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#1

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 29.11.2005 13:42
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Sternengelb

Raum zu klein für Schrift
Hirn zu eng für Sinn
Mann zu tot für Gift
Bart zu lang für’s Kinn

Nacht verdammt das Licht
Zacken und Kristall
Und ich seh dich nicht
Sterne überall

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#2

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 29.11.2005 18:29
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hallo Vel,

wie hat Don mich so nett belehrt: „Einfach schreiben was dir an dem Gedicht gefällt und was nicht und fertig ist eine Kritik.“ Besonders gefällt mir das „Strenengelb“, es hat so was lieb-und lebhaftes, ganz im Gegensatz zu dem Zeilen darunter. Diese wirken traurig/müde...hoffentlich beschreiben diese nicht den momentanen Gemütszustand des Verfassers. Ansonsten eine kleine Aufmunterung „von mir“ (meine Königsdisziplin):

„Alles, was mir auf der Welt an Traurigem begegnet ist,
hat sich zum Guten gewendet.“
Giacomo Girolamo Casanova Chevalier de Seingalt, wie er sich selber adelte, (1725 - 1798), italienischer Abenteurer und Schriftsteller

Liebe Grüße
A.C.

P.S. Du bist ein Künstler!...Ach, und „Conclusio“ gefällt mir sehr, sehr gut. Vor allem die letzten zwei Zeilen im letzen Vers.

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#3

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 29.11.2005 20:15
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Hallo Ane.

Vielen Dank für deinen Kommentar.


Zitat:

allmählich fällt mir auf wie häufig du „Sexualität“ in vielen deiner Gedichte beschreibst. Das aber nur so nebenbei!



Das macht mich jetzt wirklich ziemlich nachdenklich....

Und die Aufmunterung ist wirklich nett gemeint, sie kommt aber dem Gedicht nach einige Jahre zu spät .

Danke dennoch, für's Lesen ,

Vel


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#4

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 29.11.2005 21:37
von kein Name angegeben • ( Gast )
Señor Velazques,

Ihr Gedicht rührt mich, nach etlicher Recherche, zu Tränen! Es ist mir gänzlich unbeschreiblich wie man so etwas schreckliches mit/in Worten beschreiben kann.
Mehr als traurig ist das ganze Werk, aber spätestens ab hier,

„Mann zu tot für Gift
Bart zu lang für’s Kinn

Nacht verdammt das Licht
Zacken und Kristall
Und ich seh dich nicht
Sterne überall“

habe ich zu schlucken... Señor, mein größtes Kompliment.


Herzlichst

A.C.

P.S. Zugegeben, ein kleines Vöglein hat mir etwas gezwitschert, nur dadurch war es mir möglich überhaupt die Tiefe zu erleben. „Danke, dem Vöglein!“

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#5

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 09.12.2005 13:37
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Hi Vel,
zuerst zum Sternenlicht das ist zwar gut gemeint aber gelb? Sternenlicht ist blauweiss da passen die Zacken und der Kristall rein.
So nun ernsthaft. Leider bist Du von Deinem, bei mir so geschätztem, Reimschema, das so elegant, so perfekt so rund ist , abgewichen.
Die Tiefe Deiner Zeilen haben dadurch jedoch keineswegs gelitten
Es geht bruchstückhaft, impressiv, hier zu, ich vermute eine Verwirrung, ein Leiden, ein Liebesleiden? Schön!
Danke, gern gelesen, Dein Fan,
Knud

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#6

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 14.12.2005 17:09
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Hi Knud!

Danke erstmal für's Lesen.

Der Stil sollte tatsächlich Programm sein bei diesem Werk.
Du hast das schon richtig erspürt .

Meine Sternenbilder meinen zudem nicht die himmlischen, blauen.
Vielleicht findest du's ja noch raus, die Schritte dazu seien dir zackig vorgegeben...


LG, Vel

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#7

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 14.12.2005 17:43
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ja, senior. Es ist wirklich ein sehr gutes Gedicht.

