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#1

Kleine Regelabweichung

in Liebe und Leidenschaft 04.09.2008 15:11
von Feo | 134 Beiträge | 134 Punkte
Kleine Regelabweichung




Ich werde in die Hölle kommen.
Zumindest hoffe ich das sehr.
In drastisch himmlischen Gefilden

befinden sich nicht oft die Wilden,
die voller Willen, Wut und Kraft,
das tun, was Leben spürbar macht.

Ich pfeife absolut drauf, was man tut,
auf Ehre, Sitte, guten Ruf, Sakrales,
auf Sparbuch, Hausrat, Notfallplan, Banales:
Mir doch egal! Ach, Leidenschaft

und Glut und mehr
ist das, wonach ich mich verzehre.
Mit der Erfüllung hier auf Erden
scheint’s allerdings nicht viel zu werden.

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#2

Kleine Regelabweichung

in Liebe und Leidenschaft 04.09.2008 15:52
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo Sabine,

wenn das so ist, dann sollte sich LI einen frecheren Titel aussuchen.

Insgesamt gefällt mir dein Gedicht, ich glaube diese Art der Thematik ist nicht neu - in wie weit nachvollziehbar, das kann ich nicht sagen, für mich weiß ich's und schweige.
Für das, was es mit dem Reimschema und Strophenaufbau macht, kommt LI selbstverständlich in die Hölle, vorausgesetzt, der Teufel ist ihm gewogen. Im Falle der Aufzählungen in S3 kann es sich auch Hoffnungen machen, in S2 gehen sie hin. Sag ich mal so.

Aber insgesamt gefällt es mir, genau besehen passt der Titel doch, denn eigentlich ist es recht verhalten, eine "Kleine Regelabweichung" eben.

LG
Uli
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#3

Kleine Regelabweichung

in Liebe und Leidenschaft 06.09.2008 15:04
von Feo | 134 Beiträge | 134 Punkte
Vielen Dank für deine Rückmeldung, Uli und für dein etwas ambivalent anmutendes insgesamtes Gefallen.

LG, Feo
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#4

Kleine Regelabweichung

in Liebe und Leidenschaft 07.09.2008 13:48
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Ja, Sabine, das habe ich in aller Kürze hingeschrieben, und nun lese ich dein Gedicht nochmals und weiß, was mich stört, aber ich weiss nicht, ob ich es deutlich machen kann.

Wenn ein LI in der Hölle schmoren will, dann ist das doch etwas sehr hitziges, zumindest rede ich mir das ein. Ebenso das LI. Es will Glut und mehr, will sich darin verzehren.
Aber die Verse bleiben mir ferne, sie sprechen darüber und erzeugen doch nicht. Das bleibt ein wenig theoretisch und aufgezählt.

Der artistische Umgang mit den Worten, moderne Ausdrucksweise, der Einfallsreichtum bei der Beleuchtung des Sujets, das alles ist gekonnt und nicht in Frage zu stellen.
Auch die Formalität der Auflösung der Formalität, die inverse Form des Sonetts, die Reduktion der Reime in Fragmente, das scheint leichthin miterledigt, das ist alles stimmig und richtig, die Dichterin weiß genau, was sie macht.

Jedoch, es erreicht mich nicht und es nimmt mich nicht mit. Es erzeugt auch keinen Klärungsbedarf, wirft keine Fragen auf. Es steht so da und das war's.
Deshalb klingt es in meinen Ohren etwas theoretisch, so meinte ich das.

Hm, ja, wenn das LI das möchte, dann soll es ruhig machen, aber es ist für mich nicht nachvollziehbar, nicht miterlebbar.
Auch wenn ich natürlich aus dem sündhaften Lebenswandel laut Bibel die entsprechenden Folgen deduziere. Es berührt mich nicht.
Ich weiß nicht, ob ich die Berechtigung habe, diese Forderung an ein Gedicht zu stellen, aber ich tue es.

Liebe Grüße
Uli


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