Hi Don,
ich freue mich, mal wieder ein Gedicht von dir zu lesen. Formal habe ich nichts zu bemängeln, wie schon fast von dir gewohnt, liest sich der Text flüssig, metrisch gibt es (von mir) nichts zu beanstanden. Der konsequent durchgehaltene Wechsel zwischen 4- und 3-hebigen Jamben sowie männlichen und weiblichen Kadenzen bewirkt einen lockeren, fröhlich-naiven (Unter-)Ton und passt auf diese Weise wunderbar zum Inhalt des Gedichts. Also diesen Text würde ich zu gerne als mp3 hören. Ich glaube, mit der richtigen Betonung, käme der richtig gut zur Geltung und würde den humoristischen Aspekt noch unterstreichen.
Die Kreuzreime sind sauber gereimt und recht einfach gehalten, was aber auch sehr gut zur Thematik passt. Hochgestochene und komplizierte Endreime würden in diesem Gedicht völlig fehl am Platze sein.
Dein Erzählgedicht gefällt mir vor allem aus dem Grunde, weil es sich auf viele gesellschaftliche Bereiche übertragen lässt, also niemals dort an Aktualität einbüßt, wo Menschen mit Menschen zu tun haben. Daher hätte ich es lieber unter Gesellschaft vorgefunden, denn für mich weist dieser Text eindeutig parabelhafte Züge auf. Und insgesamt gesehen ist es ja auch nicht wirklich lustig, sich aus Versehen Feinde zu machen.
Und die Moral von der Geschicht: verwechsle Freund mit Feinde nicht, oder: Schieße erst, wenn du sicher bist, einen wirklichen Feind vor dir zu haben – auch wenn sich der Schusswechsel nur auf Worte bezieht, könnte man – auf alle Gesellschaften bezogen – herauslesen. Ach, irgendwie mag ich das Gedicht, ich weiß auch nicht, warum.^^
PS: „Gutgelaunt“ schreibt man seit der Reform auseinander, wenn ich mich nicht irre.
Grüßle, Maya