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#1

Blaue Stunde

in Natur 25.05.2005 15:50
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Blaue Stunde

Das Meer so glatt, sanft Dünung rollt,
die Sonne rot und tief.
Kein Donnern über Felsen tollt,
die Palmen schwarz und schief.

Musik, die Wind herüberträgt,
der Himmel ocker-grau.
Das Meer nicht mehr die Klippen schlägt,
am Saum die schöne Frau.

Der rote Ball, senkt sich hinein,
in das unendlich Weit.
Nimmt Abschied, gibt heut auf das Sein,
denn jetzt ist seine Zeit.


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#2

Blaue Stunde

in Natur 25.05.2005 16:10
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Knut

Du hast’s ja mächtig mit dem Meer, nicht? *g
Dieser Text spricht mich persönlich nicht an, vielleicht als Humorvolles würde ich’s noch witzig finden, aber so? Nope.
'Über Klippen knallt' ist nicht poetisch. Auch die diversen Farben finde ich, für die blaue Stunde unpassend. Sie heisst ja nicht vergebens; blaue Stunde..... weil die Dämmerung dies bewirkt. Ah, ja und das berühmte Sein.....*schüttel* ..... viel zu oft gebraucht, um noch irgend etwas auszusagen geschweige den –lösen. S3/Z4 solltest du auf die Grammatik hin überprüfen.

Gruss
Margot

P.S. Hab übrigens schlechte Laune, also sorry, wenn die Kritik nicht schön verpackt ist.


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#3

Blaue Stunde

in Natur 25.05.2005 23:37
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Ich finde das Knallen über den Klippen durchaus poetisch, hier wird wieder deutlich, dass sich vor allem Wörter reimen, die zueinander passen(Knall, Schall)! (Oder erzeugten erst die Reime die Assoziation? wer weiss) Man denke an den phonetischgen Ursprung der Sprache an sich.

Für mich vermittelt das Gedicht die genauen Beobachtungen eines Urlaubers oder von jemandem, der nicht oft die Chance hat, die Sonne am Meer untergehen zu sehen. Vor allem die exotische Musik und die Frau scheinen das zu belegen, diese Strandszenerie ist beinahe dem Reiseführer entsprungen. Am Schluss denkt der Beobachter ein Loslassen in das Wesen der Sonne hinein. Beinahe melancholisch könnte ein Loslassen, ein Sterben gemeint sein, das nicht von Bedauern befleckt ist, sondern von Zuversiucht erfüllt. Kritisieren muss ich eben die leichte Klischeehaftigkeit des entststandenen Bildes, doch sprachlich ist das Gedicht akkurat gestaltet und schnurrt sich rund durch die Zeilen hindurch. Ich glaube ich habe den tieferen Sinn nicht wirklich entdeckt, und doch, die Stimmung eines Sonnenuntergangs am Meer wird getragen, die Erinnerung daran wird durch das Gedicht sicher wieder lebendig.

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#4

Blaue Stunde

in Natur 26.05.2005 17:25
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Hallo ihr beiden.
Also wo fange ich an?(schmunzel) Vielleicht bei der Unwirklichkeit der Szene?.
Also ich bin sehr oft auf und am Meer. (Knud der Klabauter aus der Familie der Klabautermänner,daher auch die Vorliebe für diese Themen)
Ich verbürge mich für die Authentizität meiner Geschichten (grins)
Leider kann ich nichts dafür das die Wirklichkeit (die Situation der untergehenden Sonne) in manchen Gegenden der Welt ,real kitschich ist.(aber wahr) Die blaue Stunde heisst so, weil kurz nach Sonnenuntergang alles so erscheint, als ob man einen grossen Blaufilter darübergelegt hat. Der Bildvordergrung wirkt dann wie ein Scherenschnitt.(das könnt ihr mir ruhig glauben/schmunzel)
Und nun zum Klippenknallen.(grins,grins) Ich habe nicht geschrieben das das Meer die Klippe knallt (grins). Aber am Tag vorher hatten wir einen mächtigen Sturm (mussten in den Hafen) mit wellen in der Brandung von sechs Metern. Was meinst du liebe Margot wie das Meer da die Klippen geknallt hat? (grins,grins)
Liebe Grüsse
Knud

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#5

Blaue Stunde

in Natur 26.05.2005 17:33
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

Zitat:

Margot schrieb am 25.05.2005 16:10 Uhr:
Sie heisst ja nicht vergebens; blaue Stunde..... weil die Dämmerung dies bewirkt.


Sag ich doch!

Das der Sturm die Wellen an die Klippen knallt oder eben nicht, bestreite ich nicht im Mindesten, nur passt dieses Wort überhaupt nicht in den Text. Du kannst dich jetzt noch so schön herausreden, lieber Knut, aber du hast es nur benutzt, weil's so wunderbar auf 'schallt' reimt. Ich weiss es und du weisst es.

Gruss
Margot, die auch schon am Meer war ..... *g

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#6

Blaue Stunde

in Natur 26.05.2005 17:44
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Ich glaube, dass Knallen immer eine leicht saloppe und umgangssprachliche Färbung bekommt sobald es mehr beschreiben soll als die Erscheinung das lauten, kurzen und heftigen Geschäusches. Z.B. wie "beim Stolpern hinknallen" statt hinfallen oder "mit dem Kopf gegen etwas knallen" im Sinne von "sich stoßen" oder "jemandem etwas vor die Füße knallen" statt schleudern. Von anderen umgangssprachlichen Bedeutungen will ich hier gar nicht reden.

Gruß
GerateWohl

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#7

Blaue Stunde

in Natur 26.05.2005 17:52
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte

Ihr habt ja recht, aber diese Doppeldeutung hat mich einfach "geritten" (grins)Str. 2 habe ich entschärft. Ansonsten liebe ich den Reim (Neoklassik?)
liebe Grüsse
Knud

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