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#1

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 18.11.2008 23:16
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Bis bald! Ein Lächeln. Ferne Blicke.
Umdreh'n. Weiter. Immerfort.
So sehr ich es auch unterdrücke,
ich bleibe steh'n. Nicht hier. Kein Wort
wagt sich aus meinen Lippen,
denn Abschied spricht man stets allein.
Wie weiten sich die Abschiedsklippen -
kein Satz kann jemals Brücke sein.



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#2

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 19.11.2008 08:52
von Alexa (gelöscht)
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Hallo Willi,
die kompakte Version finde ich Themenbezogener und somit passender für deinen Text.
Was mir hier nicht gefällt sind die zwei für mich völlig überflüssigen Zeilen zum Schluss.

Zitat:

Wie weiten sich die Abschiedsklippen -
kein Satz kann jemals Brücke sein.



Das haut den gesamten Text runter. Is so.
Gruß von Alexa
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#3

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 19.11.2008 21:39
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Hi Willi,

ich mag das. Aber nur in der kompakten Version. Ich schreibe keine Gedichte und kenne mich da nicht gut aus, aber schon die kompakte Version ist für mich fast schon zu dick aufgetragen. Aber eben nur fast. Die auseinandergezogene Strippe gefällt mir gar nicht. Die Einwort Sätze hintereinanderweg kommen kompakt besser - weniger elegisch, sondern dynamischer. Wobei die sich weitenden Abschiedsklippen mich bei beiden Versionen aus dem Tempo und dem Bild bringen. Das ist mir zu gestelzt.
Aber der letzte Satz haut es für mich, weil ich dem Pathos aufgeschlossen bin, wieder raus: kein Satz kann jemals Brücke sein . Herrliches Finale. Doch. Also, mach was draus

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#4

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 20.11.2008 23:10
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Ok, habs gestutzt, danke für eure schnellen Statements!



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#5

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 21.11.2008 01:50
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Morgen, Herr Pfusch!

Ja, das gefällt mir gut!

Im Zusammenhang mit den Klippen kamen viele Gedanken.
Der letzte Satz:
kein Satz kann jemals Brücke sein.
Er sagt mir nicht ganz zu, wobei ich nicht genau in kürze analysieren kann, warum.
Sätze können in vielen Fällen Brücken sein/bauen, gemeint im Sinne von Entgegenkommen, Eingeständnis. In diesem Fall aber trifft es nicht zu.
Ich neigte eventuell, zur Variante
- kein Wort, kein Satz kann Brücke sein -

(Im Zusammenhang mit dem Vergleich Klippen, kam mir der spielerische Gedanke:
- es kann kein Wort ein Fangseil sein.)

Selbst wenn es unverändert bleibt, so finde ich es doch schön, kommt es dazu noch aus einer wenig benutzen Feder.

Gruß
Joame
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#6

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 21.11.2008 03:11
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Hallo Joame,

für den letzten Satz hatte ich einige Varianten - auf die mit dem Fangseil bin ich nicht gekommen, sie gefällt mir sehr gut!

Bei dem Satz, der keine Brücke sein kann, ging es mir um einen Sprung (Satz). Die Klippen, die sich beim Abschied auftun, sind unüberwindlich, auch wenn sie zu Beginn nur Risse sind, man traut sich nicht mehr, rüberzuspringen.
Höchstens in Filmen rennen die Protagonisten nach einem Abschied nochmal aufeinander zu und umarmen sich und sagen sich Lebewohl - heute gibt es aber leider so viele Kommunikationsmittel, dass echte Abschiede nicht mehr möglich sind. Man könnte sich ja eine nichtssagende E-Mail schreiben, oder anrufen, aber man tut es in einigen Fällen nie mehr und hat sich nicht in die Augen sehen und Lebewohl sagen können. Der Abschied ist also vollzogen, wenn die sich Verabschiedenden beide im Stillen für sich beschließen, sich zu verabschieden, ohne es offen und aufrichtig zusammen zu tun.

