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#1

Zu spät.

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.07.2005 12:57
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Spät ist es geworden.
Wie bei der Dame an der Rezeption.
„Sie sind zu spät. Jetzt müssen sie ein wenig warten.“
„Setzen sie sich doch in der Zwischenzeit in den Warteraum, den Weg kennen sie ja.“
„Natürlich.“ antworte ich und bewege mich in die altbekannte Richtung.
Der Warteraum ist mit einigen Pflanzen und Ölgemälden dekoriert, Stühle an der Wand und auf dem kleinen Tisch in der Mitte diese Zeitschriften, die weniger aus Neugier, als aus Langeweile in die Hand genommen werden, um ein wenig darin zu blättern.
Wenn sie zumindest einige Tageszeitungen hinlegen würden, und sei es so ein Schandblatt, wie die Kronen Zeitung. So sieht man sich die Ölgemälde an, bis sie sich in die Gehirnzellen gebrannt haben und weicht den Blicken der anderen Wartenden aus.
Ab und an, wenn gerade die alte Dame gegenüber dem Blick einer jungen Frau ausweicht, kreuzen sich die Eigenen, ein kurzes Schamgefühl überkommt einen und rasch wird das Bild links fixiert.
Das sind Höhepunkte des Wartens.
Im Zug zu warten bedeutet hingegen etwas ganz anderes.
Meist gibt es dort Gespräche, denen gelauscht, oder die Landschaft geistesverloren beobachtet werden kann.
Im Wartezimmer hingegen spricht niemand.
Neue Menschen betreten schweigsam den Ort, setzen sich und werden dann vor einem selbst zum Arzt zitiert.
Und da mir meine Frau verboten hat die Leute zu fragen, was sie denn so an Krankheiten besäßen, oder, dass sie sehr blass und ungesund aussehen würden, sitze ich still und warte.
Taktlos hat sie noch damals geschimpft, in ihrer Verlegenheit.
Aber darf ein Kranker einen Kranken nicht mit seiner Krankheit konfrontieren?
Oder darf ein Sterbender keine Witze über Sterbende machen?
Übrigens: Zu unserem gemeinsamen Essen werde ich mich wohl auch verspäten.

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#2

Zu spät.

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 22.07.2005 23:14
von kein Name angegeben • ( Gast )
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#3

Zu spät.

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 26.07.2005 11:54
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo sEweil,

jaja, das Wartezimmer ist ein weites Feld und eine gute Platform für Geschichten. Ich habe mal so ein bißchen Improtheater-Kurse besucht, und da ist das Wartezimmer so eine klassische Übung.
Und ich finde auch, dass die Geschichte so ein bißchen im Keim erstickt. Worum geht es? Geht es ums zu-spät-Kommen? Ich glaube nicht. Ist der Text eine Satire, die die Absurditäten einer typischen Wartezimmersituation aufzeigen will? Dafür fehlen die satirischen Elemente. Es gibt hier kaum Ironie, keine Übertreibungen.
Ich glaube, was dem Text fehlt, ist einfach eine Geschichte, eine Handlung. Du baust ein Bild, in dem weder real, noch in den Gedanken des Protagonisten wirklich etwas geschieht. Der Ansatz und die Gedanken sind ja gut. Du solltest jetzt nur noch etwas damit anfangen. Nimm diesen Text als Sprungbrett und erzähle eine Geschichte. Könnte ganz vielversprechend werden.
Lass ihn z.B. jetzt lauthals Witze über sterbende machen und schau was passiert. Lass jemanden in das Wartezimmer kommen, der mit allen zuvor beschriebenen Konventionen bricht. Lass ihn jetzt 50 Jahre im Wartezimmer warten. Lass die ganze Bande einschneien. Massenmord. Gruppensex. Irgendwas. Was ruhiges, was lautes, egal.

Grüße
GerateWohl

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#4

Zu spät.

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 31.07.2005 08:24
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo sEweil

Ich finde, die Geschichte plätschert ein bisschen vor sich hin.
Es gibt keine Highlights und keine Tiefen.
Du hättest auch, mit Beistrichen oder Absätzen mit dem Tempo ein bisschen variieren können.
Andererseits, soll ja die Geschichte Eintönigkeit vermitteln.
Ich schliesse mich meinen Vorrednern an, du hättest einige Teile besser herausarbeiten können.
Witzig, dass du die K. Zeitung erwähnst...
Ich frage mich bei manchen Artikeln, wie alt die Redakteure wohl sind, 17? 18?.
Und das schlimmste, sind diese Schauderhaften Gedichtchen in den Leserbriefen *Lach*.
Momentan ist es scheinbar sehr modern Laiendichter zu sein...
Der unterschwelige Rassismus das panikerzeugende Flair und die vielen Rechtschreibfehler, stören dann kaum noch.

Lg Gemini


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#5

Zu spät.

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 31.07.2005 20:25
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Grüß euch alle.

Danke allen fürs Feedback.
Und ich stimme überein, dass die Geschichte noch überarbeitet gehört.

Also ran an den Stift und bald gibt es ein überarbeitetes "zu spät."

Lg sEweil.

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