Zitat von oliver64
Hallo Gedichtbandage,
ich bin jetzt mehrfach um dein Gedicht herumgeschlichen und schließlich, um einen Zugang zu finden, ließ ich mich davon ansprechen. Und erkannte Teile meiner selbst, fühlte mich ertappt, ausgezogen, vorgeführt.
Dieses VORGEFÜHRT kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Das ist Dein persönliches Ding. Was macht das lyr. Du nackig, angreifbar, verletzt, ich meine so, dass es sich seiner schämen müsste. Woher nimmst Du die Intention? Warum beziehst Du das auf Deine Wahrnehmung, schrenkst es ein, könnte ich hier fragen, auch warum es Dich angreift und nicht gute-gütig ;-) umarmt, jedoch auch gleichzeitig loslässt?
Zitat von oliver64
Nun, so lese ich das Werk, als ironische, nein, schon sarkastische Abrechnung mit bloßer Attitüde. Der hier angesprochene Bohemien verharrt im Wollen, „glänzt im Schein“. Auch dieses „Eigentlich“ mit in Parenthese gesetztem Fragezeichen, dieses Neben-sich-Stehen, das entfesselte Veröden, das spricht für mich deutlich für eine herablassende Sicht auf diesen Möchtegern-Nonkonformisten, der vor sich selbst davonläuft und am Ende doch nur bei sich ankommt.
Der "Wanderer" verharrt? Aber jeder ist doch gefesselt, muss sich mit der umgebenden Realität arrangieren und eigentlich, ja eigentlich, flüchtet so manchger in eine, seine, Traumwelt, damit alles nicht so schlimm erscheint, in der subjektiven Wahrnehmung.
Guck Dich doch um, woher rühren die subkulturellen Unterschiede, die vom sich selbst bezeichnenden Realisten, Idealisten, Businessmenschen - der seinen Tag um seine Wertigkeiten strickt, über Juppies - hippe trendige Gestalten, die sich nur noch mit sich selbst beschäftigen. Das Spektrum ist weit. Ja schier unendlich, jeder für sich.
Zitat von oliver64
Die Zeilenschaltungen, wenngleich sie auch Funktion haben und die Betonung lenken, möchte ich dennoch auch gerne augenzwinkernd verstanden wissen, passten sie doch einwandfrei zu der hohlen Künstlerattitüde. Hätte ich entscheiden müssen, wäre ich sparsamer damit umgegangen.
Vielleicht solltest Du bei diesem Ding mal einen Menschen denken, den Du irgendwann aus Deinem Leben verloren hast, wegen dem, was trennt, manchmal...
Zitat von oliver64
Insgesamt gefällt mir das Gedicht, obwohl ich es zunächst als aufgesetzt abtat. Ob mein Zugang nun deiner Intention entsprach, ist mir dabei nicht wichtig. Ich hatte meinen Spaß.
Dank Deiner Interpretation, mein Ansinnen ist ja immer eine "relativ" freie Interpretierbarkeit, deshalb wundert es mich auch nicht, dass Intention und Auslegung auseinanderdriften, denn es sollte gewiss keine sarkastisch herablassende Spiegelung darstellen.[/quote]
Beste Grüße zurück,
wäre gern intensiver darauf eingegangen, jedoch die Zeit, die rennt, muss... sorry, auch wegen der Rechtschreibung...
GB.