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#1

A la Carte

in Humor und Fröhliches 03.12.2005 00:48
von Peter Graedel (gelöscht)
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Im Land des Lächelns isst man gerne,
gut im Hotel der fünf Sterne.
Wobei das Frühstück a la Carte,
allerlei Verdruss erspart:

Herr Ober, bitte:
Zwei Pelleier.
Eins geplatzt in der Mitte,
hart, mit Schaumschleier.
Das andere soll so fliessend laufen,
dass man könnt ein Kindlein taufen.

Die Tranchen Speck;
verbrutzelt bis halb verkohlt,
zu welchem Zweck,
kalt abgestanden gut erholt.

Beide Scheiben Toast,
zerbröckeln getrost,
durch Berührung mit dem Messer,
wohl zum Gusto vom Krümel-Esser.

Die Butter, bitte, direkt aus dem Tiefkühlfach.
Unstreichbar - weder mit Ach noch Krach.
Doch wozu auch streichen?
Krümel darauf erweichen.

Ein Glas frisch gepresster Orangensaft,
frisch aus der Sirupflasche angeschafft.
Mit heissem Wasser aufgefrischt.
Dazu Eiswürfel, dass es zischt.

Ein kaltes Kännchen dünner Kaffee,
der ebenso köstlich schmeckt wie Tee.
Koffein hin - Teein her.
A la Carte mundet sehr.

Mein Herr, eine Order derart arriviert,
ist äusserst schwierig und kompliziert!

Wieso? - das bekam ich doch gestern serviert.

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#2

A la Carte

in Humor und Fröhliches 03.12.2005 11:17
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Hallo Peter,

ein Frühstück, wie man es wohl nicht nur im Land des Lächelns vorgesetzt bekommt. Wobei ja auch irgendwie jedes Hotel selbst ein kleines Land des Lächelns ist (oder sein sollte)... Dein Gedicht hat etwas von einem Witz in einer Illustrierten, aber von einem derjenigen, über die man schmunzeln kann - und das habe ich auch getan [11] .

Was ich ein wenig schade finde, ist die doch sehr wilde formale Gestaltung. Mich stört noch nicht einmal so sehr der ständige Wechsel von Paar- und Kreuzreimen, seltsamerweise auch nicht die unterschiedliche Länge der Zeilen. Sicher würde mir Dein Früstück besser schmecken, wenn auch diesbezüglich ein wenig mehr Ordnung drin wäre, da Deine Zeilen aber etwas Erzählendes haben, gehe ich für meine Verhältnisse erstaunlich entspannt darüber hinweg. [1]

Störend empfinde ich allerdings, dass sich nicht einmal betonte und unbetonte Silben abwechseln oder die Betonungsregeln zumindest aber sehr gedehnt werden. Wenn auch sonst schon keine Formalien konsequent verwendet wurden, wäre dies einem unbeschwerten, leichten lesen Deiner Zeilen in meinen Augen sehr entgegengekommen. Gleich zu hast Du mich bspw. ausgebremst:
Während sich die erste Zeile noch beschwingt lesen lässt:
[i]Im [u]Land[/u] des [u]Lä[/u]chelns [u]isst[/u] man [u]ger[/u]ne, [/i]
xXxXxXxXx
komme ich bereist in der zweiten ins Schleudern, da ich - wie die erste - zunächst unbetont begann:
[i]gut [u]im[/u] Ho[u]tel[/u] der [u]fünf[/u] Ster[u]ne[/u]. [/i]
xXxXxXxX - Mist, funzt nicht. Also beginnt diese zeile wohl betont:
[i][u]gut[/u] im [u]Ho[/u]tel [u]der[/u] fünf [u]Ster[/u]ne.[/i]
XxXxXxXx
So ginge es, allerdings muss ich Hotel auf der ersten Silbe betonen, was mir aufstößt.

