#1

Im Park

in Liebe und Leidenschaft 10.06.2009 16:00
von autark (gelöscht)
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Im Park
Für dich stehe ich da,
rette mich im Park,
auswegloses Schicksalslos,
nicht bekanntes Einerlei,
zisch vorüber schmerzbefreiter Reiz,
irgendwo dort kränkt mich der Dorn,
sag vom Schatten aus dann:"Ja".
Klar bist du, wie ungetrübtes Wasser,
Antwort auf den stillen Ruf.

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#2

RE: Im Park

in Liebe und Leidenschaft 22.06.2009 14:17
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo Autark,
da fällt mir auf die Schnelle nur "und Gaby wartet im Park" oder "ab durch die Hecke" ein, was deinem Parkgefühl aber wohl doch nicht so nahe kommt.
Gut gefällt mir der Ausdruck "Kränkt mich ein Dorn" und das Wasserbild, weil ich Wasser eigentlich in jeder Form (außer Hochwasser) liebe.
LG
Perry

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#3

RE: Im Park

in Liebe und Leidenschaft 24.06.2009 12:33
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte

Hallo autark,

leider löst Dein Text zunächst mal nichts aus bei mir. Er erscheint mir auf den ersten Blick als Leswerk weder sonderlich originell, noch klangvoll.
Tautologien wie "Schicksalslos" sind stilistisch schlecht.

Auf der Plusseite macht das Gedicht aber auch viele Fehler nicht. Es bedient sich einer eigenen, wenn auch nicht sehr geschliffenen Sprache. Es ist nicht kitschig oder prätenziös.

Nun der zweite Blick etwas genauer.

Zitat von autark
Für dich stehe ich da,
rette mich im Park,

Es gibt ein Ich und ein Du. Das Ich steht für das Du, rettet aber sich selbst - im Park. Wie das zusammenspielt, da gibt es viele Möglichkeiten. Vielleicht ist das Ich das Du. Vielleicht rettet das Ich sich, nachdem es für das Du gestanden hat oder indem es für das Du gestanden hat. Soweit für mich keine Aussage möglich.
Zitat von autark
auswegloses Schicksalslos,
nicht bekanntes Einerlei,
zisch vorüber schmerzbefreiter Reiz,

Das Schicksal ist ausweglos, also sicher. Somit war die Rettung entweder nur ein Aufschub des Schicksals oder ist das Schicksal selbst. Ich tippe mal auf ersteres. Aber das Schicksal ist nicht bekannt (unbekannt), aber eigentlich doch Wurscht (Einerlei). Das Schicksal interessiert das Ich nach der Rettungsaktion oder nach der Einsicht von dessen Unvermeidbarkeit nicht mehr. Und was tut diese Gleichgültigkeit? Sie befreit den Reiz vom Schmerz, was ja zunächst mal nicht schlecht ist, sofern der Reiz nicht auch jeglichen anderen Gefühls beraubt ist, was man fast fürchten kann, nachdem das Schicksal zum Einerlei verkommen ist. Aber das Ich will den Reiz nicht mehr haben und sagt "Zisch ab".
Zitat von autark
irgendwo dort kränkt mich der Dorn,

Ah, da ist doch noch ein Gefühl. Kränkung, aber kein Schmerz. Schmerz war ja gestern.
Zitat von autark
sag vom Schatten aus dann:"Ja".

Aber das Ich ist nichit beleidigt. Es sagt Ja. Wäre ja auch unsinnig. Nicht das Du kränkt, sondern ein Dorn im Park. Was ist hier der Park? Aber dazu später.
Das Ich liegt oder steht im Schatten. Schatten bedeutet wohl Schutz, Deckung, Unsichtbarkeit.
Zitat von autark
Klar bist du, wie ungetrübtes Wasser,
Antwort auf den stillen Ruf.

Das Du ist klar, aber möglicherweise auch durchsichtig. Könnte auch heißen: Dem Ich egal.
Die Durchsichtigkeit des Du ist die Reaktion auf das Ja des Ichs.
Hat hier das Ich durch das Ja zu seinem Schicksal, zu dem kränkenden Dorn einer früheren Verletzung durch das Du dieses verarbeitet und ist jetzt über das Du hinweg? So mutet es fast an.
Noch mal zu der Park Metapher. Grundsätzlich ist der Park sicher die Welt. Aber welche Welt? Die Welt des Ichs, seine Umwelt, seine Wahrnehmung. Darin stehen ebenso die selbstgezüchteten Auswüchse alten Schmerzes wie die Dornen der Erinnerung als auch das Du, das am Ende verschwindet.
Das Ich hat vielleicht durch sein Ja sein Schicksal doch geändert. Ist es doch nun nicht zur Epfindungslosigkeit und Gleichgültigkeit verdammt, hat diese vielleicht mit dem Ich überwunden.
Zurück zum Anfang: „Für Dich stehe ich da“. Das Du beherrscht das Ich. Das Ich hat eine Menge in die Beziehung zum Du investiert. Aber dann trennt es sich. Es rettet sich im Park. Wenn diese Sätze genau das aussagen sollen, dann finde ich das unglücklich formuliert.
Eine derart andeutetende Verklausulierung macht für mich nur Sinn, wenn dadurch auf anderer Ebene etwas Neues entsteht. Das sehe ich hier aber nicht.
Jetzt bin ich wieder bei meinem ersten Eindruck. Der zweite ist zwar aufgrund der für mich gegebenen interpretierbarkeit, aber auf emotionaler Ebene oder ästhetischer passiert da bei mir leider nichts.

So weit von mir.
Ach ja, und Willkommen im Forum.

Grüße,
GerateWohl


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