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#1

Abschied

in Natur 12.10.2008 11:32
von Habibi (gelöscht)
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Nun windet sich der erste Nebelschal,
den Herbst verheißend, über Stoppelfelder.
In stiller Andacht neigen sich die Wälder,
des Himmels Weiß erstickt den Sonnenstrahl,

der viel zu selten uns'ren Tag gewärmt.
Und laue Nächte nicht wie sonst uns lockten.
Statt wir bei Mondschein in das Gras uns hockten,
wurd' von vergang'nen Sommern viel geschwärmt,

die uns mit ihrer Wärme eingehüllt.
Da waren Abende, im Blut ertrinkend,
wenn uns're Leiber, zwei in eins versinkend,
ward Geist und Körper gleichsam ausgefüllt

mit jenem unbeschreiblich tiefen Glanz.
Doch etwas müd' scheint die Natur zuzeiten.
Die Höhen flacher, eng und kurz die Weiten
und träge mutet an der Blätter Tanz,

als ob im Schweben noch ein Zögern wär.
Die Frage, ob an winterkahlen Zweigen
erneut im Lenz wird frisches Grün sich zeigen,
die Frage nach der Zukunft lastet schwer

und lässt den Herbst mir trostloser erscheinen.
Möge die Hoffnung nach Erfüllung streben,
damit erneut den Frühling wir erleben...
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#2

Abschied

in Natur 18.10.2008 23:14
von Stigma | 95 Beiträge | 95 Punkte
Hallo Habibi,

ich tu mich mit deinem Gedicht etwas schwer.
Deine Bilder finde ich nicht schlecht, S1 gefällt mir sogar sehr gut, allerdings verdrehst du in den folgenden Strophen die Satzstellung ziemlich auf den Reim hin. Und beim Lesen habe ich mich so sehr über diese Verdrehungen gewundert, dass gar keine Stimmung aufkommen konnte - schade.

Lg, Stigma
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#3

Abschied

in Natur 19.10.2008 09:38
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Stigma, das mit den Verdrehungen kann ich nicht so ganz nachvollziehen, ich habe nur 2 Zeilen gefunden, wo die Wortstellung nicht der üblichen Sprechweise entspricht. Und das finde ich bei einem so langen Gedicht nicht zuviel, ist ja ein oft verwendetes Mittel. Schade, dass dir das Gedicht nicht gefallen hat. Trotzdem danke, dass du dich überhaupt gemeldet hast. Wenn man gar keine Reaktion bekommt, fragt man sich immer, ob es denn wirklich soooooo schlecht war.

Sonntägliche Grüße von Habibi
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#4

Abschied

in Natur 19.10.2008 11:20
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, Habibi!

Wenn auch nicht jede Stelle mit meinen Vorstellungen Gleichschritt hält, finde ich insgesamt sehr gute schöne
Beschreibungen.
Der Herbst, nicht so sonderlich beliebt, der im Schlußvers auch als trostloser zugegeben wird, den sähe ich nicht als Verheißung, an der Stelle würde ich eher Verkündung nehmen.
Bei den Abenden 'im Blut ertrinkend' setzt meine Vorstellungskraft aus. Das Neigen der Wälder halte ich nicht für ganz passend, sie bleiben aufrecht, stehen vielleicht starrer wirkend. - Das sehe ich nicht als großes Problem.
Hingegen gibt es einige Stellen, die Du gut und treffend beschrieben hast. So läßt sich Dein Gedicht sehr wohl zu den Überdurchschnittlichen einreihen.

Gruß
Joame
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#5

Abschied

in Natur 19.10.2008 12:21
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Joame, freut mich, dass dir das Gedicht gefällt. Wo siehst du etwas von Verheißung geschrieben? Das verstehe ich nicht ganz. Mit den Abenden, die im Blut ertrinken, sind die Sonnenuntergänge gemeint. Das Neigen der Wälder hat für mich einerseits mit den Herbststürmen zu tun und andererseits soll es Ausdruck einer gewissen Demut sein. Demut vor der Macht des Winters, auch der tödlichen. Denn auch für die Bäume ist ja nicht klar, wer im Frühjahr wieder zu neuem Leben erwacht.

Gruß habibi
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#6

Abschied

in Natur 19.10.2008 13:33
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
@ Habibi


Zitat:

den Herbst verheißend, über Stoppelfelder

Diese Stelle ist mit Verheißung gemeint.

Die Herbststürme , durch die das Neigen der Wälder begründet ist, waren mir klar, ebenso Sonnenuntergänge mit Blut umschrieben.
Gleich zu Beginn ist das stille Bild des Nebelschales, das auf mich einwirkt, das mir nicht viel Vorstellungskraft abverlangt, dem kann ich nicht leicht Herbststürme mit neigendem Wald hinzufügen. Das sind meine Gedanken.

Mit Gruß
Joame
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#7

Abschied

in Natur 19.10.2008 16:54
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Joame, ja klar, hatte ich überlesen. Verheißung passt für mich besser, denn es ist ja nicht die eine Wortbedeutung gemeint, die dir wohl zuerst in den Sinn kam, sondern jene, die ein Synonym für "Versprechen" oder "Ankündigung" ist.

Gruß von habibi
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