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#1

Die Geissel

in Düsteres und Trübsinniges 05.02.2005 17:44
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
    Die Geissel

    Kalt weht der Wind durch schmale Ritzen,
    Erstickt das letzte bisschen Glut.
    Schnee fällt auf eiserstarrte Pfützen.
    Die Frau liegt tot in ihrem Blut.

    Stumm steht der Rächer vor dem Körper,
    Der Knüppel fällt auf altes Holz.
    Kaum merklich zuckt die eine Wimper:
    „Das hast du nun von deinem Stolz!“

    Vom Wald hört man die Wölfe heulen
    So klagend, heiser durch die Nacht.
    „Schau her!“ Er zeigt auf schwarze Beulen.
    „So hübsch; was du mir hast vermacht!“

    Rot kräht der Hahn von ihrer Kate
    Und stiebt die Funken in die Luft.
    „Vorbei, vorbei!“ - Doch warte - warte;
    Bald liegst du in der selben Gruft.


    (c) Margot S. Baumann



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#2

Die Geissel

in Düsteres und Trübsinniges 05.02.2005 22:18
von MrsMerian (gelöscht)
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Hi Marge.
Ich bin nicht ganz sicher, was mir der Titel sagen soll und auch das alte Holz und das rote Krähen mit Funken sagen mir nichts...

Die Frau hat die Pest? Oder was sind die schwarzen Beulen?
Und sie hat ihn angesteckt? ich kapier es nicht ganz... jedenfalls hat er sie wohl erschlagen um sich zu rächen...
und bringen wird es ihm nicht viel, denn bald wird ihn die Krankheit selbst dahingerafft haben.
Ich dachte auch wenn die Beulen kommen, sei es schon zu spät und ein Kranker nicht mehr in der Lage noch herumzulaufen und Leute nieder zu strecken aber so wichtig ist das vielleicht gar nicht.

Die Stimmung hast Du gut hinbekommen... Blut im Schnee und die Kälte, Wolfsgeheul... uns ich glab, das Wesentliche hab ich kapiert

Ist die Geissel eine Geisel? Eine Geissel ist doch das was hinten an manchen Zellen dran hängt... oder? der Fortbewegung dienlich. Pantoffeltierchen haben die glaub ich auch.
Wenn es eine Geisel ist, ist er die Geisel sienes Körpers, der Rächer, denn auch er wird sterben...

LG
Mrs.

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#3

Die Geissel

in Düsteres und Trübsinniges 06.02.2005 11:42
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Mrs.

Nun, die Geissel (Gottes) ist eigentlich ein fester Ausdruck, so wird/wurde die Pest früher genannt. Auch der Rote Hahn ist selbiges, nämlich ein Feuer, das willentlich gelegt wird.

Danke für den Kommentar.

Gruss
Margot

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#4

Die Geissel

in Düsteres und Trübsinniges 06.02.2005 13:10
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Ich wollte gerne anmerken:
„Das hast du nun von deinem Stolz!“
Hier ist wohl gemeint das die Frau die Krankheit aus Stolz oder auch Angst verbarg, ähnlich wie es so mancher Aidskranker heute macht.
Vor allem die Einleitung gefällt mir, denn im Mittelalter war es viel kälter als heute und die Winter deutlich härter/länger, das wird wunderbar eingeflochten.
Was mir auch auffällt ist eine Art von...Aussterben. Die beiden haben wohl nicht in einem Dorf gelebt sondern in der Wildnis und da der Mann auch bald sterben wird wird das Haus unbewohnt sein.
Beweisen könnten das ...schmale Ritzen...altes Holz... das Haus ist verfallen als Anzeichen für das nahe Ende dieser winzigen Siedlung. Ganz wichtig ist mir da auch das Wolfsgeheul, da für die Germanen der nahe Wolfsruf Unglück brachte, und bei den Wikingern der Wolf gar für die Apokalypse stand (Fenriswolf)
Schön atmosphärisch, ein weiteres Gedicht von dir an dem ich nichts beanstanden kann.

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#5

Die Geissel

in Düsteres und Trübsinniges 06.02.2005 20:15
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Wili

Ja, Du hast das gut erkannt. Ich bin momentan ein wenig in den alten Sagen versunken. Kelten, Mythologie, Druiden etc. etc. .... Dabei kommen einem zuweilen solch merkwürdigen Einfälle.

Vielen Dank für Deinen Kommentar und freut mich, dass der Text Deine Zustimmung findet.

Gruss
Margot

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