Hallo sEweil,
jaja, das Wartezimmer ist ein weites Feld und eine gute Platform für Geschichten. Ich habe mal so ein bißchen Improtheater-Kurse besucht, und da ist das Wartezimmer so eine klassische Übung.
Und ich finde auch, dass die Geschichte so ein bißchen im Keim erstickt. Worum geht es? Geht es ums zu-spät-Kommen? Ich glaube nicht. Ist der Text eine Satire, die die Absurditäten einer typischen Wartezimmersituation aufzeigen will? Dafür fehlen die satirischen Elemente. Es gibt hier kaum Ironie, keine Übertreibungen.
Ich glaube, was dem Text fehlt, ist einfach eine Geschichte, eine Handlung. Du baust ein Bild, in dem weder real, noch in den Gedanken des Protagonisten wirklich etwas geschieht. Der Ansatz und die Gedanken sind ja gut. Du solltest jetzt nur noch etwas damit anfangen. Nimm diesen Text als Sprungbrett und erzähle eine Geschichte. Könnte ganz vielversprechend werden.

Lass ihn z.B. jetzt lauthals Witze über sterbende machen und schau was passiert. Lass jemanden in das Wartezimmer kommen, der mit allen zuvor beschriebenen Konventionen bricht. Lass ihn jetzt 50 Jahre im Wartezimmer warten. Lass die ganze Bande einschneien. Massenmord. Gruppensex. Irgendwas. Was ruhiges, was lautes, egal.
Grüße
GerateWohl