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#1

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.02.2006 21:01
von kein Name angegeben • ( Gast )
Mein Feind

Der Mensch ist ein Tier, ohne nennenswerte natürliche Feinde, abgesehen vielleicht von seiner eigenen Art. Jedoch gibt es noch einen Anderen. Er arbeitet viel subtiler und unauffälliger. Er befindet sich in jedem Haushalt, er ist überall und nicht aufzuhalten. Jeden Tag muss ich an ihm vorbei und kämpfe jeden Tag den gleichen harten Kampf. Und ich kann nicht gewinnen. Er ist allmächtig und viel stärker als ich. Auch wenn ich mich mit anderen Opfern zusammenschließe haben wir nur eine kleine Chance. Kurzzeitig können wir standhalten, doch einer wird immer schwach und dann zieht er die ganze Gruppe hinunter. Das Problem an der Sache ist, dass wir den Feind trotz allem brauchen. Wir brauchen ihn zum überleben. Er gibt Leben und er zerstört Leben. Was soll ich machen? Es gibt keine Lösung für mich, ich bin auf mich alleine gestellt. Abends höre ich ihn rufen, denn er ist wie eine Sirene. Diesem verlockenden Ruf kann keiner entgehen, so süß und doch gefährlich. Er ruft mich und will, dass ich zu ihm gehe. Was soll ich machen? Soll ich dem Ruf folgen und wieder nachgeben oder soll ich mich irgendwo fest ketten und hoffen, dass er bald von mir ablässt. Ich bin zu schwach, ich gehe zu ihm und ergebe mich. Er hat mal wieder gewonnen. Ich hole mir etwas zu essen, für eine kurze Zeit bin ich glücklich und vergesse alle Sorgen. Doch nur kurz und mir wird klar, dass der Kühlschrank wieder gewonnen hat.

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#2

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 21.02.2006 21:15
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Atalante

Zuerst, dachte ich tatsächlich, dass es sich um einen Menschen handelt (so wie du es beabsichtigt hast). Das Ende habe ich nicht erwartet. Nur ist mir die Geschichte etwas zu kurz geraten. Du hättest aus diesem Thema sicher etwas mehr herausholen können. Zum Beispiel die Figur und die Angst und dergleichen besser und ausführlicher beschreiben. So ist es nur ein Tagebucheintrag, der zwar eine treffende Pointe hat, die aber so nicht richtig zur Geltung kommt, weil du in der Geschichte keine Spannung aufbaust (weil, zu kurz).
Es wäre sicher interessant, wenn du dir für diese Geschichte ein wenig mehr Zeit nehmen und dir ein Grundgerüst machen würdest. Was willst du beschreiben, wie genau willst du beschreiben, usw.

LG Gem

welcome to the tümple

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#3

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.02.2006 15:07
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ja ich weiß, das ist bitter. Ich ärgere mich auch jedesmal, wenn ich einen "Nullposter" habe. Wir sind nicht so viele weißt du und müssen auch dann und wann arbeiten. Aber ich schreibe dir sofort unter dein Gedicht, dass es Scheiße ist. Siehst du, so bin ich zu dir.

Nein, ohne Spass.

Schreiben lernt man durch Schreiben. Man kann nicht von einem Gedicht ausgehen. Es ist ein Lernprozess. Warte noch ein wenig. Es wird dir sicher jemand eine Kritik schreiben.
Und bis dahin, schreib die Kühlschrankgeschichte.

LG Gem

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#4

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.03.2006 15:24
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Da wurde doch was gelöscht? Oder spricht Gem jetzt nicht nur mit sich selbst, sondern auch noch imaginären Usern? Seltsam...

Hi Atalante,

die Grundidee ist witzig, auch wenn ich gestehen muss, dass mein Kühlschrank nicht mein Feind, sondern mein Freund ist, der mir schon viele schöne Stunden beschert hat. Insofern ist die Idee unerwartet, die Aussage missfällt mir aber doch, denn ich lese hier den Kampf eines bulemischen Protagonisten heraus, wofür mir die Geschichte aber wiederum zur locker mit dem Thema umgeht. Vielleicht geht es aber auch nur um Fress- ohne Brechsucht.