Solche Stellen gibt es leider viele. Wie gesagt nicht wirklich schlimm, aber sie bremsen mich aus und lenken vom Text ab. Und das ist schade, da Du dort mit viel Detailliebe all die kleinen und großen Frühstückskatastrophen aufzählst, die einem so widerfahren können. Das ist wirklich gelungen, auch wenn Du Brötchen vergessen hast, die man zu einer Kugel von 3 cm Durchmesser zusammendrücken kann und die sich anschließend im Zeitlupentempo wieder zu alter Größe aufplustern, ohne Anzeichen dieser Misshandlung zu zeigen...

Ich habes gern und mit einem Lächeln gelesen. Vielleicht gehst Du ja auch noch mal drüber und bügelst die formalen Unebenheiten aus, dann gefiele es mir noch besser.

Ach ja, vielleicht solltest Du über die Verwednung von Anführungszeichen nachdenken, um deutlicher zu kennzeichnen, dass hier ein Dialog stattfindet. Wobei man auch so problemlos erkennt, was der Gast und was der Hotelangestellte sagt.

Don [13]

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#3

A la Carte

in Humor und Fröhliches 04.12.2005 06:47
von Peter Graedel (gelöscht)
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Hallo Don,

Der beste Kritikus von allen,
(Man kann nicht genug überteiben)
meldet sein' Halbwohlgefallen.
(Man kann nicht genug untertreiben.

Dem verwilderten Chaoten,
(Dann geniesse doch das was dir gefällt)
haut er die Regeln auf die Pfoten.
(Umsonst gibt's selten was auf dieser Welt)

Er möcht, der Wildesel würd' als zahmer,
(Der Esel soll im Schweiss sich schinden)
per Karotte mutieren zum Lippuzaner.
(damit Reiter mehr Plaisierchen finden)

Doch der verharrt bei seinem Mist.
(Wer hier mutiert ist der Philister)
Störrischer Esel, der er nun mal ist.
(zum versuchten Pferdeflüst'rer)

Vergnügt suhlt er sich im Tümpel,
(Was aber sucht ein Philister im Tümpel?)
inmitten von köstlichem Gerümpel.
(Etwa Gläubige für seinen Tempel?)

Wie Du siehst bin ich voll von dir inspieriert. Wenn auch in einem etwas anderen Sinn. Doch, Ernst beiseite, Du hast natuerlich Recht mit deinen Einwaenden. Da eine Besserung jedoch mit Muehesaufwand verbunden waere, verzichte ich gerne darauf. Auch halte ich den Beitrag fuer zu banal um nachbearbeitet zu werden.

Sollten sich weitere Leser die Zunge brechen komme ich fuer die Kosten auf. Gegen Vorlage des Roentgenbildes das einen klaren Bruch der Zungenknochen/Knoechel beweist. Diese Einstellung kann auch eine humane sein, wenn bedacht wird, welcher Segen fuer wieviele Mitmenschen eine befristete Ruhestellung einer Zunge bedeuten kann.

Gruss
Peter

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#4

A la Carte

in Humor und Fröhliches 06.12.2005 01:25
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
Oh, ich kann selbst mit gebrochener Zunge noch nerven ! Die Rechnung bekommst Du aber natürlich trotzdem (wenn ich das mit dem Röntgenbild hinbekomme)...


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#5

A la Carte

in Humor und Fröhliches 15.12.2005 14:29
von Peter Graedel (gelöscht)
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Hallo Don,

Deine Zungengewandtheit scheint mir doch sehr bemerkenswert, wenn nicht gar erschreckend. Ein Umstand, dem höchstens durch unfaire Einflussnahme auf den Eingipser dahingehend beeinflusst werden könnte, dass der Gips so satt sitzt und aus Don Carvalho ein donnender Kravallo würde.

Auch befürchte ich, dass dir, sollte auch nur ein geringer Zusammmenhang zwischen Zungenfertigkeit und Denkvermögen bestehen, ebenfalls eine Lösung zur Röntgenaufnahme einfallen würde.

Deshalb scheint es mir zur Risikobeschränkung recht und vor allem billigher mich mit weiteren Beiträgen wenigstens solange zu mässigen bis die Stolpersteine weggeräumt sind. Was voraussichtlich im nächsten Leben der Fall sein könnte, gute Führung vorausgesetzt. (Was wiederum ein anderes Problem aufwirft.)

Gruss
Peter

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