Man sagt also Bis Bald und Auf Wiedersehen, oder dass man sich bald meldet, da es auch der leichtere Weg ist.

Das ist sehr schade - der Abschied ist verloren, und die Menschen sind einsamer denn je trotz und wegen der mannigfaltigen Kommunikationsmöglichkeiten.

Ich hatte mich schon mehrmals an dem Thema versucht und nicht mehr hingebracht als dieses gedicht, das auch nur ein Fragment war, dabei wollte ich noch die Küsse einflechten, die dereinst aus der Bahn flogen, und haltlos umschlungene sich umarmende Liebende ...

Ich würde mir also wünschen, dass jeder, der Lust hat, ein Gedicht über den Abschied vom Abschied zustandebringt, um mir zu zeigen, dass es geht!

Ein Titel wäre: Bis Bald, Abschied. Denn wenn die Menschen schon untereinander kaum noch echte Abschiede zustandebringen, so könnte man doch wenigstens den Abschied an sich verabschieden ....



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#7

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 21.11.2008 11:05
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Wilhelm!

Die Doppelsinnigkeit von Sprung hatte ich bemerkt. Du hast sehr eingehend und für jeden verständlich das traurige Kapitel Abschied
erklärt.
Vor vielen Jahren habe ich einmal über Abschied geschrieben t76177439f006-Forum.html , dabei das Thema gewiss nicht erschöpft - und die sich stets etwas ändernde Sichtweise könnte heute ein etwas anderes Ergebnis bringen.

Es werden bedeutungsvolle Worte hingesprochen, ohne uns ihre
eigentliche Bedeutung dabei ins Bewußtsein zu führen. Das trifft auch
auf häufig verwendeten Floskeln beim Gruß zu.

Bei Deinem Gedicht vermute ich, sollte der Abschiedsgruß 'Bis bald!'
mit Rufzeichen als Gruß deutlicher kenntlich gemacht werden ? So vermute ich.

Gruß
Joame

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#8

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 24.11.2008 01:20
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte

Zitat:


Bei Deinem Gedicht vermute ich, sollte der Abschiedsgruß 'Bis bald!'
mit Rufzeichen als Gruß deutlicher kenntlich gemacht werden ? So vermute ich.



Das stimmt! Danke, Übernehm isch!

Danke auch, dass du dein Abschiedsgedicht verlinkst, ich habe es nochmal aufgegriffen da ich mit seinem Ende nicht klarkomme.

Beste Grüße (auch eine Floskel, aber ich bekräftige ihre Ehrlichkeit)

Willi



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#9

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 24.11.2008 01:32
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Es sieht inzwischen etwas anders aus, nur wollte ich es in der Ursrungsform hier stehen lassen und nicht viel herummurksen. (Das was stören könnte habe ich wahrscheinlich schon behoben.) Nur will ich es hier nicht breittretn, es ist Dein Faden hier und es geht nur um Dein Gedicht.

Gruß
Joame
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#10

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 24.11.2008 02:02
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Dann würde es mich freuen wenn du die neue Version im vormals verlinkten Faden anfügen würdest, oder, sofern du sie unter anderem Titel gepostet hast, abermals verlinken würdest.

Die Ursprungsversion habe ich kommentiert, jetzt, da du es bereits abgeändert hast, würde mich interessieren, was du zu meinen Gedanken zur Ursprungsversion sagst; der Vergleich beider Versionen würde mich interessieren.

Späte Grüße

Willi



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#11

Bis Nie

in Philosophisches und Grübeleien 24.11.2008 11:01
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Ich danke für die intensive Beschäftigung. (Jetzt wird es mir langsam peinlich, so interessant ist mein Abschied nicht). Ich sah, daß ich bereits einmal daran gewerkelt habe und hier der Link:
http://45748.rapidforum.com/area=006&topic=100669818525&reverse=1
Mit Gruß
Joame
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