03.2006 20:37
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
*Pling*

Trotzdem zurück an die Blaupause

Vielen Dank für deinen Kommentar!

Grüße,

Willi

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#6

Melodie

in Natur 21.03.2006 22:23
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Hier die zweite Version:


Melodie

Sie ist Wasser, Er ist Wind:
Kräuselnd, spielend, wie ein Kind.
Ferne Kindheitsmelodie,
Ihr entflohen, nun flieht sie.


In das ferne Himmelmeer
Stieg Er auf, Sie ist zu schwer,
In Verzweiflung, ohne Wahl
Greift ein warmer Sonnenstrahl.

Nach der Träne, die Sie liess,
Als Sie aller Klang verstieß,
Denn der Wind zog schon ins Land,
Hinter Ihm ein Wolkenband.

Greift die kleine Träne auf,
Trägt Sie fern der Küsten Lauf,
Bringt Sie dem Gebirge dar,
Wo der Wind am Kreisen war.

Und der Stein von Schwere spricht,
Bis Sie aus den Wolken bricht,
Schwerelos zu Boden flieht,
Über Sich den Himmel sieht.

Und zuletzt vom Fliegen träumt,
Bis Sie wieder Nass umsäumt,
Bis Sie durch die Fluten rauscht
Und mit ihnen Träume tauscht.

Als das Meer Sie wieder nimmt
Und Sie mit den Wellen schwimmt,
Tanzend auf die Wogen zeigt,
Bis der Sturmwind sich verneigt.

Und im Donnertosen schweigt,
Als Sie auf die Kronen steigt,
Sich erinnert, Sich vergisst,
Und Ihn zeitverloren küsst.


Sie ist Wasser, Er ist Wind:
Säuselnd, fühlend und doch blind
Suchte Er nach der Magie,
Ihr verfallen, nun fällt sie.

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