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#1

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 19.02.2005 02:05
von Ahsil (gelöscht)
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Den heiligen Tempel,
lass mich ihn entweihen,
entweinen den weichen Granit.
Das Bauwerk von Zierde
soll fortwährend brennen,
im Herd meiner leidigen Taten,
so reiße ich Ziegel
und Lehm von der Zinne
im treibenden Streben zum Grunde.

Ach ich bin dir Vater,
Gefährte und Amme,
Verräter und Räuber zu gleich.
Behüter der Hallen,
die ewig nun bluten
auf Knospen, die nimmer ergrünen,
ergrauen im Lichte
gealterter Hände,
die Kunstwerke gierig verschlingen.



(Und diesmal habe ich länger nachgedacht, wie es sinnvoll passt, hoffe ich)

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#2

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 21.02.2005 02:45
von Ahsil (gelöscht)
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dann müsste es "seinen weichen Granit" heißen, mist Du hast Recht, aber dass stellt mich wieder vor ein Problem...
Ansonsten hast Du schon Recht, der gute alte Vertraute ist etwas pädophil...

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#3

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 21.02.2005 08:20
von kein Name angegeben • ( Gast )

Zitat:

dann müsste es "seinen weichen Granit" heißen, mist Du hast Recht, aber dass stellt mich wieder vor ein Problem...


Wie wäre es mit "entweinen den weichen Granit"?

LG

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#4

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 21.02.2005 10:05
von Ahsil (gelöscht)
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thx...

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#5

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 22.02.2005 13:39
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
Hi Ahsil !

Ist das das Gedicht, das in der Werkstatt war ? Dann Gratulation, denn das Metrum ist jetzt sehr sauber. Du scheinst ein wahrer Freund des Daktylus zu sein und das gefällt mir auch. Allerdings würde ich es mit den weiblichen Kadenzen nicht übertreiben, da diese nach meinem Geschmack einen etwas atemlosen Charakter haben. Das Gedicht beginnt, sich versweise aufzuspulen, der Lese-/Redefluss beschleunigt und man selbst und das Gedicht kommen zu keinem Punkt. Die männliche Kadenz hingegen rundet einen Vers in diesem besondern Fall musikalisch ab.

Den heiligen Tempel,
lass mich ihn entweihen,
entweinen sein weiches Granit.
Das Bauwerk von Zierde
soll fortwährend brennen,
im Herd meiner leidigen Tat(en),
so reiße ich Ziegel
und Lehm von der Zinne
im treibenden Streben zum Grund(e).

Geschmacksfrage, klar. Der Inhalt ist auch Geschmacksfrage. Der Daktylus klingt sehr erhaben und auch deine Sprache ist ja altertümlich, getragen, ehrfurchtgebietend. Ist das absichtlich dem Inhalt entgegen gestellt oder ging es gar nicht um Missbrauch (egal, in welchen Schattierungen) ?

Also, ich kann nach wie vor ästhetisches Vergnügen daraus ziehen (was ja nicht wenig ist), etwas sagen tut es mir immer noch nicht. Anderen sicher mehr.

Digitally Yours

muh-q wahn

Edit: Sorry, ich habe da was verwechselt, dieses Gedicht war nicht in der Werkstatt. Metrisch sauber ist es also von beginn an gewesen !

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#6

Philos

in Düsteres und Trübsinniges 23.02.2005 14:38
von Ahsil (gelöscht)
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ich hatte nie ein Gedicht in der Werkstatt .
Die weiblichen Kadenzen waren vorher männlich , nur fand ich, dass weibl. das Metrum besser tragen und erhabener klingen, den Übergang der Verse flüssiger machen.
Aber natürlich hast Du mit dem Abrunden recht.

Es ist wichtig, dass die Sprache erhaben und altertümlich kingt, denn das bringt dem Ganzen in meinen Ohren erst die Bitterkeit, dass man Pädophilie mit künsterlischem Blickwinkel sehen kann.

Ich gebe zu, der Text lässt mehrere Deutungen zu, doch sehe ich die Meine als sehr passend

Gruß und Dank

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