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#1

Knüpft ihn auf!

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.08.2005 21:59
von Roderich (gelöscht)
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Knüpft ihn auf!


Hier ist er! Mitten unter euch! Hängt ihn auf, er ist mit Satan im Bunde! Mit Satan! Schützt die Seelen eurer Kinder, knüpft ihn auf! Sucht einen starken Baum, an dem er baumeln soll! Satan ist sein Verbündeter, er ...

Die Falltüre öffnete sich, der blonde, knapp dreißigjährige Mann fiel. Sekunden später drehte sich sein Leichnam langsam um die eigene Achse. Mit einem milden Lächeln, das verfaulte gelbe Zähne offen legte, erwiderte der Richter den wütenden Blick des Erhängten.

Nur wenige Kilometer entfernt ergriff ein vielleicht zwanzigjähriges Mädchen den Dolch um sich endgültig der Kreatur in ihrem Keller zu stellen.

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#2

Knüpft ihn auf!

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 02.09.2005 20:44
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Hallo Roderich.

Etwas unkommentiertes soll nicht so stehen gelassen werden.
Das ist kein Mitleid, ich hab schon mehrmals drüber gelesen, reingelesen und befand immer, dass ich nicht wisse, was zu sagen wäre.

So auch jetzt, aber zumindest das will ich dir mitteilen.

Es wird der falsche erhäng - der Richter ist zufrieden - ein Mädchen stellt sich dem Übel in ihrem Keller, das im Blonden vermutet wurde.

ja?

Ist mir ein Stück weit zu wenig, kratzt nur - oder übersehe ich da etwas?

Lg sEweil.

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#3

Knüpft ihn auf!

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 04.09.2005 19:58
von Roderich (gelöscht)
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Hallo sEweil,

vielen Dank, dass du dir Mühe eines Kommentars gemacht hast. War hier sicher nicht leicht, das kommt auch durch .

Zunächst einmal: Bei diesem, zugegebenerweise sehr kurzen Text handelt es sich um ein Drabble (nun ja, eigentlich nur fast, da Drabbles normalerweise eine humorvolle Pointe haben), dh ein formales Kriterium ist die Beschränkung auf 100 Wörter. Natürlich kann mit 100 Wörtern nicht allzu viel gesagt werden, dh hier kommt dann die Fantasie des Lesers ins Spiel. Deine Interpretation ist eine von mehreren denkbaren, da möchte ich eigentlich gar nicht reinpfuschen.

Man kann das aber auch anders als nur als kleine Gruselgeschichte lesen, wenn man die symbolische Ebene betrachtet. Hier haben wir einen, der sichtlich unschuldig aufgeknüpft wird, einen grinsenden Richter (der durchaus auch ahnungslos sein könnte, was weiß man schon ) und ein Mädchen, das sich dem Übel im Keller stellen möchte. Das Übel im Keller - könnte das nicht die Ungerechtigkeit an sich sein?

Kann man so lesen, muss man aber nicht.

Ein kleiner Trost für alle ob der Kürze verwirrt zurück gebliebenen Leser inkl. dir: Ich werde mich demnächst mal an eine Langfassung ranmachen (wird aber sicher noch bis Herbst/Winter dauern), die aber dann eher eine reine Gruselgeschichte werden wird.

Vielen Dank fürs Gelese und deinen Kommentar.

Grüße

Thomas

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