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#1

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

in Rumpelkammer 13.03.2005 12:45
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
    Seit ich ihn gesehen

    Seit ich ihn gesehen,
    Glaub ich blind zu sein;
    Wo ich hin nur blicke,
    Seh ich ihn allein;
    Wie im wachen Traume
    Schwebt sein Bild mir vor,
    Taucht aus tiefstem Dunkel,
    Heller nur empor.


    Sonst ist licht - und farblos
    Alles um mich her,
    Nach der Schwestern Spiele
    Nicht begehr ich mehr,
    Möchte lieber weinen,
    Still im Kämmerlein;
    Seit ich ihn gesehen,
    Glaub ich blind zu sein.


    von Adelbert von Chamisso (1781-1838)


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#2

Adelbert von Chamisso (1781-1838)

in Rumpelkammer 04.09.2008 14:28
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
    Dichters Unmut. (Nach Fouqué.)

    Wir tragen gar im Herzen manche Pfeile,
    Und blutet's in dem stillen Schoß der Nacht,
    So wird von Schmerz das Lied hervorgebracht,
    So reihet wunderbar sich Zeil' an Zeile.

    Sie lesen's nun, so, für die Langeweile.
    Wann träg und laß sie die Verdauung macht,
    Und finden's hübsch, und finden's schlecht erdacht,
    Und hier ist's schwach, und dort entbehrt's der Feile.

    Wir haben's aber so in der Natur,
    Wir schreiben ganz mit unsers Herzens Blut,
    Was sie bekritteln zwischen Schlaf und Wachen.

    O, Pelikanes-Wirtschaft! wär's doch nur
    Für keine gar so miserable Brut!
    Was thuts? wir werden's drum nicht anders machen.

Die Frau in Rot

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