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#1

ab und an sprunghaft

in Philosophisches und Grübeleien 16.01.2014 21:43
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

siehe die krähen an leitungen
krallen eng beieinander und gar
den kopf unter den schwingen
den schlaf gerechter galgenvögel
vom äugelchen picken durchleiden

ich schlage salti im dazwischen
bis ich wieder drähte packe
beidhändig schwinge
als engelein oder raubritter
flügel oder breitschwert

nur dicht heißt es die hände setzen
denn spannung wächst abstandsweit
bis du hitzig zuckst und plasmatisch
durchbrochen im kanal dich entlädst
und transitiv schmorst

solch riechender reichtum umgibt uns
ozon in verschmurgelnder abluft
schmaucht sich in deine gedanken
bis dich kein einziger salto
erfrischt und erheitert

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#2

RE: ab und an sprunghaft

in Philosophisches und Grübeleien 17.01.2014 08:48
von ugressmann | 879 Beiträge | 782 Punkte

Lieber Hannes,
erheitert hat mich dein Gedicht nicht - sollte es wohl auch nicht.
Die ewige Frage hat es für mich aufgeworfen: Engelein oder Raubritter.
LG Uschi

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#3

RE: ab und an sprunghaft

in Philosophisches und Grübeleien 18.01.2014 22:09
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

Liebe Uschi,

genau, der springende Punkt :)

Es grüßt
der.hannes

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#4

RE: ab und an sprunghaft

in Philosophisches und Grübeleien 21.01.2014 17:23
von yaya | 618 Beiträge | 620 Punkte

Zwischen innerer Verwirrung und Auflösung der Erscheinungen, lieber Hannes,

scheint mir hier ein sauguter Text dem lyrischem Potential entsprungen zu sein. Nie weiß ich, ob ich
lachen oder weinen soll, denn die Zeilen legen weder sich noch mich irgendwo fest zwischen Dingen
oder Gedanken. Auch wenn sich mir zunächst nicht enträtselt, was unter "plasmatisch durchbrochen"
zu verstehen sei, bestimmt mangels Kohärenz eine lückenhafte Substanz das Denken. Grüße von Yaya

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#5

RE: ab und an sprunghaft

in Philosophisches und Grübeleien 22.01.2014 21:00
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

liebe yaya,

lyrisches Potential passt natürlich gut zu den beschriebenen Hochspannungen - darauf erhellt beim Überschreiten der Durchbruchsfestigkeit von Luft ein Lichtbogen, ein Plasmakanal immenser Hitze. Dieses für mich als Physiker naheliegende Bild habe ich als Allegorie für den Grenzgang zwischen Unbeschwertheit im Schwung durch die Leitungen und dem Wissen um gar schröckliche Gefahren bei falschen Griffen in die Welt um uns gedacht.

Freut mich, dass dieses Gedicht mit Mut zur Lücke in der Bestimmtheit Dir gefällt und Du etwas damit anfangen kannst.

Es ist ein lyrischer Ausbruchsversuch aus der Düsternis, die sich in dieser Jahreszeit so gern in die - meine - Gedichte schmuggelt, selbst in dieses.

es grüßt
der.hannes

zuletzt bearbeitet 22.01.2014 21:01 | nach oben


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