Sprachlich ist es mir auch nicht überall ganz klar, wo die Reise hingeht. Welche Gruppe von Opfern will den standhalten? Dem obigen Gedankengang folgend, kann damit eigentlich nur eine Therapie- oder Selbsthilfegruppe gemeint sein, die sich bemüht, normal zu essen. Will man das düster sehen, geht es um eine ProAna-Gruppe, die sich motiviert, eben gar nicht zu essen...

Ich glaube, was mich an der Geschichte stört, ist, dass man nicht genau weiß, welcher Kampf genau ausgefochten wird. Geht es ganz harmlos um jemanden, der etwas zugenommen hat und abnehmen möchte? Dafür sind mir viele Formulierungen zu drastisch. Oder geht es um eine essgestörte Person, die den Kühlschrank in den Situationen meiden möchte, die zur jeweiligen Essstörung führen, oder die den Kühlschrank meidet, was genau das Symptom der Krankheit ist... ich weiß also nicht, ob ich dem Protagonisten die Daumen drücken soll im Kampf gegen den Kühlschrank oder nicht.

Ich korrigiere meinen ersten Eindruck, die Idee ist doch nicht witzig. Insgesamt ein ziemlich deprimierender Text, der mir sprachlich aber nicht so sehr zusagt, da tatsächlich keine Spannung aufgebaut wird, so dass es wie ein Tagebucheintrag wirkt.

Don

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#5

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.03.2006 16:43
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Unter meinem Gedicht habe ich noch Spaß gemacht und jetzt ist der Fall tatsächlich eingetreten.
Ich bin offensichtlich schizophren!
Aber ich hätte schwören können, dass hier etwas gestanden hat.

Ich geh zu Bett (ja mach das...)

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#6

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.03.2006 16:57
von kein Name angegeben • ( Gast )
Danke für dein Kommentar.
Also ich würde nicht sagen, dass es wie ein Tagebucheintrag ist. Ich weiß nicht ob du Tagebuch schreibst,aber so schreibt man da nicht hinein.
Ich würde das eher als so einen "Stream of Consciousness" beschreiben. Die Gedanken der Protagonistin,mehr nicht.
Ich weiß nicht wie du auf Bulimie oder sonstiges kommst. Ich schreibe nichts von Magersucht, nichts von einer Fressatacke und auch nichts von kotzen. Die Protagonistin hat keine Essstörung sie ist ganz normal. Das ist ja der Punkt an der ganzen Sache. Dies stellt eine normale Frau und eine normale Sitution in der heutigen zeit dar. Jede Frau, wenn sie sich es eingesteht , und auf ihr Äußeres viel Wert legt, ficht diesen Kampf auch.
Ich nehme mir bestimmt nicht raus über so ein prekäres Thema wie Esstörung einen kurze Geschichte zu schreiben.

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#7

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.03.2006 17:05
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Atalante (Hier oben steht ein Beitrag. Ich bin ganz sicher!)

Ich lese aus deinem Text ebenfalls eine Essstörung heraus. Da sind Worte wie Gruppe, Kampf und so weiter, die mir dieses Bild sugerieren.
Klar ist es in der heutigen Zeit ein Zwang schlank zu sein, aber deine Ausdrucksweise finde ich für das Bild einer Durchschnittsfrau doch etwas übertrieben.

LG Gem

Ps.: Die Kritik soll deine Arbeit ja nicht mindern. Vielmehr soll sie dir helfen in Zukunft auf ein paar Dinge besser aufzupassen, die du vielleicht selbst nicht bemerkt hast. Fühle dich also nicht gleich persönlich angegriffen.

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#8

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2006 00:53
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte

Zitat:

Atalante schrieb am 04.03.2006 16:57 Uhr:
Ich nehme mir bestimmt nicht raus über so ein prekäres Thema wie Esstörung einen kurze Geschichte zu schreiben.



Warum nicht? Sicherlich nicht einfach, dass Thema in einer kurzen Geschichte vernünftig zu verpacken, aber unmöglich ist es sicher nicht.

