hi Perry, erstmal Danke, dass du dich mit meinem text beschäftigt hast.
Ich habe mir Deine Umformulierung angesehn und überlegt:
Z 1: durch unsere hungrigen finger : das hungrig kann man nicht einfach weglassen, weil das für die Aussage m. E. wichtig ist.
Z 3 : du flüsterst : mir war wichtig hier das lyrische Du wichtig, es flüstert ja eben nicht immer nur die Zeit
Z 5: doch dein echo klingt: das doch ist m. E. wichtig, damit der Gegensatz klar wird, sonst klingts so, als ob genau obige Aussage in S1 noch in mir klingt
Z 6 : warum die umstellung? wenn das immer noch hinten steht, kann mans auch so lesen, als obs zu Z7 gehört, diese doppeldeutigkeit war absicht
Z 7: das " immer - noch" fehlt. Erstens finde ich, dass durch diese Wiederholung die Eindringlichkeit erhöht wird, und zweitens gefiel mir auch hier die doppeldeutigkeit: ... immer. Noch ...
Z 9 : deine spuren tiefer: wenn man das deine durch die ersetzt, spart man genau 2 buchstaben, erhält aber einen andern sinn.
Z 12: nichts war eine lüge: mir hat hier die Wiederholung der ersten strophe gefallen, die dem ganzen so einen Kreischaracter gibt. Und es fällt durch dein "nur" auch wieder eine doppeldeutigkeit weg: das nichts war kann man noch auf die Zeit in Z 11 beziehn, oder aber auf die lüge in Z 13.
Ich fühl mich sehr geehrt, dass dich das Gedicht so ansprach, dass du dir Gedanken gemacht hast. Aber leider finde ich, dass dadurch der Sinn völlig verändert wird ( was ja nicht immer schlecht sein muß, ok ), dass sämtliche Doppeldeutigkeiten ausgeräumt werden ( muß ja auch nicht schlecht sein - ich selber mags aber gern doppeldeutig ) und dass die Intensität und Sprachmelodie durch das Weglassen der Wiederholungen leidet. Ich kanns aber mit Sicherheit nicht objektiv beurteilen, welche Fassung jetzt wirklich besser ist.
liebe Grüße
saddai