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#1

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 25.01.2005 01:05
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
Leih’ mir deinen Duft, Grenouille!


Heutzutage mag es schon schwer geworden sein, für eine gewisse Idee die Trommel rühren zu können – vor allem, wenn das Material der Trommel aus einem Mix von Uni, Bildung und studentischer Knete besteht - aus freiwilliger Studentenmünze: Manch einer weitet dann seine trockenen Linsen und legt mit komisch krummen Blick seine andere Sichtweise dar. Ein weiterer schaut verdutzt auf seinen Rechner – in der Tasche – und vergleicht das aufbegehrende Drohpotential mit der Anzahl der zu Betreffenden und stellt fest, daß es von der Allgemeinheit der Studentenschaft vielleicht nicht begehrenswert ist. Das herauszufinden dürfte doch ein Klax, ein Müh – oder meinetwegen auch eine Winzigkeit sein.
Werbung, Wahlkampf, wundervolle Welten. Dann könnten die Studiosi – also die „sich mühenden“ – sich wieder bemühen, einander riechen zu können.

Ja, ja: Menschenduft überall. Er vermehrt sich in UNI-Nähe auf seltsam zauberhafte Weise. Und da scheint es fast schon verständlich, wenn eine Organisation – wie das SMWK – , das humane Startkapital nicht richtig wahrnehmen kann. Zumindest gab es da ein, zwei Stimmen sich vorsichtig trauender Professoren, die so etwas andeuteten. Obwohl: Stimmen wär zuviel gesagt. Echo – ist wohl eher akzeptabel.

Doch bleiben wir beim anderen Bevorstehenden – dem Weihnachtseinerlei. Fraglich, ob sich der gemeine und/oder der nicht-gemeine Student wenigstens einen Glühwein wird leisten können. Mensch, ärgere dich nicht! Es kann jedem etwas passieren. Wenn nicht in der UNI, dann daneben. Beim Durchqueren der Glühweingasse beispielsweise. Blaunäsig stehen dort rote Wangen, wankend an den hölzernen Hütten. Wenn man Glück hat, dann verschüttet eben so ein Bonvivant den letzten Rest, so daß sich der Gang zum Markt sicher gelohnt haben wird.

Doch für all die, welche den letzten Cent für ein Geschenk ausgeben wollen, sieht das tägliche Getummel wie der Gang nach Canossa aus. Selbst wenn man an den in Fett eingeriebenen Bratwürsten vorbei ist, die Menschenmasse mit einem bestimmten: „Tschuldigung.“ und „Kann ich mal?!“ beiseite geschoben hat und einen entnervten Blick in Richtung Kassiererin geworfen hat, bleibt noch die Frage, was man den Lieben schenken könnte. Wie wäre es mit einem SCUD-Spiel – oder Skat, wie man neudeutsch sagt? Es scheint wohl jeder heutzutage eines besitzen zu wollen. Selbst Jemen war bitterbös, als die Möglichkeit bestand, dessen Spieltrieb einzuschränken.

Das Leben bleibt ein Spiel. Und wenn süße Kinder die Regeln machen, dann Gnade uns wer? Was erlaubt sein darf, ist der fragende Blick, die hochgezogene Augenbraue, wenn die flirrenden Fliegen um den texanischen Allerweltsbullen das weite gesucht haben.
Und so sitzt man am Tischlein der Kameras und Fotoapparte recht stark und duftend einparfümiert und begnügt sich fortwährend mit einem Null ouvert – nach dem ersten Stich offene Sicht. Was bleibt, ist die Regel: Menschenduft überall.


kommentar, dezember 2002


natürlich leben die meisten kommentare vom gegenstand und der präsenz desjenigen. von daher ist vllt nicht alles nachvollziehbar.
deshalb kann ich, falls erwünscht, einen groben themenüberblick geben.




arno.

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#2

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 25.01.2005 15:57
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Proposal:
So gebe man den armen Studenten ein paar Scuds, um ihren Forderungen gegen den Staat Nachdruck zu verleihen.

Die Welt stinkt.
Die Studenten stinken, die Professoren, alle Unis; Rechner stinken, das humane Startkapital stinkt, Glühwein stinkt, rote Wangen stinken, Bonvivants stinken wie die Pest; Die Kassiererin stinkt, die Lieben stinken, Jemen müffelt eigentlich nur; Das süße Kind wird in der Öffentlichkeit nicht gerochen und deshalb ist unbekannt ob es stinkt, böse Zungen aber behaupten es habe keinen Eigengeruch...flirrende Fliegen stinken, texanische Allerweltsbullen stinken zum Himmel und bitten Jesus um Wahlunterstützung, und doch ist das Spiel ein schwarzer Grand-Null-Ouvert-Bock-Doppelbock-Hand mit Ansagen.

Aus in Fett eingeriebenen Bratwürsten liesse sich ein hervorragendes Bratwurstparfum herstellen.

Und nach was stinkt das alles ? Nach Sumpfgas!

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#3

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.01.2005 10:34
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
lieber willi, was möchtest du mir sagen?

du möchtest hier mehr politische lyrik? (s. jemen)

ich hatte ja nicht alles mit parfum eingesprüht. ich habs bloß wahrgenommen.

grüße.
arno.

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#4

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.01.2005 13:03
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
"Aus in Fett eingeriebenen Bratwürsten liesse sich ein hervorragendes Bratwurstparfum herstellen."

Das wollte ich dir eigentlich sagen, wäre doch eine super Marktlücke oder ?^^

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#5

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.01.2005 13:08
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
stimmt, daß kann man dann an marktstandbesitzer verkaufen, damit die menschen schon gehalten werden, noch bevor die würschte aufm rost sind.

tolle idee!

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#6

Leih' mir deinen Duft, Grenouille!

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 20.07.2007 19:04
von bipontina (gelöscht)
avatar
das erinnert mich an eine parodie auf "das Parfum", sie hieß "Das Omelette" o.ä. von M. Sauerbier.
hab wegen der vielen wendungen, die wohl nur für studiertes volk gedacht sind, nicht alles kapiert, aber das macht ja nichts, oder?

lieben gruß von bipontina
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