Natürlich hast Du keine Essstörung explizit genannt, mir kam aber - und das sah Gemini offensichtlich ähnlich - die Wortwahl einfach zu drastisch vor für die Probleme einer Durchschnittsfrau mit ihrer Ernährung: der Kühlschrank als Feind; der Zusammenschluss der Opfer, die gemeinsam kämpfen, von denen dann aber doch jemand schwach wird; glücklich werden durchs Essen und das sofortige schlechte Gewissen; der Kühlschrank als Zerstörer des Lebens...all diese Formulierungen und Inhalte finde ich für "normale" Probleme dann doch etwas heftig.

Tagebuch schreibe ich übrigens nicht. Ich habe es als Teen mal versucht, das Gejammer ging mir aber dann irgendwann auf den Zeiger . Für einen Stream of Consciousness ist mir das dann aber doch letztlich zu abgehoben, zumindest der Beginn der Geschichte mit seinem Ausführungen zu den Feinden der Menschheit. Aber mir wird denoch etwas klarer, wie Du diesen Text gemeint hast, finde aber, dass Deine Zeilen ein wenig zwischen den Stühlen sitzen.

Übrigens war meine Kritik auch kein Angriff auf Dich (nur weil Gem es ansprach), das war Dir aber vermutlich (hoffentlich) eh klar...

Grüße,

Don

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#9

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2006 09:23
von Joame Plebis | 3.475 Beiträge | 3363 Punkte
Interessanter Gedanke. Ich wünschte alle meine Feinde wären so harmlos wie der Kühlschrank.

Gruß Joame

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#10

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2006 11:30
von kein Name angegeben • ( Gast )
Ich bin nicht persönlich angegriffen. Ihr habt eure Meinung und ich meine.

Ich habe keine Essstörung dargestellt. Ich habe nichts davon erwähnt und nichts lässt auf so etwas schließen. Woher wollt ihr wissen, dass die normale Frau heutzutage nicht so einen schweren Kampf führt?
Seid ihr Frauen? Nein!
Geht mal auf ein Abnehmforum zB., da findet ihr ganz oft keine Dicken sondern Dünne, die sich zu dick fühlen. In unserer Zeit wird man über sein Äußeres nun mal fast immer definiert und deshalb is das ein Kampf mit dem Kühlschrank!

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#11

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2006 12:13
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Gut, da du mich mit so schlagenden Argumenten, wie dem, dass ich keine Frau bin und deswegen unfähig diese für mich exotischen fremden Wesen auch nur ansatzweise zu verstehen, überzeugt hast, komme ich zu dem Schluss, dass ich schlichtweg zu unwissend bin diese Geschichte entsprechend zu deuten.

LG Gem

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#12

Der Feind

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 05.03.2006 18:56
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte

Zitat:

Atalante schrieb am 05.03.2006 11:30 Uhr:
Seid ihr Frauen? Nein!



Das ist natürlich ein Totschlagargument, zudem ein Unsinniges. Es geht doch einfach darum, wie der Text auf Leser wirkt - und offensichtlich haben die zwei Leser, die sich dazu geäußert haben, den Text anders aufgefasst als Du ihn gemeint hast. Das ist auch gar nicht so selten, dass in Geschichten oder Gedichte andere Sachen hineininterpretiert werden, als der Autor intendiert hat, ich für meinen Teil freue mich, wenn mir auch ganz andere, für mich überraschende Interpretationen dargeboten werden. Ich gehe davon aus, dass Du Deine Geschichte nicht für eine ausschließlich weibliche Zielgruppe gedacht hast.


Zitat:

Atalante schrieb am 05.03.2006 11:30 Uhr:
Geht mal auf ein Abnehmforum zB., da findet ihr ganz oft keine Dicken sondern Dünne, die sich zu dick fühlen.


Mal ehrlich: Dünne Frauen, die sich zu dick fühlen und sich deshalb in Abnehmforen herumtreiben sind doch nun offensichtlich ein gutes Beispiel für eine gestörte Eigenwahrnehmung, die wohl den meisten Essstörungen zugrunde liegt. Wieso dieser Hinweis nun gerade dafür sprechen sollte, dass man in dem Text eine normale Person mit den gesellschaftlich üblichen Schlankheitsidealen herauslesen muss, ist mir nicht ersichtlich...

Grüße,

Don

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