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#1

störchle

in Diverse 23.07.2005 13:55
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

    störchle


    Gäng hei si gsäit, i seig z’naiv,
    us mer gäbs nie e gschite Ma.
    Hei nome glachet, rechtig priv,
    ond hei mi eifach det lo stah.

    So mänge Tag ond mängi Nacht
    beni i dör tonkli Gasse gheit.
    Ha mit de Schatte kämpft om d’Macht
    o hamer s’Läbe fasch verheit.

    Ha ghület, ha mi säuber plagt,
    so wienes Tier amene Schtreck.
    De Mond agrännet ond me gfragt;
    Worum nor sones trurigs Gscheck?!

    O de, säb Mou, bem Wasser ong,
    s’isch gloub amene Mäntig gsi,
    het Glogge grüeft zor voue Stong,
    do isch de Schmärz ofs Mou verbi.

    Itz beni amne schöne Ort,
    s’isch warm o heu, ke Schatte meh.
    Be gschtörchlet det am Aaarebort,
    ond ändlech tüens mer nöme weh.



    (c) Margot S. Baumann






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#2

störchle

in Diverse 23.07.2005 14:09
von kein Name angegeben • ( Gast )
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#3

störchle

in Diverse 23.07.2005 14:23
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ja, auf Französisch. (kleiner Scherz)

Du bist nicht unverschämt. Ich weiss, dass die Meisten hier das natürlich nicht verstehen, ich wollt's einfach auf meinem Index haben. Ehrlich gesagt, habe ich es (noch) nicht auf Hochdeutsch übersetzt. Kann ich aber machen, kein Problem. Natürlich verliert es praktisch allen "Charme". Ich müsste es auch nochmals nach/umdichten, sonst sind's nur platte Sätze.

Gruss zurück
Margot

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#4

störchle

in Diverse 23.07.2005 15:17
von kein Name angegeben • ( Gast )
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#5

störchle

in Diverse 23.07.2005 15:48
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
lach - ja, Französisch ist wahrscheinlich leichter zu verstehen.

Es ist Berner Dialekt, wobei wahrscheinlich noch mein Heimatdialekt etwas durchscheint, aber das würde nur ein Insider merken.

Hier die Übersetzung, sinngemäss:

stolpern

Immer sagten sie, ich sei zu naiv,
aus mir würde nie ein rechter (gescheiter) Mann.
Sie lachten lediglich, richtig primitiv,
und liessen mich dort einfach stehn.

So viele Tage, so manche Nacht,
irrte ich durch dunkle Gassen.
Kämpfte mit Schatten um die Macht
und habe dabei fast mein Leben gelassen.

Habe geweint, mich selber geplagt (verletzt),
wie ein Tier an einem Strick.
Den Mond angeheult und mich gefragt:
Warum dieses traurige Geschick?!

Und dann, an jenem Tag, unten beim Wasser,
ich glaube, es war ein Montag,
schlug die Glocke die volle Stunde,
da war der Schmerz plötzlich vorbei.

Jetzt bin ich an einem schönen Ort,
es ist warm und hell, keine Schatten mehr.
Ich stolperte am Ufer der Aaare (*)
und endlich tun sie mir nicht mehr weh.


(*) Fluss durch Bern

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#6

störchle

in Diverse 23.07.2005 15:53
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Oh nein ist das traurig!!! *schnüff

Ich habe den Vorteil, dass ich fast jeden Dialekt sinngemäß verstehen kann und das Original ist fast noch anrührender als die Übersetzung.
Wie du das immer machst, mich sogar noch in Dialekten zu berühren....
Und mich auch jetzt noch schaffst zum Weinen zu bringen...

Kiss Richard

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#7

störchle

in Diverse 23.07.2005 16:14
von kein Name angegeben • ( Gast )
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#8

störchle

in Diverse 23.07.2005 16:14
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
... och, wollte ich doch nicht.

Danke Richie, freut mich, wenn die Zeilen berühren. Ich hatte einfach mal wieder Lust, ein paar "alte" Wörter zu verdichten, weil die Dialekte so nach und nach leider verschwinden.

@ coma
Keine Ursache.

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