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Die alte Dame
Im Schopf der Weide wohnte ewig ein Kind.
Es flocht sich aus Kräutern und Gräsern ein Nest
und ließ sich darinnen von Sommern bewegen,
umgeben von Federn und mondlichtem Schmuck.
Doch kaum, als eines nachts im Herbst die Sterne
am Ufersaum standen, saß auch Frau Tod im Geäst
und sprach recht ruhig: „Wofür, mein Kind,
träumst du noch hier? Ich nehme dich mit, wenn du willst
zu mir, wo ewige Sommer die Bäume belächeln und
Purpurglöckchen in Wolken säen, die immer ganz so
rosig sind, wie die, in deinen Träumen, mein Kind.“
Im alten Schopf der Weide wohnt jetzt nur mehr der Wind
und läßt, weil beide, Frau Tod und das Kind, Hand in Hand
gegangen sind, traurig die Sterne am Ufersaum zittern.
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