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#8

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 14.12.2005 17:54
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
dachte ich mir fast
Gruss
Knud

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#9

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 14.12.2005 23:23
von levampyre (gelöscht)
avatar
hi velazquez,

ich erinnere mich, vor nicht allzu langer zeit ein gedicht von dir gelesen zu haben, das mir so sanft wie sahne über die zunge lief und dass direkt in mich hineinsprang, mich bewegte, schon bevor ich es verstand, allein der sprache wegen.

dieses hier kann ich so deuten, dass ich mich nicht dumm dabei fühle. aber dennoch mag es mir nicht recht gefallen. es ist vierhebig, hart-kadenzig und überwiegend sogar einsilbig kadenziert. ja, es erscheint formal der aussage des ersten verses angemessen und dennoch ist es zu brüchig, zu kurzlebig zu wenig charismatisch, um mich irgendwie gefangen zu nehmen. diesem text fehlt in meinen augen die ernsthaftigkeit, der schweiss des autors. es ist grundsolide, aber es vermag nicht, dieses mittelmaß zu überwachsen.

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#10

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 15.12.2005 12:27
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
@Gem: Vielen Dank !

@Knud:

@LeVampyre: Danke für deinen Beitrag. Ich hatte zugegebenermaßen mit der Form für dieses Thema länger gehadert, als es den Anschein haben mag. Dann erschien mir die Reduzierung am treffendsten, um die Ohnmacht des lyr.Ichs einzufangen. Bilderfetzen, Einsilbigkeit, Panik - ein fast als Stammeln wirkender Text. Wenn man den harten Rhythmus miteinbezieht, so sollte er den harten Schritten schwerer Stiefel nachempfinden. Und: Ja, es ist kurz, aber das lyr.Ich erzählt eben nur von diesem einen Moment, versucht es quasi schriftlich festzuhalten, was dort passiert und die Beklommenheit und Eingeengtheit die die Situation erzeugt, erforderte für mich diese Form. Es ist kein sprachliches Sahnestückchen, meine Teure, aber ich wollte hier natürlich auch nicht zum Kaffee laden... . Inwieweit man das anders umsetzen hätte können, bleibt natürlich immer Diskussionsstoff. Ich habe versucht nachzuempfinden, und glaube mir, das ich dabei auch ins Schwitzen gekommen bin .

LG, Vel


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#11

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 15.12.2005 12:55
von levampyre (gelöscht)
avatar
klar, ich glaube dir sogar, dass du ins schwitzen gekommen bist und ich kann die sinnhaftigkeit der umsetzungsidee durchaus nachvollziehen. aber ich habe schon oft bei mir beobachtet, dass ich mit zersstückelten formen irgendwie so meine probleme habe, weil sie (aus welchem grund auch immern) nicht in mich hineinsinken können. dabei geht es weniger um den sahneeffekt, als um dieses direkte emotionale verständnis, dieses "ja", das man empfindet, selbst wenn der text hysterisch, bedrohlich, dramatisch oder beängstigend ist. vielleicht sollte ich mal länger über das argument "inhalt sollte in der form aufgehen" nachdenken. denn es ist ja auch klar, dass man das chaos nicht durch einen chaotischen text beschreiben kann. wo liegen da die grenzen der form-inhalt analogie und wie naheliegend kann/sollte diese analogie sein? ich denke, das ist eine schwierige frage. lg

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#12

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 15.12.2005 13:06
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Ok, das ist sicher schwierig. Sagen wir so: Es gibt zerstückelte Texte, die natürlich schwerer nachzuvollziehen sind, aber die die Wirkung der beschriebenen Situation durchaus verstärken mögen. Ich weiss nicht, ob mir das gelingen konnte. Der Text ist ernsthaft gemeint und ich kann verstehen, wenn man daran zweifelt, denn es gibt sicher auch Beispiele, bei denen der tiefere Zusammenhang einfach nicht vorhanden ist und man nur Blendwerk vor Augen hat. Es ist hier aber definitiv nicht beliebig eingesetzt und ich denke immer darüber nach, ob es nicht auch anders zu beschreiben wäre. Also: Danke für deine Eindrücke.



LG, Vel


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#13

Sternengelb

in Düsteres und Trübsinniges 15.12.2005 13:13
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
die Kunst bei Reimgedichten, und auch deren besondere Schwierigkeit, ist beides in Einklang zu bringen

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