Zitat von Simone
Verknüpfung
Das Feuer eisgesäumte Lippen.
Die Erde harrendes Versprechen.
Das Wasser spindeldürres Nippen.
Die Luft ein unheilbares Rächen.
Am Wegesrand betrunknes Gestern.
In seiner Hand die leere Stunde.
Der rote Mond und seine Schwestern
verticken eine Schrecksekunde.
Ein Flashback und ein dumpfes Flüstern.
Die Dunkelheit bläht ihre Nüstern
und saugt mich gellend ein.
Du bleibst und schweigst: Ein Winterkind.
In deinem Haar befreiter Wind
und taugeborner Schein.
hallo Simone
die 4 Elemente werden im ersten Zeilenblock mit Entsprechungen verknüpft. das wirkt ohne Verben und ohne Satzzeichen linkisch. kein schöner Einstieg für mich. zudem entstehen mir keine klaren Bilder. Feuer, Erde, Wasser und Luft bleiben extrem vage.
im zweiten Quartett wird die Erinnerung personifiziert. eine betrunkene torkelnde Gestalt ist für mich ein Treffer. damit kann ich was anfangen. und nolens volens verknüpfe ich Goethes Zueignung ("Ihr naht euch wieder schwankende Gestalten"). aber jetzt geht der Fokus vom Wegrand über aufs astronomische: also gut, es ist Nacht. das Erinnern birgt auch Erschrecken.
was war der Schlüsselreiz für das flashback? der Feuermond? vor Mondfinsternissen kann er glühen. ich kann damit aber im Text hier nichts anfangen. achso ja, eines der Elemente wird hier verknüpft.
die Dunkelheit als schnaufender Hengst gefällt mir dann wieder. im nächsten Terzett wird aber wiederum was ganz anderes auf den Plan gebracht: ein Kind.
es zielte mir alles in viel zu viele Richtungen, und die Bilder, so sie denn kamen, folgerten mir nicht schlüssig. zumindest bekam ich sie nicht auf die Reihe.
Gruß
Alcedo