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#1

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 30.08.2008 10:08
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
Zivilistennostalgie


Ich und Rocco Ziffredi
betraten gemeinsam das Zimmer
nackt.

Niemand blickte auf -
alle Blicke
blieben auf
Gürtelhöhe hängen,
>> auf meiner <<.

Nur ein Neger
hatte die Augen geschlossen und
träumte sich mit seinem Ständer nach
Hause.

Ich schlug ihm meinen
Schwanz um die Ohren und
herrschte ihn an er solle
gefälligst bewundern.

Rocco grinste.
Der Neger schwieg.
Die Spannung stieg /
ein Unentschieden
durfte es nicht geben.

So einigten wir uns
wie im Kindergarten auf
Kaiserschiessen.

Man leerte alle Koffer
unter den Hochbetten,
aber was besseres als
Zielscheibe als eine
offensichtliche JLo-Fälschung konnte
nicht aufgetrieben werden.

Keiner wollte sie halten, so
hing man sie an die Kastanie vors
Fenster und wir
nahmen Mass in
Reih und Glied an der hinteren
Wand.

Rocco kam nur bis zur Fensterbank. Der
Neger schoss in die Decke, nur
ich hätte das Poster erwischt wenn
nicht gerade der Diensthabende
Unteroffizier ums Eck gekommen wäre um
nachzusehen was das für ein Radau sei -
Bàgámi-asch piciórul într-un càcát de úrs! -
so, mitten in die Fresse,
hatte ich noch
nicht mal die
lahme Zigeunerhure getroffen!

Geil! Und mein Schwanz
stand noch,
selbst als ich mich am Boden
krümmte, weil sein Stiefel mir die Eier
poliert hatte.

Rocco, der eigentlich Ioan hieß,
traf es schlimmer, verlor er doch danach noch
seinen schönsten Schneidezahn durch den
gleichen Stiefel (wahrscheinlich weil er am
lautesten gelacht hatte)
und er ist schwul geworden.

Ach, und der Neger war
auch nur ein Zi-
geuner gewesen,
Adi:
"M-ám nàscút într-ún salcîm,
într-un cúib de cioárà,
schí de négru cé erám
scóteam cápu-afárà,
hópai tzúppa, hópai tzúppa,
dói desúbt schi dói deasúpra ..."*


* = ein Volkslied:
Born on a RObinie
(Krähenhorst und Äste),
hielt ich, schwarz wie ich ja war, den
Schnabel aus dem Neste.
Hoppai zuppa, hoppai zuppa,
zwei darunter, zwei darüber,
hoppai zuppa, hoppai zupp ..."




e-Gut
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#2

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 30.08.2008 12:58
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Ja, tut mir leid, lieber Alcedo , aber angesichts steifer Schwänze schlaffe ich immer gleich ab. Und dann auch noch Neger und Zigeunerhuren, mentale Arschficks und getretene Eier. Also nicht, dass ich übertriebene Panik vor dem Schwulwerden hätte, aber der Schwanzvergleich törnt mich nicht an. Muss man dafür gedient haben? Dann wüsste ich, warum es mir nicht gefällt.

Ach ja, der Negerpunk am Ende tut ein Übriges. Wahrscheinlich tu ich dir und dem Werk Unrecht aber ich habe jedenfalls keinen Zugang gefunden.
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#3

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 30.08.2008 14:43
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
das ist nah an meiner Intention, nizza.
schau mal, wenn die gediente Soldateska aus Afghanistan zurückkehrt, wird sie mitnichten von ihren heldenhaften Taten erzählen, von über den Haufen geknallten Frauen samt Kinderpack zum Beispiel, sondern abends, an den Biertischen wird mit nostalgisch verklärten Blicken ähnlich geschmackloses verzapft wie in meinem obigen Erguss. und so etwas wollte ich erreichen: dass alle Leser/Zuhörer, egal ob gedient oder nicht gedient, vollends bedient sind. Punkt.

hey, und "Negerpunk" ist Klasse, merci.

Gruß
Alcedo

e-Gut
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#4

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 21:23
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Also ich bin einigermaßen geehrt und verwundert wie gut ich noch in einigen Köpfen eingebrannt bin.
Aber ich brauche Zeit um das zu verdauen. Bite Al, gib mir etwas Zeit.

Grüßli Gem

Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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#5

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 21:34
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Hallo,
ich muss mich Mattes anschließen und finde dazu keinen Zugang. Als Prosa - gerne. Aber so wie es dasteht will es grotesk sein, wo doch kaum mehr etwas grotesk sein kann.

Bei den heutzutage nicht mehr unüblichen Orgien und Durcheinander-Ficks der Zwölfjährigen in Hauptschulen und der regen Resonanz allerübelster Videos auf frei zugänglichen Pornoseiten lässt mich das Kekswichsen auf J-Lo kalt.

So bleibe ich zurück mit dem Eindruck, das dein Text für ein Gedicht zu grotesk ist, zum schockieren wiederum zu brav und sich deshalb dazwischen verliert.



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#6

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 21:40
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ja stimmt schon Willi, aber es wurde angeblich mir gewidmet und dann passt mir das schon. Ich weiß dass aus einer ausgesprochen zuverlässigen Quelle.

Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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#7

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 21:49
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
jawoll: so lässt sich ein Text aufwerten, zumindest für e i n e n Leser.

merci für Euer Feedback
Alcedo

e-Gut
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#8

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 22:03
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Also nur weil er "Gemini" gewidmet ist wird er aufgewertet?

Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine

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#9

Zivilistennostalgie

in Gesellschaft 09.10.2008 22:21
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
nein,
sondern weil der Text ohne deine Lyrik nie entstanden wäre.

e-Gut
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